Köhler

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Köhler (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ein Köhler auf seinem Kohlenmeiler
Ein Köhler auf seinem Kohlenmeiler
Eine Köhlerei bei Sosa (Erzgebirge)
Eine Köhlerei bei Sosa (Erzgebirge)
Köhlerei in Grünburg bei Steyrdurchbruch
Köhlerei in Grünburg bei Steyrdurchbruch

Köhler bezeichnet einen inzwischen in Deutschland nahezu ausgestorbenen Beruf, dessen Aufgabe es ist, aus Holz Holzkohle herzustellen. Der zugehörige Handwerksbetrieb nennt sich Köhlerei.

[Bearbeiten] Geschichte und Technik

Seit der Eisenzeit werden, vor allem für Eisenverhüttung, aber auch für die Glasgewinnung und für die Verarbeitung von Edelmetallen, hohe Temperaturen benötigt. In Gegenden ohne natürliche Kohlevorkommen benutzte man dafür Holzkohle. Ganze Wälder wurden so abgeholzt. Mit der verstärkten Nutzung von Steinkohle entfiel die Aufgabe des Köhlers.

Seit dem Altertum ist die Meilerverkohlung bekannt. Hierbei werden Holzscheite in kegelförmige Haufen (Meiler) um Pfähle gesetzt, ein mit Reisig und Spänen gefüllter Feuerschacht angelegt und eine luftdichte Decke aus Gras, Moos und Erde geschaffen. Über dem Feuerschacht wird der Meiler entzündet, sodass bei einer Temperatur zwischen 300 und 350 °C der Verkohlungsprozess einsetzt. Der Prozess dauert sechs bis acht Tage –- bei großen Meilern auch mehrere Wochen, während der Köhler darauf achten muss durch Regelung des Windzugs (durch Aufstechen und Wiederverschließen von kleinen Löchern) den Meiler weder erlöschen noch in hellen Flammen aufgehen zu lassen. In früheren Zeiten führten Köhler ein karges, einsames Leben. Wegen der ständigen Pflicht, den Meiler auf der richtigen Temperatur zu halten, kann davon ausgegangen werden, dass Angstzustände, Schlafmangel und Brandnarben zum Berufsbild gehörten.

Noch bis ins 20. Jahrhundert benutzten Köhler in abgelegenen Gegenden, wie etwa im Harz und im Thüringer Wald, so genannte Hillebillen (tönende Buchenholzbretter) als Alarm- und Informationsinstrument. An diese Zeiten erinnert noch heute der Name eines Höhenzugs im Harz, der „Hillebille“ genannt wird. In der heutigen Zeit wird die Tradition dieses alten Handwerkes zum großen Teil von Vereinen aufrecht erhalten. Die bekanntesten sind der Europäische Köhlerverein und der Köhlerverein Glasofen.

[Bearbeiten] Literatur

  • Karl Hasel, Ekkehard Schwartz: Forstgeschichte. Ein Grundriss für Studium und Praxis. 2., aktualisierte Auflage. Kessel, Remagen 2002, ISBN 3-935638-26-4
  • Thomas Strauch: Von Köhlern, Rußbrennern und Harzsammlern - Historische Waldberufe rund um die Holzverwertung. Im Jahrbuch zum Bergmannskalender 2007, Seite 173 bis 180. Herausgegeben von der Deutschen Steinkohle AG.

[Bearbeiten] Weblinks

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