Justus Falckner

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Justus Falckner (* 22. November 1672 in Langenreinsdorf, einem Stadtteil von Crimmitschau in Sachsen; † im September 1723 in Newburgh in New York) war ein lutherischer Geistlicher und der erste lutherische Pastor, der auf dem Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten von Amerika ordiniert wurde. Der Kalender der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika erinnert am 24. November an Falckner, gemeinsam mit Jehu Jones und William Alfred Passavant.[1]

Hintergrund[Bearbeiten]

Falckner war der vierte Sohn Daniel Falckners, eines lutherischen Pastors in Langenreinsdorf. 1693 schrieb er sich an der Universität Halle ein, wo er unter August Hermann Francke Theologie studierte.[2] Er schloss sein Studium ab, entschied aber, dass er nicht wirklich auf eine geistliche Karriere vorbereitet sei. Er ging nach Rotterdam, wo er und sein Bruder Daniel die Vollmacht annahmen, das Land des William Penn in Pennsylvania zu verkaufen.[3]

Karriere[Bearbeiten]

Die Gloria-Dei-Kirche in Philadelphia

Im Jahre 1701 wurden 10.000 Acres (40 km²) Land am Manatawny Creek an den schwedischen lutherischen Pastor Andreas Rudman und andere schwedische Siedler verkauft. Nachdem er mit Pastor Rudman zusammengearbeitet hatte, dachte Falckner erneut darüber nach, eine geistliche Laufbahn zu beginnen. Er wurde am 24. November 1703 an der Gloria-Dei-Kirche, der schwedischen lutherischen Kirche in Wicaco, heute Süd-Philadelphia ordiniert. Seine ersten pastoralen Aufgaben erfüllte er für die Siedler am Manatawny Creek im New Hanover Township in Pennsylvania. Am 23. Februar 1704 stellte König Karl XII. von Schweden, einen Befehl aus, der Andreas Rudman formell als Superintendent der Schwedischen Lutherischen Kirche in Amerika bestätigte. Kurz danach wurde Falckner von Rudman neu zugeteilt, um als Pastor lutherischer Gemeinden in New York und Albany in New York zu dienen. Falckner folgte Joshua Kocherthal als Geistlicher für deutsche lutherische Immigranten.[4] Im Jahre 1714 führte Falckner die Gründung der Evangelisch-Lutherischen Zionskirchengemeinde in Oldwick, der ältesten lutherischen Gemeinde in New Jersey.[5][6]

Falckner glaubte offenbar, dass Musik ein sehr wichtiger Bestandteil missionarischer Arbeit sei. Er schrieb nach Deutschland, wobei er um eine Orgel bat, von welcher er erhoffte, sie würde mehr amerikanische Ureinwohner bekehren. Falckner schrieb Kirchenlieder wie Auf! ihr Christen, Christi Glieder; dieses Lied komponierte er während seines Studiums an der Universität Halle im Jahre 1697. Falckners Publikationen umfassen Grondlycke Onderricht; dieses Werk erschien erstmals in New York im Jahre 1708.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tercentenary of Justus Falckner’s Ordination to Be Commemorated in Philadelphia Cathedral (englisch) colonialswedes.org. Abgerufen am 10. Mai 2013.
  2. Bente, F. American Lutheranism, Volume I St. Louis: Concordia Publishing House. 1919, 25.
  3. Biographie beim Cyber Hymnal
  4. Bente, F. American Lutheranism, Volume I St. Louis: Concordia Publishing House. 1919, p. 32.
  5. Alfred J. Nicolosi: Tercentenary of Justus Falckner’s Ordination Celebrated at Philadelphia Cathedral (PDF) In: Swedish Colonial News. S. 6–7. Herbst 2003. Archiviert vom Original am 22. Februar 2012. Abgerufen am 10. Mai 2013.
  6. Zion Lutheran Church - History. zionoldwick.com. Abgerufen am 10. Mai 2013.
  7. Englischsprachige Neuauflage: Justus Falckner und Martin Kessler: Fundamental instruction, Delhi, NY, ALPB Books 2003, 112 S., ISBN 1-892921-04-9

Weitere Quellen[Bearbeiten]

  • Williams, Kim-Eric The Journey of Justus Falckner. 1672-1723. (Delhi, New York: American Lutheran Publicity Bureau. 2003, ISBN 978-1-892921-05-5)
  • Sachse, Julius Friedrich. Justis Falckner, Mystic and Scholar, Devout Pietist in Germany. (Philadelphia: Printed for the author. 1903)

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • C. Goedel: Justus Falckner : ein Gedenkblatt zum 24. November 1903, Philadelphia, Pa.? 1903?
  • Delber Wallace Clark: The world of Justus Falckner, Philadelphia, Pa., Muhlenberg Press 1946
  • Harry Julius Kreider; Evangelical Lutheran Synod of New York and New England: A service of thanksgiving and praise in commemoration of the two hundred and fiftieth anniversary of the ordination of Justus Falckner, New Haven, Yale U. Pr.? 1953
  • Andreas Mielke und Sandra Yelton: Falckner, Justus. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 32, Bautz, Nordhausen 2011, ISBN 978-3-88309-615-5, Sp. 377–388.