Königsheide (Fichtelgebirge)

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Königsheide
Das Fichtelgebirge im Nordosten Bayerns

Das Fichtelgebirge im Nordosten Bayerns

Lage der Königsheide im Fichtelgebirge

Lage der Königsheide im Fichtelgebirge

Höchster Gipfel Hohberg (863 m ü. NN)
Lage Bayern, Deutschland
Koordinaten 49° 59′ N, 11° 45′ O49.99111111111111.746944444444863Koordinaten: 49° 59′ N, 11° 45′ O
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Die Königsheide im Fichtelgebirge ist ein dem Ochsenkopf südwestlich vorgelagerter bewaldeter Höhenrücken aus Gneisphyllit, im Osten und Süden durch den Flusslauf Warme Steinach, im Westen durch die Fränkische Linie begrenzt. Die Gemeinden Warmensteinach und Weidenberg und die Stadt Goldkronach liegen an der Königsheide. Naturräumlich gehört sie zur Haupteinheit Hohes Fichtelgebirge (394).[1][2] Seit Sept. 2010 existiert ein Neuentwurf der Naturräume Nordostbayerns.[3]

Unter der Königsheide im engeren Sinn versteht man das teilweise sumpfige Hochplateau um die höchste Erhebung, den Hohberg (863 m ü. NN). Noch nicht endgültig geklärt ist die Herkunft des Namens dieses ausgedehnten Waldrückens. 1317 wurde das Gebiet „Wulwingesheide“ genannt, 1542 dann Königsheide.

Erschließung[Bearbeiten]

Das Waldgebiet ist Staatsforstgebiet; es gibt keine öffentliche Straße, nur Forstbetriebswege. Heimatforscher haben festgestellt, dass früher eine wichtige Altstraße von Nemmersdorf (Ortsteil von Goldkronach) kommend über den Bergrücken nach Warmensteinach verlief. Sie kam von der Fränkischen Alb und führte nach Eger, weshalb sie in der Literatur als Egerer Straße bezeichnet wird.

Zahlreiche markierte Wanderwege, die vom Fichtelgebirgsverein angelegt wurden, durchziehen das Waldgebiet. Von Süden her, vom Markt Weidenberg, führt ein interessanter Wanderweg über den Hohberg zu den Sehenswürdigkeiten. Von Westen her kommen die Hauptwanderwege Westweg, Südweg und Mittelweg und erschließen das Waldgebiet für den Wanderer. Ein weiß-blau-weiß markierter Weg verbindet den Ort Nemmersdorf mit Warmensteinach und führt dabei auf der „Himmelsleiter“ über die Königsheide.

Naturbetrachtungen[Bearbeiten]

Zahlreich sind die Rinnsale und Bächlein, die auf und an der Königsheide ihren Ursprung haben und in östlicher oder westlicher Richtung zur Warmen Steinach fließen, um deren Flusslauf zu verstärken. Besuchenswert ist der sagenumwobene Jungfernbrunnen (Dreijungfernbrunnen) südlich des Hohbergs.

Die autochthone Baumart, die den Bergrücken und die Hänge bedeckt, ist die Fichte. Im Jahr 1848 wurde der Wald größtenteils abgeholzt und der Bergrücken blieb viele Jahre unaufgeforstet. 1880 entschloss sich die Forstverwaltung zur Aussaat von Latschenkiefernsamen. Aus dieser Zeit stammen die bis zu fünf Meter hohen Latschendickungen. Der Gipfelbereich des Hohbergs ist seit 1951 Landschaftsschutzgebiet.

Kleindenkmäler[Bearbeiten]

Das markanteste Kleindenkmal in der Königsheide ist der Dreihirtenstein, ein alter Grenzstein am weiß-blau-weiß markierten Wanderweg zwischen Warmensteinach und Nemmersdorf mit den Inschriften „Ein Gott 1605“, „Brandenburg“, „Kindsberg Weidenberg“. Er markierte ursprünglich die Grundbesitzgrenze der Herren von Künsberg-Weidenberg, der Herren von Laineck zu Nemmersdorf und der Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth. In den 1970er-Jahren wurde bei einem laienhaften Restaurierungsversuch das Wort Laineck in „Ein Gott“ verwandelt, zudem die ursprüngliche Jahreszahl 1615 auf 1605 abgeändert. Der Grund hierfür ist nicht bekannt. Irgendwann wurde auch der Name des Steines geändert: Aus dem Dreiherrenstein wurde der Dreihirtenstein. Die Sage berichtet, dass sich dort drei Hirten in einem Streit gegenseitig umgebracht haben.

Der Popp-Gedenkstein steht am Wanderweg Rügersberg–Königsheide und erinnert an Forstwart Friedrich Popp, der im Dezember 1920 in unmittelbarer Nähe von Wild- und Holzdieben erschossen wurde. Am 16. Juli 1921 fanden beerensuchende Frauen die Leiche des Waldwärters in einer Grube. Erst 1927 konnte der Täter ermittelt werden, im April 1928 wurde er vom Schwurgericht Bayreuth verurteilt.

Am Westweg zwischen Nemmersdorf und Kattersreuth steht das Fliegerdenkmal, das an den Absturz einer Ju 52 am 25. November 1938 erinnert, bei dem die Viermann-Besatzung ums Leben kam.

Sagen[Bearbeiten]

Nach der Sage stand auf der Königsheide ein großes Schloss. Nach einer Schlacht soll dort ein König in einem goldenen Sarg mit seinen Schätzen beerdigt worden sein. Rüstungs- und Knochenfunde beflügelten die Fantasie der Bewohner in der Umgebung. Der Dreijungfernbrunnen ist eine in Stein gefasste Quelle südlich des Hohberges. Die Sage berichtet, dass sich drei Töchter des Herren von Weidenberg in den Wäldern der Königsheide verirrt hatten. Nach einer Nacht in der Waldeinsamkeit fanden sie beim Erwachen neben ihrem Schlafplatz eine Quelle; das Läuten der Weidenberger Kirchenglocken wies ihnen den Weg in ihren Heimatort zurück.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. E. Meynen und J. Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands – Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960)
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Karl Heinrich Vollrath: Viola in Nordostbayern (Seite 132-133)

Weblinks[Bearbeiten]

Königsheide am Südwestrand des Fichtelgebirges