Kößlarn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Kößlarn
Kößlarn
Deutschlandkarte, Position des Marktes Kößlarn hervorgehoben
48.37111111111113.125277777778425Koordinaten: 48° 22′ N, 13° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 425 m ü. NHN
Fläche: 25,48 km²
Einwohner: 1914 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94149
Vorwahl: 08536
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 131
Marktgliederung: 51 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 25
94149 Kößlarn
Webpräsenz: www.koesslarn.de
Bürgermeister: Franz Holub (ödp/Aktive Bürger)
Lage des Marktes Kößlarn im Landkreis Passau
Landkreis Deggendorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Freyung-Grafenau Passau Witzmannsberg Windorf Wegscheid Vilshofen an der Donau Untergriesbach Tittling Tiefenbach (bei Passau) Thyrnau Tettenweis Sonnen Salzweg Ruhstorf an der Rott Ruderting Rotthalmünster Pocking Ortenburg Obernzell Neukirchen vorm Wald Neuhaus am Inn Neuburg am Inn Malching Kößlarn Kirchham (Landkreis Passau) Hutthurm Hofkirchen (Donau) Hauzenberg Haarbach Bad Griesbach im Rottal Fürstenzell Fürstenstein Eging am See Büchlberg Breitenberg (Niederbayern) Beutelsbach Bad Füssing Aldersbach Aidenbach Aicha vorm Wald ÖsterreichKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Kößlarn ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau.

Geographie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Kößlarn hat 51 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Hubreith, Kößlarn und Thanham.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Markt gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Griesbach des Kurfürstentums Bayern. Kößlarn besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten.

Siedlungsanfänge[Bearbeiten]

Das Kößlarner Siegel aus dem Jahre 1488 weist den Namen "kosl-orn" auf. Die Endung -orn, häufig auch -arun oder -arn, weist auf eine geplante Besiedelung von einer Grundherrschaft in der Zeit von 1000 bis spätestens 1200 hin. Vermutlich wurde die Besiedelung von den Grafen von Formbach vorangetrieben, denen der Grafenwald zu dieser Zeit gehörte. Die Endung weist darauf hin, dass die Siedlungsstätte einen speziellen Auftrag erfüllen sollte. Die Silbe kosl- lässt etymologisch zwei Vermutungen zu: Entweder wurden in der Siedlung Kesselschmiede beschäftigt oder die erste Siedlung wurde für die Schweinehaltung gegründet. Für erstere Vermutung spricht, dass alle Rohstoffe, die für eine Schmiede benötigt werden, ausreichend vorhanden waren. Wasser und Holz waren reichlich verfügbar und von Erzvorkommen zeugen noch heute existierende Erdaufwürfe und Gruben.

Wandgemälde, das von den Anfängen der Wallfahrt erzählt. Überschrift: Ursprung der hiesigen Marianischen Wallfahrt

Beginn der Wallfahrt[Bearbeiten]

1364 ritt der Graf von Ortenburg nahe dem Kößlhof vorbei und wollte den Bach überqueren. Als die Pferde scheuten, kehrte der Graf mit seinen Bediensteten um und fand in einer Wacholderstaude ein geschnitztes Marienbild mit dem Jesuskind auf dem Arm. Der fromme Graf ließ eine Bretterhütte für das Bild errichten und konnte seinen Weg über den Bach ungehindert fortsetzen. Im selben Jahr noch wirkte das Marienbild sein erstes Wunder: Der todkranke Kößlbauer ließ sich zur Marienabbildung tragen und betete. Sein Glaube und Vertrauen in Gott wurden belohnt und er konnte aus eigener Kraft wieder nach Hause gehen. Die Geschichte dieser wundersamen Heilung verbreitete sich schnell und viele kranke und leidende Menschen suchten Hilfe bei der Gnadenmutter beim Kößlhof. Durch die vielen Opfergaben und Spenden der Wallfahrer konnte bereits im Jahre 1400 eine kleine Steinkirche mit 3 Altären errichtet werden, welche 1443 ihre Weihe erhielt. Ein Dokument aus dem Jahre 1448 führt bereits 137 Pfarreien auf, welche mit Kreuz und Fahnen nach Kößlarn pilgerten und wallfahrten. Bis zur Reformationszeit war Kößlarn der meistbesuchte Marienwallfahrtsort in "Unterland" Bayern. 1451 kam es bereits zum zweiten Kirchenbau. Gedenktafeln und Wandmalereien in der Kirche weisen noch heute auf die Anfänge der Wallfahrt in Kößlarn hin.

Teile des Wehrgangs der historischen Kirchhofbefestigung

Die Blütezeit der Wallfahrt[Bearbeiten]

Ursprünglich gehörte Kößlarn, welches seinen Namen inzwischen vom Kößlhof "geerbt" hatte, noch zur Pfarrei Münster. Da der Kaplan von Münster jedoch mit den Pilgermassen und der Wallfahrtsseelsorge überfordert war, wurde eine Stelle für einen zweiten Kaplan in Kößlarn geschaffen, der die Aufgabe bekam täglich Messe zu lesen. In dieser Zeit wurde aus dem "Hof im Kößl vor dem grünen Wald" schnell ein kleines Dorf mit allen nötigen Gewerben und Handwerken zur Versorgung und Betreuung der zahlreichen Wallfahrer. Am 9. Januar 1474 erhielt Kößlarn von Herzog Ludwig dem Reichen die Erlaubnis "den Pilgern offen Wein und Bier auszuschenken" und Gaststätten zu errichten. Das Dorf Kößlarn wurde zum herzoglichen Markt. Um die Seelsorge für die Pilger sicherzustellen, wurde die Pfarrei Münster mit den Teilen Kühnham und Kößlarn von Papst Sixtus IV. 1476 dem Zisterzienserkloster Aldersbach übertragen. 1478 erhielt der Markt einen eigenen Pfarrvikar sowie einen eigenen Kaplan und einen Wallfahrtsprediger und erreichte somit seelsorglich zumindest teilweise Unabhängigkeit. Während der Blütezeit der Wallfahrt waren in Kößlarn somit 6 Priester tätig. Während der Jahre 1461 - 1480 wurde auch die Kirchhofbefestigung errichtet.

Silbermadonna im Votivraum der Kößlarner Kirche

Als weiterer Hinweis für die florierende Wallfahrt kann auch die Fertigung des Prunkstücks der Kößlarner Kirche im Jahre 1487 gedeutet werden: Aus eigenen Mitteln des Marktes wurde damals vom Goldschmied Balthasar Waltenberger die Silbermadonna angefertigt, welche heute im Votivraum der Kirche ausgestellt wird.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Hubreith und Thanham eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1858: 0753 Einwohner
  • 1970: 1.790 Einwohner
  • 1987: 1.696 Einwohner
  • 2000: 1.993 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Marktgemeinderatrat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat setzt sich folgendermaßen zusammen:

Die Sitzverteilung im Marktrat seit 2002
CSU ÖDP/ABK¹ WG Einigkeit FWV² JfKö³ Gesamtsitze Bürgermeister Wahlbeteiligung
(in %)
3. März 2002 7 (53,3 %) 4 (33,9 %) 1 (12,8 %) --- --- 12 Franz Holub (ÖDP/ABK) 74,4
2. März 2008 5 (39,17 %) 5 (39,41 %) --- 1 (13,80 %) 1 (7,60 %) 12 Franz Holub (ÖDP/ABK) 68,91

¹ = Aktive Bürger Kößlarn / ² = Freie Wählervereinigung / ³ = Jugend für Kößlarn

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Franz Holub. Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Benno Hennhöfer (CSU/Freie Wählergemeinschaft) und 2008 mit 57,58 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.

Zweiter Bürgermeister ist Willibald Lindner (ödp/Aktive Bürger), dritte Bürgermeisterin ist Margarete Eichler (CSU).

Finanzen[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 563 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 7 T€.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Kößlarn

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Fremdenverkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt inmitten des sogenannten Bäderdreiecks (Bad Griesbach, Bad Birnbach, Bad Füssing). Sie erwirtschaftet ihre Einnahmen hauptsächlich aus dem Fremdenverkehr.

Attraktionen sind zum Beispiel die reizvolle Landschaft und altes Brauchtum wie die Palmsonntagsprozession, das Erntedankfest oder der örtliche Bauernmarkt. Die Wallfahrtskirche ist die einzige noch vollständig erhaltene Wehrkirche in Süddeutschland. Seit 2008 ist in der Wehranlage das Kirchenmuseum Kößlarn mit Exponaten zur Wallfahrtsgeschichte und zum örtlichen Brauchtum zu besichtigen. Weiterhin liegt Kößlarn am europäischen Pilgerweg Via Nova.

Blick auf den Kirchturm und das untere Torhaus der Wehrmauer der Kirche in Kößlarn.
Blick auf den historischen Marktplatz.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten St. Josef
  • Volksschule
  • Kirchenmuseum

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Josef Huber: Pfarr- und Wallfahrtskirche Kößlarn. 4. neubearbeitete Auflage. Verlag Schnell & Steiner, 1992.
  • Josef Hofbauer: Markt Kößlarn 1483. Neue Presse Verlag, Passau 1985.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kößlarn, M. auf: bayerische-landesbibliothek-online.de
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 474

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kößlarn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien