Weiden (Köln)

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Wappen von Köln
Weiden
Stadtteil 307 von Köln
Lage des Stadtteils Weiden im Stadtbezirk Lindenthal
Koordinaten 50° 56′ 17″ N, 6° 50′ 0″ O50.9380555555566.8333333333333Koordinaten: 50° 56′ 17″ N, 6° 50′ 0″ O
Fläche 3,654 km²
Einwohner 16.414 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 4492 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1975
Postleitzahl 50858
Vorwahl 02234
Stadtbezirk Lindenthal (3)
Verkehrsanbindung
Autobahn A1 A4
Bundesstraße B55
DB-Linien S 12 S 13
Stadtbahnlinie 1
Buslinien 141 143 145 149 961 963 965
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2013
Römergrab-Infotafel
Eingang Römergrab an der Aachener Straße, kurz vor der Grenze Frechen-Königsdorf
Gruß aus Weiden -1899

Weiden ist ein Stadtteil am westlichen Stadtrand von Köln, im Stadtbezirk Lindenthal.

Lage[Bearbeiten]

Weiden grenzt im Osten an Müngersdorf und Junkersdorf, im Süden an die Bundesautobahn 4, südlich dieser befindet sich Frechen, im Westen an Königsdorf und im Norden, getrennt durch die Bahnstrecke Köln-Aachen, an Lövenich.

Geschichte[Bearbeiten]

Antike[Bearbeiten]

Hauptartikel: Römergrab Köln-Weiden

Die in Weiden gefundene wahrscheinlich im 2. Jahrhundert angelegte römische Grabkammer gilt als die am besten erhaltene nördlich der Alpen. Die Ausgräber fanden im Jahr 1843 auf dem Grundstück der heutigen Aachener Straße 1328 eine offenbar durch einen Gutsbesitzer aus römischer Zeit wohl gefüllte Grabkammer. Die vorgefundenen größeren Gegenstände, einen aus weißem Marmor gearbeiteten Sarkophag, drei Bildbüsten und zwei Sessel aus Stein, die ein Korbgeflecht nachahmen, werden ergänzt durch eine Anzahl römischer Münzen und weiterer Kleingegenstände des damaligen Alltags.

Die geschichtliche Datierung des Fundes erfolgte durch vergleichende Auswertung. Kriterien hinsichtlich Materialbearbeitung sind zum Beispiel die angewandte Formgebung, so die dargestellte Haartracht, eine bestimmte Kleidungsart (Mode) oder die vorgefundenen Münzprägungen. Diese reichen von Vespasian über Tetricus I., Claudius Gothicus und Maximian bis zu Konstantin dem Jüngeren, also etwa vom Jahre 70 bis zur Mitte des 4. Jahrhunderts. Der Sarkophag selbst dürfte eines der spätesten Kunstwerke in der Grabkammer sein.

Mittelalter und Neue Zeit[Bearbeiten]

Seit Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Weiden ein reines Straßendorf zu beiden Seiten der Aachener Straße, die zugleich auch die Verwaltungsgrenze bildete. Während der südliche Teil direkt dem Amt Königsdorf unterstellt war, gehörte der nördliche Teil zur Herrlichkeit Lövenich im Kurfürstentum Köln. 1794 besetzten französische Revolutionstruppen den Ort. Durch Einführung der in Frankreich gültigen Verwaltungsreform 1798 wurde die Mairie Weiden Hauptort des Canton de Weyden, der unter anderem die damaligen Mairien Lövenich, Longerich und Müngersdorf ferner die Orte Kriel und Lind (Mairie Efferen), Marsdorf (Mairie Frechen) und Widdersdorf (Mairie Freimersdorf) umfasste. Der Kanton Weiden gehörte zum Arrondissement de Cologne im Département de la Roer.

1802 wurden die Kantone aufgelöst und die Vielzahl der kleinen Gemeinden zu Großbürgermeistereien zusammengefasst.

