Köngen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Köngen
Köngen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Köngen hervorgehoben
48.6819444444449.3666666666667281Koordinaten: 48° 41′ N, 9° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 281 m ü. NN
Fläche: 12,52 km²
Einwohner: 9630 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 769 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73257
Vorwahl: 07024
Kfz-Kennzeichen: ES
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 035
Adresse der Gemeindeverwaltung: Stöfflerplatz 1
73257 Köngen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Hans Weil
Die Ulrichsbrücke von 1602 über den Neckar

Köngen [ˈkœŋɡən] ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen, 9 km von der Kreisstadt Esslingen am Neckar und 6 km von Nürtingen entfernt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Köngen liegt auf der linken Neckarseite am Nordhang des Neckartals.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind im Norden Deizisau, im Nordosten Wernau, im Südosten Wendlingen, im Süden Unterensingen und im Westen Denkendorf.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehören das Dorf Köngen, die Höfe Birkenhöfe, Buchenhöfe, Erlenhöfe, Kempflerhöfe, Lerchenhof, Riedhöfe, Rothöfe, Seehof, Talhof und Wangehöfe und das Haus Altenberg.[2]

[Bearbeiten] Geschichte

Köngen befindet sich auf dem Gebiet der römischen Siedlung Grinario, die um 100 unserer Zeitrechnung aus einem Kastell entstand. Grinario war Endpunkt der Römerstraße Neckar-Alb, die in Windisch AG ihren Ausgang nahm. 260 wurde der Ort durch die Alamannen zerstört und die Römer vertrieben.
Siehe auch separaten Artikel: Kastell Köngen

Der alamannische Ort, der um 700 entstanden sein muss, wurde erstmals 1075 in einer Urkunde des Klosters Hirsau erwähnt. 1336 verkauften die Herren von Hohenberg den Ort an Albrecht von Aichelberg. 1382 gelangte die Herrschaft an die Herren Thumb von Neuburg, die um 1430 ihren Wohnsitz aus Graubünden nach Köngen verlegten.

1739 wird Köngen württembergisch, die früheren Besitzer (Thumb von Neuburg) standen schon seit über 200 Jahren in württembergischen Diensten. 1806 ist der Ort kurzfristig Sitz eines Oberamtes, wird aber schon zwei Jahre später in das Oberamt Esslingen, den heutigen Landkreis Esslingen, eingeordnet.

[Bearbeiten] Religionen

Seit Einführung der Reformation 1527 ist Köngen vorwiegend evangelisch geprägt. Erst seit 1953 gibt es wieder eine römisch-katholische Kirche im Ort. Der Neubau war durch die Ansiedlung vieler katholischer Heimatvertriebener notwendig geworden. Außerdem gibt es eine evangelisch-methodistische Kirchengemeinde und seit 1924 schließlich auch eine neuapostolische Gemeinde.

Nach Köngen ist der Bund der Köngener benannt, weil dort 1919 eine für die Bildung des Bundes wichtige Tagung stattgefunden hatte.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Stichtag Einwohnerzahl
1600 900
1740 1.010
1800 1.400
1. Dezember 1871 ¹ 2.088
1. Dezember 1900 ¹ 2.288
17. Mai 1939 ¹ 3.036
13. September 1950 ¹ 4.160
6. Juni 1961 ¹ 5.923
27. Mai 1970 ¹ 8.113
25. Mai 1987 ¹ 8.058
31. Dezember 1995 8.818
31. Dezember 2000 9.408
31. Dezember 2005 9.681

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Der Gemeinderat in Köngen hat 18 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 lag bei 56,07 % und ergab folgende Sitzverteilung:

Freie Wählervereinigung Köngen 32,6 % + 7,2 % 6 Sitze + 1
CDU 32,5 % + 5,2 % 6 Sitze + 1
SPD 23,9 % – 3,0 % 4 Sitze – 1
Junge Liste 0,0 % – 12,5 % 0 Sitze – 2
Die Grünen 11,0 % + 4,1 % 2 Sitze + 1

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: In Blau eine silbene Glocke.
Köngen führt die größte Glocke der Peter− und Paulskirche im Wappen. Diese Glocke soll während des Dreißigjährigen Krieges aus Angst vor Plünderern vergraben worden sein. Als der Krieg vorbei war, lebte jedoch niemand mehr, der das Versteck kannte. Die verschollene Glocke wurde der Sage nach schließlich durch Schweine aus dem Boden gescharrt. Seither führt sie den Namen „Sauglocke“.

