König von Italien

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Die Eiserne Krone der Könige von Italien, von den Langobarden bis zu Napoleon

König von Italien (lateinisch Rex Italiae, italienisch Re d’Italia) ist ein Titel, den mehrere Herrscher auf der italienischen Halbinsel seit dem Untergang des Römischen Reiches geführt haben. Zwischen dem 6. Jahrhundert und der Einnahme Roms unter Viktor Emanuel II. 1870 hat jedoch kein König über ganz Italien regiert.

Nach der Absetzung des weströmischen Kaisers Romulus Augustulus 476 wurde der skirische Heerführer Odoaker vom oströmischen Kaiser Zenon als Verwalter Italiens (Dux Italiae) anerkannt. Später bezeichnete er sich als König (Rex Italiae), obwohl er sich auch weiterhin als (ost-)römischer Offizier verstand. 493 wurde Odoaker vom ostgotischen König Theoderich dem Großen besiegt, welcher sein Herrschergeschlecht, die Amaler, zu Königen über Italien machte. Die ostgotische Dynastie endete 552 mit der Eroberung Italiens durch das Byzantinische Reich.

Doch bereits 568 drangen die Langobarden unter Alboin in die Halbinsel ein und begründeten wieder ein germanisches Reich südlich der Alpen. Ihr Herrschaftsgebiet erstreckte sich über weite Teile Italiens, mit Ausnahme des Exarchats von Ravenna und der ebenfalls byzantinisch verbliebenen Herzogtümer Rom, Venedig, Neapel und Kalabrien.

774 wurden die Langobarden von den Franken unter Karl dem Großen besiegt und der langobardische König Desiderius abgesetzt. Karl der Große nahm mit der Eisernen Krone den Titel Rex Langobardorum („König der Langobarden“) an, der mit „König von Italien“ gleichbedeutend war. In den folgenden Jahrhunderten war dieses Königreich ein Bestandteil des Heiligen Römischen Reichs. Die auf Otto I. folgenden Kaiser wurden auf dem Weg zur Kaiserkrönung in Rom in der lombardischen Stadt Pavia zum König von Italien gekrönt. Dies betraf jedoch nur das sogenannte Reichsitalien im Norden, während im Süden ein Königreich Sizilien und ein Königreich Neapel entstanden. Zur Zeit der Renaissance war der Titel bedeutungslos geworden. Nach Karl V. wurde kein Kaiser mehr zum König von Italien gekrönt, obwohl er offiziell bis 1648 weiterbestand.

1805 wurde Napoleon Bonaparte, bis dahin Präsident der Italienischen Republik, im Mailänder Dom mit der Eisernen Krone zum Oberhaupt des französischen Satellitenstaats namens Königreich Italien gekrönt. Dieses hörte mit der Abdankung Napoleons 1814 zu existieren auf. In den folgenden Jahrzehnten gab es keinen König von Italien mehr. Napoleons 1811 geborener Sohn Napoleon Franz Bonaparte führte bis 1814 den Titel König von Rom.

Der Titel König von Italien wurde im Zusammenhang mit der Vereinigung Italiens zu einem Nationalstaat unter dem Haus Savoyen 1861 wieder eingeführt. 1946 wurde die Monarchie als Staatsform per Referendum abgeschafft und durch eine Republik ersetzt.

Rex Italiae[Bearbeiten]

Ostgotisches Königreich[Bearbeiten]

Langobardisches Königreich[Bearbeiten]

Fränkische Könige von Italien[Bearbeiten]

Königreich Italien im Heiligen Römischen Reich[Bearbeiten]

Königreich Italien (1805–1814)[Bearbeiten]

König
Name Lebensdaten Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
Napoleon Bonaparte 1769–1821 17. März 1805 25. Mai 1814

Königreich Italien (1861–1946)[Bearbeiten]

Könige
Name Lebensdaten Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
Viktor Emanuel II. 1820–1878 17. März 1861 9. Januar 1878
Umberto I. 1844–1900 9. Januar 1878 29. Juli 1900
Viktor Emanuel III. 1869–1947 29. Juli 1900 9. Mai 1946
Umberto II. 1904–1983 9. Mai 1946 18. Juni 1946

Siehe auch[Bearbeiten]