Königsseebahn

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Berchtesgaden–Königssee
Kursbuchstrecke: 428c (1944)
428n (Sommer 1965)
Streckenlänge: 4,313 + 0,713 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: bis 1942: 1000 Volt =
Stromsystem: ab 1942: 15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 27,5 
Minimaler Radius: 150 m / Verbindungsgleis 70 m
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Lokalbahn Berchtesgaden–Hangender Stein
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-0,713 Verbindungsgleis für Betriebsfahrten
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Berchtesgaden Hbf
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nach Freilassing
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Ramsauer Ache
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0,000 Berchtesgaden Königsseer Bf 542 m
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Königsseer Ache
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1,220 Schwöbbrücke 553,5 m
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Königsseer Ache
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2,790 Unterstein-Schönau 569,8 m
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4,313 Königssee (Oberbay) 608 m

Die Königsseebahn war eine 4,313 Kilometer lange Nebenbahn in Bayern. Die vergleichsweise steile und durchgehend eingleisige Stichbahn stellte ab Berchtesgaden die Verbindung zwischen den Bahnstrecken Freilassing–Berchtesgaden und Salzburg–Berchtesgaden sowie dem Königssee her.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Bau und Inbetriebnahme

Der Bau der Königsseebahn wurde am 16. August 1908 von der Bayerischen Staatsregierung beschlossen und genehmigt. Der Betrieb wurde den Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen übertragen. Ende Oktober 1908 begannen diese mit dem Bau, die Eröffnung fand am 29. Mai 1909 statt. Die Strecke war als Lokalbahn konzessioniert und von Beginn an elektrifiziert. Sie ersetzte eine bereits 1907 eingerichtete Kraftpost-Verbindung. Ursprünglich verkehrte die Bahn dabei unter einer Spannung von 1000 Volt Gleichstrom. Die Strecke verlief auf ganzer Länge auf der Gemarkung der heutigen Gemeinde Schönau am Königssee und folgte stets der Königsseer Ache. Unterwegs wurden die beiden Zwischen-Bahnhöfe Schwöbbrücke und Unterstein-Schönau bedient, in beiden fanden planmäßige Zugkreuzungen statt.

Ausgangspunkt in Berchtesgaden war der sogenannte Königsseer Bahnhof, der gegenüber dem Hauptbahnhof, jedoch bereits auf Schönauer Gemeindegebiet lag. Am gegenüberliegenden Hauptbahnhof endete sowohl die seit 1888 bestehende Bahnstrecke von Freilassing als auch die 1907 eröffnete Lokalbahn Berchtesgaden–Hangender Stein, die sogenannte Grüne Elektrische.

Zwischen den beiden Bahnstrecken bestand eine 713 Meter lange Gleisverbindung. Sie führte auf Rillenschienen diagonal über den Bahnhofsvorplatz des Berchtesgadener Hauptbahnhofs und querte die Ramsauer Ache mittels einer 40 Meter langen Brücke. Das Verbindungsgleis diente überwiegend für Überstellungsfahrten. Durchgehende Züge von Salzburg oder Freilassing zum Königssee verkehrten nur selten und als Sonderzüge. Für solche Fahrten musste stets der gesamte Vorplatz gesperrt werden. Ursprünglich war hingegen ein Tunnel durch das Fergerlbichl geplant. Dieser hätte es möglich gemacht, Züge aus Salzburg – unter Umgehung des Bahnhofsvorplatzes und mit Halt im Hauptbahnhof – direkt zum Königssee zu leiten. Aus Kostengründen konnte diese Variante jedoch nicht verwirklicht werden.

Darüber hinaus diente das Betriebsgleis samt Oberleitung als elektrische Verbindung zur Grünen Elektrischen, beide Bahnen wurden von einem gemeinsamen Unterwerk im Ortsteil Gartenau zwischen Berchtesgaden und dem Grenzort Marktschellenberg gespeist. Dieses wurde zuvor eigens für die Bahn nach Salzburg gebaut und die Stichbahn zum Königssee erweitert. Als Besonderheit wurden in den Nachtstunden die Batterien der Elektroboote der Königssee-Schifffahrt mit dem Bahnstrom aufgeladen.[1]

Der Betrieb war stets stark touristisch geprägt, entsprechend dem starken Besucherstrom verkehrte die Bahn in der Sommersaison schon vor dem Ersten Weltkrieg im dichten Zwanzig-Minuten-Takt.

[Bearbeiten] Deutsche Reichsbahn

1920 wurde die Königsseebahn von Deutschen Reichsbahn übernommen. Diese stellte die Strecke schließlich 1942 auf das reichsweit übliche Wechselstrom-System mit einer Spannung von 15.000 Volt und einer Frequenz von 16 2/3 Hertz um. Ursächlich hierfür war die Einstellung der Grünen Elektrischen und die damit verbundene Kappung der Stromverbindung zum Kraftwerk Gartenau.

[Bearbeiten] Deutsche Bundesbahn

Infolge des ab 1960 immer stärker einsetzenden Individualverkehrs ließ der Verkehr auf der Königsseebahn nach. Deshalb wurden an der Bahnstrecke keine weiteren Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Unter der Deutschen Bundesbahn verkehrten die Züge ab 1961 nur noch in der Sommersaison. Im Winterfahrplan übernahmen hingegen Bahnbusse im Schienenersatzverkehr den Betrieb.

Planmäßig war die Königsseebahn schließlich bis zum Beginn des Winterfahrplans am 25. September 1965 in Betrieb, ein letzter Sonderzug verkehrte am 2. Oktober 1965. Offiziell wurde die letzte Fahrt nicht angekündigt. Stattdessen wurde durch Aushänge mitgeteilt, dass der Betrieb – wie schon in den Jahren zuvor – nur über die Wintersaison eingestellt wird. Erst im Frühjahr 1966 gab die Deutsche Bundesbahn schließlich bekannt, den Betrieb dauerhaft auf Omnibusse umzustellen. Infolgedessen wurde der Bahnbetrieb nicht wieder aufgenommen, im Sommerfahrplan 1966 verkehrten erstmals auch in der Hauptsaison Bahnbusse.

Am 8. März 1971 wurde die Strecke letztendlich auch juristisch stillgelegt, das heißt entwidmet. Die Gleise wurden noch im Frühjahr 1971 demontiert.[2] Noch in der Gegenwart können durchgehende Bahnfahrscheine bis Königssee gelöst werden, die ab Berchtesgaden in den Omnibussen des Regionalverkehrs Oberbayern gelten. Der Großteil der ehemaligen Bahntrasse wird heute als Fußweg genutzt. Außerdem blieb am Endpunkt das Jugendstil-Empfangsgebäude der Bahn erhalten.

[Bearbeiten] Reaktivierungspläne

Mit Hinblick auf die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018 forderte der Fahrgastverband Pro Bahn eine Reaktivierung der Strecke. Dadurch sollte das Individualverkehrsaufkommen im Berchtesgadener Land nachhaltig gesenkt werden.[3]

[Bearbeiten] Fahrzeuge

Anfangs standen der Königsseebahn fünf Triebwagen, neun Beiwagen und sechs offene Sommerbeiwagen zur Verfügung. Nach der Umstellung des Stromsystems wurden sie zur Hohenfurther Elektrischen Lokalbahn im Sudetenland umgesetzt, die zwischen 1938 und 1945 zum Streckennetz der Deutschen Reichsbahn gehörte. Auf der hier behandelten Bahnstrecke kamen hingegen fortan Triebwagen der DRG-Baureihe ET 85 mit speziell adaptierten Mittelwagen zum Einsatz. Die Salzburger Lokalbahn (SLB) besitzt je eine Garnitur der Grünen Elektrischen (K.B.StB) und der baugleichen Roten Elektrischen der Salzburger Eisenbahn und Tramway-Gesellschaft, der Vorgängerin der SLB. Sie sind originalgetreu restauriert und werden für Sonderfahrten eingesetzt.

[Bearbeiten] Literatur

  • Harrer, Heinrich, und Bruce Holcomb: Salzburger Lokalbahnen. [Salzburg - St. Leonhard - Berchtesgaden - Königssee. Salzburg - Parsch. Salzburg - Oberndorf - Lamprechtshausen. Bürmoos - Trimmelkam. Salzburger Stadtbahn, Festungsbahn, Stieglbahn]. Internationales Archiv für Lokomotivgeschichte, Bd. 18. Wien (Verlag Josef Otto Slezak), 1980. ISBN 3-900134-14-6
  • Angerer, Manfred: Erinnerungen an die Königssee-Bahn 1909 - 1965, 2. Auflage 2008, Verlag Berchtesgadener Anzeiger
  • Angerer, Manfred und Birkner, Herbert: 120 Jahre Bahngeschichte Berchtesgaden, 2009, Nachdruck 2011. Eigenverlag/Verlag Berchtesgadener Anzeiger ISBN 978-3-925647-54-3
  • K. K. Österr. Staatsbahnen: Illustrierter Führer für die Strecken: Linz–Salzburg (Berchtesgaden, Königssee, Reichenhall). Heft 3. 7. Aufl. Wien, Steyrermühl o.J.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Geschichte der Elektroschifffahrt auf dem Königssee
  2. Geschichte der Königsseebahn auf www.berchtesgadener-land.info
  3. Pro Bahn fordert Reaktivierung der Königsseebahn. Eisenbahnjournal Zughalt.de, 2. August 2010, abgerufen am 20. Oktober 2010.

[Bearbeiten] Weblinks

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