Riehl (Köln)

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Wappen von Köln
Riehl
Stadtteil 503 von Köln
Lage des Stadtteils Riehl im Stadtbezirk Nippes
Koordinaten 50° 58′ 6″ N, 6° 58′ 27″ O50.9683333333336.9741666666667Koordinaten: 50° 58′ 6″ N, 6° 58′ 27″ O
Fläche 2,3905 km²
Einwohner 11.188 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 4680 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1888
Postleitzahl 50735
Vorwahl 0221
Stadtbezirk Nippes (5)
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B51 B55a
Stadtbahnlinien 13 16 18
Buslinie 140
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2013

Riehl ist ein Stadtteil im linksrheinischen Norden von Köln.

Geografie[Bearbeiten]

Die Grenzen des Stadtteils Riehl bilden im Süden die Innere Kanalstraße, im Osten der Rhein, im Norden die KVB-Trasse der Gürtelbahn und im Westen die Amsterdamer Straße (wobei Teile der Bebauung westlich der Amsterdamer Straße, vor allem um das Kinderkrankenhaus, noch zu Riehl gehören). Die angrenzenden Stadtteile sind Neustadt-Nord im Süden, Nippes im Westen und Niehl im Norden. Mehr als ein Viertel der Riehler Fläche sind Park- und Grünanlagen.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Besiedlung bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Das 972 erstmals urkundlich erwähnte Riehl war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eine ländlich geprägte Ansiedlung. Im 13. Jahrhundert bildete ein 1244 urkundlich erwähnter Fronhof den Mittelpunkt des Riehler Lehens,[2] das auch Sitz des ritterlichen Geschlechts der Schilling von Rile war.[3] Möglicherweise hat auch das zum Orden der Zisterzienserinnen gehörende Kloster Mariengarten als "conventus de Rile" seinen Ursprung in Riehl.[4] In den Jahren 1357 bis 1474 nutzten die Kölner Erzbischöfe die Burg Riehl als fürstbischöfliche Münze und ließen über 130 Münzen schlagen.[5] Ein Hochwasser beschädigte 1474 die Burg und die Höfe stark; die restlichen Mauern wurden von Kölner Truppen im Verlauf der Kölner Stiftsfehde niedergelegt, um dem aus Neuss anrückenden Feind keinen Stützpunkt vor der Stadt zu bieten.[6]

Riehl blieb Hochwasser gefährdet und entwickelte sich in den folgenden drei Jahrhunderten nur langsam. Es entstanden mehrere Höfe und ein Siechenhaus zur Versorgung von Leprakranken. Die beiden Hochwasser von 1784 und 1788 richteten abermals sehr schwere Schäden an. Während der französischen Herrschaft zwischen 1798 und 1814 gehörte Riehl zur „mairie de Longerich“. In der Schlacht bei Riehl am 3. Januar 1814 scheiterte der Versuch eines preußischen Garde-Jäger-Bataillons unter Führung des Majors Ferdinand Wilhelm Franz Bolstern von Boltenstern, die französischen Truppen zu vertreiben. Boltenstern wurde auf dem Rückzug tödlich verwundet.[7] Erst am 14. Januar 1815 verließen die französischen Truppen Köln, Riehl wurde Bestandteil Preußens und gehörte bis 1886 zur preußischen Bürgermeisterei Longerich. Am 1. April 1888 wurde Riehl mit Nippes nach Köln eingemeindet.[8]

Die Goldene Ecke von Köln[Bearbeiten]

Die goldene Ecke: Riehl 1899

Auf dem der Kölner Stadtbefestigung vorgelagerten freien Fläche, dem Rayon, entwickelte sich am Rhein ab Mitte des 19. Jahrhunderts das Kölner Vergnügungsviertel. Dieses Gelände wurde auf Stadtkarten "die Goldene Ecke von Köln"[9] genannt und hieß im Volksmund "de jolde Spetz" (Die goldene Spitze); an schönen Sonntagen wurde es von mehr als 50.000 Gästen besucht. Zu den Besuchszielen zählten großzügige Garten- und Tanzlokale (ab 1830), der "altkölnische Festplatz" (1845 bis 1929), der Zoo (ab 1860), die Flora (ab 1864), mehrere Sommertheater (1865 bis 1919), das "Riehler Ballhaus" (1869 bis 1943), ein Panoptikum (1887 bis 1935), die Radrennbahn (1889 bis 1955), der sogenannte "Amerikanische Vergnügungspark / Luna Park" (1909 bis 1928) und der Botanische Garten (ab 1914).[10]

