Kölner Bucht
Als Kölner Bucht (auch Köln-Bonner Bucht) wird die dicht besiedelte Ebene des Rheins bezeichnet, die sich von Bonn im Südosten nordwestwärts über Köln bis unmittelbar vor Düsseldorf/Neuss zieht.
Sie befindet sich im Südwesten Nordrhein-Westfalens und bildet den zentralen Teil der Niederrheinischen Bucht, die sich von Nordwesten ins Rheinische Schiefergebirge einsenkt. Östlich und westlich der Kölner Bucht heben sich die angrenzenden Teillandschaften der Niederrheinischen Bucht in Terrassen stufenweise zum Süderbergland (Osten) und zur Eifel (Westen).
Gelegentlich wird der Begriff Kölner Bucht auch synonym zur gesamten Niederrheinischen Bucht verwendet.
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[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Lage und Grenzen
Eingerahmt wird die Kölner Bucht bzw. die diese umfassende Niederrheinische Bucht auf der linken Rheinseite vom Hohen Venn und der Eifel sowie rechtsrheinisch von den Bergischen Hochflächen, der Westabdachung des Süderberglandes im historischen Bergischen Land. Im Süden und Südosten bildet das ansteigende Rheinische Schiefergebirge den Abschluss der Bucht bei Königswinter, weit sichtbar durch die Silhouette des Siebengebirges.
Nach Nordwesten öffnet sich die Gesamtbucht entlang des Rheins und geht ins Niederrheinische Tiefland über, zu dem sich von Osten aus auch das Münsterländer Kreidebecken der Westfälischen Bucht absenkt. Weiter nordwestlich gehen allmählich die Täler von Rhein und Maas ineinander über.
[Bearbeiten] Naturräumliche Gliederung
Naturräumlich stellt die Kölner Bucht eine Haupteinheit (dreistellig) dar und gliedert sich wie folgt in Untereinheiten (Nachkommastellen):[1][2]
- 55 (zu 55 Niederrheinische Bucht)
- 551 Kölner Bucht im engeren Sinne (Köln-Bonner-Rheinebene und linksrheinische Mittelterrassenplatten)
- 551.0 Siegburger Bucht
- 551.00 Menden-Hangelarer Terrassen
- 551.01 Sieg-Agger-Niederung
- 551.1 Rechtsrheinische Niederterrassenebene (Rechtsrheinische Niederterrasse[3])
- 551.2 Rheinaue
- 551.20 Köln-Bonner Rheinebene
- 551.21 Dormagener Rheinaue
- 551.3 Linksrheinische Niederterrassenebene (Linksrheinische Niederterrasse[3]
- 551.30 Südliche Kölner Rheinebene (Köln-Bonner Niederterrasse[3])
- 551.31 Nördliche Kölner Rheinebene
- 551.32 Mühlen- und Knechtstedener Busch
- 551.4 Linksrheinische Mittelterrassenplatten (Linksrheinische Lössterrassenplatten[3])
- 551.40 Brühler Lössplatte
- 551.41 Brauweiler Lössplatte
- 551.42 Rommerskirchener Lössplatte
- 551.43 Allrath-Neukirchener Lehmplatte
- 551.5 Godesberger Rheintaltrichter
- 551.0 Siegburger Bucht
- 551 Kölner Bucht im engeren Sinne (Köln-Bonner-Rheinebene und linksrheinische Mittelterrassenplatten)
[Bearbeiten] Kultur
In der Region befinden sich 325 Burgen und Schlösser, die meist als Wasserburgen errichtet wurden. Zahlreiche Gebäude der deutschen Geschichte sind hier zu finden, z.B. der Kölner Dom oder die Staatsgebäude der Bundesrepublik Deutschland aus Zeiten, als Bonn Parlaments- und Regierungssitz war.
[Bearbeiten] Klima
Die Kölner Bucht zählt mit Jahresdurchschnittstemperaturen zwischen 10 und 11 °C zu den wärmsten Regionen Deutschlands. Während die Sommer am Oberrhein noch etwas wärmer sind, sind die Winter so mild, dass Schneefälle, die über mehrere Tage liegen bleiben, in einem durchschnittlichen Winter eher als Ausnahme gelten. Durch Steigungsregen der umgebenden Höhenzüge ist das Klima außerdem relativ feucht. In Kombination mit den wertvollen Lößböden machen diese Faktoren die Kölner Bucht zu einer der fruchtbarsten Regionen Deutschlands.
[Bearbeiten] Geologische Entwicklungsgeschichte
Vor ca. 30 Millionen Jahren sanken Teile des Rheinischen Schiefergebirges ab, und es bildete sich ein Niederungsgebiet. Bedingt durch das damals subtropische Klima gab es ein artenreiches, üppiges Pflanzenwachstum und es bildete sich eine bis zu 270 Meter dicke Torfschicht. Vor ca. 15 Millionen Jahre endete diese Periode und durch den Druck der sich darüber legenden Erdschichten wurde der Torf zu Braunkohle gepresst, die in heutiger Zeit vom Menschen wieder abgebaut wird.
Die Vorläufer des heutigen Rheins gruben ein breites Flussbett durch das Gestein. Aus den Alpen, der Eifel, dem Hunsrück und dem Westerwald brachten diese Rheinvorläufer Abtragungsschutt heran. Wo das Wasser langsam floss (in den Flachwasserzonen), blieb Ton zurück; wo es schnell floss, lagerten sich Sand und Kies ab. Die Grenze des Nordmeeres reichte zeitweise bis dahin, wo heute die Städte Aachen, Erkelenz und Mönchengladbach liegen.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Emil Meynen, Josef Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960).
- ↑ Verschiedene Autoren: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952–1994. → Online-Karten
- Blatt 108/109: Düsseldorf/Erkelenz (Karlheinz Paffen, Adolf Schüttler, Heinrich Müller-Miny 1963; 55 S.)
- Blatt 122/123*: Köln/Aachen (Ewald Glässer 1978; 52 S.)
- ↑ a b c d e Bezeichnung laut Blatt Köln
- ↑ Adolf Schüttler, einer der drei Autoren von Blatt Düsseldorf-Erkelenz, rechnet die Hildener Sandniederterrasse ihrer Übersandung wegen zur Haupteinheit 550 (bzw. zu 550.1).