Künzell

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Künzell
Künzell
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Künzell hervorgehoben
50.5394444444449.7083333333333336Koordinaten: 50° 32′ N, 9° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Fulda
Höhe: 336 m ü. NHN
Fläche: 30,29 km²
Einwohner: 15.953 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 527 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36093
Vorwahlen: 0661 (06656 Dietershausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FD
Gemeindeschlüssel: 06 6 31 017
Gemeindegliederung: neun Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Unterer Ortesweg 23
36093 Künzell
Webpräsenz: www.kuenzell.de
Bürgermeister: Peter Meinecke (CDU)
Lage der Gemeinde Künzell im Landkreis Fulda
Eiterfeld Burghaun Rasdorf Hünfeld Nüsttal Bad Salzschlirf Großenlüder Fulda Petersberg (Hessen) Hofbieber Tann (Rhön) Hilders Dipperz Künzell Poppenhausen (Wasserkuppe) Ehrenberg (Rhön) Gersfeld (Rhön) Ebersburg Eichenzell Kalbach Flieden Hosenfeld Neuhof (bei Fulda) Main-Kinzig-Kreis Bayern Thüringen Landkreis Hersfeld-Rotenburg VogelsbergkreisKarte
Über dieses Bild

Künzell ist eine Stadtrandgemeinde von Fulda in Osthessen, Deutschland. Sie ist die zweitgrößte Gemeinde im Landkreis Fulda.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Blick über Künzell Richtung Südosten, mit Wasserkuppe im Bildhintergrund.

Die Gemeinde liegt im Vorland der Rhön. Nach Nordwesten hin geht die Bebauung nahtlos in die Stadt Fulda und die Gemeinde Petersberg über. Der östliche Teil der Gemeinde ist von den Bergen der vorderen Rhön geprägt, höchster Punkt im Gemeindegebiet ist der Giebelrain. Dort entspringt die Haune.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Während die Gemeindeteile Künzell und Bachrain das typische Ortsbild einer Stadtrandgemeinde zeigen, sind die übrigen Ortsteile als geschlossene Dörfer, eingebettet in die Landschaft, erkennbar.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Künzell grenzt im Norden an die Gemeinde Petersberg, im Osten an die Gemeinde Dipperz, im Südosten an die Gemeinde Poppenhausen, im Süden an die Gemeinden Ebersburg und Eichenzell, sowie im Westen an die Stadt Fulda (alle im Landkreis Fulda).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Künzell gliedert sich in die Ortsteile Künzell-Bachrain (Kernort), Pilgerzell, Engelhelms, Dirlos (mit Loheland), Dietershausen, Keulos, Wissels und Dassen.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick vom Giebelrain auf Dietershausen

Der Ursprung der Gemeinde geht auf das Jahr 743 zurück. Damals siedelte der Mönch Chindolf im Talkessel des Oberlaufes des Grezzbaches. In der folgenden Zeit bildete sich eine Cella um die Behausung des Mönchs, die nach ihm Chindecella oder Kindecella genannt wurde. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Künzell im Jahre 1160. Das Gebiet war Fuldaer Klosterbesitz. Um das Jahr 1250 waren vier selbstständige Bauerngüter verzeichnet, 1510 waren es bereits sieben.

Der Ortsteil Dietershausen wird erstmals 810 als Theotrichesus erwähnt. Pilgerzell wird 830 in Urkunden Biligrimcella genannt, 1510 besaß Pilgerzell zehn Viehhalter. Engelhelms wurde 1276 urkundlich erwähnt, Dirlos 1318 als Villa Tyerolfes.

Kirchliches Zentrum war über Jahrhunderte der Florenberg. Die erste nachgewiesene Kirche wurde dort von Abt Huoggi (891–915) um das Jahr 900 errichtet. Die erhaltene Wehrmauer stammt wohl aus dem 10. Jahrhundert und diente zum Schutz vor den einfallenden Ungarn. Der heutige Turm wird einem romanischen Neubau zugeschrieben, der Kirchenraum stammt vom vierten Neubau 1511–1515.

Künzell, Gebiet auf dem die neue Ortsmitte entsteht
Blick auf Künzell mit Pfarrkirche St. Antonius

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Dassen, Dietershausen, Keulos und Wissels eingegliedert. Am 1. April 1972 kamen Dirlos, Engelhelms und Pilgerzell hinzu.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts war Künzell eine bäuerlich geprägte Gemeinde. 1939 waren lediglich 1930 Einwohner gemeldet. Das wirtschaftliche Aufblühen der Region und die Eingemeindungen 1971/72 ließen die Gemeinde stark anwachsen.

Politik[Bearbeiten]

Künzeller Rathaus Neubau

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 ergab folgende Sitzverteilung:

Kommunalwahl 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,0 %
16,8 %
14,2 %
12,8 %
3,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,2 %p
+0,6 %p
+6,6 %p
-0,5 %p
+0,5 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 53,0 20 60,2 22 60,3 22
CWE Christliche Wähler-Einheit e. V. 16,8 6 16,2 6 15,8 6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,2 5 7,6 3 7,2 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 12,8 5 13,3 5 16,6 6
FDP Freie Demokratische Partei 3,2 1 2,7 1
Gesamt 100 37 100 37 100 37
Wahlbeteiligung in % 47,9 41,6 50,5

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 5. September 1973 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „Der von Grün und Silber durch ein silber-schwarz quadriertes Kreuz gevierte Schild zeigt im 1. und 4. Feld in Grün eine silberne Lilie, im 2. und 3. Feld in Silber eine grüne Tanne.“

Das Wappen wurde vom Heraldiker Heinz Ritt aus Bad Nauheim gestaltet.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften bestehen mit den Gemeinden Dingelstädt im Eichsfeld/Thüringen seit 1960 und Rustington in West Sussex/Großbritannien seit 2002.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Der Florenberg (382 m) ist eine markante Erhebung mit einer weithin sichtbaren Kirche aus dem Jahre 1362.
  • Die Wehrkirche St. Bartholomäus in Dietershausen mit spätgotischen Fresken.
  • Dicker Turm ist die Bezeichnung eines mittelalterlichen Wart- und Signalturmes. Der Fuldaer Fürstabt Heinrich VI. von Hohenberg (1315–1353) ließ sieben solcher Türme errichten, um anrückende Feinde frühzeitig zu entdecken. Der Dicke Turm hat eine Höhe von 14 und einen Durchmesser von 5 Metern. Seine Plattform auf 382,78 Meter über NN bietet einen Ausblick über die Rhön, den Vogelsberg und die Stadt Fulda.
  • Die Renovierung des Rathauses im Rahmen des Konjunkturprogramms 2009 hat die Gemeinde Künzell statt der veranschlagten Summe von 1,66 Mio. EUR den Betrag von 3,37 Mio. EUR gekostet, was im Jahre 2012 zu einer kritischen Diskussion in der Gemeindevertretung führte. Im Jahr 2013 griff der Bund der Steuerzahler den Fall auf und publizierte seine Kritik an dem Bauprojekt in seinem jährlich erscheinenden Schwarzbuch.[3]
  • Die Neue Ortsmitte von Künzell wurde bis Herbst 2014 größtenteils fertiggestellt und am 13. September 2014 feierlich eingeweiht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Künzell liegt an der Ausfahrt 92 Fulda-Mitte der A 7 Würzburg–Kassel und der Ausfahrt Fulda-Künzeller Straße der B 27, über die auch die Ausfahrt Fulda-Süd der A 66 Frankfurt–Fulda erreichbar ist.

Der Bahnhof Fulda, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit ICE-Bahnhof zwischen Frankfurt am Main, Kassel, Erfurt und Würzburg, ist wenige Kilometer entfernt und mit Bussen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) gut erreichbar.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Deutsche Rentenversicherung Hessen hat in Künzell seit dem Jahr 2000 eine Dienststelle (Auskunfts- und Beratungsstelle, Servicestelle für Rehabilitation, Ärztliche Untersuchungsstelle sowie Prüfbezirksstelle) für Osthessen mit 300 Mitarbeitern angesiedelt.

Bildung[Bearbeiten]

Die Rudolf-Steiner-Schule in Künzell-Loheland

Künzell bietet neun Kindergärten sowie die beiden Grundschulen Theotrichschule in Dietershausen und Florenbergschule in Pilgerzell und die Grund- und Hauptschule Don-Bosco-Schule in Künzell. [4]

Die Rudolf-Steiner-Schule ist eine freie Waldorfschule in Loheland, die als Gesamtschule arbeitet. Die Loheland-Akademie bildete bis 2009 zudem zum staatlich geprüften Gymnastiklehrer, basierend auf der Loheland-Gymnastik, aus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 393.
  3. http://www.schwarzbuch.de/content/ubersturzte-rathaussanierung
  4. http://www.landkreis-fulda.de/fileadmin/service/Formulare/02_schule_bildung/02_allgemeinbildende_schulen.pdf

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Künzell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien