Köcher (Mathematik)
In der Mathematik bezeichnet ein Köcher einen gerichteten Graphen, d. h., ein Köcher
besteht aus einer Menge
von Punkten und einer Menge
von Pfeilen sowie zwei Abbildungen
, die jedem Pfeil seinen Startpunkt (s für source) und seinen Zielpunkt (t für target) zuordnen.
Die Bezeichnung eines gerichteten Graphen als Köcher ist nur in der Darstellungstheorie üblich.
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[Bearbeiten] Darstellung eines Köchers
In der Darstellungstheorie besteht eine Darstellung eines Köchers
aus einer Familie
von Vektorräumen und einer Familie
von Vektorraumhomomorphismen. Die Vektorräume sollen dabei solche über einem fest gewählten Körper sein.
Ein Morphismus,
zwischen zwei Darstellungen eines Köchers
ist eine Familie linearer Abbildungen
, so dass für jeden Pfeil
von
nach
gilt:
.
Mit Hilfe dieser Definitionen bilden die Darstellungen eines Köchers eine Kategorie. In dieser ist ein Morphismus
genau dann ein Isomorphismus, wenn
für jeden Punkt
des Köchers invertierbar ist.
[Bearbeiten] Beispiel
Darstellung eines Köchers mit zwei Vektorräumen
und einem Vektorraumhomomorphismus
.
[Bearbeiten] Eigenschaften
Mit
wird der dem Köcher
zugrunde liegende ungerichtete Graph bezeichnet (d.h. anschaulich einfach: man macht die Pfeile zu Kanten). Ein Köcher heißt zusammenhängend, wenn der zugrunde liegende ungerichtete Graph zusammenhängend ist.
Eine Darstellung eines Köchers heißt zerlegbar, wenn sie entweder trivial ist (d.h. nur aus Null-Vektorräumen und Null-Morphismen besteht) oder wenn sie als direkte Summe zweier nicht-trivialer Unterdarstellungen geschrieben kann. Andernfalls heißt die Darstellung unzerlegbar.
Ein Köcher ist von endlichem Darstellungstyp, wenn er bis auf Isomorphie nur endlich viele unzerlegbare Darstellungen hat.
[Bearbeiten] Satz von Gabriel
Ein Köcher
ist genau dann von endlichem Darstellungstyp, wenn
ein Dynkin-Diagramm ist.
[Bearbeiten] Auslander-Reiten-Theorie
Zu einer endlich-dimensionalen
-Algebra über einem Körper
kann ein sogenannter Auslander-Reiten-Köcher definiert werden, wobei die Punkte des Köchers die Isomorphieklassen unzerlegbarer Moduln der
-Algebra und die Pfeile sogenannte irreduzible Abbildungen zwischen den Moduln sind. Die Auslander-Reiten-Theorie führt damit schließlich Methoden der Homologietheorie in die Darstellungstheorie von Köchern ein.
[Bearbeiten] Literatur
- Ibrahim Assem et al.: Elements of representation theory of associative algebras. Cambridge University Press, 2006. ISBN 0-521-58423-X
- Auslander, Reiten, Smalo: Representation Theory of Artin Algebras. Cambridge University Press, 1995. ISBN 978-0521411349