Köln-Marienburg
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Marienburg Stadtteil 202 von Köln |
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| Koordinaten | 50° 54′ 1″ N, 6° 58′ 12″ O50.9002777777786.97Koordinaten: 50° 54′ 1″ N, 6° 58′ 12″ O |
| Fläche | 3,05 km² |
| Einwohner | 5620 (31. Dezember 2011) |
| Bevölkerungsdichte | 1843 Einwohner/km² |
| Eingemeindung | 1. Apr. 1888 |
| Postleitzahl | 50968 |
| Vorwahl | 0221 |
| Stadtbezirk | Rodenkirchen (2) |
| Verkehrsanbindung | |
| Autobahn | |
| Bundesstraße | |
| Stadtbahn-Linie | 16 |
| Bus-Linien | 106 130 132 |
| Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2011 | |
Der Stadtteil Marienburg liegt im Süden der Stadt Köln. Politisch gehört er dem Stadtbezirk Rodenkirchen an.
Inhaltsverzeichnis |
Lage[Bearbeiten]
Marienburg grenzt im Osten an den Rhein, im Süden mit der Bundesautobahn 4 an Rodenkirchen, im Westen an Raderthal und im Norden an Raderberg und Bayenthal. Rechtsrheinisch liegt Poll gegenüber.
Geschichte[Bearbeiten]
Etwa Mitte des 1. Jahrhunderts nach Christus wurde südlich der damaligen Stadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium das Flottenkastell Alteburg errichtet. Auf einer Fläche von etwa 6 bis 7 Hektar dürfte es mehr als tausend Personen Platz geboten haben. Das Lager wurde 276 bei Angriffen der Franken zerstört. Ende des 18. Jahrhunderts wurde auf dem Gelände des Kastells die bis heute erhalten gebliebene Alteburger Mühle (An der Alteburger Mühle 6) errichtet.
Der heutige Name des noblen Stadtteils geht auf den Mitte des 19. Jahrhunderts nachweisbaren Gutshof Marienburg zurück. Das Anwesen wird um 1840 erstmals erwähnt und war von weitläufigem Grundbesitz – wie hier die meisten Villen – umgeben. 1870 bis 1872 folgten südlich der Mühle die Industriebauten der „Rheinischen Aktienbrauerei Alteburg“ und des Wasserwerkes „Alteburg“. Nach Gründung der „Kölnischen Immobilien-Gesellschaft“ im Jahre 1891 durch den Spediteur Ernst Leybold begann der systematische Ausbau von Marienburg zur parkartigen Villensiedlung mit repräsentativen Anwesen nach den Vorstellungen der Industriellen. Noch heute sind zahlreiche Villen aus dieser Zeit erhalten. Besonders erwähnenswert sind die Villa Vorster, die Villa Pferdmenges und die Villa Schröder.
Am rheinseitigen Endpunkt des Bayenthalgürtels errichtete man 1902 den 27 Meter hohen Bismarckturm nach Entwurf des Berliner Architekten Arnold Hartmann. Die Baukosten wurden überwiegend von Heinrich Stollwerck finanziert, der in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Grundstück Bayenthalgürtel 2 eine Villa erbauen ließ, die er „Bismarckburg“ nannte. Rheinuferstraße bzw. Oberländer Ufer wurden zwischen 1895 und 1897 als breite Promenade angelegt.
Die Eingemeindung nach Köln erfolgte im Jahre 1888. Im Jahre 1896 wurde seitens der Kölner Stadtverwaltung eine Zonenbauordnung erlassen, die für Marienburg eine offene Bauweise festschrieb. Die meisten großen Residenzen sind bis zum Jahre 1920 entstanden. Nachdem Bonn 1949 Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland wurde, war Marienburg zunächst Standort der meisten Residenzen ausländischer diplomatischer Missionen bzw. Gesandtschaften, bevor es in seiner Eigenschaft als „Bonns Diplomatenviertel“ schrittweise von Bad Godesberg abgelöst wurde.[1] Für leitende britische Angehörige der Alliierten Hohen Kommission entstanden in Marienburg außerdem Häuser mit einer Wohnfläche von jeweils bis zu 400 m².[2] Die Botschaft Irans befand sich an der Parkstraße 5 (später sog. „Iranhaus“) und zog 1973 nach Bonn um, die Schweiz verlegte erst 1977 ihre Botschaft vom Bayenthalgürtel 15 nach Bonn. Zu den bedeutenderen Botschaftsstandorten gehörte auch die 1977 abgerissene Residenz von Indien (Rondorfer Straße 9)[3]. Einige der Großvillen dienen heute als Büros.
