Königs Wusterhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Königs Wusterhausen
Königs Wusterhausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Königs Wusterhausen hervorgehoben
52.29166666666713.62536Koordinaten: 52° 18′ N, 13° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Höhe: 36 m ü. NHN
Fläche: 95,83 km²
Einwohner: 34.240 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 357 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 15711, 15712, 15713
Vorwahlen: 03375, 033762, 033767, 03362
Kfz-Kennzeichen: LDS
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 260
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schloßstraße 3
15711 Königs Wusterhausen
Webpräsenz: www.koenigs-wusterhausen.de
Bürgermeister: Lutz Franzke (SPD)
Lage der Stadt Königs Wusterhausen im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-Wußwerk Bersteland Bestensee Byhleguhre-Byhlen Drahnsdorf Eichwalde Golßen Groß Köris Halbe Heideblick Heidesee Jamlitz Kasel-Golzig Königs Wusterhausen Krausnick-Groß Wasserburg Lieberose Lübben Luckau Märkisch Buchholz Märkische Heide Mittenwalde Münchehofe Neu Zauche Rietzneuendorf-Staakow Schlepzig Schönefeld Schönwald Schulzendorf Schwerin Schwielochsee Spreewaldheide Steinreich Straupitz Teupitz Unterspreewald Wildau Zeuthen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Königs Wusterhausen (bis 1718 Wendisch Wusterhausen, niedersorbisch Parsk[2]) ist eine Stadt und ein Mittelzentrum im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg in Deutschland.

1375 wurde Wusterhusen erstmals erwähnt, bekam 1935 das Stadtrecht und war seit 1952 Kreisstadt des bis 1993 bestehenden Kreises Königs Wusterhausen.

Eine regionale umgangssprachliche Abkürzung für Königs Wusterhausen ist KW, die zugleich an die einstige Sendeanlage erinnert (KW für Kurzwelle, siehe auch das Wappen der Stadt).

Geografie[Bearbeiten]

Das Stadtzentrum von Königs Wusterhausen liegt südöstlich in ca. 10 km Entfernung zum Berliner Stadtrand am Zusammenfluss des Nottekanals und der Dahme. Zum Berliner Zentrum sind es ca. 36 km (Potsdamer Platz). Deutlich weiter entfernt liegen die Landeshauptstadt Potsdam (≈ 57 km) westlich von Königs Wusterhausen bzw. die Kreisstadt Lübben (Spreewald) (≈ 53 km) südlich der Stadt. Im direkten Agglomerationsbereich von Berlin gelegen, ist Königs Wusterhausen durch eine günstige Verkehrslage das gewachsene Zentrum im bevölkerungsreichen Norden des Kreises, in dem rund 110.000 der knapp 162.000 Einwohner des Landkreises leben.

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Königs Wusterhausen reicht von Gosen-Neu Zittau im Norden bis Bestensee im Süden und von Mittenwalde im Westen bis Heidesee im Osten.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Königs Wusterhausen grenzt im Norden an Berlin, im Nordosten an Gosen-Neu Zittau und Spreenhagen, im Osten an Heidesee, im Süden an Bestensee, im Südwesten an Mittenwalde sowie im Westen an Wildau und Zeuthen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Königs Wusterhausen ist die größte Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald. Neben den Ortsteilen Deutsch Wusterhausen und Neue Mühle fanden durch die Gemeindegebietsreform 2003 sieben Eingemeindungen statt. Seitdem wurden, neben Diepensee, die zum ehemaligen Amt Unteres Dahmeland gehörenden eigenständigen Gemeinden Zeesen, Kablow, Niederlehme, Senzig, Wernsdorf und Zernsdorf zu neuen Ortsteilen der Stadt gebildet und wählen eigene Ortsbeiräte sowie einen Ortsbürgermeister.

Zur Stadt Königs Wusterhausen gehören seitdem folgende Ortsteile, bewohnte Gemeindeteile und weitere Siedlungsgebiete:[3]

Ortsteile mit zugehörigen Siedlungsgebieten Ortsteile mit zugehörigen Siedlungsgebieten

Mit der Gemeindegebietsreform 2003 hat sich die Einwohnerzahl nahezu verdoppelt und die Fläche versechsfacht. Eine Besonderheit stellt der Stadtteil Diepensee dar. Dabei handelt es sich um eine 2003 fertiggestellte, neu angelegte Siedlung, in die die Bewohner der ehemaligen gleichnamigen Gemeinde umgesiedelt wurden, nachdem das alte Diepensee zugunsten der Erweiterung des Flughafens Berlin-Schönefeld aufgegeben wurde. Die Einwohner der Stadt verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Stadtteile:

Einwohnerverteilung
Einwohnerzahl: 34.815 (30. Juni 2014)[4]
Ortsteil Einwohner Bevölkerungsanteil
Königs Wusterhausen 17.523 50,3 %
Diepensee 303 0,9 %
Kablow 874 2,5 %
Niederlehme 3.054 8,8 %
Senzig 3.207 9,2 %
Wernsdorf 1.552 4,5 %
Zeesen 5.024 14,4 %
Zernsdorf 3.278 9,4 %

Geologie[Bearbeiten]

Naturräumliche Lage des Teltow

Königs Wusterhausen liegt in den Niederungen zwischen den Höhenzügen des Teltow und der Beeskower Platte, dem sogenannten Dahmeland. Dabei durchzieht die kulturlandschaftliche Grenze des Teltow die Stadt von Süden nach Norden. Entsprechend war die Gegend um die Stadt sehr durch Moore bzw. Moorwiesen geprägt.

Die Erdschichten in und um Königs Wusterhausen stammen vornehmlich aus dem Diluvium und Alluvium. Der Aufbau beträgt zwei Schichten Ton (Geschiebeton und geschiebefreien Ton), die durch Sandschichten voneinander getrennt sind und von einer starken Schicht Kies, Sand und lehmigen Sandes bedeckt werden. Der hiesige Ton umschloss nicht selten neben Kreide- und Feuersteinbrocken auch Bernstein.[5][6][7] Der Ton galt als qualitativ sehr gut und die Vorkommen als reichhaltig.[8] Die daraus gewonnenen Ziegel hatten eine recht helle weiße Farbe sowie einen guten Klang und weder Ausschlag noch Salpeteransätze nach der Verarbeitung aufgewiesen.[9] Daneben befindet sich bei Körbiskrug ein Süßwasserbecken aus der Diluvialzeit.[10] Westlich der Stadt findet sich eine Hochfläche mit nordischem Kalkstein bzw. laut Berghaus Wiesenkalk aus der Zeit des Silur.[11][12]

Trotz einer für Brandenburg hohen Bevölkerungsdichte sind große Flächen der Stadt Gewässer und Wälder. Große Gewässer stellen der Zeesener See, der Krüpelsee, der Krossinsee sowie der Große Zug dar. Hinzu kommen viele kleinere Seen, der Oder-Spree-Kanal im Ortsteil Wernsdorf, die Dahme, welche sich durch fast alle Ortsteile zieht, und der Nottekanal. Große bewaldete Gebiete stellen die Senziger Heide, der Tiergarten in Neue Mühle und der Friedersdorfer Forst dar. Letzterer bedeckt bis auf den besiedelten Uferbereich das komplette Stadtgebiet zwischen der Autobahn A10, dem Oder-Spree-Kanal und den Gewässern Krossinsee und Großer Zug.

Geschichte[Bearbeiten]

Namensentstehung[Bearbeiten]

Im Zusammenhang mit der erstmaligen Erwähnung wurde der Ort „hus to wusterhusen“ genannt. Der Name wurde aus dem altpolnischen „Vostroźn“ eingedeutscht; vostrog wurde ein mit Palisaden befestigter Platz genannt.[13] Im Niedersorbischen jedoch heißt Königs Wusterhausen „Parsk“, welches ein altpolabisches Wort für Wüstung ist.[14] Sowohl Theodor Fontane[15] als auch Heinrich Berghaus[16] beschrieben die Entwicklung des Namens folgendermaßen:

Der ursprüngliche Name des Ortes war „Wustrow“, was in slawischen Dialekten so viel bedeutet wie „Werder“ oder „Insel“ bzw. laut Fontane „umflossener Ort“. Dies ist dahingehend schlüssig, da die ursprüngliche Burg auf einem Werder in der Notte als Wasserburg zum Schutze des Übergangs über die Notte errichtet wurde. Als die Deutschen in das Land kamen, entstand neben Wendisch-Wustrow der eigenständige Ort Deutsch-Wustrow, deren Namen später zu „Wusterhausen“ germanisiert wurden. Wendisch Wusterhausen wird in den Landbüchern anfänglich auch lateinisch „Wusterhuse Slavica“ bzw. die dazugehörige Burg „Castrum Wusterhuse“ und die deutsche Siedlung „Wusterhuse Teutonica“ genannt.[17] Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die ausgebaute Burg dann in Königs Wusterhausen umbenannt, während die umliegende Wirtschaft den Namen Wendisch-Wusterhausen vorerst behielt. Zuerst wurde der umliegende Flecken in Klein-Wusterhausen umbenannt und hat erst langsam bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts den Namen Königs Wusterhausen angenommen. So spricht Bratring in seinem 1805 erschienenen Buch ebenfalls noch von Klein-Wusterhausen.[18]

Frühgeschichte und Mittelalter[Bearbeiten]

Slawische Gebiete um 1150

Im Zuge der Völkerwanderung erreichten die Sprewanen den Berliner Raum im Gebiet der Flüsse Dahme, Spree und Notte.[19] Wann der Ort bzw. die Burg Wostrów gegründet wurde, lässt sich heute nicht mehr sagen. Allerdings spricht der polnische Historiker Wilhelm Bogusławski im Band 4 seines Buches „Geschichte der nordwestlichen slawischen Völker bis zur Hälfte des 13. Jahrhunderts“ im Zusammenhang mit dem Schutz vor den Überfällen des Markgrafen von Brandenburg auf das Gebiet des Jaxa von Köpenick von zwei Burgen: Wostrów (Wusterhausen) im Grenzgebiet Dęby (Dahme) und Chudowina (Mittenwalde) im Grenzgebiet Sosny (Zossen), welche die Angreifer von der angrenzenden Lausitz fernhalten sollten.[20] Es ist also sehr wahrscheinlich, dass eine slawische Burg an der heutigen Stelle des Schlosses bereits im 12. Jahrhundert einen Übergang über die Notte beschützte.

Im Zusammenhang mit der Belehnung der Herzöge Rudolf (I.) und Wenzel von Sachsen (-Wittenberg) durch die Äbtissin Jutta von Quedlinburg wurden der Ort („hus to wosterhusen“) und die Burg am 19. September 1320 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1377 wurden Ort und Burg als Lehensbesitz der Adelsfamilie von Schlieben erworben.[21] Die Burg und die Siedlung Wusterhausen waren seit den Eroberungen durch die Askanier im 12. bis 13. Jahrhundert bis ins 15. Jahrhundert Teil des Grenzgebietes zwischen der Mark Brandenburg und der Mark Lausitz. Erst mit der Abtretung der Herrschaft Teupitz im Jahr 1431 gehörte das Gebiet vollständig zur Mark Brandenburg. Nachdem der Ort als Teil des Landes Teltow ab 1422 von der Äbtissin des Stifts Quedlinburg als Lehnsherrschaft beansprucht wurde,[22] ist dieses Lehen 1440 auch durch eine Notiz im „kurmärk. Lehnscopialbuche“ bestätigt.[23] Laut Heinrich Berghaus’ „Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Niederlausitz“ waren die Schlieben aber 1451 immer noch oder wieder Lehnsherren der hiesigen Ortschaften.[24] Karl Friedrich von Klöden erklärt diesen Widerspruch damit, dass Kurfürst Friedrich II. die Ansprüche der Äbtissin abschlägig beschied.[25] Das Rittergeschlecht der Schenken von Landsberg und Seyda erwarb die hiesigen Dörfer samt Burg im Jahr 1475. Von da an hieß das Herrschaftsgebiet Schenkenländchen.[21]

Neuzeit bis zum Soldatenkönig[Bearbeiten]

Im Jahr 1500 ließ sich erstmals der Besitz Wendisch Wusterhausens durch die Schenken von Landsberg zu Teupitz nachweisen. Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde Wusterhausen im Jahr 1643 durch schwedische Soldaten verwüstet.[21] Dabei wurde der Ort, auf Grund seiner verkehrlich vorteilhaften Lage als geschützte Flussquerung, ein leichteres Ziel von militärischen Truppen. Solche Städte und Flecken waren im Teltow allgemein stärker von Verwüstung getroffen, als Ortschaften abseits der großen Straßen, geschützt durch Wasser und Sumpf.[26] Am 14. Oktober 1669 erwarb Geheimrat Friedrich von Jena das Schloss und Dorf Wendisch Wusterhausen.

Vorderansicht des Schlosses
Kavaliershäuser des Schlosses mit Schlosshof

Anfang Juli 1682[21] erwarb Kurprinz Friedrich, ab 1688 als Kurfürst Friedrich III. und als König in Preußen ab 1701 Friedrich I., den Ort und das Schloss. Am 24. Dezember 1698 erhielt Kurprinz Friedrich Wilhelm das Schloss einschließlich der dazugehörigen Güter von seinem Vater geschenkt. 1701 gründete der Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm I. seine Kompanie der „Langen Kerls“. In den Jahren 1713 bis 1718 wurde das Schloss Wusterhausen zum Jagdschloss umgebaut.[21] 1718 wurde Wendisch Wusterhausen anlässlich der Einweihung des königlichen Jagdschlosses in Des Königs Wusterhausen umbenannt. Im Jahr 1726 wird hier der Vertrag von Wusterhausen geschlossen, welcher ein Bündnis zwischen Preußen und Österreich beinhaltete.[27] 1730 unterzeichnete Friedrich Wilhelm I. im hiesigen Jagdschloss das Todesurteil für Leutnant Katte.[21] Die Herrschaft Königs Wusterhausen wurde 1786 als Gut verpachtet.[21] Friedrich von Raumer war Leiter des Departements der Domänenkammer Wusterhausen von 1806 bis 1809 und beschrieb Königs Wusterhausen auf Grund der Anwesenheit von typisch großstädtischen Beamten, wie eines Superintendanten, eines Oberamtmannes, eines Postsekretärs und eines Justizbeamten als "eigentümlichen Ort, der weder eine Stadt, noch ein Flecken, noch ein Dorf ist".[28] 1819 bestand Königs Wusterhausen aus einer Kirche und 56 Häusern, welche 302 Einwohner beherbergten. Hier befand sich ebenso ein Postamt, von welchem der Postkurs von Berlin über Cottbus und Hoyerswerda nach Dresden ging und ein hier startender Postkurs nach Spremberg existierte.[29] 1832 erhielt Königs Wusterhausen das Marktrecht.[21] 1840 ordnete König Friedrich Wilhelm IV. die Renovierung des Jagdschlosses an, nachdem Friedrich II. ab 1740 für den Ort seiner schrecklichen Kinder- und Jugendzeit keine Mittel mehr zur Verfügung stellte.[21]

Industrialisierung und Belebung im 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

1846 wurden die zuvor als prinzliche Kammern anvertrauten Domainen und Forsten als königliche Hausdomain geführt. Die Domain Königs Wusterhausen bestand damals aus einem Direktor, zwei Kammerräten, einem Forstrat und einem Bauinspektor.[30] Zur Verwaltung gehörten:

1848 entstand in Königs Wusterhausen die erste Bürgervertretung, nachdem Friedrich Wilhelm IV. am 3. Mai 1847 das „Statut für den Flecken Königs-Wusterhausen“ unterschrieb.[31] In diesem 19 Paragraphen umfassenden Statut sind die Anzahl, die Wahl, die Länge der Legislaturperiode und die Entlohnung der Volksvertreter festgelegt. Das Statut sieht vor, dass der Ortsvorstand aus dem Ortsvorsteher und drei Gerichtsmännern besteht, wobei der Ortsvorstand vom Rentamt Königs Wusterhausen gewählt wurde. Dem Ortsvorstand stehen von den eingesessenen Einwohnern gewählte „Communal-Verordnete“ bei. Je fünf Großeigentümer (> 600 Taler) bzw. zwölf Kleineigentümer wurde ein Verordneter entsandt.

Im Jahr 1850 hatte Königs Wusterhausen 1000 Einwohner und Postkurse nach Berlin, Mittenwalde und über Wendisch Buchholz nach Cottbus. König Wilhelm I. sorgte ab 1861 durch Jagden und das Tabakskollegium für eine weitere Belebung des Jagdschlosses und des Ortes.[21]

Im Jahr 1855 hatte Königs Wusterhausen bereits zwei Schulhäuser, ein Wirtshaus, einen Schäfer- und einen Fischerhof. Die Bewohner arbeiteten hauptsächlich in den nahen Ziegeleien oder betrieben Kleingewerbe. Landwirtschaft wurde hauptsächlich nebenbei betrieben. Die Superintendentur Königs Wusterhausen umfasste 1855 neun Pfarrsysteme mit ihren 14 Tochterkirchen:[32]

  • Buchholz
  • Gräbendorf
  • Kiekebusch
  • Münchehofe
  • Selchow
  • Teupitz
  • Waltersdorf
  • Königs Wusterhausen

Für seine Wanderungen durch die Mark Brandenburg besuchte Theodor Fontane Königs Wusterhausen im Jahre 1862. 1866 endete die 10-jährige Begradigung des Nottekanales unter anderem mit dem Einbau einer modernen Schleuse in Königs Wusterhausen. Im Jahr 1867 wurde die 1865 begonnene Eisenbahnlinie Berlin–Königs Wusterhausen–Cottbus–Görlitz fertiggestellt. 1872 wurde die erste Königs Wusterhausener Zeitung mit dem Namen Intelligenzblatt für Königs Wusterhausen und Umgebung herausgegeben.[21] 1894 erfolgte die Eröffnung der Kleinbahnen Königs Wusterhausen - Mittenwalde - Töpchin und Königs Wusterhausen–Beeskow.

20. Jahrhundert und jüngste Vergangenheit[Bearbeiten]

Arbeiter auf dem Funkturm 1925
  • Seit 1901 gibt es ein Blindenheim im Ort, gestiftet von dem Hamburger Großkaufmann Hermann Schmidt. Seit 1952 existiert auf dem Gelände eine Blindenschule mit Internat, zur Zeit der DDR die einzige Schule, an der blinde Kinder das Abitur ablegen konnten.
  • 1913 fand die letzte kaiserliche Hofjagd in der Dubrow statt.
  • 1920 wurde der erste deutsche Rundfunksender auf dem „Funkerberg“ in Betrieb genommen. Von diesem Sender Königs Wusterhausen aus sendeten der Presserundfunk, ab 1922 der Wirtschaftsrundfunk und ab 1923 der Unterhaltungsrundfunk, also das, was man später unter Radio verstand.
  • 1935 bekam Königs Wusterhausen das Stadtrecht verliehen. Dabei zählte die Stadt rund 6000 Einwohner.
  • 1937 wurde die katholische Kirche St. Elisabeth gebaut und geweiht.
  • 1938 wurde der Autobahnring eingeweiht.
  • 1944 wurde am Güterbahnhof ein KZ-Außenlager des KZ Sachsenhausen für Juden und Polen errichtet, die in der Rüstungs- und kriegswichtigen Produktion Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen Arbeit verrichten mussten. Der Tod von vier Frauen und einem Säugling ist dokumentarisch belegt. Das Lager wurde im April 1945 von der Roten Armee befreit. Im Jagdschloss wurde die Kommandantur errichtet. Mit Flüchtlingen zählte die Stadt 9000 Einwohner.[21]
  • 1946 fanden erste freie Wahlen statt. Die Liberaldemokraten gingen dabei knapp als Sieger hervor und stellten mit Willi Hein den ersten Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg.
  • 1951 wurde der elektrische Fahrbetrieb der S-Bahn nach Falkensee freigegeben. Die Stadt zählte 8000 Einwohner.
  • 1952 wurde Königs Wusterhausen Kreisstadt im gleichnamigen Kreis.
  • 1961 wurde mit der Stadterweiterung durch Neubaugebiete zwischen der Cottbuser und der Luckenwalder Straße begonnen.
  • 1972 stürzte der Mittelturm des markantesten Bauwerks der Sendeanlage ein.
  • 1972 stürzte eine Iljuschin Il-62 der Interflug über der Stadt ab; dabei starben 156 Menschen (siehe Flugzeugkatastrophe von Königs Wusterhausen).
  • 1974 wurde das Dorf Deutsch Wusterhausen eingemeindet.
  • 1984 wurden weitere Neubaugebiete beiderseits der Luckenwalder Straße errichtet. Die Einwohnerzahl stieg bis 1989 auf rund 19.000.

Obwohl Königs Wusterhausen seit der Kreisreform 1993 keine Kreisstadt mehr ist, teilt sich die Stadt die Ämter auf Kreisebene mit der Kreisstadt Lübben. In Königs Wusterhausen sind dabei u. a. das zuständige Finanzamt, die momentan einzige Jugendarrestanstalt Brandenburgs sowie das Amtsgericht verblieben. Ab 1995 bildete Königs Wusterhausen zusammen mit Wildau ein Mittelzentrum in Funktionsteilung. Mit der Verordnung zur Neuordnung im Jahr 2009, hat die Stadt, neben weiteren 33 Städten in Brandenburg, die vollständige Funktion eines Mittelzentrums.[33]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1898 wurde Neue Mühle eingemeindet.

Am 1. Januar 1974 wurde Deutsch Wusterhausen eingemeindet.[34]

Am 26. Oktober 2003 wurden Kablow (niedersorbisch Kobłow[35]), Niederlehme, Senzig, Wernsdorf, Zeesen und Zernsdorf der Stadt angegliedert.[36]

Am 29. Februar 2004 wurde ein Teil der ehemaligen Gemeinde Diepensee eingegliedert.[37] Der Ort musste dem Flughafen Berlin Brandenburg weichen und wurde im Gemeindegebiet wieder aufgebaut.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Von 1624 bis 1945[Bearbeiten]

(jeweiliger Gebietsstand)

Jahr Einwohner
1624 35
1643 10
1685 40
1700 80
1750 221[18]
1800 284[18]
1801 302[18]
1826 239[38]
1837 560[39]
Jahr Einwohner
1850 1000
1856 1049
1868 1200[40]
1875 1811[41]
1885 1969[42]
1890 2334[43]
1891 2463
1900 3486
Jahr Einwohner
1910 4382[44]
1911 4568
1925 5153
1933 5661
1935 6000
1939 6562
1944 8611
1945 9000

Von 1946 bis 1989[Bearbeiten]

(jeweiliger Gebietsstand zum Dezember des Jahres)

Quelle: Statistische Jahrbücher der DDR[45]

Jahr Einwohner
Okt. 1946 6.614
Aug. 1950 6.846
1951 8.000
1964 8.938
1967 10.139
1968 10.245
1969 10.280
Jahr Einwohner
1970 10.378
1971 10.918
1972 10.931
1973 10.861
1974 11.825
1975 11.915
1976 12.040
1977 12.025
1978 12.142
1979 13.818
Jahr Einwohner
1980 15.005
Jun. 1981 15.896
1982 18.497
1983 18.951
1984 19.116
1985 19.111
1986 19.085
1987 19.016
1988 18.888
1989 18.405

Ab 1990[Bearbeiten]

(jeweiliger Gebietsstand)

Jahr Einwohner
1990 18.130
1991 17.795
1992 17.805
1993 17.623
1994 17.542
1995 17.633
1996 17.805
1997 17.547
1998 17.422
1999 17.351
Jahr Einwohner
2000 17.262
2001 17.306
2002 17.247
2003 32.199
2004 32.785
2005 33.092
2006 33.148
2007 33.221
2008 33.416
2009 33.762
Jahr Einwohner
2010 33.981
2011¹ 33.747
2012 33.975
2013 34.240
2014
2015
2016
2017
2018
2019

¹ Volkszählungsergebnis

Bevölkerungsprognose[Bearbeiten]

Laut dem Landesamt für Bauen und Verkehr Brandenburg wird sich die Bevölkerung der Stadt bis 2030 folgendermaßen entwickeln:[46][47]

Jahr Einwohner
2010 33.562
2015 33.770
2020 33.440
2030 31.173

Die Bertelsmann Stiftung, Wegweiser Demographischer Wandel, liefert Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2959 Kommunen in Deutschland (Publikation Januar 2006). Für Königs Wusterhausen wird ein Anstieg der Bevölkerung zwischen 2006 und 2025 um 3,9 Prozent (1287 Personen) vorausgesagt.

Absolute Bevölkerungsentwicklung 2006-2025 – Prognose für Königs Wusterhausen:

Jahr Einwohner
2006 33.201
2010 33.692
2015 34.125
2020 34.409
2025 34.488

Quelle: Bertelsmann Stiftung

Bevölkerungsentwicklung im aktuellen Gebietsstand[Bearbeiten]

Quellen: Die detaillierten Quellen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und des brandenburgischen Landesamtes für Bauen und Verkehr sowie der Bertelsmann-Stiftung finden sich unter Population Projection Brandenburg in den Wikimedia Commons

Religionen und Weltanschauungen[Bearbeiten]

Konfessionslosigkeit[Bearbeiten]

Die meisten Einwohner sind konfessionslos.

Christentum[Bearbeiten]

Evangelische Kreuzkirche in Königs Wusterhausen
Katholische Kirche in Königs Wusterhausen

In Königs Wusterhausen gibt es sowohl eine katholische als auch eine evangelische Kirchengemeinde. Die älteste Kirche im Stadtgebiet ist die Dorf- und Wehrkirche in Deutsch Wusterhausen aus dem 13. Jahrhundert.

1998 fusionierte der evangelische Kirchenkreis Königs Wusterhausen mit dem Kirchenkreis Berlin-Neukölln in der evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die Kirchengemeinden in Königs Wusterhausen, Deutsch Wusterhausen, Zeesen, Schenkendorf (Stadt Mittenwalde), Senzig, Zernsdorf und Niederlehme bilden dort heute die Region 9.

Die katholische Gemeinde gehört zum Dekanat Köpenick-Treptow im Erzbistum Berlin.

Beide Gemeinden besitzen sehr aktive Jugendgruppen, die evangelische Junge Gemeinde[48] und die katholische Jugend proFete.[49]

Weiterhin gibt es im Stadtgebiet 6 weitere Freikirchen. Dies sind die Christusgemeinde und das Haus des Vaters (beide der Pfingstbewegung entsprungen) und die freie Baptistengemeinde Königs Wusterhausen in der Kernstadt, eine Mennonitengemeinde im Neubaugebiet, die Neuapostolische Gemeinde Königs Wusterhausen und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Zeesen (Baptisten),

Judentum[Bearbeiten]

Seit einiger Zeit gibt es wieder eine jüdische Gemeinde mit etwa 55 Mitgliedern (Stand 2008) in der Stadt. Die Gemeinde ist Mitglied des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden Brandenburgs. Die Gemeinde verfügt über eine eigene Bibliothek und bietet neben einer Sozialberatung auch Unterricht durch einen Rabbiner an.[50] Ebenfalls soll in Königs Wusterhausen in der Seestraße im Ortsteil Zeesen ein jüdischer Friedhof existiert haben, von dem allerdings das letzte Mal 1970 Grabsteinfragmente gefunden wurden.[51]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • Gerhard Sudheimer (NSDAP) (Mai 1934 – September 1939)[52]
  • Willy Kamin (September 1939 – April 1945)[53]
  • Ernst Dörre (April 1945 – Dezember 1945)
  • Walter Gückler (Dezember 1945 – September 1946)
  • Willi Hein (LDPD) (September 1946 – Januar 1950)
  • ??? Burmeister (Januar 1950 – August 1950)
  • Adolf Pätzold (August 1950 – Mai 1951)
  • Kurt Gumlich (Mai 1951–???)
  • ??? Fritze (??? –Mai 1956)
  • Frau? Müller (Mai 1956–?1957)
  • Artur Winklmann (SED) (?1957 – Mai 1990)
  • Georg Lüdtke (SPD) (Juni 1990 – Dezember 1991)
  • Jochen Wagner (SPD) (Februar 1992 – Februar 2002)
  • Stefan Ludwig (PDS/Die Linke) (März 2002 – Oktober 2009)
  • Lutz Franzke (SPD) (seit Oktober 2009)

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Königs Wusterhausen besteht aus 32 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister.

(Stand: Kommunalwahl vom 28. September 2008)

zuständige Abgeordnete übergeordneter Parlamente[Bearbeiten]

Bundestag 2013:

Landtag Brandenburg 2009:

Wappen und Dienstsiegel[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 3. Juli 1992 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber stehend auf der nördlichen Erdhalbkugel mit grünem Wasser, goldenem Festland und schwarzem Grundnetz drei rote Sendetürme; ein hoher starker Stahlgittermast zwischen zwei kleineren seitlich verspannten.“[54]

Die Stadt Königs Wusterhausen führt ein Dienstsiegel mit 20 mm oder 35 mm Durchmesser, welches die Umschrift trägt: STADT KÖNIGS WUSTERHAUSEN LANDKREIS DAHME-SPREEWALD sowie die laufende Nummer.[55]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Königs Wusterhausen pflegt folgende Partnerschaften und freundschaftlichen Beziehungen:[56]

Die Städtepartnerschaft zur mittelböhmischen Stadt Příbram umfasst vor allem den Austausch von Informationen sowie von Kultur und Sport.

Die Partnerschaft zum Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf resultiert aus der Partnerschaft zum ehemaligen Bezirk Zehlendorf, welcher 2001 zum neuen Bezirk fusioniert wurde. Entstanden sind die Kontakte durch einen Beschluss des Staatsratsvorsitzenden der DDR und dem regierenden Bürgermeister von Berlin kommunale Kontakte zwischen West-Berliner Bezirken und Städten der DDR herzustellen. Inhalt der Partnerschaft ist auch hier der Austausch von Informationen sowie von Kultur und Sport.

Die freundschaftliche Verbindung zur Stadt Hückeswagen in Nordrhein-Westfalen geht auf bereits vor der Wende bestehende Kontakte zwischen den beiden Evangelischen Kirchengemeinden zurück. 1988 besuchte erstmals der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde die Stadt. Nach der Wende wurden diese Kontakte auf die Verwaltungen und die Feuerwehren beider Städte ausgedehnt. 1999 schenkten die Königs Wusterhausener den Hückeswagenern ein Stück der Berliner Mauer, das an zentraler Stelle aufgestellt wurde.

Die Städtepartnerschaft mit der niedersächsischen Gemeinde Schiffdorf (Küstenkreis Cuxhaven) besteht mit der ehemaligen Gemeinde und heutigem Ortsteil Niederlehme. Inhalt der Partnerschaft ist das gegenseitige Kennen- und Verstehenlernen, Verwaltungshilfe sowie Erfahrungs-, Gedanken-, Kultur- und Sportaustausch.

Die Städtepartnerschaft zur US-amerikanischen Stadt Germantown im Bundesstaat Tennessee besteht aus dem Austausch von Informationen, Kultur und Sport. In regelmäßigem Abstand finden gegenseitige Besuche durch Schüler der beiden Städte statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Königs Wusterhausen und in der Liste der Bodendenkmale in Königs Wusterhausen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler.

Museen[Bearbeiten]

Blick auf die Funkmasten des Deutschlandsenders im Jahr 1926
Der einzige noch erhaltene Sendemast auf dem Funkerberg

Auf dem Funkerberg befindet sich das Sender- und Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen. Dort befindet sich auch der Mittelturm des Sender Königs Wusterhausen.

Von den einst umfangreichen Bauwerken auf dem Funkerberg ist heute nur noch sehr wenig erhalten, denn viele Antennenträger wurden nach dem Einsturz des Mittelturms am 15. November 1972 und aus technischen Gründen demontiert.

Heute sind nur noch ein 210 Meter hoher Mast und zwei kleine freistehende Türme vorhanden. Er ist heute, wie die übrigen Gebäude und Anlagen auf dem Funkerberg, ein technisches Denkmal. Bis 1999 diente dieser Mast als Träger einer Sendeantenne für Langwelle, die als Reserveantenne für die Langwellensender Zehlendorf und Donebach diente.

1994 wurde auf dem Funkerberg ein 67 Meter hoher Mobilfunkturm in Fertigbetonbauweise errichtet. Er ist heute der einzige aktive Senderstandort auf dem Funkerberg.

Erste Funkversuche fanden 1908 statt. Am 22. Dezember 1920 wurde vom Funkerberg das erste Mal Musik und Sprache mit Hilfe der Funktechnik auf Welle 2400 (Langwelle) gesendet. Es ging als Weihnachtskonzert der Reichspost in die Geschichte ein. Damit gilt Königs Wusterhausen als Wiege des deutschen Rundfunks. Die Künstler waren Angestellte der Deutschen Reichspost. Die Initiative ging von Hans Bredow, dem „Vater des Deutschen Rundfunks“ aus. Bis 1926 wurden regelmäßig jeden Sonntag die Sonntagskonzerte gesendet. Das Studio dieser Sendungen war im Anfang ein umgebauter Sanitärraum im ersten Sendehaus auf dem Funkerberg.

Bauwerke[Bearbeiten]

Heimatmuseum im ehemaligen Königlichen Forstamt
Schlosspark
Wasserturm Niederlehme
  • Schloss Königs Wusterhausen, ein Jagdschloss mit Schlosspark (beliebtes Ausflugsziel der ansässigen Jugend), bekannt als Lieblingsaufenthalt des Königs Friedrich Wilhelm I. von Preußen (siehe Tabakskollegium)
  • Heimatmuseum im Gebäude des ehemaligen Königlichen Forstamtes aus dem Jahr 1869 auf dem Gelände des alten Gutshofs gegenüber dem Schloss
  • Kreuzkirche, begonnen 1697, 1757/58 vergrößert, 1821 Umbau durch Johann Albert Eytelwein, Neuverglasung 1949 durch drei Chor-Fenster und vier ornamentale Rundscheiben von Charles Crodel
  • Katholische Kirche St. Elisabeth, Namenspatronin ist die Heilige Elisabeth von Thüringen, Grundsteinlegung Anfang 1937, nach nur sechsmonatiger Bauzeit wurde die Kirche am 1. August 1937 durch Bischof Konrad Graf von Preysing geweiht
  • Katholisches Pfarrhaus, erbaut 1899–1902, die katholischen Christen der Umgebung konnten hier bis 1937 in der St. Elisabeth-Kapelle ihren Gottesdienst abhalten, diente damals auch als Schulgebäude, heute Gemeinderaum
  • Schleuse Neue Mühle (erstmals belegt 1739), Höhenunterschied 1,50 m
  • Wasserturm (Baubeginn 1910, stillgelegt 1965), jetzt Café mit Biergarten und Ausstellungsflächen
  • 210 Meter Sendemast (Baujahr 1925)
  • Bahnhof Königs Wusterhausen (Baujahr 1880)
  • Gebäudeensemble des Amtsgerichts Königs Wusterhausen inklusive Gerichtsbau und Arrestanstalt aus dem Jahr 1914
  • Blindenschule. Ein Fachwerkbau der 1901 als erste Institution dieser Art für Blinde in Deutschland eröffnet wurde. Der Bau wurde durch die Stiftung von 500.000 Reichsmark des Hamburger Großkaufmanns Hermann Wilhelm Schmidt und dessen Ehefrau möglich gemacht. Kaiser Wilhelm II. spendete ein Grundstück von circa zehn Morgen aus dem Hofkammergebiet.
  • Gutsanlage Diepensee, die Ortslage Diepensee und mit ihr die Gutsanlage wurde im Zuge des Flughafenausbaus in den vergangenen Jahren abgetragen und vorher von den beiden Bauhistorikern Yngve Jan Holland und Andreas Potthoff bauhistorisch untersucht und dokumentiert.
  • Denkmalsanlage von 1974 in der Puschkinstraße neben dem Schloss für die Opfer des Faschismus
  • Gedenken auf dem Friedhof an der Berliner Straße an 15 polnische Zwangsarbeiter aus einem Lager am Krebssee, die Gleisbau- und Fundamentierungsarbeiten verrichten mussten
  • Ehrenmal von 1952/53 im Ortsteil Niederlehme auf dem Thälmann-Breitscheid-Platz für Opfer des Faschismus und zum Gedenken an drei Angehörige des Kommunistischen Widerstandes, die 1944 im Zuchthaus Brandenburg ermordet wurden
  • Ernst-Thälmann-Gedenkstätte am Sporthaus Ziegenhals, wo 1933 nach der Machtübertragung an Hitler das ZK der KPD zum letzten Mal tagte
  • Niederlehmer Wasserturm, 1902 nach dem Vorbild des Istanbuler Galataturms aus Kalksandstein errichtet.

Parks[Bearbeiten]

Im Neubaugebiet wurde eine öffentliche Grünanlage errichtet. Weiterhin existiert mit dem Schlosspark eine weitere stark frequentierte öffentliche Parkanlage. Das Erholungsgebiet und heutige Naturschutzgebiet Tiergarten Neue Mühle ist ein historisches Jagdrevier, das noch 1800 direkt an den Schlosspark grenzte.

Sport[Bearbeiten]

In Königs Wusterhausen existieren insgesamt fünf Landesstützpunkte des Landessportbundes Brandenburg:[57]

Die nennenswertesten Vereine aus Königs Wusterhausen sind:

  • Volleyball: Der erfolgreichste Sportverein aus Königs Wusterhausen ist das Volleyballteam Netzhoppers KW mit je einer Mannschaft in der Bundesliga (Herren) und einer in der Regionalliga (Herren).
  • Fußball: Im Fußball ist der FSV Eintracht 1910 Königs Wusterhausen e. V. mit der I. Mannschaft in der Landesklasse vertreten. Die erfolgreichsten Jahre verbrachte dieses Team in der Landesliga Süd, der zweithöchsten Spielklasse Brandenburgs. Zu DDR-Zeiten spielte man ein Jahr in der Bezirksliga Berlin und einige Jahre in der Bezirksliga Potsdam.

Die zweite Vertretung spielt in der 1. Kreisklasse Dahmeland. Brandenburg- und Berlinweit bekannt, ist der Verein insbesondere für die sehr gute Nachwuchsarbeit. Mehrere Talente schafften zu DDR-Zeiten den Sprung in die Nachwuchsabteilung des BFC Dynamo und der BSG Stahl Brandenburg. Einige spielten mitunter auch in DDR-Nachwuchsauswahlteams. In dieser Zeit firmierte der Verein unter dem Namen SG Dynamo KW. In der jüngeren Vergangenheit schafften es mehrere Spieler in die Brandenburgauswahl. Torhüter Robert Petereit wurde, nachdem er zur Sportschule Cottbus gewechselt hatte, für ein Junioren-Nationalmannschaftsspiel des DFB nominiert. Die Spielstätte des Männerbereiches und des Juniorenbereiches sind der Sportplatz in Zeesen (Cottbuser Straße 156). Ausweichplätze befinden sich auf dem Gelände des HC Königs Wusterhausen und in der Kleiststraße.

  • Basketball: Der WSG 1981 Königs Wusterhausen (Red Dragons) spielen in der Saison 2010/11 in der 2. Regionalliga Ost (Herren).
  • Hockey: Der HC Königs Wusterhausen ist sowohl auf dem Feld als auch in der Halle erfolgreich aktiv.
    • Feldhockey:
      • Die Herrenmannschaft spielt aktuell in der Oberliga Berlin mit.
      • Die Damenmannschaft nimmt aktuell am Betrieb der 2. Verbandsliga teil.
    • Hallenhockey:
      • Der Herrenmannschaft ist in der Saison 2007/08 der Aufstieg in die Regionalliga Ost gelungen und kann sich seitdem in der Liga halten.
      • Die Damenmannschaft musste 2008 aus der Oberliga in die 1. Verbandsliga absteigen.
  • Kegeln: Die 1. Herrenmannschaft des MPSV 95 Königs Wusterhausen spielte seit der Saison 2000/01 in der 2. Bundesliga Süd-Ost, musste aber 2008/09 in die Landesliga absteigen.
  • Goalball: Die Mannschaften des SSV Blindenschule e. V. Königs Wusterhausen spielen regelmäßig um die deutsche Meisterschaft mit. 2007 stellte sie den deutschen Meister der Jugend. Auch 2008 und 2009 stellt der Verein den Deutschen Meister. Der Verein stellt einige Spieler der Nationalmannschaft ab.
  • Radsport: Der RSV '93 Königs Wusterhausen/Wildau ging aus der BSG Motor Wildau Sektion Radsport hervor. Mitgründer war der bekannte Friedensfahrer Paul Dinter. Heute gehört unter anderem der letzte DDR-Meister der Senioren, Hans Zippan, zum Verein. Jedes Jahr wird im Frühjahr die Radtourenveranstaltung „Vor den Toren Berlins“ vom Verein ausgerichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaftliche Entwicklung[Bearbeiten]

Historisch war Gegend um Königs Wusterhausen landwirtschaftlich geprägt. Die Hofjagden Friedrich Wilhelm I. ließen am Ort verstärkt verschiedene Handwerker ansiedeln, welche am Hofe beschäftigt wurden. Laut von Zelditz waren um 1826 die Einwohner vornehmlich mit Tuch- und Leinweberei beschäftigt.[38] Mit Beginn der Industrialisierung und dem rasanten Wachstum Berlins im 19. Jahrhundert entstanden in der Gegend Ziegeleien, die die Hauptstadt mit dringend benötigten Baumaterialien versorgten. Meyers Konversationslexikon von 1892 nennt neben der Mühle an der Notte Tapeten- und Putzfedernfabrikationen sowie zwei Maschinenbauanstalten als ansässige Wirtschaftsunternehmen.[42] Einen weiteren Wachstumsimpuls brachte der Bau der Görlitzer Eisenbahn und 1897 die Gründung der Schwartzkopffwerke im benachbarten Wildau. Brockhaus’ Konversationslexikon nennt 1896 neben Mühlen und einer Brauerei Fabriken im Bereich Holzleisten, Maschinen und Hornwaren.[43] Zu DDR-Zeiten wurde rund um Königs Wusterhausen das Kombinat Industrielle Mast als Musterbetrieb für die Hühnermastanlagen in der gesamten DDR entwickelt und konsequent ausgebaut. Im Ortsteil Zernsdorf wurde ein Schwellenwerk der Deutschen Reichsbahn betrieben. Trotz der Ansiedlung industrieller Betriebe war und ist der touristische Bereich ein wichtiger Zweig im Wirtschaftsmix von Stadt und Region.

Obwohl der Schwermaschinenbau und das Schwellenwerk nach der Wende geschlossen bzw. konsequent Personal und Kapazität abbauen mussten, konnte sich die Wirtschaft der Stadt Königs Wusterhausen vergleichsweise positiv entwickeln. Die Erwerbssituation konnte sich in den letzten Jahren deutlich erholen, so dass die Arbeitslosenquote unter dem Durchschnitt der ostdeutschen Bundesländer liegt. Die Entwicklung der kommunalen Verschuldung wird nachfolgend aufgezeigt und bildet auch die wirtschaftliche Entspannung der Gemeinden im Speckgürtel um Berlin ab:

kommunale Verschuldung der Stadt[58]
Jahr Schuldenstand Pro-Kopf-Verschuldung
2006 41,32 Millionen € 1.250 €
2007 39,56 Millionen € 1.190 €
2008 37,32 Millionen € 1.118 €
2009 32,14 Millionen € 959 €
2010 30,95 Millionen € 910 €
2011 25,98 Millionen € 762 €
2012 24,66 Millionen € 728 €

Die kommunale Verschuldung je Einwohner liegt mit Stand 31. Dezember 2012 knapp über dem Landesdurchschnitt von 720 €.[59]

Die wirtschaftliche Stabilität wird heute zu einem großen Teil durch Berufspendler nach Berlin begründet. Aber auch die günstige Lage zu Berlin ermöglicht die Ansiedlung von Gewerbebetrieben zur Güterverteilung in der Umgebung. Zusammen mit den Gemeinden Wildau und Schönefeld bildet Königs Wusterhausen den Regionalen Wachstumskern „Schönefelder Kreuz“ . Dieser wird in seiner Entwicklung hauptsächlich durch den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg-International und die flughafenaffinen Branchen bestimmt. Zusätzlich besitzt Königs Wusterhausen gemeindeübergreifend mit Wildau den umschlagstärksten Binnenhafen in den neuen Bundesländern.[60]

Des Weiteren ist Königs Wusterhausen Teil der „Energieregion Lausitz“, welche durch neue Technologien, durch die Wissens- und Informationsgesellschaft, durch neue Verkehrsanbindungen und durch die erleichterte Mobilität innerhalb der Europäischen Union neue Entwicklungschancen schaffen und nutzen will.[61] Königs Wusterhausen soll dabei vor allem von folgenden Projekten profitieren:

  • Einsatz für den Ausbau der Strecke Berlin – Cottbus – Forst(Lausitz) auf 160 km/h (Ausbau im Bereich Königs Wusterhausen – Lübbenau erfolgt seit Mai 2010)[62]
  • Stärkung des Hafens Königs Wusterhausen als Kompetenzbereich Biomasse inkl. weiterem Ausbau zum Biomasseverarbeitungszentrum Königs Wusterhausen/ Wildau[63] (Eröffnung der zweiten Baustufe im Mai 2010[64])
  • Weiterentwicklung von Wasser-, Rad- und Zieldestinationstourismus[65]

Im Rahmen eines von der Stadt beauftragten Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes wurde als einer von drei Schwerpunkten die Stärkung als dynamischer Wirtschaftsstandort hervorgehoben. Dazu gehört neben der Ausnutzung der räumlichen Nähe zum Flughafen sowohl die Stärkung der technischen und verkehrlichen Voraussetzungen für Wirtschaftsaktivitäten als auch die Erweiterung des Hafengeländes mit einer Verlängerung der Kaianlage und der Anlage eines Wendebeckens.[66] Neben der Ausweitung von Gewerbeflächen im Hafengelände, wurden für Unternehmen ohne maritimen Bezug weitere Gewerbegebiete im Stadtgebiet ausgewiesen und erschlossen:[67]

  • Gewerbegebiet Zeesen „Schütte-Lanz“ mit 25 ha Bruttobaufläche
  • Gewerbegebiet Königspark mit 60 ha Bruttobaufläche
  • Hafen Königs Wusterhausen mit 45 ha Bruttobaufläche
  • Gewerbegebiet Niederlehme mit 45 ha Bruttobaufläche
  • Gewerbegebiet Zernsdorf mit 15 ha Bruttobaufläche

Das Gewerbegebiet in Zeesen ist dabei das erste seiner Art in Brandenburg, welches komplett vermarktet wurde.[68]

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

  • Bundesautobahn: A 10 (Berliner Ring), A 13
  • Bundesstraße: B 179, Umgehungsstraße teilweise fertiggestellt
  • Landesstraßen: 30, 40, 401
  • Kreisstraßen: 6153, 6159
  • Die Leistungen des öffentlichen Busverkehrs werden, bis auf eine Linie nach Zossen, von der RVS erbracht. In Königs Wusterhausen werden dabei 15 Buslinien betrieben.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Königs Wusterhausen

Königs Wusterhausen verfügt seit 1866 über einen Bahnhof an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz, dessen Empfangsgebäude mittlerweile unter Denkmalschutz steht. 1894 kam eine weitere Strecke nach Töpchin sowie 1898 die Bahnstrecke nach Beeskow hinzu. Seit 1951 ist die Stadt zudem wieder an das Netz der Berliner S-Bahn angebunden. Durch die Eingemeindung sind dabei weitere Bahnhöfe und Haltepunkte in das Stadtgebiet eingegliedert worden, welche aber in ihrem Namen nicht geändert worden sind. Somit verfügt Königs Wusterhausen über folgende Stationen (offizielle Namen in alphabetischer Reihenfolge):

Der Bahnhof Königs Wusterhausen ist dabei die wichtigste Station und momentan mit vier Eisenbahnlinien erreichbar.

Staabe (Teil der Dahme) in Neue Mühle

Luftverkehr[Bearbeiten]

Königs Wusterhausen befindet sich in der Nähe des Flughafens Flughafen Berlin-Brandenburg Willy Brandt

Nur 18 Kilometer entfernt befindet sich der Flugplatz Friedersdorf (EDCF). Der Luftsportclub Interflug Berlin e. V. betreibt hier überwiegend Segelflug.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Die Stadt verfügt über Brandenburgs größten und auch überregional sehr bedeutsamen Binnenhafen, in dem unter anderem ein Großteil der Braunkohlekraftwerksversorgung Berlins sowie des Umschlags von Biomasse vollzogen wird. Der Hafen verfügt über Verbindungen zur Dahme, dem Nottekanal und der Spree. Dies ermöglicht somit indirekt den Zugang zu internationalen bedeutenden Wasserstraßen. 2012 wurde der Nordhafen erweitert, dabei wurden zahlreiche archäologische Funde freigelegt.[69]

Bildung[Bearbeiten]

Königs Wusterhausen ist Hochschulort als Sitz der Fachhochschule für Finanzen, einer länderübergreifenden Einrichtung Brandenburgs, Berlins und Sachsen-Anhalts. Verbunden mit der Fachhochschule ist die Landesfinanzschule und die Justizakademie des Landes Brandenburg. Die Einrichtungen werden gemeinsam als Aus- und Fortbildungszentrum (AFZ) Königs Wusterhausen bezeichnet.

Daneben gibt es in Königs Wusterhausen folgende weitere Schulen:[70]

Gymnasien[Bearbeiten]

Oberschulen[Bearbeiten]

Grundschulen[Bearbeiten]

  • Erich-Kästner-Grundschule,
  • Wilhelm-Busch-Grundschule,
  • Grundschule Fontane in der Gemarkung Ziegenhals (Ortsteil Wernsdorf),
  • Grundschule am Krimnicksee im Ortsteil Senzig,
  • Grundschule Zeesen,
  • Grundschule Zernsdorf

Förderschulen[Bearbeiten]

  • Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Sehen“,
  • Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“,
  • Allgemeine Förderschule Königs Wusterhausen

Weiterbildende Schulen[Bearbeiten]

  • Oberstufenzentrum Dahme-Spreewald (einer von drei Standorten im Landkreis Dahme-Spreewald),
  • Kreismusikschule Dahme-Spreewald (eine von drei Bildungsstellen im Landkreis Dahme-Spreewald),
  • Volkshochschule Dahme-Spreewald (einer von zwei Standorten im Landkreis Dahme-Spreewald)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit der Stadt verbundene Personen[Bearbeiten]

  • Bruno Buch, Architekt des Großrundfunksenders im Ortsteil Zeesen (1927)
  • Hermann Giess, Kommandeur der Funkabteilung 1914-1915
  • Curt von François, Gründer der namibischen Hauptstadt Windhoek, am 28. Dezember 1931 im Kreiskrankenhaus Königs Wusterhausen verstorben
  • Günter Hofé, Verlagsleiter und Schriftsteller, am 27. Dezember 1988 in der Stadt verstorben
  • Ottomar Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco, adoptierter Nachfahre des Adelsgeschlechts Dracula und lange Zeit Schlossbesitzer in der Nachbargemeinde Schenkendorf, am 17. November 2007 in der Stadt verstorben
  • Eberhard Rebling, Musikwissenschaftler und Antifaschist, am 2. August 2008 in der Stadt verstorben
  • Paul Dinter, lebte seit Mai 1924 in Königs Wusterhausen und Umgebung, Namensgeber für die städtische Mehrzweckhalle (von Täve Schur, einem ebenfalls bekannten Radfahrer aus der Region, verliehen)
  • Paul Dessau, Komponist und Dirigent, am 28. Juni 1979 in der Stadt verstorben
  • Bernhard Grund, Jurist, Industrieller und Politiker (DDP) am 21. Oktober 1950 in der Stadt verstorben
  • Hermann Honnef, Miterbauer des Mittelturms der Sendeanstalt im Jahr 1925
  • Werner von Veltheim, Schlosshauptmann vom Schloss Königs Wusterhausen
  • Gotthilf Ludwig Möckel, Architekt der Blindenanstalt (1908–1909)
  • Regina Vollbrecht, Weltrekordhalterin im Blinden-Marathon der Frauen, genoss bis 1996 ihre Ausbildung in der Stadt
  • Holm Vogel, Organist und Kirchenmusiker, absolvierte 1958 das Abitur an der Blindenschule der Stadt
  • Dieter Noll, Schriftsteller, lebte zuletzt im Ortsteil Wernsdorf (verstorben am 6. Februar 2008 in Zeuthen)
  • Carl Kühn, Architekt der katholischen Kirche St. Elisabeth der Stadt
  • Walter Kern, Architekt für den Umbau einer Schule in Königs Wusterhausen Anfang des 20. Jahrhunderts
  • Horst Jänicke, Leiter der Landesverwaltungsschule in der Stadt (1950er Jahre)
  • Gustav Knak, lutherischer Theologe und Religionslehrer an der Schola Collecta (1829–1833)
  • Günther Maleuda, Politiker der Linkspartei, stellvertretender Vorsitzender des Kreislandwirtschaftsrates (1957–1967)
  • Hans Pfeiffer, kommunistischer Politiker, lebte von 1945 bis zu seinem Tod (3. April 1968) im Ortsteil Zeesen
  • Clemens Alexander Wimmer, rekonstruierte den Schlosspark im Jahr 2000
  • Adolf Raskin, Intendant des Kurzwellenrundfunksenders im Ortsteil Zeesen
  • Konrad Zimmermann, Archäologe, wuchs in Königs Wusterhausen auf und legte hier 1959 sein Abitur ab
  • Helmut Scholz, Politiker der Partei Die Linke, legte hier 1972 sein Abitur ab
  • Egbert von Lepel, deutscher Funktechnicker, arbeitete zwischen 1913 und 1917 am Aufbau der Heeresfunkzentralstelle auf dem Funkerberg
  • Gustav Bohadti, österreichischer Fachbuchautor, arbeitete bis 1912 als Setzer und Drucker beim Hersteller der hiesigen Lokalzeitung
  • Joana Zimmer, Sängerin, legte an der Schule für Blinde und Sehbehinderte ihr Abitur ab
  • Heinz Hohoff, Politiker der NSDAP, legte in der Stadt sein Abitur ab
  • Friedrich von Raumer, Historiker und Politiker, 1806 bis 1808 Chef eines Departements der Domänenkammer zu Wusterhausen
  • Joachim von der Goltz, Jurist und Bühnenschriftsteller, arbeitete als Referendar in der Stadt[71]
  • Jacob Paul von Gundling, Historiograph, war während der Sitzungen des Tabakskollegiums Opfer der Demütigungen durch Friedrich Wilhelm I.[71]
  • Bodo Mros, Mediziner, lebt in Zernsdorf
  • Paul Söding, wohnt seit 1992 in Königs Wusterhausen, von 1992 bis 1998 Leiter des DESY-Instituts in Zeuthen
  • Erwin Hahs, Maler, Grafiker,Bühnenbildner, Professor an der Burg Giebichenstein Halle, wohnte seit 1956 bis zu seinem Tode 1970 im Ortsteil Zernsdorf
  • Iris Hahs-Hoffstetter, Malerin und Grafikerin, lebte von 1956 bis 1986 in Zernsdorf [72]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Borchert, Gerhard H. Damm: Geschichten aus Königs Wusterhausen. Heimat-Archiv. Sutton Verlag, Erfurt 2005, ISBN 3-89702-840-9.
  • Vesa Elbe (Red.): Königs Wusterhausen. Spaziergänge in die Umgebung. Herausgegeben vom Landratsamt Königs Wusterhausen. ERLO Verlagsgesellschaft, Königs Wusterhausen 1993.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Königs Wusterhausen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Deutsch-Niedersorbisches Wörterbuch, Stichwortsuche → Königs Wusterhausen / Parsk
  3. Abgerufen vom Dienstleistungsportal der Landesverwaltung
  4. Von offizieller Homepage der Stadt abgerufen am 25. August 2014.
  5. Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, Band 18, 1866, S. 25 ff.; abgerufen am 1. September 2010.
  6. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, Band 1874, S. 306; abgerufen am 1. September 2010.
  7. Geographisch-historisch-statistisches Landbuch der Provinz Brandenburg, Heinrich Berghaus, 1854, S. 208; abgerufen am 16. Januar 2011.
  8. Geographisch-historisch-statistisches Landbuch der Provinz Brandenburg, Heinrich Berghaus, 1854, S. 122; abgerufen am 16. Januar 2011.
  9. Handbuch der Land-Bau-Kunst, Band 1, S. 146 f.; abgerufen am 1. September 2010.
  10. Ausschnitt aus Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, S. 467, 1883; abgerufen am 1. September 2010.
  11. Ausschnitt aus Lehrbuch der praktischen Geologie, S. 132, 1896; abgerufen am 1. September 2010.
  12. Geographisch-historisch-statistisches Landbuch der Provinz Brandenburg, Heinrich Berghaus, 1854, S. 219; abgerufen am 16. Januar 2011.
  13. Burg, Burgstadt, Stadt, S. 130; abgerufen am 29. August 2010.
  14. Schriftenreihe des Instituts für Sorbische Volksforschung in Bautzen, Bände 24-25, S. 244; abgerufen am 29. August 2010.
  15. Wanderungen durch die Mark, Band 2, S. 122; abgerufen am 24. August 2010.
  16. Landbuch der Provinz Brandenburg, S. 611; abgerufen am 24. August 2010
  17. Onomastica slavogermanica XIX, S. 92; abgerufen am 29. August 2010.
  18. a b c d Eintrag zum Flecken Königs Wusterhausen in "Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg", Band 2, S. 353 f., Friedrich Wilhelm August Bratring; abgerufen von google.bücher am 5. März 2011.
  19. Brandenburgisches Namenbuch: Die Ortsnamen des Teltow, von G. Schlimpert, S. 16; abgerufen am 10. September 2010.
  20. Ausschnitt aus dem Buch "Dzieje Słowiańszczyzny północno-zachodniej do połowy XIII w." von 1900 bei Google Bücher; i. V. m. dem zweiten Ausschnitt zu lesen. Seite 753 zeigt, dass es sich um das Wusterhausen im Gebiet des Teltow handelt; abgerufen am 2. September 2010.
  21. a b c d e f g h i j k l aus Heimatmuseum Königs Wusterhausen, gestaltet vom Heimatverein Königs Wusterhausen 1990 e. V., 1997.
  22. Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des preussischen Staates Band 2, S. 81 ff.; abgerufen am 26. August 2010.
  23. Notiz im Codex diplomaticus Brandenburgensis, S. 227; abgerufen am 26. August 2010.
  24. Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Niederlausitz, S. 483; abgerufen am 26. August 2010.
  25. Angabe in Über die Entstehung, das Alter, und die früheste Geschichte der Städte Berlin und Kölln von Karl Friedrich von Klöden, 1839, S. 229; abgerufen am 16. Januar 2011.
  26. Der Dreissigjährige Krieg und das deutsche Volk: Untersuchungen zur Bevölkerungs- und Agrargeschichte, Seite 22; abgerufen am 22. Oktober 2010.
  27. Geschichte des preussischen Vaterlandes bis zur Gründung des deutschen Kaiserreiches 1871, S. 719; abgerufen am 26. August 2010
  28. Lebenserinnerungen des Friedrich von Raumer, Kapitel Königs Wusterhausen, S. 76–95; abgerufen am 24. August 2010.
  29. Handbuch der Post-Geographie der königl. preussischen Staaten von 1819, S. 188; abgerufen am 24. August 2010.
  30. Die Kurmark Brandenburg, ihr Zustand und ihre Verwaltung, S. 100 f.; abgerufen am 24. August 2010
  31. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin, S. 307.
  32. Landbuch der Provinz Brandenburg, S. 612f; abgerufen am 24. August 2010.
  33. Verordnung über den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg vom 31. März 2009; abgerufen am 10. März 2010.
  34. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  35. [1]
  36. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  37. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  38. a b Eintrag in Die Staatskräfte der preussischen Monarchie unter Friedrich Wilhelm III., Band 2, S. 46 f., Leopold Freiherr von Zedlitz; abgerufen von google.bücher am 5. November 2010.
  39. Europa und seine Bewohner: Ein Hand- und Lesebuch für alle Stände, Karl. F. V. Hoffmann et al., S. 741; abgerufen am 27. August 2010.
  40. Angabe im Eintrag zum Kreis Teltow in Allgemeine deutsche Real-Enzyklopädie für die gebildeten Stände, Band 14, Seite 416, 11. Auflage; abgerufen von google.bücher am 4. November 2010.
  41. Teltower Kreisblatt vom 18. Oktober 1879 mit Angaben der zivilen Einwohnerzahlen nach Volkszählung 1875, Seite 3; hier abgerufen am 30. März 2011.
  42. a b Eintrag in Meyers Konversationslexikon, Vierte Auflage, 1885 - 1892; abgerufen von retrobibliothek.de am 4. November 2010.
  43. a b Königs Wusterhausen. In: Brockhaus Konversations-Lexikon 1894–1896, 10. Band, S. 564.
  44. Private Homepage mit Angaben zu allen Gemeinden um 1910; abgerufen am 14. Dezember 2010.
  45. Sammlung der Statistischen Jahrbücher der DDR; abgerufen am 4. September 2010.
  46. Prognose (PDF; 12,4 MB) der Bevölkerung von Königs Wusterhausen auf Seite 24; abgerufen am 7. Juli 2010.
  47. Prognose (PDF) der Bevölkerung von Königs Wusterhausen auf Seite 160; abgerufen am 17. November 2010.
  48. www.jg-kw.de, abgerufen am 13. Oktober 2008
  49. www.profete.de, abgerufen am 13. Oktober 2008
  50. Offizieller Eintrag auf der Homepage des Zentralrats der Juden, abgerufen am 4. Januar 2010
  51. Auflistung jüdischer Friedhöfe in Deutschland, abgerufen am 4. Januar 2010
  52. aus Königs Wusterhausen, Eine illustrierte Orts- und Stadtgeschichte, hgg. 1998
  53. Private Seite eines Nachfahren
  54. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  55. Amtsblatt der Stadt Königs Wusterhausen (PDF) mit Bekanntgabe der Zweiten Änderungssatzung zur Hauptsatzung der Stadt, S. 8, 2006; abgerufen am 1. September 2010.
  56. Offizielle Angaben der Stadt, abgerufen am 7. Januar 2010
  57. Aufstellung (PDF; 14 kB) der Landesstützpunkte nach Sportbereichen; abgerufen am 29. Juli 2010.
  58. Statistische Berichte des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg zum Schuldenstand der öffentlichen Haushalte in Brandenburg; abgerufen am 3. September 2013.
  59. Statistischer Bericht (PDF; 157 kB) des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg zum Schuldenstand der öffentlichen Haushalte in Brandenburg; abgerufen am 3. September 2013.
  60. Präsentation des RWK auf der Seite der Staatskanzlei Brandenburgs; abgerufen am 16. Mai 2010.
  61. Selbstdarstellung auf der Startseite der verantwortlichen Gesellschaft; abgerufen am 26. Juni 2010.
  62. Projekte im Bereich Infrastruktur; abgerufen am 26. Juni 2010.
  63. Projekte im Bereich Wirtschaft; abgerufen am 26. Juni 2010.
  64. Pressemitteilung (PDF; 1,9 MB) des Hafenbetreibers; abgerufen am 26. Juni 2010.
  65. Projekte im Bereich Tourismus; abgerufen 26. Juni 2010.
  66. Kurzfassung des INSEK Königs Wusterhausen; abgerufen am 16. Mai 2010.
  67. Darstellung auf der Wirtschaftsförderungsseite des LDS; abgerufen am 16. Mai 2010.
  68. Artikel aus dem KaWe-Kurier; abgerufen am 16. Mai 2010.
  69. [2] abgerufen am 18. August 2014.
  70. Offizielle Liste der Stadt Königs Wusterhausen, abgerufen am 21. Dezember 2008
  71. a b Musen und Grazien in der Mark, S. 145 f.; abgerufen am 1. September 2010.
  72. [3], abgerufen am 18. Februar 2014.