Kölner Ringe

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Die Kölner Ringe sind ein für Boulevards typisches halbkreisförmiges zusammenhängendes Straßennetz rund um die Altstadt im linksrheinischen Köln, das sich am Verlauf der alten Kölner Stadtmauer orientiert und 7,5 km lang ist.

Die Gesamtstraße ist wie bei den Kölner Bächen ein Pluraletantum. Die Ringe sind – abgesehen von den schmalen Wallstraßen innerhalb und außerhalb des inneren Festungsrings – der innerste Straßenring um das alte linksrheinische Köln. Die weiteren Ringe sind die Innere und Äußere Kanalstraße, der Gürtel, der Militärring und der Kölner Autobahnring. Außerdem wird die Kölner Innenstadt zwischen der Neustadt und der Inneren Kanalstraße von einem Eisenbahngürtel umgeben.

Plan Köln 1888 A. C. Greven mit Pferdebahn - Ausschnitt
Rathenauplatz und Hohenstaufenring um 1910 (Königsplatz)

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtbaumeister Josef Stuebben, Gedenktafel am Hahnentor
Anlage des Kaiser-Wilhelm-Rings (um 1886)
Anlage des Hohenzollernrings (um 1886)
Rudolfplatz, Hahnentorburg
Museum für angewandte Kunst (1900)
(1902–1944) Opernhaus Habsburgerring

Planungsphase[Bearbeiten]

Nach langwierigen, seit 1860 andauernden Verhandlungen mit dem preußischen Fiskus diskutierte die Stadt am 22. November 1864 erstmals Vorschläge zu „Umbau und Ausdehnung der Festungswerke“, deren Wall 142 bis 170 Meter breit ist. Der Rat der Stadt Köln beschloss am 26. Februar 1881, das Areal der Stadtmauer und das zugehörige Militärgelände zu erwerben. Am 5. Mai 1881 wurde der Kaufvertrag zwischen der Stadt Köln und dem Kriegsministerium (Militärfiskus) durch Bestätigung des Reichskanzlers Otto von Bismarck rechtswirksam, durch den die Stadt das Areal von 122,5 Hektar für 11,74 Millionen Mark erwarb. Die Stadt Köln hatte damit den inneren Befestigungsring erworben und nachfolgend abgerissen, so dass die 104 Hektar große Freifläche in Anlehnung an die Pariser Stadtplanung und die Wiener Ringstraße als Prachtboulevard angelegt werden konnte.[1] Die Befestigungen behinderten die vorgesehene Stadterweiterung,[2] so dass ein Abriss Freiraum für eine neue Bebauung schuf.

Bereits zuvor waren bis Oktober 1880 im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbes 27 Entwürfe für die Bebauung dieser Freifläche eingegangen, von denen 22 als unbrauchbar abgelehnt wurden. Die verbleibenden fünf Entwürfe hatten die gestellten Bedingungen zwar ebenfalls nicht ausreichend erfüllt, wurden aber dennoch mit Preisen ausgezeichnet. Der erste Preis entfiel auf den „König Rhein“ der Aachener Architekten Karl Henrici und Josef Stübben. Zwar lieferte dieser Entwurf keinen zur unmittelbaren Ausführung geeigneten Bebauungsplan, dennoch sollte er in den folgenden Jahren als Grundlage zur Veränderung der Kölner Neustadt dienen. Für eine Stadterweiterung des geplanten Ausmaßes (523 ha) gab es damals in Deutschland keine Vorbilder. Noch im Februar 1881 wurde eine „Stadterweiterungs-Deputation“ gegründet, deren Mitglieder künftig für die Aufstellung eines Bebauungsplanes und seine Ausführung verantwortlich zeichneten. Stübben wurde am 15. Juni 1881 als Kölner Stadtbaumeister eingesetzt. Kernstück des in mehreren Planabschnitten vorgelegten und ausgeführten Bebauungsplanes war die Anlage der Ringstraße.

Baukonzept[Bearbeiten]

Die Gestaltung der Ringe war ein Großprojekt innerhalb der Stadtentwicklung in Köln. Das Baukonzept wurde in zehn Bauabschnitte untergliedert, wobei die einzelnen Straßenabschnitte jeweils an Plätzen mit ehemaligen Torburgen (Severinstorburg, Hahnentorburg, Eigelsteintorburg) endeten, von denen wichtige Ausfallstraßen (Bonner Straße, Aachener Straße und Neusser Straße) nach Süden, Westen und Norden ausgehen sollten. Die zehn Abschnitte („Kette festlicher Räume“) wurden ursprünglich in unterschiedlicher Breite zwischen 32 Metern und 114 Metern ausgeführt,[3] teilweise als Allee gestaltet und sollten von repräsentativen Gebäuden gesäumt werden, um den Charakter eines Prachtboulevards zu verleihen.

Diese Ringstraße sollte die Kölner Altstadt mit der Neustadt verbinden, für die Stübben ein regelmäßiges Straßennetz mit Plätzen für mehrere Kirchen festlegte. Ein weiteres Charakteristikum des Bebauungsplanes war das Diagonalsystem der Ausfallstraßen. Von der Ringstraße als Radiale ausgehend, plante man breit angelegte Diagonalen, die wiederum durch Querstraßen miteinander verbunden waren. Es entstanden hierdurch die typischen Sternplätze. Die zur Bebauung vorgesehenen Flächen zwischen den Straßen wurden in Bauparzellen aufgeteilt. Als Vorbild dienten auch hierbei die Stadterweiterungen anderer europäischer Metropolen, insbesondere die von Paris und Wien.

Bauphase[Bearbeiten]

Am 9. und 10. Juni 1881 fand die Übergabe des ersten Teiles der Befestigungsanlagen statt, bereits am 11. Juni 1881 wurde mit großer Feierlichkeit das erste Stück der 700 Jahre alten Stadtmauer abgebrochen. Im März 1882 fand die erste Versteigerung städtischer Grundstücke statt. Im Angebot waren Grundstücke im mittleren Teilstück der Ringstraße zwischen Gereonshof und Ehrenstraße. Auf dem Hohenzollernring wurde dann am 22. April 1882 der Grundstein zum ersten Gebäude nach Entwürfen von De Voss & Müller gelegt, ein herrschaftliches Mietshaus vom Steuerinspektor Wilhelm Willmeroth (Hohenzollernring 58). Das Grundstück für das Nachbarhaus Hohenzollernring 56 erwarb Stadtbaumeister Stübben selbst. Am 25. Mai 1882 wurde der Ringabschnitt vom Hahnentor bis zum damaligen Weyertor „Hohenstaufenring“ benannt. In der Sitzung der Stadtverordneten vom 10. Mai 1883 wurde die Umbenennung eines Teils des Hohenstaufenrings in „Habsburgerring“ beschlossen. Die eigentliche Stadterweiterung begann am 12. November 1883, wodurch sich die Stadtfläche um 236 ha auf 1006 ha vergrößerte.[4]

Am 11. Juni 1886 wurde die 7,5 km lange Ringstraße feierlich eingeweiht und dem Verkehr übergeben, auch wenn zahlreiche Grundstücksareale noch unbebaut waren. Die Ringe waren zwar größtenteils baumbestanden, haben jedoch heute ihren bepflanzten Mittelstreifen (wie er auf dem Kaiser-Wilhelm-Ring noch vorhanden ist) teilweise verloren. Die gesamte Ringstraße war mit zwei oder drei Baumreihen besetzt, je nach Breite der Abschnitte auf einem erhöhten Mittelstreifen oder auf den Bürgersteigen. Zusätzliche Grünanlagen entstanden an den besonders breiten Abschnitten des Sachsenringes und des Kaiser-Wilhelm-Ringes sowie des deutschen Ringes (heute Theodor-Heuss-Ring). Die Häuser am Salierring hatten Vorgärten, den Barbarossaplatz zierte ein großes rundes Wasserbassin mit Springbrunnen.

Wichtige Gebäude[Bearbeiten]

An der Ringstraße entstanden vor allem - vergleichbar mit den Pariser Boulevards – in der Zeit nach ihrer Eröffnung öffentliche Bauten, deren prachtvolle Architektur den Ringstraßen großstädtisches Flair verlieh. Zu erwähnen sind die Baugewerbeschule am Salierring (eröffnet am 25. März 1885), der Prunkbau des Hohenstaufenbads am Hohenstaufenring (1. Juli 1886),[5] die Gewerbliche Fachschule am Salierring (30. Oktober 1886), das Museum für Angewandte Kunst am Hansaplatz (2. Mai 1900), die zweite deutsche Handelshochschule am Hansaring (1. Mai 1901), das Opernhaus am Habsburgerring (6. September 1902), die Gewerbeförderungsanstalt für die Rheinprovinz am Ubierring (5. Oktober 1903), die Maschinenbauschule am Ubierring (1. Oktober 1904) und das Rautenstrauch-Joest-Museum am Ubierring (12. November 1906).

Viele der Bauten wurden erst nach Einweihung der Ringstraße fertiggestellt. Die Bautätigkeit in der Gründerzeit nach dem Deutschen Krieg 1870/71 war äußerst lebhaft. Bis zum Ende des Jahres 1889, dem Ende der Bauplanung, standen 1871 Häuser in der Neustadt, davon 1363 auf ehemaligem Festungsgelände und 508 auf Privatgelände des Rayons, mit dessen Verkauf sich die Kölner Kohlbauern „eine goldene Nase verdienten“ und sich deshalb häufig auch Villen an den Ringen bauen konnten.[6] Bereits am 1. April 1888 kam es zu einer erneuten Stadterweiterung, die weit über die Ringe hinausreichte. Bereits 1898 wurde die Kölner Ringstraße als „eine der schönsten der Welt“ bezeichnet, „da sie, obwohl als einheitlicher Straßenzug gehalten, doch nicht in gleicher Breite und Profilierung durchgeführt ist. Ihre 10 alle in sich verschiedenen Strecken haben in wechselnder Breite (zwischen 32 und 130 m) eine Gesamtlänge von 5.930 m.“[7]

Die Kirchen der christlichen Konfessionen und eine neue Synagoge wurden zwar meist nicht unmittelbar an den Ringen gebaut (Ausnahme die im Krieg zerstörte altlutherische Kirche am Sachsenring und die Herz-Jesu-Kirche am Zülpicher Platz), sondern an den dahinterliegenden kleinen Plätzen der Neustadt (zum Beispiel St. Michael am Brüsseler Platz, St. Paul in der Vorgebirgstraße in Höhe des Sachsenrings, die evangelische Christuskirche in der Herwarthstraße am Stadtgarten und der damals größte Kirchenneubau der Altkatholiken, die Pfarrkirche Christi Auferstehung am Stern der Roon-/Moltke-/Jülicher Straße), sie waren aber immer auf die Ringe ausgerichtet und nicht traditionell nach Osten. Sie waren mit ihren imposanten Türmen Merkpunkte in den Sichtachsen der Neustadtstraßen. Ein besonders gut und einheitlich erhaltenes beziehungsweise wieder aufgebautes Viertel der Neustadt liegt um den Rathenauplatz. Bedeutendere Vergnügungs- und Einkaufszentren entwickelten sich besonders am Hohenzollernring um den Friesenplatz.

Die Ringe waren zwar als Gesamtplan konzipiert, aber in ihren Teilstrecken von Stübben durch unterschiedliche Ausstattung und Breite als „Kette festlicher Räume“ gestaltet. Diese differenziert gegliederte Straße lässt die Kölner die Straße nicht als Ringstraße, sondern als die Ringe bezeichnen. Die eingeschobenen Plätze mit ihren sternförmig abgehenden Straßen machten die Übergänge zwischen den unterschiedlich breiten Teilstrecken möglich. Da die Grundstückspreise bei einzelnen Teilstrecken, wie zum Beispiel beim damaligen Güterbahnhof Gereon mit dem anschließenden Kölner Schlachthof und in der Südstadt in der Nähe der Stollwerck-Fabrik niedriger waren, bildeten sich dort einfachere Arbeiterwohnviertel aus.[8] Die von den Ringen abgehenden Radial- und Diagonalstraßen waren als Wohnstraßen konzipiert.

Weitere bauliche Entwicklung[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Nutzung als repräsentative Wohnumgebung erfuhr bereits in den 1920er Jahren - bedingt durch zunehmenden Straßenverkehr - eine Wandlung zugunsten gewerblicher Nutzung mit Versicherungs- und Firmensitzen sowie in Teilbereichen als Vergnügungsviertel. Hierfür wurden Teile der ursprünglichen Bebauung – besonders im Bereich Kaiser-Wilhelm-Ring – durch Neubauten ersetzt, bei denen der Bauhaus-Einfluss erkennbar ist. Erhalten sind u.a. der Allianz-Komplex (Kaiser-Wilhelm-Ring 31; eröffnet im Mai 1933), die heutige EuroHypo (Kaiser-Wilhelm-Ring 17-21) sowie die Bebauung der Gothaer Versicherung (Hohenzollernring 94 nebst Nachbargebäude Kaiser-Wilhelm-Ring 2-4; 1937).

Die Ringe und zahlreiche Gebäude wurden im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört. In den 1950er Jahren begann der Wiederaufbau, wobei der Schwerpunkt mehr auf eine Modernisierung und weniger auf Erhalt historischer Bausubstanz gelegt wurde. Während die ursprüngliche Bebauung 3 bis 4 Geschosse umfasste, prägen heute 6 bis 8 Stockwerke das Gesamtbild. Vereinzelt sind noch die ursprünglichen Gebäude erhalten, die dann häufig durch Aufbauten an die Umgebungshöhe angeglichen wurden. Kriegsbedingte Baulücken wurden weitgehend geschlossen, so dass die Ringe heutzutage ein recht unfragmentiertes Gesamtbild ergeben.

Ab den 1980er Jahren wurden unter der Stadtkonservatorin Hiltrud Kier zunehmend auch Gebäude aus den 1950er Jahren in den Denkmalschutzkatalog der Stadt Köln aufgenommen. Die letzte markante Veränderung erfuhr der Hohenzollernring durch das Gerling Ring-Karree, welches im Jahre 2001 fertig gestellt wurde.

Seit der Vorstellung des Masterplan Köln des Architekten Albert Speer junior Ende des Jahres 2008 sind Überlegungen zu einer Umgestaltung der Ringe im Gange. Mit Beschluss vom 5. Mai 2009 nahm der Rat der Stadt Köln den städtebaulichen Masterplan für die Kölner Innenstadt an. Der Masterplan Köln kam zu der Erkenntnis, dass überwiegend verkehrlich bestimmte Eingriffe den ursprünglich klaren gestalterischen Duktus des großstädtischen Straßenzugs überformt beziehungsweise zerstört hätten. Als oberstes städtebauliches Ziel wurde daher im Masterplan die Erlangung eines abgestimmten hochattraktiven gestalterischen und verkehrlichen Gesamtkonzepts definiert, das im Sinne eines modernen Klassikers große Robustheit in Bezug auf sich wandelnde Moden und technische Anforderungen aufweist. Im Oktober 2011 gab es detaillierte Vorschläge von Planungsbüros im Rahmen der Leitlinie Kölner Ringstraßen. Ziel ist es, in den nächsten etwa 15 Jahren den Straßenraum (inklusive der Parkplätze) auf das verkehrstechnisch notwendige Maß zu reduzieren und Fußgängern und Radfahrern mehr Raum zurückzugeben. Auch der Grünflächenanteil soll wieder verstärkt werden. So sollen auch die verbliebenen Straßenbahn-Gleisbetten begrünt werden.[9]

Ringstraßen und Plätze[Bearbeiten]

(von Süd nach Nord)

Die Idee, die Straßen nach deutschen Fürstenhäusern zu benennen, stammte auch von Stübben. Die Ringe und die dazwischengeschalteten Plätze der Neustadt tragen abschnittsweise am südlichen Rheinufer beginnend aus der Deutschen Geschichte und der Stadtgeschichte entlehnte Namen, sie folgen einem homogenen Benennungsprinzip.[10] Die Namen der Kölner Ringe entstammen symbolisch der chronologischen Reihenfolge der historischen Entwicklung des Deutschen Reiches. Die Reihenfolge der Teilstrecken der Kölner Ringstraße von Süden in Richtung Norden (mit der Länge der Teilstücke): Ubierring (822 m), Karolingerring (239 m), Sachsenring (1714 m), Salierring (377 m), Hohenstaufenring (643 m), Habsburgerring (197 m), Hohenzollernring (687 m), Kaiser-Wilhelm-Ring (der breiteste Ring mit 65 m; 771 m), Hansaring (1063 m) und Theodor-Heuss-Ring (1065 m) ergibt eine Gesamtlänge der Ringe von 7578 Metern. Der Sachsenring ist der längste, der Habsburgerring bildet die kleinste Teilstrecke der Ringe.

Ubierring[Bearbeiten]

Anfang des Ubierringes

Die Ringe beginnen am Rhein mit dem Ubierring, der an das Volk der Ubier erinnert, die hier in Köln ein Oppidum gründeten, die Vorgängersiedlung der dann römischen Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Auch die Nebenstraßen tragen hier Namen aus der Zeit der Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen. Von der Mainzer Straße an spaltet sich der Ring und gibt Platz für eine kleine Grünanlage bis zum Rheinufer.

Außer dem einer neuen Verwendung entgegenstehenden Gebäude des Rautenstrauch-Joest-Museums stehen noch Gebäude des geisteswissenschaftlichen Zentrums der Fachhochschule Köln am Ubierring.

Chlodwigplatz[Bearbeiten]

Chlodwigplatz nach der Umgestaltung

Der Chlodwigplatz wurde 1883 nach Chlodwig I., dem ersten auch für Köln bezeugten Merowinger benannt. Durch das Severinstor, einen der wenigen erhaltenen Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung, mündet die Severinstraße auf den Chlodwigplatz. Die Kreuzung ist als Kreisverkehr gestaltet. Nach Süden zweigen vom Chlodwigplatz die Bonner Straße und die Merowingerstraße ab.

Der Chlodwigplatz ist wichtiger Umsteigepunkt für den Öffentlichen Nahverkehr. Hier kreuzen sich zwei Straßenbahn- und drei Buslinien. Die Verkehrsverbindung wird sich mit der Eröffnung der hier unterirdischen Nord-Süd-Stadtbahn verbessern. Die oberirdische Stadtbahnhaltestelle wurde im Herbst 2009 aus dem Karolingerring in den Ubierring verlegt, um Umsteigewege zu verkürzen.

Am Chlodwigplatz beginnt der Kölner Rosenmontagszug. 1992 fand auf dem Chlodwigplatz das große Konzert Arsch huh, Zäng ussenander gegen Rechte Gewalt statt.

Karolingerring[Bearbeiten]

Ab Chlodwigplatz führt der Karolingerring, der nach dem fränkischen Herrschergeschlecht der Karolinger benannt ist, bis zur Brunostraße. Das vergleichsweise kurze Stück des Karolingerrings ist durch einen relativ schmalen Querschnitt geprägt. An der Brunostraße verbreitert sich der Ring hin zum Sachsenring.

Sachsenring[Bearbeiten]

Benannt nach den Sachsenkaisern geht der Sachsenring bis zur Straße Am Trutzenberg. Hier stehen außer der Ulrepforte noch ein Stück Stadtmauer mit Turm, die beide von den Kölner Karnevalsvereinen Rote- und Blaue Funken genutzt werden.

An der Ulrepforte mündet die Nord-Süd-Fahrt auf die Ringe.

Gegenüber der Stadtmauer steht das 1953 von Wilhelm Riphahn erbaute Französische Kulturinstitut.

Salierring[Bearbeiten]

Der Salierring geht bis zum Barbarossaplatz. Der bekannteste Salier war Heinrich IV.. Unterirdisch (unter der Straße Am Duffesbach/Am Weidenbach) kreuzt den Salierring der Duffesbach, der Namensgeber eines weiteren Kölner Straßenzuges, dem der Kölner Bäche.

In unmittelbarer Nähe zum Barbarossaplatz steht die „Rotonda“, ein kreisrundes Bürohaus mit einem Business-Club im Erdgeschoss. Der Architekt Till Sattler wurde dafür mit dem Architekturpreis des Bundes Deutscher Architekten, Ortsgruppe Köln, für das Jahr 2000 ausgezeichnet.

Barbarossaplatz[Bearbeiten]

Der Barbarossaplatz ist nach Friedrich I., einem Stauferkaiser, benannt. Er hat seine Platzwirkung weitgehend verloren. Stattdessen prägt der Verkehr den Ort. Hier kreuzt sich die Stadtbahnlinie 18 mit den beiden Ringlinien 12 und 15. Bis zur Eröffnung der Nord-Süd-Stadtbahn biegt die Linie 16 zum Innenstadttunnel ab. Bis zur Umstellung auf den Stadtbahnbetrieb in den 1980er Jahren endete die Vorgebirgsbahn am Barbarossaplatz. Die Luxemburger Straße kreuzt hier die Ringe und geht in den Straßenzug der Kölner Bäche über.

Seit mehreren Jahren werden verschiedene Varianten zur Umgestaltung des Platzes diskutiert. Unter anderem gibt es Überlegungen, die Linie 18 in einem verlängerten Innenstadttunnel unterirdisch bis zum Eifelwall zu führen und so die Verkehrssituation zu entzerren. Aus finanziellen Gründen wird dieses Vorhaben in den nächsten Jahren nicht verwirklicht werden können. Es ist wahrscheinlicher, dass es nur zu einer Neugestaltung des Platzes kommt.

Am Platz steht das Bauhaus-Hochhaus und das 12-stöckige Hochhaus der Sparkasse KölnBonn, das Ernst Nolte 1955/56 mit dem charakteristischen Schwalbenschwanzdach erbaute.

Hohenstaufenring[Bearbeiten]

Der Hohenstaufenring verläuft über den kleinen Zülpicher Platz bis zur Schaafenstraße, an deren Ende sich bis zum Jahr 1882 das Schaafentor befand. An seiner Ostseite befand sich das Hohenstaufenbad.

Zülpicher Platz[Bearbeiten]

Zülpicher Platz mit „Herz Jesu-Kirche“

Südwestlich am Zülpicher Platz, an der Ecke der Zülpicher- und Ring-Straße wurde im Jahr 1893 der Grundstein zum Bau der Herz-Jesu-Kirche gelegt.[11] Der einzige Kirchenbau direkt an den Ringen wurde nach Plänen des Architekten Friedrich von Schmidt, einem Schüler Zwirners entworfen. Da Schmidt bereits 1891 verstorben war, wurde der Bau unter der Leitung seines Sohnes Heinrich von Schmidt errichtet[12] und im Herbst 1895 eingeweiht. Der Turm der Kirche entstand zwischen den Jahren 1906 und 1909.[13] Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg erheblich beschädigt, lediglich der Turm blieb weitgehend erhalten. Dieser und Reste des Kirchenschiffes wurden in den Jahren 1953 bis 1957 in einen Neubau integriert.

Habsburgerring[Bearbeiten]

Der Habsburgerring, das kürzeste Teilstück, führt bis zum Rudolfplatz. Seine längere Ostseite wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Durchführung der Richard-Wagner-Straße zur neu angelegten Hahnenstraße durchtrennt und auch im Rückraum durch teilweise Aufhebung des Mauritiuswalls überformt.

Rudolfplatz[Bearbeiten]

Rudolf von Habsburg war der bedeutendste Habsburger. Er ist der Namenspatron dieses Platzes, der von der Hahnentorburg, eine der mittelalterlichen Torburgen Kölns, geprägt wird. Durch dieses Tor betraten die frisch in Aachen gekrönten Kaiser über die Aachener Straße die Stadt.

Hohenzollernring[Bearbeiten]

Die Hohenzollern sind das Geschlecht, das die letzten Deutschen Kaiser im Bismarckreich stellte. Der Hohenzollernring geht vom Rudolfplatz und der Aachener Straße über den Friesenplatz bis zur Bismarckstraße. Das Haus Hohenzollernring 58, ein Mietshaus des Steuerinspektors Willmeroth, war das erste Haus der Neustadt, bereits am 22. April 1882 wurde der Grundstein gelegt. Das Haus ist nicht erhalten, die Baulücke nutzt ein Drogeriemarkt mit zwei Geschossen. Das daneben stehende Haus Nr. 56 hatte 1882 der Stadtplaner Stübben für sich errichten lassen. Wegen seiner bescheidenen Ausmaße wurde es von den Kölnern das Haus „Zum gequetschten Baumeister“ genannt. Heute nutzt ein Reformhaus die Parzelle. Im Bereich des Hohenzollernrings befinden sich mehrere traditionelle Kinos. Der ehemalige Ufa-Palast, seit 2002 Filmpalast der CinestarGruppe, wurde 1931 mit 3000 Plätzen als damals größtes Kino im Westen Deutschlands von Wilhelm Riphahn erbaut und nach Zerstörung 1955 vom Düsseldorfer Architekten Ernst Huhn wieder aufgebaut. Das stilliegende Objekt wird bis 2015 saniert.[14]

Friesenplatz[Bearbeiten]

Der Friesenplatz öffnet sich zur linken des Hohenzollernrings.

Kaiser-Wilhelm-Ring[Bearbeiten]

Kaiser-Wilhelm-Ring

Der Kaiser-Wilhelm-Ring, benannt nach Wilhelm I., dem ersten Deutschen Kaiser nach der Bismarckschen Reichseinigung, ist platzartig verbreitert und mit Bäumen und Brunnenanlagen ausgestattet. Die Herwarthstraße, die nach Westen abgeht, lässt einen stadtplanerisch gewollten Durchblick zum Turm der Christuskirche in der Nähe des Stadtgartens zu. Die am Nord-West-Ende diagonal abgehende Hermann-Becker-Straße ist nach dem Oberbürgermeister Hermann Becker benannt, in dessen Zeit die Pläne für die Kölner Neustadt gefasst und deren Realisierung eingeleitet wurde.

