Justin Heinrich Knecht

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Justin Heinrich Knecht, Miniatur um 1815

Justin Heinrich Knecht (* 30. September 1752 in Biberach an der Riß; † 1. Dezember 1817 ebenda) war ein deutscher Komponist, Organist, Dirigent, Musikpädagoge und Musiktheoretiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Bereits in früher Jugend erhielt er Unterricht im Klavierspiel, Violinspiel sowie Gesang in seiner Heimatstadt. Nach dem Besuch der Lateinschule in Biberach an der Riß ging er nach Esslingen am Neckar, wo er das Kollegiatstift besuchte. Hier beschäftigte er sich unter der Anleitung des dortigen Musikdirektors Schmidt sowie seines Freundes Christian Friedrich Daniel Schubart mit Komposition sowie dem Orgelspiel. 1771 wurde er mit erst 19 Jahren Musikdirektor in Biberach - diese Funktion umfasste die Tätigkeit als Organist und Musiklehrer sowie die Organisation von Aufführungen und Konzerten. Nebenher komponierte er vorrangig Singspiele und Opern und machte sich um die Entwicklung des Musiklebens in Biberach verdient.

1806 wird Knecht zum Musikdirektor am Stuttgarter Hof bestellt, beendet diese Tätigkeit aber bereits zwei Jahre später. So kehrte er nach Biberach zurück, wo er 1817 verstarb.

Er komponierte sowohl weltliche wie kirchliche Musik. Sein kompositorisches Schaffen umfasst hauptsächlich Sinfonien, Opern, Singspiele, Psalme sowie zahlreiche Werke für Chöre sowie Orgel. Seine Kompositionen weisen Einflüsse der Komponisten Georg Joseph Vogler sowie Johann Adam Hiller auf. Ein Teil seiner Werke gilt allerdings als verschollen. Darüber hinaus verfasste er musikpädagogische und musiktheoretische Schriften. Als Kirchenmusiker machte er sich als Verfasser des „Choralbuches für Württemberg“ einen Namen.

Werke (Auswahl) [Bearbeiten]

Kompositionen [Bearbeiten]

Orchester: Le portrait musical de la nature, ou Grande simphonie [Pastoralsymphonie] (Speyer, 1785), hrsg. von Heinz W. Höhnen in The Symphony 1720-1840, Serie C, XIII (New York, 1984)

Orgel: Die durch ein Donnerwetter unterbrochne Hirtenwonne (Darmstadt, 1794), hrsg. von Heinz W. Höhnen (Wiesbaden, 1982)

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  • Der sechste Psalm Davids
  • Religiöse Gesänge
  • Gesang zur Heiligen Dreifaltigkeit
  • Drei leichte Duos für Flöten
  • Vier Sonatinen für Klavier op. 6
  • Musikdrama Josua
  • Singspiel Kain und Abel
  • Operette Die treuen Köhler
  • Oper Der Erntekranz
  • Oper Der lahme Husar
  • Oper Die Aeolsharfe oder Der Triumph der Musik und Liebe
  • Dixit Dominus, Psalmvertonung für Chor, Solisten und Orchester
  • Magnificat, kirchenmusikalisches Werk für Chor, Solisten und Orchester
  • Te Deum, kirchenmusikalisches Werk für Chor, Solisten und Orchester

Schriften [Bearbeiten]

  • Elementarwerk der Harmonielehre
  • Orgelschule für Anfänger und Geübtere
  • Bewährtes Methodenbuch beim ersten Klavierunterricht
  • Theoretisch-praktische Schule für Generalbass

Ausgaben [Bearbeiten]

  • Vollständige Sammlung theils ganz neu componirter, theils verbesserter, vierstimmiger Choralmelodien für das neue Wirtembergische Landgesangbuch. Zum Orgenspielen und Vorsingen in allen vaterländischen Kirchen und Schulen ausschließend, gnädigst verordnet. Nebst einer zweckmäßigen Einleitung; in zehen Rubriken eingeteilthem Register; u. einem mit diesem Werke eng verbundenen Anhange. Herausgegeben von [Johann Friedrich] Christmann und [Justin Heinrich] Knecht. Mit einem landesherrlichen, gnädigst ertheilten Privilegio. Stuttgart, im Gebrüder Mäntler’schen Verlage, 1799.
  • Vollständiges Württembergisches Choralbuch, welches in allen vaterländischen Kirchen und Schulen ausschließend, allergnädigst verordnet ist. Von Justin Heinrich Knecht, Königlich Württembergischem Musik-Direktor. Zweiter Theil. Enthaltend: Eine praktische und eine theoretische auf die Praktik angewandte, Abtheilung; (zusammen aus mehr als 130 Haupt- und Unter-Abtheilungen bestehend,) welche ihrer Verbindung nach, von dem Ersten Theile, (den Choralmelodien,) unzertrennlich und als Leitfaden zu dessen eigentlichem Gebrauch unentbehrlich sind. Mit dem wohlgetroffenen Portrait und der Biographie des Herrn Verfassers; (ersteres von Herrn Hofkupferstecher d’Argent,) geziert. Mit Landesherrlich allergnädigst ertheiltem Privilegio. Stuttgart, in dem Verlag des Königlichen Hof- und Canzlei-Buchdrucker Gebrüder Mäntler, 1816.
  • Cäcilia[,] ein periodisches Werk[,] welches für angehende und geübtere Orgelspieler kleinere und größere leicht spielbare Orgelstücke verschiedener Art enthält. Zweite Lieferung[,] enthaltend XXIV Intonationen aus allen Dur und Molltonarten, und XVI Präludien durch die gebräuchlichsten Dur und Moll Tonarten [!] im gebundenen Styl von Justin Heinrich Knecht. Freiburg im Breisgau in der Herderschen Buchhandlung. [1829].

Literatur [Bearbeiten]

  • Robert EitnerKnecht, Justin Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 278 f.
  • Hermann Jung: Ergötzung des Ohres und Rührung des Herzens. Zzu Werk und Werkauffassung des Biberacher Komponisten Justin Heinrich Knecht (1752-1817). In: Musik in Baden-Württemberg (Jahrbuch). 12. Jg. 2005, S. 93–114
  • Hermann Jung: Justin Heinrich Knecht (1752-1817). Ein oberschwäbischer Komponist im Umfeld der Wiener Klassik. In: BC. Heimatkundliche Blätter für den Kreis Biberach. 26. Jg. 2003, Heft 1, S. 24–34
  • Hans-Josef Olszewsky: Knecht, Justin Heinrich. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 4, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7, Sp. 124–128.
  • Franz Schlegel: Justinus Heinrich Knecht. Ein Biberacher Komponist. Biographie und Werkverzeichnis. (= Biberacher Studien; 3). Stadtarchiv, Biberach an der Riß 1980 (76 S.)

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Justin Heinrich Knecht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien