Kürassier-Regiment „Graf Gessler“ (Rheinisches) Nr. 8

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Denkmal des Kürassier Regiments Nr. 8 in Köln-Deutz

Das Kürassier-Regiment „Graf Gessler“ (Rheinisches) Nr. 8 war eine Kavallerieeinheit der Preußischen Armee.

Verbandszugehörigkeit 1914[Bearbeiten]

  • Garnison: Köln-Deutz
  • Stiftungstag des Regiments: 7. März 1815

Geschichte[Bearbeiten]

Aufstellung[Bearbeiten]

Kaserne des Regiments in Köln-Deutz

Mit A.K.O. vom 7. September 1815 wurde in Halberstadt die Aufstellung des Dragoner-Regiments Nr. 8 befohlen.

Dazu mussten je eine Eskadron abgeben:

Im Jahre 1819 wurde die Einheit in das Kürassier-Regiment Nr. 8 umgewandelt. Mit A.K.O. vom 27. Januar erhielt es die endgültige Bezeichnung: Kürassier-Regiment „Graf Gessler“ (Rheinisches) Nr. 8.

Von 1817 bis 1849 stand das Regiment in Langensalza in Garnison. 1850 wurde es nach Deutz verlegt.

Gefechtskalender[Bearbeiten]

Parade des Regiments, am 21. April 1900, auf dem Kölner Neumarkt, zum 50-jährigen Garnisonsjubiläum

An den Kampfhandlungen gegen das Napoleonische Frankreich nahm das Regiment nicht mehr teil. Es lag bis 1817 in der Gegend um Koblenz verteilt und kam dann in seine erste feste Garnison nach Langensalza.

Deutsche Revolution[Bearbeiten]

Anlässlich der Bürgerunruhen nahm das Regiment 1848 an den Straßenkämpfe in Erfurt teil. 1849 beteiligte es sich an der Niederwerfung der Badischen Revolution und der Belagerung der Festung Rastatt.

Deutscher Krieg[Bearbeiten]

Während des Deutschen Krieges war es beim Einmarsch in Böhmen, der Schlacht bei Königgrätz und dem anschließenden Vormarsch bis vor Wien.

Deutsch-Französischer Krieg[Bearbeiten]

Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 war das Regiment an der Einschließung und Belagerung von Metz beteiligt sowie der Zersprengung der französischen Nord-Armee. Am 30. Juni 1871 kehrte es nach Deutz zurück.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Das Regiment verlor seinen Kavallerie-Status bereits im Herbst 1914 und wurde in ein Kavallerie-Schützen-Regiment umgewandelt.

Am 1. August 1914 Ausmarsch in den Westen mit Grenzschutz in Luxemburg, anschließend Teilnahme an der Marneschlacht. Das Regiment oder Teile davon befanden sich:

am 10. August 1914 in Luxemburg
am 20. August 1914 in Bastogne
am 22. August 1914 die 1. Eskadron in Pocheresse
am 19. September 1914 bei Somme Py

Ab Herbst 1914 bis Mitte 1917 Stellungskämpfe bei Arras und um Reims in der Champagne. Im Juli 1916 befand sich die 1. Eskadron im Sommeabschnitt. Im Juni 1917 Verlegung an die Ostfront, Kämpfe in Galizien und in den Karpaten. Im Oktober 1917 befand sich die 1. Eskadron im Isonzo Kampfabschnitt.

Im Dezember 1917 Verlegung in den Westen, Teilnahme an der Deutschen Frühjahrsoffensive. Bis 5. November 1918 Stellungs- und Abwehrkämpfe in Nordfrankreich.

Verbleib[Bearbeiten]

Beim Waffenstillstand am 11. November 1918 befand sich die Einheit in der Hermannstellung, von wo aus sie den Rückmarsch in die Heimat antrat. Da der Standort Deutz zur entmilitarisierten Zone gehörte, marschierte das Regiment nach Rastede bei Oldenburg, wo es im Mai 1919 demobilisiert und aufgelöst wurde.

Die Tradition übernahm in der Reichswehr die 2. Eskadron des 7. (Preußisches) Reiter-Regiments in Breslau.

Kommandeure[Bearbeiten]

(Liste lückenhaft)
Dienstgrad Name Datum
Major Ludwig von Gemmingen-Hornberg 8. März bis 6. Juli 1887 (mit der Führung beauftragt)
Major/Oberstleutnant/Oberst Ludwig von Gemmingen-Hornberg 7. Juli 1887 bis 21. August 1891

Uniform[Bearbeiten]

"Deutzer Kürassiere um 1900" von Carl Rüdell

Bis 1912 wurde auch im Felde ein weißer Koller und weiße Stiefelhosen getragen. Offiziere waren mit Epauletten, Unteroffiziere und Mannschaften mit Schulterklappen ausgestattet. Dazu kamen schwarze Kürassierstiefel (sogenannte Kanonenstiefel) und der Kürassierhelm aus hell poliertem Eisen mit Beschlägen und Zierrat aus Messing, sowie ein weißes Bandelier mit schwarzer Kartusche. Bei Paraden wurde zusätzlich ein weißmetallener, zweiteiliger Küraß angelegt. Zum normalen Dienst trugen die Kürassiere einen dunkelblauer Waffenrock. Als Gesellschaftsuniform war dieser bei Offizieren mit Epauletten und Fransen ausgestattet. Dazu gehörte eine weiße Schirmmütze mit grünem Besatzstreifen.

Die Abzeichenfarbe auf den schwedischen Aufschlägen, dem Kragen und den Epaulettenfeldern war hellgrün, die Knöpfe und Borten goldfarben. Auf den Epaulettenfeldern befand sich das verschlungene Monogramm GVR (Georg V. Rex (König Georg V.)) mit Krone für den britischen Regimentsinhaber, das erst 1917 entfernt wurde.

Bereits mit A.K.O. vom 14. Februar 1907 befohlen und ab 1909/1910 schrittweise eingeführt, wurde anlässlich des Kaisermanövers 1913 die bunte Uniform erstmals durch die feldgraue Felddienstuniform (M 1910) ersetzt. Diese glich vollkommen der Friedensuniform. Das Lederzeug und die Stiefel waren naturbraun, der Helm wurde durch einen schilffarbig genannten Stoffüberzug bedeckt. Das Bandelier und die Kartusche wurden zu dieser Uniform nicht mehr angelegt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hugo F.W. Schulz: Die Preußischen Kavallerie-Regimenter 1913/1914. Weltbild Verlag 1992.
  • Jürgen Kraus: Deutsche Armee im Ersten Weltkrieg. Militaria Verlag Wien 2004.
  • Reichsarchiv Band 22-26 "Die Schlacht vor Paris - Das Marnedrama 1914"
  • Reichsarchiv Band 20/21 "Somme Nord" Band 1 und 2
  • Reichsarchiv Band 12b "Durchbruch am Isonzo II"

Weblinks[Bearbeiten]