König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg

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Die König Ludwig GmbH & Co. KG Schlossbrauerei Kaltenberg (kürzer: Schlossbrauerei Kaltenberg) mit Hauptsitz im oberbayerischen Fürstenfeldbruck ist eine mittelgroße bayerische Brauerei. Die Brauerei ist seit 2001 eine Partnerschaft eingegangen zwischen Luitpold Prinz von Bayern, seiner Schloßbrauerei Kaltenberg Irmingard Prinzessin von Bayern GmbH einerseits und der Warsteiner Brauerei andererseits. Die König Ludwig Schloßbrauerei Kaltenberg ist Lizenznehmerin der König Ludwig International, die von Luitpold Prinz von Bayern kontrolliert wird. Die Getränkemarken "König Ludwig Dunkel", "König Ludwig Weißbier", "König Ludwig Hell" sowie "Kaltenberg" sind im Eigentum der Lizenzgeberin, der König Ludwig International. Sie führt diese Marken weltweit und hat in vielen Ländern an Dritte Lizenzrechte vergeben.[1][2]

Namensgebung[Bearbeiten]

Der Name und der offizielle Slogan „Bier von königlicher Hoheit“ rührt daher, dass die Brauerei, die in erster Linie durch ihre Marken König Ludwig Dunkel und „König Ludwig Weissbier“ bekannt ist, auf das bayerische Königshaus zurückgeht und auch heute noch ein Wittelsbacher, Luitpold Prinz von Bayern, die Geschäftsführung innehat.

Standorte[Bearbeiten]

Neben Fürstenfeldbruck ist Schloss Kaltenberg (Landkreis Landsberg am Lech), Wohnort Luitpold Prinz von Bayerns, die zweite Braustätte.

Geschichte der Brauerei[Bearbeiten]

Schloss Kaltenberg

Bereits 1260 gründete das Haus Wittelsbach die erste Brauerei, wenig später (1292) erbaute Herzog Rudolph das Schloss Kaltenberg. Es wird angenommen, dass seitdem an jener Stelle Bier gebraut wird. Nach einer langen wechselvollen Geschichte gelangte es erst 1955 zurück in den Besitz der Wittelsbacher, die zuvor durch das Bayerische Reinheitsgebot und das über 200 Jahre andauernde Weißbiermonopol die bayerische Braukunst geprägt hatten. Seitdem ziert das alte bayerische Königswappen die Kronkorken der Flaschen (die bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan in Freising verwendet das ähnliche, alte bayerische Staatswappen von 1923).

Die Schlossbrauerei in ihrer heutigen Form wurde 1870 eröffnet und trat 1920 der Münchener Unionsbrauerei (heute Löwenbräu) bei. Seit 1955 ist die Brauerei wieder in Besitz der Familie Wittelsbach, 1976 übernimmt Luitpold Prinz von Bayern Schloss und Brauerei. Seitdem wurde der Bekanntheitsgrad der Biere (vor allem durch das seit 1979 stattfindende Kaltenberger Ritterturnier) und die Produktion erheblich gesteigert: 2004 wurden 340.000 hl gebraut, davon aber nur 100.000 in Kaltenberg. Der Rest wird am heutigen Firmensitz im knapp 20 Kilometer entfernten Fürstenfeldbruck produziert, der um 1980 durch die Übernahme des Fürstenfeldbrucker Marthabräu der Brauerei Kaltenberg angegliedert wurde. Weitaus mehr Bier unter dem Namen Kaltenberg wird allerdings unter Lizenz im Ausland gebraut.

Marken und Märkte[Bearbeiten]

Ein Glas Kaltenberg

Das Sortiment der Schlossbrauerei unterteilt sich im Wesentlichen in drei Marken:

  • Prinzregent Luitpold Weizenbock.
  • König Ludwig Weissbier Hell (World Beer Award 2008 und World Beer Trophy 2009)
  • König Ludwig Weissbier Dunkel
  • König Ludwig Weissbier Kristall
  • König Ludwig Weissbier Leicht
  • König Ludwig Weissbier Alkoholfrei

Am Geschmack hat sich, laut Brauereiangaben, nichts geändert.

  • König Ludwig Dunkel: in der relativ kleinen Sparte der dunklen Biere ist Kaltenberg nach eigenen Angaben Marktführer in Deutschland
  • König Ludwig Hell:
  • Kaltenberg: unter diesem Namen werden die meisten Sorten verkauft, darunter auch saisonale Spezialitäten
    • Kaltenberg Spezial: würzigere Version des Hellen, und mit dem World Beer Award 2008 ausgezeichnet
    • Kaltenberg Schlosskeller: naturtrübes Helles
    • Kaltenberg 3,8: Untergäriges mit 3,8 Prozent Ethanol.
    • Kaltenberg Light
    • Kaltenberg Pils und Pils Light: das für Bayern untypische Pilsener wird vornehmlich im Ausland verkauft.
    • Kaltenberger „Ritterbock“, der mit 9,0 Prozent Alkohol eines der stärksten Biere auf dem Markt ist (0,33 l Flasche mit klassischem Bügelverschluß). Er erhielt 2008 und 2009 den World Beer Award für das beste Starkbier der Welt.

Biere unter dem Markennamen "Kaltenberg" sind in den folgenden Ländern auf dem Wege der Lizenzierung durch die König Ludwig International vertreten:

  • Großbritannien: bereits seit 1979, heute braut die Daniel Thwaites Brewery Kaltenberg in Lizenz
  • Schweden: Kaltenberg Pils & 3,5 unter Lizenz gebraut durch die Krönleins Bryggerie in Halmstad
  • Kroatien: hier wird Kaltenberg Pils unter Lizenz durch die Jadranska-Pivovara gebraut und ist Marktführer in Istrien und Dalmatien.
  • Russland: Kaltenberg Hell & Pils unter Lizenz gebraut durch die Ochakovo Brauerei in Moskau
  • Bulgarien: Kaltenberg Pils unter Lizenz gebraut durch die Boliarka Brauerei in Veliko Tarnovo
  • Weißrussland: Kaltenberg Pils unter Lizenz gebraut durch die Krinitsa Brauerei in Minsk

Kaltenberg und das Oktoberfest[Bearbeiten]

Um eine mögliche Teilnahme der Schlossbrauerei am Münchener Oktoberfest wird seit mehr als 20 Jahren ein erbitterter und medienträchtiger Rechtsstreit geführt. Denn obwohl das Fest anlässlich der Hochzeit von Ludwig I. durch die Wittelsbacher ins Leben gerufen wurde, darf die Wittelsbacher Brauerei heute nicht teilnehmen, da hierzu nur Münchener Betriebe zugelassen werden.

Luitpold Prinz von Bayern vermutet hinter dieser Regelung ein Kartell der (heute mehrheitlich unter ausländischer Kontrolle stehenden) Großbrauereien und beruft sich seinerseits auf die königliche Tradition (beim ersten Fest sei sogar Bier aus Wien ausgeschenkt worden) und die Unterstützung der Bevölkerung (Prinz von Bayern rechnet vor, dass die Öffnung der Wiesn für Brauereien aus dem Umland den Bierpreis auf dem Oktoberfest drastisch senken würde). Doch jedes Jahr wird seine Bewerbung vom zuständigen Organisationskomitee aufs Neue abgelehnt.

Zahlreiche Protestaktionen haben bisher nicht geholfen: ein von ihm organisierter „alternativer Brauereinzug“ brachte ihm eine Verwarnung wegen Behinderung des Verkehrs ein, als er die Ausschließung durch Aufstellen einer „mobilen Brauerei“ zu umgehen versuchte, wurden kurzerhand die Statuten geändert, und eine kleine Brauerei in einem Münchener Gasthaus bekam keine Betriebsgenehmigung.

KLD-Asso99[Bearbeiten]

Ein exklusiver Werbeträger der Brauerei war die "König Ludwig Dunkel" (BYC) von Luitpold Prinz von Bayern, eine Asso99, welche als Regattayacht im Segelsport unterwegs war. Das Schiff mit dunkelbraunem Rumpf zerschellte auf dem Gardasee an einem Felsen.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.warsteiner-gruppe.de/DEU/index/215
  2. http://www.warsteiner-gruppe.de/DEU/index/107
  3. www.svgverlag.de, Bericht "Asso99 zieht junge Segler an"

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien