Königstein (Sächsische Schweiz)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Königstein/Sächs. Schw. | |
| Höhe: | 212 m ü. NN | |
| Fläche: | 26,93 km² | |
| Einwohner: |
2231 (31. Dez. 2012)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 83 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01824 | |
| Vorwahl: | 035021 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PIR, DW, FTL, SEB | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 28 210 | |
| Stadtgliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Goethestr. 7 01824 Königstein (Sächsische Schweiz) |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Frieder Haase (parteilos) | |
| Lage der Stadt Königstein (Sächsische Schweiz) im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | ||
Königstein (Sächsische Schweiz) ist eine Stadt im Südosten Sachsens an der Elbe. Die zum Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gehörige Stadt ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Königstein/Sächs. Schw. Auf der gleichnamigen Anhöhe liegt die Festung Königstein.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Geographische Lage[Bearbeiten]
Die Stadt Königstein liegt zwischen Pirna und der tschechischen Grenze an der Mündung der Biela in die Elbe im Süden des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Deutschland. Hier mitten im Elbsandsteingebirge sind vielfältige landschaftliche Formationen zu beobachten. Die Festung auf dem Königstein steht auf einem Sandsteinfelsen oberhalb des Elbtals. Die durch Bäche und Flüsse herausgespülten Täler lassen, wie überall in der Region, bizarre Hang- und Felslandschaften entstehen. Das bei Leupoldishain gelegene größte Moor der Sächsischen Schweiz fiel 1870 der Entwässerung zum Opfer, ist allerdings anhand einer typischen Restvegetation noch feststellbar.
Die Nikolsdorfer Wände sind neben ihrer geologischen Attraktivität ein beliebtes Klettergebiet. Im Ortsbereich von Pfaffendorf, benachbart zum Pfaffenstein steht eines der Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz, die 35 m hohe Nadel der Barbarine, ein geologisches Naturdenkmal, das 1905 erstmals bestiegen wurde. Zahlreiche Funde dokumentieren die Besiedlung seit der Bronzezeit.
Ortsgliederung[Bearbeiten]
Nach der sächsischen Gemeindeordnung besteht Königstein nur aus den Ortsteilen Königstein, Pfaffendorf und Leupoldishain. Ebenheit, Halbestadt und Hütten sind formell keine Ortsteile, sie werden aber einer gewissen Abgrenzung wegen, aufgrund ihrer von Königstein deutlich räumlich getrennten Lage sowie ihrer Historie als Ortsteile bezeichnet.
Ebenheit[Bearbeiten]
Ebenheit, ein Waldhufendorf, liegt auf 246 m ü. NN auf der gegenüberliegenden Elbseite auf einer ebenso bezeichneten geomorphologischen Flächeneinheit unterhalb des Liliensteins. Bereits 1489 erwähnt, waren die ehemaligen Siedler vermutlich der Fron unterworfene Bauern der ehemals auf der Anhöhe angesiedelten Burg. Heute noch vorhanden sind zwei Wohn-Stall-Behausungen aus den Jahren 1747 und 1824, wie noch an den Eingangssteinen zu erkennen ist.
Halbestadt[Bearbeiten]
Halbestadt, ebenfalls rechtselbisch gelegen, entstand im 15. Jahrhundert um ein dem Königsteiner Kloster zugehöriges Vorwerk. Hier, am sogenannten Napoleonsteig zum Lilienstein aus den Befreiungskriegen findet sich noch ein für die Region typisches Umgebindehaus. Die Stadt Königstein hatte das umliegende fruchtbare Gelände per Kauf 1550 in ihren Besitz gebracht. Im Zuge der Elbregulierungen 1864 bis 1865 entstand ein kleiner Flusshafen. Die früher den Bewohnern vom sächsischen Kurfürsten gewährte Elbüberfahrt mit der Gierfähre, welche seit 1993 durch eine motorisierte Fähre ersetzt wurde, ist jedoch immer noch möglich.