Wegen der militärischen Vorgaben mussten alle Bauwerke aus Holz errichtet werden; diese sind daher heute vollständig verschwunden. Einzig das erste aller Ausflugslokale, das 1830 eingerichtete "Wattler's Fischerhaus" wurde 1955 in Stein neu errichtet und besteht, heute mit neuem Namen unter der Zoo-Brücke am Konrad-Adenauer-Ufer, weiterhin.[11] Der "Luna Park" wurde 1928 abgebrochen, da die aus Holz errichteten Gebäude nicht mehr den Anforderungen an vorbeugenden Brandschutz genügten. Die Fläche wurde in den inneren Grüngürtel der Stadt eingebunden; heute ist ein Teil davon als Skulpturenpark genutzt.[12] Die Bemühungen, im Zuge der Bundesgartenschau 1971 mit einem "Kölner Tivoli" an die alte Vergnügungspark-Tradition in Riehl anzuknüpfen, scheiterten nach wenigen Jahren. Die Anlage zwischen Mülheimer Brücke und dem Cranach-Wäldchen wurde wegen ihrer dezentralen Lage und den hohen Preisen nicht von der Bevölkerung angenommen und meldete 1975 Konkurs an.[13]

Palastartig: Das 1863 errichtete Palmenhaus in der Flora
Maurisch-Indisch: Das Antilopenhaus im Zoo (1863/1874)

Dagegen prägen der Kölner Zoo, die Flora und der Botanische Garten den Charakter Riehls als einer durchgrünten Gartenstadt bis heute wesentlich. Die Gartenanlage der Flora wurde 1864 nach den Plänen des preußischen Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné angelegt; 1920 wurde der angrenzende Botanische Garten mit der Flora verbunden. Der Kölner Zoo ist in den über 150 Jahren seines Bestehens mehrfach deutlich erweitert worden und mit einer Fläche von 20 Hektar heute vier mal so groß wie bei seiner Gründung. Die ältesten Gebäude in Riehl finden sich daher auch in Zoo und Flora: die klassizistische Direktorenvilla im Zoo (1859/60), das ehemalige Antilopen- und Elefantenhaus in Form eines indischen Tempels (1863) und das palastartige Palmenhaus in der Flora (1863), das in seiner Grundform vom Londoner Kristallpalast inspiriert und von 2011 bis Sommer 2014 aufwändig restauriert wurde.[14]

Entwicklung bis zum Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Eine geschlossene Bebauung in Riehl begann jedoch erst 1874, nachdem der Bauunternehmer Steinbüchel mit der Stammheimer Straße und der Hittorfstraße die ersten Straßen über Hochwasserniveau angelegt hatte. An diesen beiden Straßen finden sich daher die ältesten erhaltenen Gebäude Riehls.

Kasernen an der Boltensternstraße (Postkarte um 1915)

Um 1900 wurden auf dem großen unbebauten Gelände nördlich des inneren Festungsrings in Riehl Kasernen für Artillerie- und Pioniertruppen errichtet, an die heute noch die Straßennamen Pionierstraße und Barbarastraße erinnern (die heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Artillerie). Seit 1908 war das 2. Westfälische Pionier-Bataillon Nr. 24 in Riehl stationiert.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs mussten die 1906 errichteten Kasernen wegen der Entmilitarisierung des Rheinlands „auf gelassen“ werden, soweit sie nicht von der britischen Besatzungsmacht übernommen wurden. Nach deren Abzug am 31. Januar 1926 beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 15. Februar 1926 die Umwandlung eines Teils der Kasernen Boltensternstraße in eine „Altenstadt“, die Riehler Heimstätten (heutiger Name: Sozial-Betriebe Köln), ein nach Plänen des Kölner Stadtbaudirektors Adolf Abel errichteter riesiger Altenheimkomplex mit 2200 Betten. Trotz der Nutzung der alten Kasernenbauten wurden die veranschlagten Baukosten von 4,5 Mio. Reichsmark überschritten. Dieses neue sozialpolitische Konzept der Stadt Köln fand in vielen Städten Nachahmung.[15]

Plan Köln und Umgebung mit Köln-Riehl 1899 Grevens Adressbuch-Verlag

Die Reste der ehemaligen Artilleriekaserne nördlich der Barbarastraße, die nicht dem Bau des Bundesverwaltungsamtes zum Opfer gefallen sind, werden heute von kleineren Gewerbebetrieben genutzt.