[Bearbeiten] Partnerschaften

Köngen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu:

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

DHL betreibt in Köngen ein Paketzentrum mit 700 Mitarbeitern.[3] Ausserdem Maschinenbau (ALMiG Kompressoren, MATEC) und Kunststoffverarbeitung (AKsys)

[Bearbeiten] Verkehr

Köngen ist durch die Bundesstraße 313 und die Bundesautobahn 8 an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Gut erreichbar ist auch der Bahnhof der Nachbargemeinde Wendlingen am Neckar. Von dort fahren Züge in Richtung Stuttgart, Tübingen und Oberlenningen.

[Bearbeiten] Bildung

In Köngen gibt es mit der Burgschule, einer Haupt- und Realschule, und der Mörikeschule, einer Grundschule, zwei staatliche Schulen. Die Anne-Frank-Schule (Förderschule) und das Robert-Bosch-Gymnasium in Wendlingen werden auch von Köngener Schülerinnen und Schüler besucht. Außerdem gibt es sieben Kindergärten in Köngen.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Jupitergigantensäule
Alte Vogtei
Schloss Köngen
  • Römisches Museum mit Archäologischem Park Köngen. Das Kastell von Köngen ist seit 1974 ein Kulturdenkmal und konnte als einziges vor der Nachkriegsüberbauung am gesamten Neckarlimes gerettet werden.[4] Bereits 1911 war ein Eckturm der antiken Garnison rekonstruiert worden.[5]
  • Besonders sehenswert ist die restaurierte Jupitergigantensäule aus der Zeit der römischen Siedlung Grinario.
  • Die unter Denkmalschutz stehende Ulrichsbrücke über den Neckar wurde nach den Plänen des Baumeisters Heinrich Schickhardt von 1600 bis 1602 erbaut. Sie steht an der Stelle einer früheren römischen Brücke.
  • Das Schloss Köngen, ein ehemaliges Wasserschloss aus dem späten 12. Jahrhundert, wurde 1620 architektonisch von Heinrich Schickhardt umgebaut. 1825 kaufte der Kammerpräsident Jakob Friedrich Weishaar das Anwesen und ließ es nach seinen Bedürfnissen umgestalten. Bis in die 1930er-Jahre war es ein Ort der Kultur. Hier wurde der bekannte „Bund der Köngener“ gegründet, in dem auch Gerhard Gollwitzer Mitglied war. Der Kunstmaler Christian Mali und die holländisch-deutsche Malerfamilie Peters hielten sich oft im Schloss auf. Es wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum Denkmal des Monats September 2004“ ernannt. Im Jahr 2007 erschien eine ausführliche Monographie zur Schlossgeschichte von Karin Fastnacht.
  • Köngen liegt an der Neckarlinie des Obergermanischen Limes. Im Ort zweigt von dieser Limeslinie der 23 km lange Lautertal-Limes ab, der am Alblimes bei Donnstetten endete. Dieser schnurgerade Weg war bis zu seiner Deutung als Grenzbefestigung im Jahre 1976 schon lange als Sibyllenspur bekannt.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

  • In Köngen findet alljährlich das 3K-Festival mit bis zu 2000 Besuchern statt.
  • Pfingstmarkt am Pfingstmontag

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] weitere Persönlichkeiten, die mit Köngen in Verbindung stehen

  • Pietronella Peters (1848–1924), Kunstmalerin, lebte und arbeitete von 1894 bis 1924 immer wieder auf Schloß Köngen

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Köngen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 255–257
  3. http://www.stuttgarter-zeitung.de/media_fast/626/lebensadern04.pdf
  4. Archäologie in Deutschland, Ausgabe 2/2006. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart. S. 72
  5. Dieter Planck: Restaurierung und Rekonstruktion römischer Bauten in Baden-Württemberg in: Günter Ulbert, Gerhard Weber (Hrsg.): Konservierte Geschichte? Antike Bauten und ihre Erhaltung. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0450-0, S. 150
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