Hütten[Bearbeiten]
Der im Bielatal unterhalb der Festung Königstein gelegene Ortsteil wurde erstmals 1445 als Hüttensiedlung erwähnt. Der Name weist auf mehrere Eisenhämmer (mittlerer und unterer Reichhammer, Greifenhammer) hin, in denen Eisen verhüttet wurde. Dieses war in kleinen Mengen als Roteisenstein im Sandstein selbst enthalten, der Großteil wurde aber mit Fuhrwerken aus den Eisenerzgruben um Berggießhübel an die Biela transportiert. Im oberen Bielatal kann in Brausenstein ein rekonstruierter mittelalterlicher Hochofen besichtigt werden. In diesem Zusammenhang wird in der Region auch vom Pirnisch Eisen bzw. der Pirnaer Eisengusskunst gesprochen. Aus einer der Hammerhütten ging im 16. Jahrhundert eine Papiermühle hervor, die sich später unter Hugo von Hoesch zu einer angesehenen Papierfabrik entwickelte. Dabei ist das hier produzierte Papier keineswegs gewöhnlich. Seit dem Ersten Weltkrieg wurde hier Banknotenpapier, später auch Dokumentenpapier für Reisepässe, Personalausweise und andere Grenzübertrittsdokumente hergestellt. Heute werden ausschließlich Banknoten-, Scheck-, Pass- und Werttitelpapiere hergestellt, die ausgesprochen fälschungssicher sein sollen. Hinter der Papierfabrik befand sich eine bis ins frühe 20. Jahrhundert betriebene Kaltwasserheilanstalt Bad Königsbrunn, ein Sommersitz des sächsischen Königshauses. Vom Königsteiner Bahnhof aus verkehrte 1901 eine der ersten O-Bus-Linien der Welt nach Hütten. Die von Max Schiemann konzipierte Strecke, die sogenannte Bielatalbahn, wurde aber bereits 1904 stillgelegt und nach Wurzen verlegt.
Leupoldishain[Bearbeiten]
Das im Zuge der Ostkolonisation gegründete Waldhufendorf wurde erstmals 1379 als Leuchtholdshayn erwähnt. Der 1904 angegliederte Ortsteil Nikolsdorf, ebenfalls ein Waldhufendorf, wurde im gleichen Jahr als Niklasdorff erwähnt. Leupoldishain befindet sich auf der sogenannten Struppener Ebenheit etwa 3 km westlich von Königstein. Für die Entwicklung des Dorfes war bis in die jüngere Vergangenheit die Landwirtschaft prägend. Davon zeugen noch heute einige gut erhaltene Bauernhöfe. Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich zudem der Tourismus. In den 1950er Jahren wurde im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes sogar eine Naturbühne mit 1.100 Sitzplätzen errichtet. Dem aufstrebenden Fremdenverkehr setzte allerdings der Uranbergbau eine Grenze. 1963 wurde in Leupoldishain eine von der SDAG Wismut erkundete Uranerzlagerstätte aufgeschlossen. Aus dieser wurden bis 1990 etwa 18.000 t Uran gewonnen. Dabei wurde auch die Naturbühne dem Bergbau geopfert. Zeitweise arbeiteten über 2.300 Menschen im Leupoldishainer Bergwerk. Die Sanierung des 1990 stillgelegten Bergwerkes (heute WISMUT GmbH Niederlassung Königstein) ist untertage nahezu abgeschlossen, die Flächensanierung übertage wird voraussichtlich noch bis zum Jahr 2020 andauern. Konkrete Nachnutzungspläne für das über 80 ha große Hauptbetriebsgelände liegen noch nicht vor. Favorisiert wird eine künftige gewerbliche Nutzung bzw. die Etablierung touristischer Angebote.
Pfaffendorf[Bearbeiten]
Das 1437 erstmals als Pfaffindorff erwähnte Waldhufendorf befindet sich unterhalb des Pfaffensteins in einer flachen zur Biela hin abfallenden Mulde. Der Name leitet sich vom früheren Lehnsherren, dem Pfaffen von Königstein ab, an den die Bewohner Zinszahlungen zu leisten hatten. Durch Pfaffendorf verlief früher ein Strang der sogenannten „Alten Tetschener Straße“, die als Handelsweg das Elbtal über Kleingießhübel mit Děčín (Tetschen) verband. Den Höhenunterschied zwischen Königstein und Pfaffendorf überwand die Straße mit wenigen steilen Serpentinen. Die wirtschaftliche Prägung erfolgte bis ins 19. Jahrhundert hinein durch die Landwirtschaft. 1755 befanden sich in Pfaffendorf acht Güter. Darüber hinaus war der Ort wirtschaftlich von jeher eng an Königstein gebunden. Zahlreiche Einwohner Pfaffendorfs arbeiteten zum Beispiel als Sandsteinbrecher, Schiffer oder Hammerwerksarbeiter im Elb- und Bielatal. Der Wandel vom Bauerndorf zum Touristenort vollzog sich nach dem Ersten Weltkrieg. 1938 übernachteten 193 Gäste im Ort. Heute ist Pfaffendorf als staatlich anerkannter Erholungsort wegen seiner Nähe zum Pfaffenstein und der zahlreichen gut erhaltenen Dreiseithöfe ein beliebter Ausflugs- und Ferienort.
