Käseherstellung in der Schweiz

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Die Herstellung von Käse hat in der Schweiz eine lange Tradition. Vielfach ist die Schweiz im Ausland in erster Linie für den Export von Käse und Schweizer Schokolade bekannt. In Deutschland wird teilweise der Begriff Schweizer Käse als Synonym für Emmentaler benutzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Traditionelle Käseherstellung

Käseherstellung ist in den Schweizer Alpen wie auch im Jura seit dem Mittelalter eine wichtige Einnahmequelle. Bereits um das Jahr Tausend wird erwähnt, dass Schabziger von Glarner Bauern als Zehnten an das Kloster Säckingen geliefert wurde. 1115 wird Gruyère urkundlich erwähnt, um 1200 Emmentaler und Sbrinz.

Während der kleinen Eiszeit ging der Getreideanbau in höheren Lagen stark zurück und Käse wurde zeitweise das Hauptnahrungsmittel der Bergbauern. Ab dem 15. Jahrhundert stieg der Käseexport an und spielte auch eine grosse Rolle in den Beziehungen zwischen der Innerschweiz und Zürich. Im 17. Jahrhundert florierte in der Innerschweiz der Export von Sbrinz über die Gotthard- und Grimsel-Simplon-Route nach Lugano, Mailand und Varese. Im Emmental stieg zur gleichen Zeit die Käseproduktion an durch das Erbrecht der Ultimogenitur, in dessen Folge die älteren Brüder sich oft als Küher der Käserei widmeten.

Im 19. Jahrhundert entstanden neben den Alpkäsereien auch Käsereien im Tal, die meist genossenschaftlich betrieben wurden. Jeremias Gotthelf beschreibt in seinem 1850 erschienenen Roman Die Käserei in der Vehfreude die Entstehung einer solchen Käserei im Emmental zusammen mit den dadurch entstehenden sozialen Veränderungen in der Bauernschaft. Schweizer Käse wurde jetzt nach ganz Europa und weiter exportiert.

Durch Agrarschutzzölle sank der Export im 20. Jahrhundert stark und kam im 1. Weltkrieg zu erliegen. Als Selbsthilfeorganisation wurde die Schweizerische Käseunion gegründet, die eine Marktordnung unter Bundesaufsicht für die hauptsächlichen Schweizer Hartkäse erreichte. In der Folge waren die Schweizer Käse staatlich bewirtschaftet, nach dem 2. Weltkrieg wurde der Export subventioniert was in den 1990er Jahren von der Staatskasse getragene Kosten von mehreren Hundert Millionen Franken jährlich ergab.

Im 21. Jahrhundert wurden die Schweizer Käseproduzenten gezwungen, sich im freien Weltmarkt zu behaupten, was eine stärkere Gewichtung der Qualität bewirkte. So bekamen zehn Schweizer Käsesorten das AOC-Siegel, die Produktion von Bio-Käse wurde verstärkt. Es entstanden zahlreiche neue Sorten, oft in kleinen lokalen Käsereien.

Obwohl in den letzten Jahren eine Konzentration von Milch- und Käseproduzenten festzustellen war, gibt es auch eine gegenläufige Tendenz zur Herstellung von Spezialitäten, insbesondere im Bio-Bereich. Nach wie vor werden viele Käse von Klein- und Kleinstbetrieben hergestellt, z. B. Alpkäse von Einzelpersonen auf den Alpweiden, meist nach traditioneller Methode.

Swiss Cheese Lab à la Cremerie de Paris - Werbecampagne[Bearbeiten]

Im September 2012 organisierte der Verband der Schweizer Käseproduzenten eine ungewöhnliche Werbekampagne mit einer Ausstellung in Paris in dem Ausstellungszenter Cremerie de Paris [1], das von 1870–1970 ein bekanntes Käsegeschäft im Quartier des Halles von Paris war[2]. Die Ausstellung war von verschiedenen Veranstaltungen begleitet, unter anderem Käse Kochkurse des bekannten Küchenchefs Jean Charles Karmann.

Der Ausstellung folgten zahlreiche Zeitungsartikel[3] [4] sowie einer Reportage des bekannten Restaurantführers Guide Michelin [5]

Die Ausstellung war eine neuartige Weise Käse durch eine etwas ungewöhnliche Ausstellung zu promoten.

Schweizer Käsesorten[Bearbeiten]

AOC und AOP[Bearbeiten]

Einige Schweizer Käsesorten haben einen Schutz als AOC (Appellation d’Origine Contrôlée) beziehungsweise AOP (Appellation d‘Origine Protégée, deutsch: GUB, geschützte Ursprungsbezeichnung):

Weitere Schweizer Käsesorten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Swiss Cheese Lab Ausstellung in der Cremerie de Paris
  2. Photos und Video über die Swiss Cheese Lab Ausstellung in Paris - Schweizer Käseverband
  3. Ausstellung des Schweizer Käseverbandes in der Cremerie de Paris - le Parisien
  4. Artikel über das Swiss Cheese Lab - Do it in Paris
  5. Expo Swiss Cheese Lab in der Cremerie de Paris - Guide Michelin
  6. Glarner Alpkäse geschützt, Pressemitteilung des Bundesamts für Landwirtschaft, Januar 2014