1815 kam Weiden an das Königreich Preußen und 1816 an die Bürgermeisterei Lövenich im Landkreis Köln. 1927 wurde die Bürgermeisterei Lövenich in Amt Lövenich und 1937 in Amt Weiden umbenannt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sowohl ein neues Siedlungsgebiet entlang der Bahnstraße als auch die Goethe- und Schillerstraße für die Anlage einer Villenkolonie planmäßig erschlossen.

Bis zur Eingemeindung nach Köln im Jahr 1975 gehörte Weiden zusammen mit Üsdorf, Groß- und Kleinkönigsdorf und Junkersdorf der Gemeinde Lövenich an.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Durch die Eingemeindung der Gemeinde Lövenich konnte der Stadtbezirk 3 und damit die Stadt Köln weitere Städtepartnerschaften gewinnen. Der Partnerschaftsclub betreut die Partnerschaften mit Benfleet, Igny und Diepenbeek.

Freizeit[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Wegen seiner zahlreichen Vereine und den vielen verschiedenen Kapazitäten an Turnhallen an den drei Schulen des Kölner Bezirks verfügt Weiden über ein großes Sportangebot. Des Weiteren besitzt Weiden ein Hallenbad, über das es in letzter Zeit eine Kontroverse zur Schließung aufgrund mangelnder Kundschaft gibt. Es laufen Bestrebungen das Hallenbad als „Bürgerbad“ zu erhalten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Rhein-Center befinden sich 180 Geschäfte.

Verkehr[Bearbeiten]

Stadtbahn-Haltestelle Weiden-West
S-Bahn Haltepunkt Köln Weiden-West

Eine entscheidende Veränderung des Ortsbildes bewirkte die 1840/41 erstellte Bahnstrecke Köln–Aachen, deren hoher Bahndamm die historische Flurverbindung zwischen Weiden und Lövenich zerschnitt. Erst die Eröffnung des Bahnhofes im Jahre 1870 beendete die Abhängigkeit von der Aachener Straße als Verkehrsweg und führte zu einer Erweiterung des Dorfes in Richtung der Bahnanlagen.

Die Straßenbahnlinie L, ausgehend vom Bahnhof Lövenich, verband das Neubaugebiet mit der Stadt Köln. Der Streckenabschnitt Lövenich–Junkersdorf wurde 1956 durch eine Buslinie ersetzt. Erst in den letzten Jahren wurde dieser Schritt revidiert, seit Juni 2006 fährt die Straßenbahn bis zum neu erbauten Haltepunkt Weiden-West. Hiermit soll eine deutliche Entlastung der Aachener Straße vor allem vom Pendlerverkehr erreicht werden.

Im Schienenpersonennahverkehr wird der Haltepunkt Köln Weiden-West von folgenden Linien bedient (Stand 9. Dezember 2012):

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
S 12 S-Bahn Rhein-Sieg Düren – Sindorf – Horrem – Köln Weiden-West – Köln Hbf – Troisdorf – Hennef (Sieg) – Au (Sieg)
S 13 S-Bahn Rhein-Sieg (Aachen Hbf – Aachen-Rothe Erde – Stolberg – Langerwehe – Düren –)* Horrem – Köln – Köln Weiden-West –Köln/Bonn Flughafen – Troisdorf 

*: Nachts eine Fahrt über Horrem hinaus weiter bis Aachen Hauptbahnhof und zurück.

Bildung[Bearbeiten]

Weiden besitzt mit der Albert-Schweitzer-Grundschule und der Clarenhofgrundschule zwei Grundschulen.

Außerdem gibt es mit dem Georg-Büchner-Gymnasium und der Martin-Luther-King-Hauptschule zwei weiterführende Schulen. Diese beiden Schulen sind organisatorisch getrennt, benutzen aber ein gemeinschaftliches Gebäude. Das Georg-Büchner-Gymnasium wurde 1969 im Frechener Ortsteil Königsdorf gegründet und zog erst einige Jahre später an seinen aktuellen Standort. Derzeit wird ein Neubau des Schulgebäudes im Rahmen einer Public Private Partnership ausgeschrieben, nach mehrmaligen Verschiebungen soll Mitte 2015[1] Baubeginn sein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Köln-Weiden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kölner Stadt-Anzeiger vom 30. Oktober 2013, aufgerufen am 25. November 2013