Geschichte[Bearbeiten]
Königstein wurde 1379 erstmals urkundlich erwähnt.[2] Der Ort trägt seinen Namen von der den böhmischen Königen gehörigen Burg (1241 „in lapide regis“[2] – [lat.] auf dem Stein des Königs), die von hier aus das Elbtal oberhalb Pirnas kontrollierten.
1901 nahm zwischen Königstein und Hütten die Bielatalbahn als einer der ersten Oberleitungsbusbetriebe der Welt den Verkehr auf. Der Betrieb wurde jedoch schon drei Jahre später wieder eingestellt.
Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Naturfreundehaus Halbestadt 13 enteignet und zu einem frühen Konzentrationslager umgewandelt, in dem 70 bis 100 politische NS-Gegner aus Pirna und umliegenden Orten interniert und misshandelt wurden. Zu DDR-Zeiten wurde das Haus Jugendherberge und trug den Namen Julius Fučíks. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von November 1944 bis April 1945 wurde das Außenlager Königstein des KZ Flossenbürg errichtet: ein Lager an der Eselswiese mit 1.000 Häftlingen, sowie ein wesentlich größeres Lager im Wald Milchweg/Schwarzer Weg zwischen Thürmsdorf und Leupoldishain, von dem aus Häftlinge im Ortsteil Weißig-Strand unterirdische Stollen für die Braunkohle Benzin AG (BRABAG) zur Benzinherstellung unter dem Decknamen Schwalbe II bauen mussten, wozu später Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter anderer Nationen hinzukamen. Ein weiteres Kommando mit 250 Häftlingen schuftete in Porschdorf im Polenztal.
Von 1961 bis 1990 gab es einen bedeutenden Abbau von Uran durch die SDAG Wismut.
2002 war die Stadt vom Jahrhunderthochwasser der Elbe schwer betroffen.
Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]
|
|
Zusammenstellung nach BLASCHKE 2003, Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1957, Mittelschule Königstein 2004, SCHIFFNER 1840 und Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen, ab 1991: Stand zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres
Eingemeindungen[Bearbeiten]
- 1933: Eingemeindung von Hütten[6]
- 1. März 1994: Eingemeindung von Pfaffendorf[7]
- 1. Januar 1999: Eingemeindung von Leupoldishain[8]
Gedenkstätten[Bearbeiten]
- FIR-Gedenkstein am Naturfreundehaus Halbestadt 13 für den NS-Gegner Fritz Gumpert, der hier 1933 ermordet wurde
- Mahnmal von 1977 neben dem ehemaligen Amtsgericht an der Pirnaer Straße zur Erinnerung an die umgekommenen Häftlinge der KZ-Außenlager
- Gedenktafel an der Pforte der Festung Königstein, die über das Kriegsgefangenenlager Oflag IV B sowie seine Befreiung durch die Rote Armee informierte; sie wurde nach 1990 beseitigt.
Wappen[Bearbeiten]
Das Wappen zeigt einen aufrecht gehenden doppelt geschwänzten böhmischen Löwen. Es erinnert an die böhmische Geschichte Königsteins, das erst 1404 in die Hand der Wettiner gelangte.
Politik[Bearbeiten]
Stadtrat[Bearbeiten]
Der Stadtrat hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 59,8 % (− 0,9) zu folgendem Ergebnis:[10]
| Partei / Liste | Stimmenanteil | Sitze |
| Freie Wähler | 45,8 % | 7 |
| CDU | 25,6 % | 4 |
| LINKE | 9,6 % | 1 |
| NPD | 8,9 % | 1 |
| SPD | 6,5 % | 1 |
Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten]
Königstein bildet seit 2002 gemeinsam mit Gohrisch, Rathen, Rosenthal-Bielatal und Struppen die Verwaltungsgemeinschaft Königstein/Sächs. Schw.
Partnerstädte[Bearbeiten]
- Königstein im Taunus in Hessen (seit 1992)
- Königstein in der Oberpfalz, Bayern (seit 1993)
- Trmice (Türmitz) in Tschechien (seit 2002)
Vertreter der drei Königsteiner Gemeinden treffen sich jährlich zu einem „Dreikönigstreffen“ genannten Arbeitstreffen in der Oberpfalz.
Wirtschaft[Bearbeiten]
Verkehr[Bearbeiten]
Durch Königstein führen die Bundesstraße 172 sowie die Staatsstraßen S 168, S 170 und S 171. An das Eisenbahnnetz ist Königstein mit einem Bahnhof an der Bahnstrecke Dresden–Děčín angeschlossen. Entlang dieser verkehrt die S-Bahnlinie S1 der S-Bahn Dresden. Ab dem Reißigerplatz, etwa fünf Fußminuten vom Bahnhof entfernt, führen Buslinien nach Hinterhermsdorf (über Bad Schandau), Kurort Gohrisch, Pirna (über Struppen) und nach Rosenthal-Bielatal. Die Ortsteile auf dem rechten Elbufer, Ebenheit und Halbestadt, sind über eine Personenfähre oder auf dem Straßenweg über Bad Schandau–Rathmannsdorf–Prossen zu erreichen. Sowohl die Buslinien als auch die Fähre werden von der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mbH betrieben. In Königstein steht eine verkehrsgeschichtlich interessante kursächsische Postdistanzsäule, deren Originalteile im Museum Schloss Lauenstein (Wappen) und im Zeitungsmuseum Mainz (Schriftblock) ausgestellt sind.
Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]
- WISMUT GmbH Standort Königstein (OT Leupoldishain): etwa 250 Mitarbeiter (2012)[11], Sanierung der Hinterlassenschaften des Uranbergbaus
- Giesecke & Devrient – Papierfabrik Louisenthal GmbH Werk Königstein (OT Hütten): etwa 300 Mitarbeiter (2010)[12], Herstellung von Banknoten- und Sicherheitspapier
- Kunststoffverarbeitung Bauer GmbH & Co. KG: etwa 50 Beschäftigte (2011)[13], Herstellung von Kunststoffteilen für verschiedene Branchen
Kultur, Freizeit, Bildung, Sozialwesen[Bearbeiten]
Ausflugsziele[Bearbeiten]
- Die vier Steine: Königstein gilt als Stadt der vier Steine (Königstein, Lilienstein, Pfaffenstein, Quirl). Die über der Stadt liegende Festung Königstein wurde in den letzten Jahren von etwa 500.000 Menschen pro Jahr besucht. Vom Lilienstein (416 m) sieht man die markante Elbschleife, das „OMEGA“. Am Pfaffenstein ist die etwa 45 m hohe Felsnadel Barbarine und der Aussichtsturm auf dem Berg sehenswert. Am Quirl sind die zahlreichen Höhlen (Diebshöhle, Sterlhöhlen, X1/Kö13), meist Einsturzhöhlen, zu sehen.
Museen[Bearbeiten]
- Heimatstube Leupoldishain: Die kleine Heimatstube informiert mit Bildern, Dokumenten und Gegenständen über die Entwicklung des Ortes.
Freizeit / Sport[Bearbeiten]
- Tennis- und Volleyballplatz Leupoldishain
- Fabel- und Mythenpark Königstein
- Elbe-Freizeitland
Öffentliche und soziale Einrichtungen[Bearbeiten]
- Grundschule Königstein
- Mittelschule Königstein
Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]
- In Königstein findet, wie in anderen oberelbischen Elborten auch, zum Winterausklang die „Schifferfastnacht“, ein an die Elb-Schifffahrttradition anknüpfendes Volksfest, statt. Vom Schifferfastnachtsverein wird dabei ein Umzug durch die Straßen organisiert, bei dem die traditionellen Elbschiffsmodelle durch die Stadt getragen werden und die Kapelle vor den Häusern alteingesessenerer Schiffseignerfamilien und anderer Honoratioren ein Ständchen bringt. Zum Gaudi der Kinder verteilt der „Fleckelmann“ mit seiner Klatsche „Ordnungshiebe“ an unfolgsame (trunksüchtige) Ehemänner und/oder (zänkische) Ehefrauen. Von den Marketenderinnen des Umzuges wird reichlich „Daumenbreite“ ausgeschenkt. Die Schifferfastnacht wird mit einem zünftigem Schifferball abgeschlossen.
- Ein selbstständiges karnevalistisches Leben begann in Königstein ab ca. 1953 und entwickelte sich unter der Federführung von Horst Rülke (Königstein) und Gerd Neumann (Cunnersdorf). Vom Elferrat wurden anfänglich Faschingsumzüge und Prunksitzungen organisiert. Später fanden nur noch Prunksitzungen statt, in denen zu DDR-Zeiten versteckte Kritik geübt werden konnte. Da Königstein früher den Beinamen „Quirlequietsch“ hatte, heißt der Königsteiner Karnevalsruf „Quietsch-Quirl-Oha“.
Bauwerke[Bearbeiten]
- Die aus dem 15. Jahrhundert stammende Marienkirche wurde nach Bränden und Verfall mehrfach wieder aufgebaut, zuletzt 1823. Ihr Äußeres ist vom Barock geprägt, während im Innern Elemente des Klassizismus überwiegen.
