Königslutter am Elm

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Königslutter ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für das gemeindefreie Gebiet Königslutter siehe Königslutter (gemeindefreies Gebiet).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Königslutter am Elm
Königslutter am Elm
Deutschlandkarte, Position der Stadt Königslutter am Elm hervorgehoben
52.2510.816666666667134Koordinaten: 52° 15′ N, 10° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Helmstedt
Höhe: 134 m ü. NHN
Fläche: 130,58 km²
Einwohner: 15.603 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38154
Vorwahlen: 05353, 05365
Kfz-Kennzeichen: HE
Gemeindeschlüssel: 03 1 54 013
Stadtgliederung: 18 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 1
38154 Königslutter am Elm
Webpräsenz: www.koenigslutter.de
Bürgermeister: Alexander Hoppe (SPD)
Lage der Stadt Königslutter am Elm im Landkreis Helmstedt
Sachsen-Anhalt Braunschweig Landkreis Gifhorn Landkreis Wolfenbüttel Wolfsburg Bahrdorf Beierstedt Brunsleberfeld Büddenstedt Danndorf Frellstedt Gevensleben Grafhorst Grasleben Groß Twülpstedt Helmstedt Helmstedt Helmstedt Helmstedt (gemeindefreies Gebiet) Ingeleben Jerxheim Königslutter (gemeindefreies Gebiet) Königslutter (gemeindefreies Gebiet) Königslutter am Elm Königslutter am Elm Königslutter am Elm Lehre (Niedersachsen) Mariental (Niedersachsen) Mariental (gemeindefreies Gebiet) Mariental (gemeindefreies Gebiet) Mariental (gemeindefreies Gebiet) Querenhorst Räbke Rennau Schöningen Schöningen (gemeindefreies Gebiet) Söllingen (Niedersachsen) Süpplingen Süpplingenburg Twieflingen Velpke Warberg WolsdorfKarte
Über dieses Bild

Königslutter am Elm ist eine Stadt im Osten von Niedersachsen im Landkreis Helmstedt.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt mitten im Naturpark Elm-Lappwald und an der Nord-Ost-Seite des bewaldeten Höhenzugs Elm. Die nächsten größeren Städte sind Braunschweig etwa 23 km westlich, Wolfsburg etwa 20 km nördlich und die Kreisstadt Helmstedt liegt etwa 15 km östlich von Königslutter. Durch Königslutter führt die Deutsche Fachwerkstraße.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an Königslutter (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend):
Wolfsburg, Groß Twülpstedt, Rennau, Süpplingenburg, Süpplingen, Räbke, Schöppenstedt, Evessen, Erkerode, Cremlingen und Lehre.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

  • Rotenkamp
  • Rottorf
  • Scheppau
  • Schickelsheim
  • Sunstedt
  • Uhry

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Bis 1924 lagen neben Königslutter noch die selbstständigen Dörfer Oberlutter und Stift Lutter (Kaiserdom), die im selben Jahr in die Stadt eingegliedert wurden.

Eine weitere wesentliche Erweiterung erfuhr die Stadt, als im Rahmen der Gemeindegebietsreform, die am 1. März 1974 wirksam wurde, die Gemeinden Beienrode (aus dem Landkreis Gifhorn), Boimstorf, Bornum am Elm, Glentorf, Groß Steinum, Klein Steimke (aus dem Landkreis Gifhorn), Lauingen, Lelm, Ochsendorf, Rhode (beide aus dem Landkreis Gifhorn), Rieseberg, Rotenkamp, Rottorf, Scheppau, Schickelsheim, Sunstedt und Uhry (aus dem Landkreis Gifhorn) eingemeindet wurden.[2] Die Einwohnerzahl stieg auf über 16.000 Personen an.

Geschichte[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

Die Stadt Königslutter am Elm war ursprünglich ein Dorf mit dem Namen Lutter. 1135 wurde es erstmals urkundlich als Lûtere erwähnt, ist aber vermutlich wesentlich älter. Die Benennung erfolgte nach dem Bach Lutter, der in Ortsnähe einer starken Quelle dem Elm entspringt. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts setzte sich der Name Königslutter als Konnigesluttere durch, wobei das König an den König und späteren Kaiser Lothar von Süpplingenburg erinnert.

Entwicklung[Bearbeiten]

Merian-Kupferstich von Königslutter um 1650: Links der Ort, rechts Kaiserdom Königslutter

Um 1200 entstand eine Wasserburg im Bereich des heutigen Amtsgerichtes. 1318 wurde das Dorf Lutter Marktflecken unter der Bezeichnung forum Luttere und erhielt von den Braunschweiger Herzögen um 1400 die Stadtrechte verliehen. Zwischen dem Stift mit dem Kaiserdom und dem Dorf gab es die Ansiedlung Oberlutter. Die günstige Verkehrslage an der Handelsstraße BraunschweigMagdeburg (der heutigen B 1), der Elmkalksteinhandel, die Wallfahrten zum Kaiserdom und das Duckstein-Bier haben die Entwicklung Königslutters begünstigt. 73 Brauhäuser waren berechtigt, das obergärige Weizenbier mit dem kalkhaltigen Bachwasser der Lutter zu brauen. Viele der alten Fachwerkhäuser sind heute aufgrund ihrer geräumigen Diele und großen Gewölbekeller als frühere Brauhäuser zu erkennen. Duckstein-Bier wurde in großen Mengen in die Städte Magdeburg, Halle, Leipzig, Berlin, Hamburg und Kassel sowie bis in die Niederlande exportiert. Sehr geschätzt wurde es am Hof des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I..

Eine Postexpedition bestand in Königslutter seit dem 17. Jahrhundert. Zur Darstellung der Postgeschichte siehe: Postroute Braunschweig–Helmstedt–Magdeburg.

Von 1796 bis 1799 betrieb der Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann eine Arztpraxis im Ort, verließ Königslutter aber bald, da er wegen seiner selbst hergestellten Medikamente von Apothekern angefeindet wurde.

Im Jahre 1571 wurde beim Brand des Rathauses das Stadtarchiv vernichtet, was größere Lücken in der Überlieferung der örtlichen Siedlungsgeschichte hinterließ.

Kaiserdom[Bearbeiten]

Wahrzeichen des Ortes ist der Kaiserdom Königslutter in Form der Benediktiner-Abteikirche St. Peter und Paul. Kaiser Lothar III. ließ das Kirchengebäude 1135 als Klosterkirche des von ihm gleichzeitig gegründeten Benediktinerklosters errichten. Der Bauherr, der dort mit seiner Gattin Richenza und seinem Schwiegersohn Heinrich dem Stolzen begraben liegt, schuf ein monumentales Gotteshaus. Es ist eine kreuzförmige Pfeilerbasilika, die das erste Großgewölbe nördlich des Harzes darstellt. Sehenswert sind die Bildhauerarbeiten lombardischer Steinmetzen, der Kreuzgang, der mit seinem Reichtum an ornamentierten Säulen und Kapitellen zu den schönsten Deutschlands zählt.

Vom Gründer Kaiser Lothar mit vielen Reliquien ausgestattet, entwickelte sich die Kirche im späten Mittelalter zu einem bekannten Wallfahrtsort. Hauptwallfahrtstag war der 29. Juni, der Peter- und Paulstag als Namenstag der beiden Kirchenheiligen. Wallfahrer kamen aus Lübeck, Lüneburg, dem Rheinland und Thüringen.

Die fast 900 Jahre alte Kaiser-Lothar-Linde vor dem Dom ist ein Naturdenkmal von überregionaler Bedeutung. Seit 1986 gibt es ein Kaiserdom-Museum in einer ehemaligen Steinmetzschule.

Postgeschichte[Bearbeiten]

Zur Entwicklung des Postwesens in Königslutter siehe: Postroute Braunschweig–Helmstedt–Magdeburg.

Politik[Bearbeiten]

Rat[Bearbeiten]

Kirche St. Sebastian nahe Marktplatz mit Rathaus

Der Rat der Stadt Königslutter setzt sich aus 30 Ratsmitgliedern zusammen. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 11. September 2011 wie folgt dar:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 42,86 13 41,43 13 41,06 14
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,97 10 38,10 12 42,05 15
FDP Freie Demokratische Partei 2,16 1 5,64 2 4,69 1
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 9,66 3 6,31 2 4,57 1
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 7,43 2 5,36 2 5,67 2
LINKE Die Linke 2,89 1 3,13 1
gesamt 100 30 100 32 100 33
Wahlbeteiligung in % 62,11 % 52,28 % TBA

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit dem 1. November 2011 ist Alexander Hoppe (SPD) Bürgermeister. Seine Vorgänger waren:[3]

Fusion[Bearbeiten]

Der Rat der Stadt hat am 14. März 2013 einstimmig die Aufnahme von Verhandlungen über einen Zusammenschluss mit der Stadt Wolfsburg beschlossen. Der Rat der Stadt Wolfsburg hat am 13. März 2013 ebenfalls einstimmig für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen gestimmt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Königslutter ist zum ersten Mal in einer Urkunde aus dem Jahr 1470 nachgewiesen. Wahrscheinlich ist es noch älter und stammt aus der Zeit zwischen 1400 und 1409. Im goldenen Schild erhebt sich aus den silbernen Wellen der Lutter ein blauer Löwe. Es ist der landesherrlich-welfische Löwe in seiner lüneburgischen Gestalt, obwohl Königslutter nicht zum lüneburgischen Teil der welfischen Lande gehörte. Zwischenzeitlich färbte man den Löwen rot auf weißem Hintergrund. Womöglich stand das Wappen der Stadt Braunschweig als Vorbild. Diese Färbung war historisch unbegründet, da nicht die Stadt, sondern der Herzog der Erteiler aller Privilegien und Förderer des Ortes war. Ein Beschluss des braunschweigischen Prinzregenten Albrecht vom 14. August 1905 bereinigte die Situation und setzte Gestalt und Färbung des Wappens in der heutigen Form fest.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Museen der Stadt Königslutter mit:
    • Museum zur Stadtgeschichte
    • Dombauhütte
    • Museum Mechanischer Musikinstrumente (MMM)
    • Otto-Klages-Sammlung (geologische Privatsammlung)
  • Geopark-Informationszentrum (GeoPark Harz. Braunschweiger Land. Ostfalen - Teilgebiet Braunschweiger Land)
  • Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen (FEMO) e.V.

Bauwerke[Bearbeiten]

Lutter-Quelle mit Quellenhaus

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Das Bahnhofsgebäude von Königslutter

Etwa sechs Kilometer nördlich der Kernstadt und nördlich des Ortsteils Ochsendorf verläuft die A 2. Mitten durch Königslutter führt die B 1. An der Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg ist Königslutter ein Halt der RegionalBahn; dadurch werden schnelle Anschlüsse nach Braunschweig und Helmstedt erreicht. Zusätzlich bestehen über RegioBusse Anschlüsse in die nahegelegenen Orte.

Bildung[Bearbeiten]

Überregionale Bildungsstätten[Bearbeiten]

  • Steinmetzschule Königslutter, Berufsbildende Schule (seit 1941 unmittelbar neben dem Kaiserdom und seit 1985 in unmittelbarer Nähe des Steinmetzzentums)
  • Steinmetzzentrum – Bildungszentrum für das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk der Handwerkskammer Braunschweig (seit 1981)

Allgemeinbildende Schulen[Bearbeiten]

  • Grundschule Hasenwinkel-Neindorf
  • Grundschule Königslutter am Elm, Lauingen
  • Hauptschule und Realschule Königslutter (Wilhelm-Bode-Schule)

Sonstige Schulen[Bearbeiten]

Religionen[Bearbeiten]

Katholische Kirche

Königslutter ist Sitz einer gleichnamigen Propstei der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Die Propstei umfasst das Gebiet von Cremlingen, Königslutter, Lehre, Süpplingen und Umgebung sowie die nördlichen Ortsteile von Braunschweig. In Königslutter befinden sich die Stadtkirchengemeinde Königslutter mit der Stadtkirche St. Sebastian und St. Fabian in der Stadtmitte sowie die Stiftskirchengemeinde Königslutter mit der Stiftskirche St. Peter und Paul. Weitere evangelische Kirchen befinden sich in den 1974 zu Königslutter eingemeindeten Ortsteilen.

Die katholische Kirche St. Mariä Himmelfahrt, auch kurz St. Maria genannt, wurde 1969 an der Bahnhofstraße errichtet. Zuvor stand dort eine bereits 1914 erbaute Kirche. Seit 2008 gehört St. Mariä Himmelfahrt zur Pfarrgemeinde St. Ludgeri in Helmstedt.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Uhry (Baptisten) mit der Auferstehungkapelle im Ortsteil Uhry gehört zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.

Die Freie Christengemeinde Betesda mit Sitz an der Fallersleber Straße gehört zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden.

Die Zeugen Jehovas verfügen über einen Königreichssaal am Scheppauer Weg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Elm-Bergturnfest

Zwischen Königslutter und Schöppenstedt findet seit dem Jahr 1866 das traditionelle Elm-Bergturnfest am Tetzelstein statt, ein jährlich organisiertes Bergsportfest, das zweitälteste in Deutschland. Seit 1982 findet jeden Sommer im Umkreis des Kaiserdoms das „Domfest“ [5] sowie seit 1989 auf dem Marktplatz das Ducksteinfest statt, das von der Hersteller-Brauerei gesponsert wird. Seit 1996 wird der „Viktoria Cup“ veranstaltet. Das Hallenfußballturnier hat sich zum größten Hallenfußballturnier im Landkreis Helmstedt entwickelt und findet jährlich im Januar statt. Ausrichter ist der SV Viktoria Königslutter.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 272.
  3. Ernst Nast: Die Bürgermeister (auch Schultheiß genannt) der Stadt Königslutter und ihre Amtszeiten nach der Reformation. 1999
  4. Hugo Thielen: Culemann, (1), Friedrich Bernhard, in: Stadtlexikon Hannover, S. 119
  5. [1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Königslutter am Elm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Königslutter – Reiseführer