Kälberau

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Kälberau
Stadt Alzenau
Koordinaten: 50° 6′ N, 9° 6′ O50.0916679.094722Koordinaten: 50° 5′ 30″ N, 9° 5′ 41″ O
Einwohner: 1.341 (1. Mai 2009)
Eingemeindung: 1. Jan. 1972
Postleitzahl: 63755
Vorwahl: 06023
Wallfahrtskirche Maria zum rauhen Wind

Kälberau ist ein Stadtteil der unterfränkischen Stadt Alzenau.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Kälberau liegt im Kahlgrund ca. zwei Kilometer nordöstlich von Alzenau am Fuß des Hahnenkamms. Der Ort hat Kälberau hat 1341 Einwohner[1] und ist ländlich geprägt.

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Mittelalter

Kälberauer Elle (1763)

Die ältesten schriftlichen Quellen der Region stammen aus dem 12. Jahrhundert. Ein Adelsgeschlecht „von Kelberau“ ist Lehensnehmer von Kurmainz und bis um 1400 nachweisbar. Es hatte auch Besitz in Krombach und an der Randenburg. Nach Aussterben der Linie Kälberau-Krombach-Rannenberg gingen die Besitzungen auf die Herren von Buchenau über. Dort verblieben sie bis zum Ende des Alten Reiches. 1830 starb mit Wilhelm von Buchenau das letzte männliche Mitglied dieser lokalen Adelsfamilie.

Kälberau gehörte zum Gericht Alzenau, das wiederum Teil des Freigerichts Alzenau war. Das Freigericht war zwar reichsunmittelbar, aber das Reich verpfändete oder vergab das Gebiet immer wieder. So wechselten die Landesherren, zu denen die Herren und späteren Grafen von Hanau, die Herren von Randenburg und die Herren von Eppstein zählten.

Mittelpunkt des Ortes war eine erstmals 1372 erwähnte Kapelle, die 1603 als wehrhafte Wallfahrtskirche mit fester Ringmauer nachgewiesen ist. Wie andere Wallfahrtsorte entwickelte auch Kälberau eine rege wirtschaftliche Tätigkeit mit Straßenmärkten und Handel. Davon zeugt noch die vor der Kirche aufgestellte Kälberauer Elle von 1763 als verbindliche Maßeinheit.

[Bearbeiten] Neuzeit

Im Jahr 1500 belehnte der römisch-deutsche König Maximilian I. den Erzbischof von Mainz und den Grafen von Hanau-Münzenberg gemeinsamen mit dem Freigericht, das sie nun als Kondominat verwalteten. Da im Freigericht auch zur Zeit des Kondominats die kirchliche Jurisdiktion bei den Erzbischöfen von Mainz verblieb, konnte sich die Reformation – im Gegensatz zur Grafschaft Hanau-Münzenberg – hier nicht durchsetzen. Kälberau blieb römisch-katholisch.

Als Graf Johann Reinhard III. 1736 als letzter männlicher Vertreter des Hauses Hanau starb, war dessen Erbe hinsichtlich der Grafschaft Hanau-Münzenberg aufgrund eines Erbvertrages der Landgraf von Hessen-Kassel. Ob das Erbe sich auch auf den Hanauer Anteil an dem Kondominat erstreckte, war in den folgenden Jahren zwischen Kurmainz und Hessen-Kassel heftig umstritten. Der Streit endete in einem Kompromiss, dem „Partifikationsrezess“ von 1740, der eine Realteilung des Kondominats vorsah. Es dauerte allerdings bis 1748 bis der Vertrag umgesetzt war. Kälberau fiel dabei an Kurmainz.

Der Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803 schlug das Amt Alzenau der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt zu, die es aber nur 13 Jahre behielt. Im Jahr 1816 trat das Großherzogtum das Amt an das Königreich Bayern ab. Kälberau gehörte hier zum Landkreis Alzenau, der am 1. Januar 1972 im Landkreis Aschaffenburg aufging. Zugleich wurde Kälberau in die Stadt Alzenau eingemeindet.[2]

Am Ende des Zweiten Weltkriegs ergab sich Kälberau gemeinsam mit Alzenau kampflos den alliierten Truppen, als diese bei Kahl über den Main vorrückten.

[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen

Spätgotisches Gnadenbild in der Wallfahrtskirche Maria zum rauhen Wind

In Kälberau gibt es

[Bearbeiten] Wallfahrt

Kälberau ist als Wallfahrtsort bekannt für seine spätgotische Marienstatue und die Wallfahrtskirche Maria zum rauhen Wind, die ganzjährig das Ziel vieler Wallfahrer ist. Einen besonderen Aufschwung erlebte die Wallfahrt nach dem Zweiten Weltkrieg mit großen Wallfahrten für Kriegsheimkehrer. Auch im 21. Jahrhundert finden jährlich noch einige organisierte Wallfahrten mit mehreren tausend Teilnehmern statt: zwei Krankenwallfahrten zu Pfingsten und Mariä Heimsuchung sowie am Patronatsfest Mariä Geburt. Mehrere Einkehrtage und Jugendgottesdienste runden das Programm ab.

[Bearbeiten] Vereine

  • Fußballverein TSG Kälberau 1914 e.V.
  • Obst & Gartenbau Verein
  • Freiwillige Feuerwehr Kälberau
  • Krankenpflegeverein St. Marien Kälberau
  • Gesangsverein Einigkeit Kälberau

[Bearbeiten] Wissenswert

  • Durch seine Lage am Europäischen Kulturweg Alzenau 2 findet Kälberau zunehmend Beachtung bei Wanderern und Radfahrern.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Maria zum rauhen Wind – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Einwohner Alzenau (Stand: 1. Mai 2009)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 417


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