Königlich Kopenhagen

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Royal Copenhagen
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Rechtsform Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Pflichtparameter fehlt
Gründung 1. Mai 1775
Sitz Kopenhagen
Branche Eisenwaren- und Hartwarengroßhandel
Website www.royalcopenhagen.com
Die Porzellanmanufaktur im Stadtzentrum, Købmagergade, 1. Hälfte 19. Jahrhundert.
In der ehemaligen Fabrik in Frederiksberg befindet sich heute ein Outlet.
Flagship Store am Kopenhagener Amagertorv, Strøget.

Königlich Kopenhagen ist der deutsche Begriff für Royal Copenhagen, die Marke der Königlichen Porzellanmanufaktur in Kopenhagen (dänisch Den kongelige Porcelænsfabrik). Seit 2012 gehört das Unternehmen zum finnischen Fiskars-Konzern. Die Porzellanmalerei wurde 2013 nach Thailand verlagert, nur das berühmte Service Flora Danica wird noch in Dänemark hergestellt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Manufaktur wurde am 1. Mai 1775 von dem Apotheker und Arkanisten Frantz Heinrich Müller (1732–1820)[2] in Kopenhagen gegründet und bis 1801 geleitet. Das notwendige Rohmaterial bezog Frantz Heinrich Müller unter anderem von dem Apotheker Marc-Hilaire Vilaris (1719–1792) in Bordeaux, der 1766 entsprechende Kaolin-Vorkommen bei Saint-Yrieux im Limousin entdeckt hatte. Das junge Unternehmen wurde zunächst mit der Zusage eines Monopols auf 50 Jahre staatlich gefördert. Das Patronat übernahm 1766 die Königinwitwe Juliane Marie.[3] Bereits 1779 wurde jedoch ein finanzielles Engagement des Königshauses in der Manufaktur erforderlich, die damit in Staatsbesitz überging.

Ein knappes Jahrhundert später erfolgte 1868 eine Privatisierung und die Königliche Porzellanmanufaktur bekam wieder private Gesellschafter. Im Jahr 1882 erwarb die Fayencefabrik Aluminia alle Anteile und verlegte die Produktion nach Frederiksberg vor den Toren der Stadt. Aluminia-Fayencen wurden bis 1969 unter diesem Namen produziert, seitdem werden sie als Royal Copenhagen Fayence vermarktet.

Bedingt durch die Koalitionskriege und die Kontinentalsperre kam die Produktion zwischen 1806/07 und 1816 zum Erliegen. Während der dänischen Nationalromantik machte sich Gustav Friedrich von Hetsch, Architekt und künstlerischer Leiter der Manufaktur von 1828 bis 1864, um die Empireformen des Porzellans verdient. Danach war die künstlerische Leitung länger in den Händen des Malers Heinrich Hansen, der für die Nordische Neorenaissance steht. Hansen schuf Tafelgerätfolgen mit den Ansichten der königlichen Schlösser, 1873 nahm er mit einer Riesenvase an der Weltausstellung in Wien teil, die er innen mit einer Ansicht des Petersdoms in Rom ausgemalt hatte.[4] In der Zeit von 1884 bis 1916 war der Architekt Arnold Krog (1856–1931) richtungsweisend in der Gestaltung.

Im Rahmen einer Expansionsstrategie im Luxusgütersegment erwarb Königlich Kopenhagen den dänischen Silberhersteller Georg Jensen (1972) und schloss sich mit dem Glashersteller Holmegaard (1985) sowie dem 1853 gegründeten Wettbewerber Bing & Grøndahl (1987) zusammen. Der entstandene Konzern Royal Scandinavia wurde 2001 von der Investitionsgesellschaft Axcel gekauft. Der Fonds gab seine Beteiligung 2012 an den finnischen Konzern Fiskars weiter.[5] Der Glashersteller Holmegaard wurde im Rahmen eines Buyouts an das Management veräußert und ging danach in Konkurs. Marke und Produktion übernahm die Rosendahl Design Group.

Produkte[Bearbeiten]

Das bedeutendste Königlich Kopenhagener Produkt ist das Tafelservice „Flora Danica“.

Zu den Klassikern europäischen Porzellans zählt außerdem die Blaumalerei auf geriffeltem Porzellan, dänisch Musselmalet. Um 1900 wurde Fanny Gardes Möwenservice populär, dem Trendjäger jüngst ein Revival voraussagten.[6] Als Geschenk- und Sammelobjekte haben Weihnachts- und Muttertagsteller eine lange Tradition.

Manufakturmarke[Bearbeiten]

Die Bodenmarke zeigt drei Wellenlinien, die die drei Meerengen Dänemarks symbolisieren: den Großen Belt, den Kleinen Belt sowie den Öresund.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Ditte Jensen: Farvel til solidariteten information.dk, 22. Februar 2014
  2. Franz Heinrich Müller. In: Ulrich Thieme, Felix Becker u. a.: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 25, E. A. Seemann, Leipzig 1931, S. 225.: „stellte 1763 das erste Hartporzellan Dänemarks her“.
  3. Ihr ältester Bruder Herzog Karl I. (Braunschweig-Wolfenbüttel) (1713-80) begründete die Porzellanmanufaktur Fürstenberg an der Weser.
  4. Nach Heinrich Hansen. In: Ulrich Thieme, Felix Becker u. a.: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 16, E. A. Seemann, Leipzig 1923, S. 6.
  5. Company Übersicht Axcel Beteiligungen Axcel und Pressemitteilung Royal Copenhagen Axcel sells Royal Copenhagen, 12. Dezember 2012
  6. Lars Hedebo Olsen: I 2015 bliver farver det nye sort i boligen (dänisch) Politiken online, 7. Januar 2015