Kärcher (Unternehmen)

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Alfred Kärcher GmbH & Co. KG
KÄRCHER logo.svg
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 2. Januar 1935[1]
Sitz Winnenden, Deutschland
Leitung Hartmut Jenner
Mitarbeiter 10.644 (31.12.2013) [2]
Umsatz 2,05 Mrd. EUR (Dezember 2013)[3]
Branche Produzierendes Gewerbe
Produkte ReinigungsgeräteVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.kaercher.de
Hochdruckreiniger

Die Alfred Kärcher GmbH & Co. KG, kurz Kärcher ist ein Hersteller von Reinigungsgeräte und -systemen mit Hauptsitz in Winnenden, Baden-Württemberg. Das Familienunternehmen beschäftigt weltweit 10.000 Mitarbeiter (2013) und gilt als Weltmarktführer [3].

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1935 von Alfred Kärcher (1901–1959) in Stuttgart-Bad Cannstatt gegründet. 1939 erfolgte der Umzug nach Winnenden. Anfangs wurden elektrische Industrieöfen z. B. für Salzschmelzen, zum Anlassen von Stahl oder zum Härten von Leichtmetall hergestellt. Mit der Entwicklung des ersten europäischen Heißwasser-Hochdruckreinigers DS 350 im Jahre 1950 verschob sich der Schwerpunkt auf das Gebiet der gewerblichen und privaten Reinigungsmaschinen. Seitdem ist Kärcher maßgeblich an der Entwicklung von Hochdruckreinigern beteiligt und besitz 460 Patente (Stand Ende 2012[4]). Das Produktsortimentumfasst heute den Bereich Reinigung (Kehrmaschinen, Reinigungsmittel, Scheuersaugmaschinen, Nass- und Trockensauger, Akkubesen, Dampfreiniger, Trockeneisstrahlen, Teilereiniger, Wasseraufbereitungsanlagen, Fahrzeugwäsche sowie Abwasserrecycling). Außerdem bietet Kärcher Pumpen und Bewässerungssysteme an.

Im Jahre 1974 erfolgte ein Wechsel der Firmenfarbe von blau nach gelb. Ab diesem Jahr konzentrierte sich das Unternehmen unter der Leitung von Irene Kärcher (1920-1989), der Witwe von Alfred Kärcher, auf die Herstellung von Hochdruckreinigern. 1984 erschien mit dem HD 555 der erste Hochdruckreiniger für den privaten Gebrauch.

Ende 2011 kaufte das Unternehmen das angrenzende Gelände der ehemaligen Ziegelei Pfleiderer. Durch die Erweiterung wird sich die Betriebsfläche fast verdoppeln.[5] Im September 2012 begannen die Bauarbeiten für die Erweiterung mit dem Abbruch der Ziegelei.

Im Jahr 2012 erreichte der Umsatz 1,92 Milliarden Euro (+13%) bei 10,83 Millionen verkauften Geräten (Vorjahr: 8 Millionen).[6][7] Kärcher ist mit 100 Gesellschaften in 60 Ländern vertreten.[8]

Kärcher Futuretech[Bearbeiten]

Neben dem zivilen Bereich produziert Kärcher in der 2005 gegründeten Tochterfirma Kärcher Futuretech GmbH in Schwaikheim „Systeme für Friedenskräfte“[9] . Dies umfasst Dekontaminationsgeräten und Dekontaminationsmittel für den ABC-Schutz, daneben Anlagen für mobile Wasseraufbereitung und Trinkwasserabfüllung, Feldlagersysteme, ABC-Schutzbekleidung, mobile Verpflegung und Materialerhaltung. Die Firmentochter beschäftigt über 100 Mitarbeiter, bei einem Jahresumsatz von 75 Mio Euro [10].

Sponsoring[Bearbeiten]

Im Rahmen seines Kultursponsorings unterstützte Kärcher viele Reinigungsarbeiten an weltweit herausragenden Bauwerken wie der Space Needle in Seattle (2008), den Präsidentenköpfen am Mount Rushmore National Memorial (2005), den Memnonkolossen in Luxor (2003), den Kolonnaden am Petersplatz in Rom (1998), dem Brandenburger Tor in Berlin (1990) oder der Christusstatue in Rio de Janeiro (1980). Im Jahr 2011 wurden die Freilichtbühne der Loreley und der N Seoul Tower gereinigt.[11]

Am 17. September 2009, dem 50. Todestag von Firmengründer Alfred Kärcher, wurde im einstigen Fabrikgebäude ein Museum eröffnet.

Kärcher ist außerdem Partner der Organisation SOS-Kinderdörfer und Mitglied des UN Global Compact Netzwerkes.[12] Von 1994 bis 1997 war Kärcher Trikotsponsor des FC Schalke 04.

Der Begriff kärchern[Bearbeiten]

Die Begriffe Kärcher und kärchern sind inzwischen in die deutsche Umgangssprache übergegangen; Kärcher ist zum Gattungsbegriff für Dampfdruckreinigungsgeräte geworden. Das dem Verb kärchern entsprechende nettoyer au Karcher ist nach Angabe des Le Petit Robert bereits seit 1992 im französischen Sprachschatz verankert,[13] auch wenn dieser Ausdruck erst durch den Gebrauch des damaligen französischen Innenministers Nicolas Sarkozy im Zusammenhang mit den landesweiten Unruhen von 2005 weithin bekannt gemacht wurde: „Der Ausdruck kärchern ist der Ausdruck, der sich aufdrängt, weil man das reinigen muss („Le terme 'nettoyer au karcher' est le terme qui s'impose, parce qu'il faut nettoyer cela.“).“

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Unternehmensregister (27. Juli 2010)
  2. http://www.kaercher.de/de/unternehmen/daten_zahlen_fakten.htm
  3. a b Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  4. http://www.kaercher.de/de/unternehmen/daten_zahlen_fakten.htm
  5. Kärcher in der Heimatregion auf Expansionskurs Stuttgarter Nachrichten, 2. November 2011
  6. http://www.kaercher.de/de/unternehmen/daten_zahlen_fakten.htm
  7. Westfalenpost Hagen, Wirtschaftsteil, 10. Januar 2013
  8. http://www.kaercher.de/de/unternehmen/daten_zahlen_fakten.htm
  9. Broschüre: Kärcher Futuretech GmbH
  10. www.karcher-futuretech.com: Über Futuretech
  11. http://www.kaercher.de/de/unternehmen/daten_zahlen_fakten.htm
  12. http://www.kaercher.de/de/unternehmen/daten_zahlen_fakten.htm
  13. Kärcher veut nettoyer le discours politique. , in: Les Échos, 8. März 2007

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kärcher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien