Königreich Laos

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Dieser Artikel behandelt das von 1949 bis 1975 als unabhängiger Staat bestehende Königreich Laos. Die laotische Monarchie bestand seit dem 14. Jahrhundert, von 1893 bis 1953 stand Laos unter französischer Kolonialherrschaft.
ພຣະຣາຊອານາຈັກລາວ
Phra Ratxa A-na-chak Lao
Königreich Laos
1949 – 1975
Flagge von Laos
Wappen von Laos
Flagge Wappen
Amtssprache Laotisch
Hauptstadt Vientiane und Luang Prabang (Königsstadt)
Staatsform Konstitutionelle Monarchie
Staatsoberhaupt König
Sisavang Vong (1949–1959)
Savang Vatthana (1959-1975)
Regierungschef Ministerpräsident
Suvanna Phūmā (1951–1954, 1956–1958, 1960 und 1962–1975)
Fläche 236.800 km²
Einwohnerzahl 3.100.000
Bevölkerungsdichte 13,1 Einwohner pro km²
Währung Kip
Gründung 1949
Unabhängigkeit 1953
Auflösung 1975
Nationalhymne Pheng Xat Lao
Zeitzone UTC +7
Kfz-Kennzeichen LAO
Telefonvorwahl +856
Lage des Königreiches Laos in Südostasien
Lage des Königreiches Laos in Südostasien

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Das Königreich Laos (Laotisch: ພຣະຣາຊອານາຈັກລາວ, Phra Ratxa A-na-chak Lao) bestand von 1949 bis 1975 und wurde am 9. November 1953 von Frankreich unabhängig. Das Königreich war der erste unabhängige laotische Staat der Moderne und wurde von den Königen Sisavang Vong (1949–1959) und Savang Vatthana (1959–1975) regiert. Es wurde am 19. Juli 1949 innerhalb von Französisch-Indochina in der Union Française autonom und infolge der kommunistischen Machtübernahme vom 23. August 1975 im Vietnamkrieg am 2. Dezember 1975 von der Demokratischen Volksrepublik Laos abgelöst.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Königspalast in Luang Prabang
König Sisavang Vong (1949–1959) auf einer laotischen Briefmarke von 1951

Um ein vereintes Königreich zu ermöglichen, verzichtete Boun Oum vom Königreich Champasak im August 1946 zu Gunsten des Königs von Luang Prabang auf seinen Thronanspruch.

Infolge des französisch-laotischen Vertrages von 1953 übernahm die königliche laotische Regierung das Land. In dem Vertrag wurde eine konstitutionelle Monarchie unter König Sisavang Vong und Premierminister Suvanna Phūmā mit der Hauptstadt Vientiane und der Königsstadt Luang Prabang gegründet. Da nur ein Teil der laotischen Unabhängigkeitskämpfer mit dem Vertrag zufrieden war, spaltete sich die Unabhängigkeitsbewegung Lao Issara („Freie/Unabhängige Lao“) ab. In den folgenden Jahren ging der Einfluss Frankreichs zurück und die Vereinigten Staaten gewannen an Einfluss.

Am 21. Juli 1954 erkannte Frankreich auf der Indochinakonferenz endgültig die Unabhängigkeit von Laos an und verzichtete auf alle Ansprüche in Indochina, womit der 1946 ausgebrochene Indochinakrieg beendet und Indochina in die unabhängigen Staaten Laos, Kambodscha, Nordvietnam und Südvietnam geteilt wurde. Bereits 1954 brach der Bürgerkrieg in Laos aus, der bis 1975 andauerte und zur Abschaffung der Monarchie führte. 1958 bildete Premierminister Suvanna Phūmā die erste provisorische Einheitsregierung, die jedoch nur fünf Monate bestand.

König Savang Vatthana (1959-1975)

1960 brach nach mehreren Rebellionen der Machtkampf zwischen der Regierung und der Pathet Lao aus. 1962 scheiterte Prinz Souvanna Phouma bei der Gründung einer zweiten provisorischen Einheitsregierung, was zu einer Verschärfung des Konfliktes führte.

Obwohl sich Laos im Vietnamkrieg neutral verhielt, führte die CIA in den 1960er und 1970er Jahren mit einer geheimen von ihr selbst ausgehobenen Hmong-Armee von Long Cheng aus einen Krieg gegen die Pathet Lao.[2]

Die Vereinigten Staaten unterstützten vor und während des Vietnamkrieges die Regierung und die Hmong gegen die Pathet Lao, die Việt Minh und die Kommunistische Bewegung Nordvietnams.[3] Daneben unterstützten Frankreich, Australien, Myanmar, Thailand und Japan die Regierung. Da der Ho-Chi-Minh-Pfad überwiegend durch Laos verlief, bombardierten die Vereinigten Staaten große Teile des Landes.[4]

Im Februar 1973 wurde auf der Pariser Friedenskonferenz ein Waffenstillstand zwischen Nordvietnam und den Vereinigten Staaten geschlossen, und im April 1974 scheiterte Souvanna Phoumas Versuch, eine dritte provisorische Einheitsregierung zu bilden. Zu dem Zeitpunkt kontrollierte die Pathet Lao bereits weite Teile des Landes und im April 1975 nahm sie die Hauptstadt ein. Im Dezember 1975 übergab Prinz Vong Savang die Abdankung von König Savang Vatthana an die Pathet Lao. Anschließend wurde die Demokratische Volksrepublik Laos mit Prinz Souphanouvong als Präsident und Kaysone Phomvihane als Premierminister und Generalsekretär der Laotischen Revolutionären Volkspartei gegründet.

Als sich die Vereinigten Staaten zum Ende des Vietnamkrieges immer mehr aus Laos zurückzogen, begann der Hmong-Konflikt, der teilweise an der Grenze zu Thailand noch andauert.

Nach der Entmachtung des Königs und der Machtübernahme durch die Kommunisten ging die königliche Familie ins Exil nach Washington, D.C. und strebt von dort die Wiedererrichtung der Monarchie an.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLaos - Glossary. Library of Congress, abgerufen am 1. Juli 2010 (englisch).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDie grösste Militäroperation der CIA. Die tageszeitung, abgerufen am 1. Juli 2010.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatIndochina - United States Emergency Aid to Laos and Thailand in the Face of Viet Minh Aggression: Statement by the Secretary of State at a News Conference, May 9, 1953. In: Yale Law School Avalon Project. Lillian Goldman Law Library, 1996, abgerufen am 1. Juli 2010 (englisch).
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKriegsschrott in Laos - Gartenzäune aus Fliegerbomben. Spiegel Online, abgerufen am 1. Juli 2010.
  5. Royal Lao Government in Exile (englisch)

Literatur[Bearbeiten]

  •  Oliver Tappe: Geschichte, Nationsbildung und Legitimationspolitik in Laos. 2008, ISBN 3-82581-610-9 (Auszüge).
  •  Michael Schultze: Die Geschichte von Laos. 1998, ISBN 3-88910-136-4.
  •  Martin Stuart-Fox: A History of Laos. Cambridge University Press, 1997.
  •  Kenneth Conboy: War in Laos 1954-1975. Squadron/Signal publications, 1994.

Weblinks[Bearbeiten]