Kálmán Giergl

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Kálmán Giergl (* 29. Juni 1863 in Pest; † 10. September 1954 in Nógrádverőce im Komitat Pest) war ein Architekt und bedeutender Vertreter des Eklektizismus in Ungarn. Er gehörte der Künstlerfamilie Györgyi-Giergl an.

Familiärer Hintergrund[Bearbeiten]

New York Palota, 1894
Zeneakadémia, 1907
Luxus Áruház, 1911

Die Familie mit Tiroler Wurzeln war schon seit langem für die künstlerische Fähigkeiten ihrer Mitglieder bekannt. Der Vater Henrik Giergl (* 1827; † 1871) war ein berühmter Glaskünstler. Géza Györgyi (* 1851; † 1934), ein Cousin Giergls, war als Architekt am Ausbau des Burgpalastes und dem K-Gebäude der Technischen Universität beteiligt. Ein weiterer Cousin, Kálmán Györgyi (* 1860; † 1930) war Handwerkskünstler und Direktor der Országos Magyar Iparművészeti Társulat („Landesgesellschaft für angewandte Kunst“).

Lebensweg[Bearbeiten]

Giergl studierte an der Technischen Universität in Budapest sowie an der Universität der Künste Berlin. Seine Laufbahn begann er in Berlin bei Martin Gropius und Heino Schmieden. Nach seiner Rückkehr nach Ungarn war er an der Technischen Universität Assistent von Alajos Hauszmann, in dessen Büro er mitarbeitete. Dort begann auch die Zusammenarbeit mit Flóris Korb, mit dem er in den folgenden Jahren wichtige Projekte gemeinsam durchführte. Hauszmann bezog die beiden in die Planung großer Aufträge mit ein, darunter des Gerichtsgebäudes in der Alkotmány utca, des New-York-Palastes, des Justizpalastes und der Erweiterung des Burgpalastes.

Im Jahr 1893 verließen die beiden jungen Architekten Hauszmanns Büro und arbeiteten als Partner zusammen. Das erste bedeutende gemeinsame Werk war der Sitz der Zeitung Pesti Hírlap. Sie entwarfen auch die Pavillons für die Ausstellung anlässlich der Millenniumsfeiern zum tausendjährigen Bestehen des Königreichs Ungarn, die später abgerissen wurden.

Am Pester Brückenkopf der Elisabethbrücke erbauten sie im Jahr 1901 die nach der Herzogin Klotild benannten Zwillingspaläste und ein Jahr später das Király-Bérház („Königliches Mietshaus“). Ebenfalls 1902 bewarben sie sich erfolgreich um den Bau des neuen Gebäudes der Musikakademie am Liszt Ferenc tér, das als wichtigstes Bauwerk der beiden Architekten gilt.

In den nächsten Jahren errichteten sie die Augenklinik in der Mária utca und die Klinik für Chirurgie und Innere Medizin in der Üllői út. Im Jahr 1911 wurde das Luxus áruház am Vörösmarty tér fertiggestellt.

Giergl unternahm viele Reisen in Europa, Amerika sowie in den Nahen und Fernen Osten. Seine bedeutende Kunstsammlung wird im Museum für angewandte Kunst aufbewahrt.

Wichtige Gebäude[Bearbeiten]

Name des Bauwerks Beteiligte Architekten Jahr der Fertigstellung
New York Palast Hauszmann, Korb 1894
Klothilden-Paläste Korb 1901
Königliches Mietshaus Korb 1902
Franz-Liszt-Musikhochschule Korb 1907
Warenhaus Luxus Korb 1911
Justizpalast - -

Weblinks[Bearbeiten]

Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKünstlergenerationen - Drei Jahrhunderte der Familie Györgyi-Giergl. Familie Györgyi-Giergl, abgerufen am 24.11.2008 (deutsch, ungarisch, englisch).

Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatJugendstil in Budapest: Die Musikhochschule. Viennaslide, abgerufen am 24.11.2008 (deutsch).

Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSchloss Klotild - das Tor zur Elisabeth- Brücke. torbo ENGINEERING KEIZERS GmbH, abgerufen am 24.11.2008 (deutsch).

Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSchärer, Caspar: In Budapest blüht ein eigener Jugendstil. Tagesanzeiger, 9.5.2007, abgerufen am 24.11.2008 (deutsch).