Justin Hinds

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Justin Hinds, auch Justin Hines genannt, (* 7. Mai 1942 in Steertown, Saint Ann Parish, Jamaika; † 16. März 2005) ist einer der wichtigsten und erfolgreichsten Sänger der Musikszene Jamaikas während der 60er und 70er Jahre, also dem Zeitraum, als der Ska entsteht und sich in den Rocksteady und später Reggae wandelt.

Geboren wird er im Kirchspiel Saint Ann, derselben Gegend, in der auch Bob Marley geboren wurde. Seine größten Erfolge feiert er mit seiner Background-Gesangstruppe The Dominoes bestehend aus Dennis Sinclair and Junior Dixon. Bereits ihre erste Single 'Carry Go Bring Come' aus dem Jahre 1963 soll sich 8 Wochen lang auf Platz 1 der jamaikanischen Single-Charts halten. Weitere Hits aus der Ska-Ära sind: 'King Samuel', 'Botheration', 'Jump Out Of The Frying Pan' (alle 1964), 'The Ark', 'Peace And Love' und 'Rub Up Push Up' (alle 1965). Der Übergang zum Rocksteady in den Jahren 1966–67 bringt Hits mit sich wie 'The Higher The Monkey Climbs', 'No Good Rudy', On A Saturday Night', 'Once A Man' sowie (im Jahr 1968) 'Here I Stand' und 'Save A Bread'. Als Aufnahmen des Early Reggae sind zu nennen: 'You Should Have Known Better', 'Cock Mouth Kill Cock' und 'If It's Love You Need'.

1975 stirbt Duke Reid, der Produzent, mit dem Hinds alle seine bisherigen Aufnahmen gemacht hat. 1976 veröffentlicht er mit dem Produzenten Jack Ruby auf dem Island-Label seine erste Langspielplatte 'Jezebel'. Neben dem großartigen 'Fire' enthält das Album den Song 'Natty Take Over', der Teil des Soundtracks von 'Rockers' werden sollte. Nach 'Just In Time' (1978) einem zweiten Album für Ruby schließt Hinds sich der Produzentin Sonia Pottinger an. Das Resultat ist eine Reihe von Singles, darunter 'Wipe Your Weeping Eyes'. 1984 erscheint sein vielleicht bis heute bestes Album 'Travel with Love'. Hier begleitet ihn die Rhythmusgruppe des einige Jahre zuvor verstorbenen Bob Marley. Die Aussicht auf eine vielleicht länger währende Zusammenarbeit wird durch die Ermordung des Schlagzeugers Carlton Barrett kurze Zeit nach Fertigstellung der Platte zunichtegemacht. Ebenfalls in den Achtzigern erscheint 'Know Jah Better', dann wird es einige Jahre still um Justin Hinds. Im neuen Jahrtausend meldet er sich mit zwei Live-Alben 'Prophecy Live und 'Let's Rock' zurück.

Als Songschreiber und Sänger ist Hinds dem außerhalb Jamaikas viel bekannteren Bob Marley durchaus ebenbürtig. Charakteristisch sind für ihn simple, eingängige Melodien. Seine Texte haben meist einen religiösen Hintergrund und schöpfen aus der reichen jamaikanischen Tradition von Sprichwörtern und Redewendungen. Ihre Wirkung entfalten sie nicht zuletzt durch Hinds' klare und doch ausdrucksstarke Stimme.

Justin Hinds verstarb im Alter von 62 Jahren am 16. März 2005 an Lungenkrebs.