Justizpalast (Brüssel)

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Der Justizpalast
Innenansicht

Der Justizpalast in Brüssel (niederländisch Justitiepaleis van Brussel, französisch Palais de Justice de Bruxelles) ist das bedeutendste Gerichtsgebäude in Belgien. Das Gebäude wurde zwischen 1866 und 1883 nach Plänen des Architekten Joseph Poelaert im Stil des Eklektizismus errichtet. Um die Pläne des „schieven architek“ (Poelaert) zu verwirklichen, mussten die wütenden Bewohner im Jahre 1867 das Stadtviertel Bovendael räumen[1]. Der Justizpalast prägt das Stadtbild nicht nur aufgrund seiner Größe, sondern auch aufgrund seiner exponierten Lage auf dem Galgenberg am Übergang von der Ober- zur Unterstadt.

Die Grundfläche ist 160 Meter lang und 150 Meter breit, die Kuppel 116 Meter hoch[2], nach anderen Quellen 104 Meter[3], beziehungsweise 142 Meter[4] hoch; die Innenhöhe des Kuppelsaals (Salle des pas perdus) beträgt 97,5 Meter.[5] Das Gebäude enthält acht Höfe, 27 Gerichtssäle und 245 kleinere Räume. Es beherbergt heute den Kassationshof.

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • Im Reiseführer durch Die geheimnisvollen Städte wird der Justizpalast in Brüssel als einer der wenigen möglichen Übergangsorte zwischen der Erde und den (fiktiven) Geheimnisvollen Städten aufgeführt.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Justizpalast – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Als die Bewohner des Stadtviertels Bovendael im Jahre 1867 für den monumentalen Justizpalast umgesiedelt werden sollten, machten sie Joseph Poelaert als Architekt des ganzen Projekts dafür verantwortlich. So entstand die scharfzüngige Spottbezeichnung „schieven architek“, welche als eines der gröbsten Schimpfwörter im Marollendialekt gilt: Schieven architek! (niederl.)
  2. Unesco World Heritage: Le Palais de Justice de Bruxelles
  3. Justizpalast (Brüssel). In: Structurae.
  4. Buildingsagency.be: Justitiepalais
  5. Le Palais de Justice de Bruxelles (Architekturbeschreibung) (MS Word; 127 kB)
  6. François Schuiten, Benoît Peeters: Führer durch die geheimnisvollen Städte, Stuttgart 1997, ISBN 3893432248, S. 49 f.

50.836714.35161Koordinaten: 50° 50′ 12,2″ N, 4° 21′ 5,8″ O