Hansaring[Bearbeiten]

Hansahochhaus, erbaut 1924–1925

Der Hansaring geht von hier bis zum Ebertplatz. Er trägt mit seiner Länge auch der Bedeutung Kölns als Hansestadt Rechnung. Nördlich hinter dem Hansaring liegt auf dem ehemaligen Gelände des Güterbahnhofs Gereon der Mediapark mit dem neuen Wahrzeichen, dem 148 m hohen Kölnturm.

Kölns erstes Hochhaus, das Hansahochhaus, stammt aus dem Jahre 1924/25. Gegenüber in dem Gebäude der 1901 errichteten Handelshochschule residiert seit 1907 das Hansa-Gymnasium. Östlich der beiden Häuser schließt sich die nach dem Hansaring benannte S-Bahn-Station an.

Hansaplatz[Bearbeiten]

Der Hansaplatz ist eine Grünanlage an der rechten Seite des Hansaringes, die durch einen 113 Meter langen Rest der mittelalterlichen Stadtmauer mit der Gereonsmühle begrenzt wird. An seinem Nordende befanden sich bis zu ihrer Zerstörung während des Zweiten Weltkriegs das Kunstgewerbemuseum und das Museum Schnütgen.

Ebertplatz[Bearbeiten]

→ Siehe Hauptartikel Ebertplatz

Ebertplatz

Der nach dem ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert benannte Platz ist ein langgestreckter Verkehrskreisel, in den so wichtige Straßen wie die Nord-Süd-Fahrt und die Neusser Straße münden. Im Jahr 1974 entstand im Rahmen des Baus des U-Bahnhofs Ebertplatz die derzeitige Platzgestaltung. Es bestehen Pläne, den Platz wieder als solchen erlebbar zu gestalten.

Theodor-Heuss-Ring[Bearbeiten]

Der nach dem ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss benannte letzte Ringteil (früher Deutscher Ring) endet am Rhein gegenüber der Bastei (1924 von Wilhelm Riphahn umgebauter Befestigungsturm). Auch dieser Teil ist mit einem extra breiten mittigen Grünzug versehen. Dieser Grünzug entstand auf dem Areal des 1810 bis 1813 gebauten Sicherheitshafens der vom Eigelstein bis zum Rhein reichte. Das Hafenbecken hatte eine Länge von 1600 Fuß Länge und 150 bis 180 Fuß Breite.[15] Er wurde zuletzt noch 1840 ausgebaut, aber schon nach 1898, seit der Inbetriebnahme des Rheinauhafens außer Betrieb genommen.

Ein Haus im Jugendstil (Nr. 9) von 1903/4, die Villa Bestgen, wurde nach dem Krieg wieder rekonstruiert, sodass in seinem Äußeren wieder die ursprünglichen Jugendstilelemente sichtbar sind. Es ist verbunden mit dem Neubau von 1964 (Nr 5-7), in dem die Galerie Baukunst residiert.[16] Haus Nr. 1 ist der 109 m hohe Ringturm (Köln).

Kunst an den Ringen[Bearbeiten]

Die großzügigen Park- und Grünanlagen im Mittelstreifen der Ringe und teilweise an den Seiten luden ein, sie auch künstlerisch auszustatten. So wurde der ruhende Verkehr von Wolf Vostell auf den Hohenzollernring platziert. Fritz Behns Diana mit springender Antilope von 1916 steht auf dem Sachsenring. Außerdem stellten die Roten Funken ihren Wachsoldaten an die Ulrepforte. Am Hansaring erinnert das Denkmal „Mutter und Kind“ des holländischen Bildhauers Mari Andriessen an die Opfer der Verfolgung in der NS-Zeit. Dazu kommen eine Reihe von abstrakten modernen Metallplastiken, zum Beispiel die mobile Stahlplastik Steel-Watercolor-Triangle-Ring des US-Amerikaners Fletcher Benton von 1993 am Barbarossaplatz. Aber auch die traditionelle Plastik der Herz-Jesu-Statue am Zülpicher Platz hat den Krieg überstanden.