- Umgebindehaus aus dem Jahr 1587. Es ist ein erdgeschossiger zweiriegeliger Fachwerkbau mit einem zweilagigen Blockkranz.
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]
- Ernst Julius Otto (* 1. Oktober 1804 in Königstein; † 5. März 1877 in Dresden), Kreuzkantor und Dirigent der Dresdner Liedertafel
- Georg Schumann (* 25. Oktober 1866 in Königstein; † 23. Mai 1952 in Berlin-Lichterfelde), Musikwissenschaftler und Dirigent, von 1900 bis 1952 Direktor der Sing-Akademie zu Berlin, Präsident der Preußischen Akademie der Künste
- Camillo Schumann (* 10. März 1872 in Königstein; † 29. Dezember 1946 in Bad Gottleuba), jüngerer Bruder Georgs, Komponist und Organist, Ehrenbürger der Stadt Bad Gottleuba
- Otto Panzner (* 9. Juli 1853 in Königstein; † 1921), Bildhauer
- Werner Neumann (* 21. Januar 1905 in Königstein; † 24. April 1991 in Leipzig), Bachforscher
- Rudi Schiemann (* 14. Januar 1901 in Königstein; † 25. Oktober 1970), Kabarettist
- Frank Ettrich (* 23. Mai 1958 Königstein), Soziologe
Personen mit Verbindung zur Stadt[Bearbeiten]
- Friedrich Christoph zu Solms-Wildenfels (1712–1792), kursächsischer General der Infanterie, Kommandant der Festung Königstein
Literatur[Bearbeiten]
- Karlheinz Blaschke: Das Städtewesen vom 12. bis zum 19. Jahrhundert. Beiheft zur Karte B II 6 des Atlas zur Geschichte und Landeskunde von Sachsen (hrsg. von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und dem Landesvermessungsamt Sachsen). Leipzig/Dresden 2003.
- Friedrich August Brandner: Stadt und Festung Königstein. Eine geschichtliche Zusammenstellung. Lauenstein/Pirna 1842 (Digitalisat).
- Mittelschule Königstein (Hg.): 625 Jahre Stadt Königstein. Geschichte und Geschichten rund um Königstein. Königstein 2004.
- Albert Schiffner: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen. Band 2. Leipzig 1840.
- Gebiet Königstein, Sächsische Schweiz. 1. Auflage. Akademie-Verlag Berlin, Berlin 1957 (Werte der deutschen Heimat. Band 1).
- Königstein. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 5. Band, Zwickau 1818, S. 3.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ a b Königstein (Sächsische Schweiz) im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- ↑ geschätzt nach überlieferten Hauszahlen aus dem 16. Jahrhundert, vgl. BLASCHKE 2003
- ↑ errechnet nach Steuerlisten, vgl. BLASCHKE 2003
- ↑ Stand 3. Oktober 1990
- ↑ Hütten im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- ↑ Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gemeinderatswahl 2009 der kreisangehörigen Stadt Königstein/Sächs. Schw.; Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
- ↑ „Wismut schließt dieses Jahr die letzten Schächte“, Sächsische Zeitung (Ausgabe Pirna) vom 15. März 2012
- ↑ Arbeitsagenturchefin besucht Papierfabrik Louisenthal GmbH, Werk Königstein, Presse Info 177/2009 der Arbeitsagentur Pirna vom 23. Dezember 2009 (Abruf 21. April 2011)
- ↑ Homepage der Bauer GmbH & Co. KG (Abruf 21. April 2011)
Altenberg | Bad Gottleuba-Berggießhübel | Bad Schandau | Bahretal | Bannewitz | Dippoldiswalde | Dohma | Dohna | Dorfhain | Dürrröhrsdorf-Dittersbach | Freital | Glashütte | Gohrisch | Hartmannsdorf-Reichenau | Heidenau | Hermsdorf/Erzgeb. | Hohnstein | Klingenberg | Königstein (Sächsische Schweiz) | Kreischa | Liebstadt | Lohmen | Müglitztal | Neustadt in Sachsen | Pirna | Rabenau | Rathen | Rathmannsdorf | Reinhardtsdorf-Schöna | Rosenthal-Bielatal | Schmiedeberg | Sebnitz | Stadt Wehlen | Stolpen | Struppen | Tharandt | Wilsdruff
Königstein (mit Ebenheit, Halbestadt und Hütten) | Leupoldishain (mit Nikolsdorf) | Pfaffendorf

