Königreich Kotoko

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Die Fürstentümer der Kotoko waren westafrikanische Stadtstaaten im heutigen Kamerun, Nordost-Nigeria und Südwest-Tschad. Ihre Einwohner und modernen Nachfahren sind als das Volk der Kotoko bekannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Aufstieg der Fürstentümer der Kotoko ging mit dem Niedergang der Sao-Zivilisation im südlichen Tschad-Becken einher. Zu den bedeutendsten Stadtstaaten der Kotoko zählen: Makari, Gulfeil, Mara und Logone-Birni.

Idris Alauma (1564-1596) brachte die Fürstentümer der Nord-Kotoko zu Beginn seiner Herrschaft in die Einflusssphäre des Königreiches Bornu. Mit einer Intensivierung der Bornu-Herrschaft und der Integration der Fürstentümer der Süd-Kotoko im 18. und 19. Jahrhundert kam es zu einer verstärkten Verbreitung des Islam. Im Verlauf der Islamisierung wurden die traditionellen Kotoko-Bräuche und die eigenständige Kotoko-Kultur weitgehend verdrängt.

Nach der Niederwerfung des arabischen Eroberers von Bornu Rabih (1893-1900) durch französische Truppen 1900 bei Kusseri gerieten die Kotoko-Stadtstaaten sowie das östliche Bornu unter die Herrschaft des Deutschen Kaiserreiches und wurden in die Kolonie Deutsch-Kamerun integriert. Unter der deutschen und späteren französischen Kolonialherrschaft verblieb ihnen weiterhin ein gewisser Grad an Autonomie. Heute stellt der Zuzug von Schuwa-Arabern und deren teilweise Machtübernahme die größte Bedrohung für die verbliebene traditionelle städtische Kultur der Kotoko dar.

Literatur[Bearbeiten]

  • DeLancey, Mark Dike: Historical Dictionary of the Republic of Cameroon. London 2000.
  • Fanso, V. G.: Cameroon History for Secondary Schools and Colleges: Band 1: Prehistoric Times to the Nineteenth Century. London 1989.
  • Lebeuf, Annie: Principautés Kotoko. Paris 1969.