Ebenfalls in den 1920er Jahren entstand zwischen dem Botanischen Garten und der nördlich davon in Ost-West-Richtung verlaufenden Allee Riehler Gürtel ein gehobenes bürgerliches Wohnviertel mit villenartiger Bebauung. Gleichzeitig wurden nördlich des Riehler Gürtels, hauptsächlich durch Wohnungsbaugenossenschaften wie den Erbbauverein Köln eG, große Wohnblocks für die arbeitende Bevölkerung errichtet, deren Ausstattung mit Bad und WC in jeder Wohnung für die damalige Zeit vorbildlich war, beispielsweise das „Naumannviertel“ um den Naumannplatz. Diese soziale Zweiteilung charakterisierte den Stadtteil bis weit in die Nachkriegszeit hinein. Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen in dem auch Naumannsiedlung genannten Viertel wurden im Januar 2012 durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im Rahmen der Verleihung des Deutschen Bauherrenpreises mit dem Sonderpreis „Denkmalschutz im Wohnungsbau“ prämiert. Besonders der denkmalgerechte Umgang mit den kleinteiligen Fassadenstrukturen aus den Jahren 1927-29 ist hier sehenswert.[16] Liebhaber der Wohnarchitektur der 1920er Jahre kommen im großbürgerlichen „Floraviertel“ auf ihre Kosten, da es dort noch zahlreiche Gebäude aus dieser Zeit gibt.

Eine weitere architektonische Sehenswürdigkeit ist die katholische Pfarrkirche St. Engelbert. Sie wurde 1931 von dem Kölner Architekten Dominikus Böhm errichtet und war der erste moderne Kirchenbau Kölns. Die Kirche ist ein Zentralbau, der von acht parabelförmigen Giebelwänden begrenzt wird, wobei die nördliche Wand aus dem Gebäude herausgezogen ist, so dass ein Choranbau entsteht, der durch ein ebenfalls parabelförmiges wandhohes Seitenfenster Licht erhält. Aufgrund der dadurch bedingten charakteristischen Dachform wird die Kirche im Kölner Volksmund „de Zitronepress“ genannt. Der Kirchturm ist ein rechteckiger Campanile. Neben ihrer architekturhistorischen Bedeutung wurde die Kirche berühmt durch die an Silvester 1946 gehaltene Predigt von Joseph Kardinal Frings, in der er vor dem Hintergrund der Nachkriegsnot erklärte, es sei erlaubt, sich das Lebensnotwendige zu nehmen, wenn es auf andere Weise nicht zu erlangen sei. Daraus leitete der Kölner Volksmund das Verb „Fringsen“ für den Kohlenklau ab.

Die Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem Riehl, verglichen mit anderen Stadtteilen, nur wenige Zerstörungen durch Bombenschäden erlitten hatte, wurden in den 50er und 60er Jahren die verbliebenen Baulücken des nördlichen Teils durch den Bau weiterer mehrgeschossiger Mietwohnungskomplexe geschlossen, so vor allem in den Karrees Esenbeckstraße/Philipp-Wirtgen-Straße/Pliniusstraße/Riehler Gürtel, Esenbeckstraße/Riehler Tal/Schachtstraße/Philipp-Wirtgen-Straße und Hildegardisstraße/Riehler Tal/Garthestraße/Philipp-Wirtgen-Straße sowie zwischen Brehmstraße und Barbarastraße und zwischen Riehler Straße und Rheinuferstraße. An der Amsterdamer Straße am Westrand Riehls – bis in die 1960er Jahre eine Allee mit altem Baumbestand, die dann zu einer vierspurigen Ausfallstraße mit Straßenbahntrasse ausgebaut wurde – entstand das städtische Kinderkrankenhaus, an der Barbarastraße die Blumengroßmarkthalle. In den 70er bis 90er Jahren wurde die Wohnbebauung an ihren Rändern durch weitere Großbauten ergänzt: an der Amsterdamer Straße das Bundesverwaltungsamt, am Rheinufer das Jugendgästehaus Köln des Deutschen Jugendherbergswerks, in der Nähe des Zoos der Verwaltungskomplex der DEVK-Versicherung und unmittelbar am Rhein das 1973 errichtete Colonia-Haus. Zur Bauzeit war es das höchste Wohnhochhaus Europas, heute ist es mit seinen 45 Stockwerken noch das höchste Wohnhaus Deutschlands. Nachdem die ursprünglich namensgebende Colonia-Versicherung 1997 vom AXA-Versicherungskonzern übernommen worden war, änderte sich die Leuchtreklame an der Spitze des Gebäudes. Seitdem wird es auch als AXA-Hochhaus bezeichnet. Der offizielle Name ist jedoch weiterhin „Colonia-Haus“.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Riehl führen zwei wichtige Ausfallstraßen der Kölner Innenstadt: am östlichen Rand, zwischen Zoo und Rhein, die Riehler Straße, die von der Nord-Süd-Fahrt nach Nordosten zur Mülheimer Brücke führt, und am westlichen Rand die nordwärts führende Amsterdamer Straße, über die auch der Niehler Hafen erreicht werden kann.

Vom nördlichen Ende der Riehler Straße geht vor der Auffahrt zur Mülheimer Brücke in nordwestlicher Richtung die Boltensternstraße ab, die als Verlängerung der Rheinuferstraße an den „Riehler Heimstätten“ vorbei ebenfalls zum Niehler Hafen führt und dort auf das Nordende der Amsterdamer Straße stößt. Von dort führt die Industriestraße, eine vier- bis sechsspurige Schnellstraße, weiter nach Norden durch das Niehler Industriegebiet zur Autobahn A 1.

Aus dem Rechtsrheinischen erreicht man Riehl über die Mülheimer Brücke oder die Zoobrücke. In Verlängerung der Zoobrücke führt die Innere Kanalstraße in die westlichen Stadtteile. Die Zoobrücke fungiert darüber hinaus als Autobahnanschluss an den rechtsrheinischen Teil des Kölner Rings.

KVB-Bus an der Haltestelle Bodinusstraße
Stadtbahnzug auf der Mülheimer Brücke vom Riehler Rheinufer aus gesehen

Riehl ist gut an das Kölner Nahverkehrsnetz angeschlossen. Es wird von drei Stadtbahnlinien der KVB berührt, den Linien 13, 16 und 18. Hinzu kommt noch die Buslinie 140, die eine Zubringerfunktion zur Stadtbahn hat und sich daher im Zickzack durch das Viertel schlängelt, um möglichst viele Anwohner in ihren Einzugsbereich zu bringen. Von fast jedem Punkt in Riehl gelangt man in etwa 10 Minuten zum Kölner Hauptbahnhof, zum Bahnhof Mülheim sowie zum Neumarkt.

Seit 1957 führt eine Seilbahn über den Rhein vom Zoo in den rechtsrheinischen Rheinpark.

Gewerbe[Bearbeiten]

Riehl ist im südlichen Teil zwischen Rheinuferstraße, Amsterdamer Straße, Barbarastraße und Boltensternstraße ein reines Wohngebiet. Das war nicht immer so: Dort, wo heute das Karl Imanuel Küpperstift ist, war die Produktionsstätte der 1931 stillgelegten „Ostermann & Flüs AG“. Dieses Unternehmen stellte schon zu dieser Zeit Schiffspropeller mit einem Gesamtgewicht von circa 20 t her. Heute befinden sich größere Gewerbeflächen nur am Nordrand des Stadtteils zwischen Barbarastraße, Amsterdamer Straße und Boltensternstraße.

Einkäufe, Gastronomie[Bearbeiten]

Stammheimer Straße, Höhe Riehler Gürtel

Als Ortskern von Riehl kann man die Stammheimer Straße ansehen, die in Nord-Süd-Richtung vom Zoo zur Boltensternstraße verläuft und auf dem Abschnitt zwischen den Straßen Riehler Gürtel und Riehler Tal das örtliche Einkaufszentrum bildet. Hier befinden sich fast alle Geschäfte des Viertels.

Wie es sich für ein kölsches Veedel gehört, gibt es eine ganze Reihe von Gaststätten und Kneipen mit Kölschausschank. Der Monheimer Hof an der Kreuzung Boltensternstraße/Riehler Straße war auch außerhalb von Riehl bekannt, schloss jedoch im August 2012.[17]

Unterkunftsmöglichkeiten sind in Riehl dagegen spärlicher gesät. Der größte Übernachtungsbetrieb ist das DJH-Jugendgästehaus direkt am Rheinufer. Zwischen DJH-Gästehaus und Rhein finden Wohnmobilisten Übernachtungsmöglichkeiten auf den Stellplätzen des Reisemobilhafens.

