Jylland (Fregatte)

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Naval Ensign of Denmark.svg
Die Fregatte „Jylland“ (2005)
Schiffsdaten
Name: Jylland (Jütland)
Kiellegung: 1856
Stapellauf (Schiffstaufe): um 1860
Fertigstellung: 1860
Bauwerft: Marinewerft in Holmen bei Kopenhagen
Besatzung: 430 Mann Offiziere und Mannschaften
Schicksal: Museumsschiff im Trockendock in Ebeltoft
Technische Daten
Typ: Dampffregatte (Holzbau)/Schraubenlinienschiff
Länge über alles: 71 m
Länge Hauptbatteriedeck:
Breite: 13 m
Antrieb: 3.000 m² Segelfläche
Tonnage:
Verdrängung: 2.456 t
Tiefgang:
Ladung Seevorräte:
Panzerungssystem: ohne
Bewaffnung
Vorderladerkanonen: 44
Gewicht einer Breitseite:


Die Fregatte Jylland (deutsch: Jütland) ist ein in Ebeltoft (nahe Aarhus in Dänemark) in einem Trockendock des Museumshafens liegendes historisches Holzschiff. Mit 71 Metern Länge ist sie das längste erhaltene Schiff ihrer Art.

Rán als Galionsfigur der Jylland

Die Jylland ist die letzte aus Eichenholz gebaute (Schrauben-)Fregatte der dänischen Marine, die zudem noch mit ursprünglich 44 Vorderladerkanonen bewaffnet worden ist. Gegen einen Befall mit dem Schiffsbohrwurm und ähnlichem wurde der Rumpf unterhalb der Wasserlinie mit Kupferplatten verkleidet.

Als Vollschiff hat sie drei vollständig rahgetakelte Masten und wurde mit einer heute nicht mehr an Bord befindlichen Dampfmaschine ausgestattet. Diese diente jedoch nur als zusätzliche Antriebsquelle, um dem Schiff insbesondere im Gefechtsfall einen windunabhängigen Einsatz zu ermöglichen und somit auch Manöver gegen den Wind zu fahren.

Mit dem Maschinenantrieb konnte eine Höchstgeschwindigkeit von 12 Knoten erreicht werden - wobei der Vorrat an Kohlen einen etwa siebentägigen Einsatz ermöglichte. Um den Strömungswiderstand des Schiffes im Wasser zu reduzieren, konnte die zweiflügelige Schiffsschraube ausgekuppelt und über die Wasserlinie gezogen werden. Unter Segeln – zwischen 2000 und 3000 m² Segel konnten gesetzt werden – konnte eine Geschwindigkeit von 15 Knoten erreicht werden.

Technisch war die Jylland zum Zeitpunkt ihres Stapellaufes beziehungsweise kurz danach bereits veraltet, da zu dieser Zeit der Bau von Kriegsschiffen aus Holz zugunsten des Baus aus Stahl (oder mit einer Panzerung aus Stahl) und die Vorderladerkanone durch die Hinterladerkanone abgelöst wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Heckpanorama der Jylland. Gut zu erkennen: die versenkbare Schiffsschraube und die typisch verfärbte Kupferbeplankung

Die Fregatte wurde 1856 bis 1860 in Kopenhagen auf der Marinebasis Holmen gebaut. Am 9. Mai 1864 nahm sie im Rahmen des Deutsch-Dänischen Krieges an dem Seegefecht bei Helgoland auf dänischer Seite teil. Nach Ende des Krieges 1866 wurde sie mehrfach wechselnd als Exerzierschiff und für zahlreiche Fahrten eingesetzt. Zusätzlich diente sie repräsentativen Zwecken – so wurde sie 1874 und 1886 als Schiff des Dänischen Königs Christian IX. genutzt und eskortierte diesen 1880 auf der Yacht Dannebrog. 1887 schied die Fregatte aus dem aktiven Dienst aus.

Ab 1892 wurde sie reaktiviert und wieder als Exerzierschiff sowie als schwimmende Kaserne genutzt, bis sie 1908 endgültig außer Dienst gestellt und zur Abwrackung verkauft wurde. Durch verschiedene Rückkäufe wurde die Abwrackung verhindert.

Während des Ersten Weltkrieges wurde sie als Ausbildungsstätte für Seefunker genutzt. Ab 1925 wurde durch verschiedene Vereine und Initiativen die Erhaltung der Jylland angestrebt und unterstützt, die die Abwrackung des Schiffes verhindern konnten. 1930 erfolgte eine Instandsetzung.

Von 1934 bis 1949 lag sie in Holmen und diente als Jugendherberge, 1960 kam die Fregatte als Wrack nach Ebeltoft.

1979 ging die Fregatte in Stiftungseigentum über. Diese Stiftung organisierte eine Spendensammlung und konnte den dänischen Reeder Arnold Mærsk Mc-Kinney Møller als Hauptförderer gewinnen. Nach dem Bau des Trockendocks wurde das Schiff darin ab 1984 umfassend renoviert, so dass auch endlich ein vorhandener Kielbruch beseitigt werden konnte.

Seit 1994 steht die Fregatte Jylland als Museum für Besichtigungen offen. Sie ist Teil eines maritimen Museums, das rund um das Trockendock, in dem sie liegt, aufgebaut wurde. In diesem Museum werden Teile ihrer Geschichte, aber auch andere geschichtsrelevante maritime Ereignisse dargestellt. Zudem lässt sich dort ein Blick auf damalige Fertigungstechniken werfen, da sich in einem frei zugänglichen Anbau auf dem Museumsgelände verschiedene Fertigungsbereiche für Schiffsteile, Taue (z. B. Reeperbahnen) u. ä. befinden.

Daten[Bearbeiten]

Das Schiff ist 71 m lang, 13 m breit und hatte eine Verdrängung von 2456 t. Der Großmast hat eine Höhe von 53 m, die Besatzung betrug 437 Mann. Die Jylland konnte einige Rahen durch hinausschiebbare Leesegelspieren verlängern und dort Leesegel anschlagen, um schwache Winde besser auszunutzen.

Quellen[Bearbeiten]

56.19915277777810.673786111111Koordinaten: 56° 11′ 57″ N, 10° 40′ 26″ O