Verkehr[Bearbeiten]

Gedenktafel Gereonstor, U-Bahnhof Christophstraße/Mediapark

Die Kölner Ringe dienten vor allem einer geradlinigeren Verkehrsführung innerhalb der mittelalterlich verwinkelten städtischen Straßen. Der Verkehrsfluss wurde durch mehrspurige Verkehrsführung erhöht und teilweise durch Mittelstreifen gesichert. Die Ringe sind ab Ebertplatz bis zum Rheinufer in der Südstadt Teilstrecke der Bundesstraße 9.

Am 10. April 1889 nahm die Straßenbahn den Verkehr auf den Ringen auf, sie wurde anfangs als Pferdebahn betrieben. Am 15. Oktober 1901 fuhr dann die erste elektrische Straßenbahn über die Ringe.[17] Die heutige Stadtbahn Köln nutzt die Ringe durch die Linie 12 (von Merkenich kommend) ab Ebertplatz bis zur Eifelstraße (nach Zollstock bis zum Südfriedhof vor Raderthal weiterführend), und die Linie 15 (von Chorweiler kommend) ab Ebertplatz bis zum Ubierring. Die Linie 16 (von Niehl) fährt ab Barbarossaplatz bis zum Ubierring über die Ringe (und weiter auf der Strecke der Rheinuferbahn nach Bonn). Seit Oktober 1987 besteht ein U-Bahntunnel unter den Ringen. Er schließt am Hansaring an den bestehenden Tunnel vom U-Bahnhof Ebertplatz an und führt über die Haltestellen U-Bahnhof Hansaring, U-Bahnhof Christophstraße/Mediapark, U-Bahnhof Friesenplatz und U-Bahnhof Rudolfplatz genau unterhalb der oberirdischen Ringstrecke. Am Zülpicher Platz mündet der Tunnel an eine ehemals sehr schmale oberirdische Haltestelle. Diese Haltestelle wurde im Mai 2006 – zu Lasten der zweiten Fahrspur für Kfz – verbreitert.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kölner Ringe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-Joachim Völse, Köln, 2008, S. 18
  2. innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer war die Stadt auf 405,45 ha begrenzt
  3. Peter Fuchs (Hrsg.), Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band 2, 1991, S. 158
  4. Marko Gebert, Festung und Stadt Köln, 2013, S.31
  5. Hiltrud Kier, Die Kölner Neustadt Planung, Entstehung, Nutzung, Alphabetisches Verzeichnis der Straßen, Plätze und Parkanlagen, S. 123 ff.
  6. Arnold Stelzmann/Robert Frohn, Illustrierte Geschichte der Stadt Köln, 1990, S. 292 f.
  7. Zitat auf der Webseite der Interessengemeinschaft Ring e.V.
  8. Hiltrud Kier Kleine Kunstgeschichte Kölns, Beck, München 2001, S. 187–198
  9. Matthias Pesch, Boulevard für das 21. Jahrhundert in Kölner Stadt-Anzeiger vom 11. Oktober 2011 online (Zugriff Oktober 2011)
  10. Marion Werner, Vom Adolf-Hitler-Platz zum Ebertplatz, 2008, S. 246
  11. Herz Jesu und St. Mauritius – Die Geschichte der Herz-Jesu Kirche. Abgerufen am 7. Juni 2013.
  12.  Fred Kaufmann, Dagmar Lutz, Gudrun Schmidt-Esters: Kölner Straßennamen. Neustadt und Deutz. Greven, Köln 1996, ISBN 3-7743-0293-6, S. 143.
  13. Carl Dietmar, Die Chronik Kölns, 1991, S. 287
  14. Ufa-Palast wird wieder zum Kino-Tempel Kölner Stadtanzeiger, 4. Juli 2014, S. 29 (online)
  15. Karl Georg Jacob, Matthias Joseph de Noël, Johann Jacob Nöggerath(anonym): Köln und Bonn mit ihren Umgebungen. Für Fremde und Einheimische. Aus den besten, und vorzüglich aus noch unbenutzten Quellen bearbeitet. Köln, J.P. Bachem Verlag, 1928. Zitiert und kommentiert in: Uwe Westfehling: Der erste Kölner Stadtführer aus dem Jahre 1828, Köln, J.P. Bachem Verlag 1982, S.160ff.
  16. Herbert Rode: Kunstführer Köln, J.P. Bachem Verlag, Köln 1966, S.92
  17. Carl Dietmar, Die Chronik Kölns, 1991, S. 700