Kirchen und Schulen[Bearbeiten]

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war Riehl – wie ganz Köln – ein überwiegend katholischer Stadtteil. Der großen Katholischen Kirchengemeinde St. Engelbert stand eine relativ kleine evangelische Gemeinde gegenüber, die in der Kreuzkapelle auf der Stammheimer Straße beheimatet war. Während der Nazi-Zeit war hier eine so genannte Vertrauensstelle der evangelischen Kirche untergebracht. Sie betreute zum Protestantismus übergetretene Juden. Heute unterhält die Jüdische liberale Gemeinde Gescher Lamassoret im Souterrain der Kreuzkapelle ihre Synagoge.

Die örtliche Otfried-Preußler-Grundschule (damals: Volksschule) in der Garthestraße war und ist eine katholische Bekenntnisschule, neben der im selben Gebäude die Gemeinschafts-Grundschule Garthestraße existiert. Des Weiteren gibt es an der Ecke Stammheimerstraße/Riehler Gürtel eine Montessori-Grundschule.

In Riehl gibt es nur eine weiterführende Schule, die Hauptschule Brehmstraße.

Parkanlagen[Bearbeiten]

Zoologischer Garten[Bearbeiten]

Sahara-Sand: der Elefantenpark

Der Zoo zeigt über 9.000 Tiere aus aller Welt in einer rund 20 Hektar großen Parklandschaft, die sich vom südlichen Rand bis zur Ortsmitte von Riehl erstreckt. Der gärtnerischen Gestaltung der Anlage gilt seit der Zoogründung 1860 der besondere Augenmerk der Zoodirektoren. Sie haben daher - dem wechselnden Zeitgeschmack entsprechend und dem wachsenden Verständnis für artgerechte Tierhaltung folgend - dem Zoologischen Garten eine vielfältige Gestalt gegeben: ein System für Wasserläufe und Weiher (u.a. für Pelikane und Flamingos 1860/70), Tierhäuser in Maurischer Architektur (Antilopenhaus 1864), umfangreiche Baumpflanzungen (um 1880), Felsenanlagen (Affenfelsen 1914), gitterlose Gehege (u.a. Kamelpark 1936) sowie naturnah gestaltete Tierhäuser (Urwaldhaus 1985) und Großkatzenareale (u.a. für Löwen und Tiger 1963/64 sowie Leoparden und Schneeleoparden 1993/94). Die Präsentation der Flora und Fauna ganzer Ökosysteme wurde für den Regenwald (Tropenhaus 2000) und eine afrikanische Flusslandschaft (Hippodom 2010) umgesetzt. Knapp ein Zehntel der Zoo-Gesamtfläche nimmt der Elefantenpark (2004) ein, der optisch als mit Felsen durchzogene, mit Sahara-Sand gefüllte Sandfläche gestaltet ist.[18]

Flora und Botanischer Garten[Bearbeiten]

Libanon-Zeder im Tropischen Hof

Der "Flora" genannte Botanische Garten nimmt eine Fläche von 11,5 Hektar am südwestlichen Rand des Veedels Riehl ein. Der vor 150 Jahren angelegte und vor 100 Jahren deutlich erweiterte Zier- und Schaugarten zeigt die Gartenkunst seit dem Historismus. Blickfang ist das Blumenparterre zwischen dem Haupteingang am Lennéplatz und dem palastartigen Festhaus. Fluchtpunkt im nördlichen Teil des Gartens ist das sich hinter einem Seerosenteich erhebende Alpinum, über das ein künstlicher Wasserfall fließt. In den vergangenen Jahrzehnten wurden die einzige ausgepflanzte Palmenallee Deutschlands, der Kamelienwald, der Duftgarten und der Dahliengarten angelegt. Die Flora kultiviert über 10.000 Pflanzenarten aus allen Vegetationsgebieten, die teilweise in den Schaugewächshäusern gezeigt werden. Zahlreiche Bäume - darunter ein Mammutbaum und eine Libanon-Zeder - stammen aus der Gründungszeit des Gartens und gehören damit zu den größten Gehölzen Ihrer Art in Deutschland.[19]

Riehler Aue[Bearbeiten]

Blick über die „Riehler Aue“ nach Süden

Die Riehler Aue am Rheinufer erhielt ihre heutige topographische Form durch die Bundesgartenschau 1971. Das Gelände mit einer Gesamtfläche von rund 37 Hektar ist im südlichen Teil schmal und bietet hier Raum für einen als Allee bepflanzten Hochwasserdamm. Nördlich des Colonia-Hochhauses weitet es sich parkartig zu einer mit lockeren Baumgruppen bepflanzten Fläche, die gärtnerisch als typische Rheinauenlandschaft gestaltet wurde. Das Gelände war schon 1955 bis zur heutigen Dammhöhe um etwa 8 Meter durch angefüllten Trümmerschutt auf ein hochwassersicheres Niveau gebracht und mit lockeren Baumgruppen bepflanzt worden.