Seit Januar 1954 lag in der Lindenallee der britische Militärsender BFBS, der dort in der Villa Tietz bis Oktober 1990 residierte. Auch der Deutschlandfunk hatte seinen ehemaligen Standort zwischen Januar 1962 und Februar 1979 in der Lindenallee 7 – in einer als Funkhaus umgebauten Villa, die in der Folge Sitz der polnischen Botschaft wurde und seit 1999/2000 ein Generalkonsulat der Republik Polen aufnimmt. In Marienburg nahmen – auch aufgrund der Nähe zum Regierungssitz Bonn – einige auf Bundesebene tätige Einrichtungen und Organisationen ihren Sitz. Darunter befand sich der Deutsche Städtetag in der Lindenallee, der zunächst ab 1948 in mehreren angemieteten Villen und später in einem von 1971 bis 1973 unter Abriss dreier Bestandsgebäude errichteten Büroneubau (Architekten: Joachim und Margot Schürmann) residierte[4] (2010 abgebrochen[5]).
Kirchen[Bearbeiten]
Die evangelische Reformationskirche (Goethestraße) entstand zwischen 1903 und 1905 nach den Plänen des Berliner Architekten Otto March. Ebenfalls in der Goethestraße steht die katholische Pfarrkirche St. Maria Königin, die 1952 bis 1954 von Dominikus Böhm gebaut wurde. Das Gotteshaus erhebt sich über einem quadratischen Grundriss. Es öffnet sich auf der ganzen Länge der Südwand zum umgebenden Park. Der Turm wurde von Gottfried Böhm 1960 erbaut.
In der Lindenallee, Ecke Bonner Straße, befindet sich die Evangelische Garnisonskirche Allerheiligen des Evangelischen Militärpfarramtes Köln I. Die anglikanische Gemeinde nutzt die Kirche als All Saints-Chapel.
Sehenswertes[Bearbeiten]
- Die Anlage eines denkmalgeschützten Puttenbrunnens ist das Werk eines unbekannten Künstlers aus dem Jahr 1910. Der Brunnen steht am Ende der Parkstraße.
- Im Südpark steht die um 1920 geschaffene, denkmalgeschützte Plastik eines Panthers von Fritz Behn.
- Das Kölner Festungsmuseum befindet sich im Zwischenwerk VIII b zwischen Militärring und Autobahn A 4.
- Liste der Denkmäler im Kölner Stadtteil Marienburg
Bekannte Einwohner[Bearbeiten]
- Gottfried Böhm, Architekt und Pritzker-Preisträger
- Hans Gerling, Unternehmer († 1991)
- Elke Heidenreich, Fernsehmoderatorin
- Friedrich Carl Janssen, Aufsichtsratschef von Sal. Oppenheim jr. & Cie.
- Ingolf Lück, Moderator und Comedian
- Alfred Freiherr von Oppenheim, Bankier († 2005)
- Robert Pferdmenges, Bankier, ehemaliger Teilhaber der Sal. Oppenheim jr. & Cie. († 1962)
- Marc, Oliver und Alexander Samwer, Unternehmer (*1970, *1973 und *1975)
- Harald Schmidt, deutscher Kabarettist und Moderator
- Dieter Schütte, deutscher Verleger (1923–2013)
- Franz Stollwerck, Unternehmer (1815-1876)
- Heinrich Stollwerck, Unternehmer (1843-1915)
- Ludwig Stollwerck, Unternehmer (1857-1922)
- Leonhard Tietz, Unternehmer (1849-1914)
- Alfred Leonhard Tietz, Unternehmer (1883-1941)
- Otto Wolff von Amerongen, Unternehmer († 2007)
- Gerhard Zeiler, Konzernvorstand der RTL Group
- Klaus Zumwinkel, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutsche Post AG
Literatur[Bearbeiten]
- Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Bände 8.I und 8.II.) J. P. Bachem Verlag, Köln 1995, ISBN 3-7616-1147-1.
- Wolfram Hagspiel: Marienburg. Ein Kölner Villenviertel und seine architektonische Entwicklung. J. P. Bachem Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-7616-2012-0.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Stadt Bonn, Stadtarchiv (Hrsg.); Helmut Vogt: „Der Herr Minister wohnt in einem Dienstwagen auf Gleis 4“. Die Anfänge des Bundes in Bonn 1949/50, Bonn 1999, ISBN 3-922832-21-0, S. 224.
- ↑ Helmut Vogt: Wächter der Bonner Republik. Die Alliierten Hohen Kommissare 1949–1955, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2004, ISBN 3-506-70139-8, S. 99.
- ↑ Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 8.) 2 Bände, J.P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1, Band 2, S. 680–684.
- ↑ Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 8.) 2 Bände, J. P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1, Band 1, S. L/LI, 387.
- ↑ [http://www.ksta.de/koeln-uebersicht/villa-langen-der-abbruch-empoert-die-nachbarn,16341264,12646824.html Der Abbruch empört die Nachbarn], Kölner Stadt-Anzeiger, 10. August 2010