Von 1971 bis zum Konkurs 1975 befand sich zwischen Mülheimer Brücke und Cranach-Wäldchen der Freizeitpark Kölner Tivoli.[20] 1983 wurde die Jugendgästehaus genannte Kölner Jugendherberge mit 400 Plätzen in der Riehler Aue errichtet. Zwei Jahre später wurde das dort gelegene, alte Riehler Freibad "Rheinlust" geschlossen; auf seiner Fläche wurde ein Biergarten angelegt.[21]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Brokmeier: Köln-Riehl, Ein Stadtteil mit langer Tradition, Erfurt 2008
  • Joachim Brokmeier: Die Goldene Ecke von Köln, Das Amüsierviertel in Riehl, Erfurt 2009
  • Joachim Brokmeier: Köln-Riehl, Geschichte(n) aus dem Veedel, Erfurt 2013
  • Markus Eckstein: Kulturpfade Köln, Nippes - Riehl - Bilderstöckchen - Mauenheim, Köln 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Köln-Riehl – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 20 ha Zoologischer Garten, 11,5 ha Flora und Botanischer Garten, 10 ha Riehler Aue und 27 ha Rheinwiesen bezogen auf 239 ha Gesamtfläche.
  2. Joachim Brokmeier: Köln-Riehl, Ein Stadtteil mit langer Tradition. Erfurt 2008, S. 9.
  3. Die Linie v. Rile. auf: aborni.de
  4. Mariengarten. Zeit bis zur Aufhebung. auf: kamps-toechter.de
  5. Joachim Brokmeier: Münzen aus Riehl. In: Riehl intern. 3/2009, (online)
  6. Joachim Brokmeier: Köln-Riehl, Ein Stadtteil mit langer Tradition. Erfurt 2008, S. 9.
  7. Ulrich S. Soenius: Boltenstern. In: Kölner Personenlexikon. S. 72.
  8. Joachim Brokmeier: Köln-Riehl, Ein Stadtteil mit langer Tradition. Erfurt 2008, S. 9f.
  9. Stadtplan von J.L. Algermissen von 1895, zit. nach Joachim Brokmeier: Die goldene Ecke von Köln - das Amüsierviertel in Riehl. Erfurt 2009, S. 8.
  10. Joachim Brokmeier: Die Goldene Ecke von Köln - Das Amüsierviertel in Riehl. Sutton-Verlag, Erfurt 2009, ISBN 978-3-86680-571-2, S. 7ff.
  11. Joachim Brokmeier: Die Goldene Ecke von Köln - Das Amüsierviertel in Riehl. Sutton-Verlag, Erfurt 2009, ISBN 978-3-86680-571-2, S. 28f.
  12. Joachim Brokmeier: Die Goldene Ecke von Köln - Das Amüsierviertel in Riehl, Sutton-Verlag, Erfurt 2009, ISBN 978-3-86680-571-2, S. 82ff.
  13. Joachim Brokmeier: Die Goldene Ecke von Köln - Das Amüsierviertel in Riehl. Sutton-Verlag, Erfurt 2009, ISBN 978-3-86680-571-2, S. 89ff.
  14. Hiltrud Kier: Reclams Städteführer, Architektur und Kunst. Köln/ Stuttgart 2008, S. 265.
  15. Die Chronik Kölns. S. 361.
  16. Preise für Denkmalschutz im Wohnungsbau vergeben. In: Monumente. Nr. 1 - Februar 2012, S. 98.
  17. Nach 140 Jahren: Der Monheimer Hof nimmt Abschied. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 6. August 2012.
  18. Theo Pagel, Marcus Reckenwitz, Wilhelm Spieß: Der Kölner Zoo, begeistert für Tiere, Köln 2010, S. 69, 99, 122, 154, 212
  19. Stephan Anhalt, Gerd Bermbach: Die Kölner Flora, Festhaus und Botanischer Garten, Köln 2014, S. 143
  20. Joachim Brokmeier: Köln-Riehl, Geschichte(n) aus dem Veedel, Erfurt 2013, S. 31
  21. Joachim Brokmeier: Köln-Riehl, ein Stadtteil mit langer Tradition, Erfurt 2008, S. 51, 71