Küsnacht ZH
| ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Küssnacht zu vermeiden. |
| Küsnacht | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Zürich (ZH) |
| Bezirk: | Meilen |
| BFS-Nr.: | 0154 |
| Postleitzahl: | 8700 |
| UN/LOCODE: | CH KHH (Küsnacht) CH FCH (Forch) |
| Koordinaten: | 686480 / 24145947.318338.582502413Koordinaten: 47° 19′ 6″ N, 8° 34′ 57″ O; CH1903: 686480 / 241459 |
| Höhe: | 413 m ü. M. |
| Fläche: | 12.35 km² |
| Einwohner: | 13'524 (31. Dezember 2011)[1] |
| Einwohnerdichte: | 1095 Einw. pro km² |
| Website: | www.kuesnacht.ch |
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Reformierte Kirche Küsnacht, links das Hauptgebäude der Kantonsschule |
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| Karte | |
Küsnacht ist eine politische Gemeinde in der Schweiz. Sie liegt an der sogenannten Goldküste am unteren rechten Zürichseeufer im Bezirk Meilen im schweizerischen Kanton Zürich und ist nicht zu verwechseln mit der Schwyzer Gemeinde Küssnacht am Fuss der Rigi.
2006 wurde Küsnacht in einem Städterating der Zeitschrift Bilanz als lebenswerteste Stadt der Schweiz eingestuft.
Inhaltsverzeichnis |
Wappen [Bearbeiten]
- In Rot ein übereckgestelltes, quadratisches goldenes Kissen mit Eckquasten
Das Gemeindewappen von Küsnacht stammt vermutlich von der Gemeinde Küssnacht am Rigi, mit der Küsnacht Adelsbeziehungen pflegte und die ebenfalls ein Kissen im Wappen führt.
Geographie [Bearbeiten]
Zu Küsnacht gehören neben dem Küsnachter Dorfzentrum die am Zürichsee gelegenen Ortsteile Goldbach im Norden und Heslibach im Süden. An die Gemeinde Zumikon grenzt das höher gelegene Quartier Itschnach. Am oberen Lauf des Küsnachter Dorfbaches liegen die Küsnachter Weiler und Höfe: Küsnachter Berg, Schmalzgrueb, Limberg, Wiserholz, Hohrüti, Wangen, Chaltenstein (Kaltenstein) und die Siedlung Forch. Nachbargemeinden neben Zumikon sind Zollikon im Norden, Erlenbach und Herrliberg im Süden sowie Maur im Osten.
- Fläche: 1236 ha, davon 28 % Wald, 35 % Acker und Wiesen, 24 % Hofraum und Garten.
Bevölkerung [Bearbeiten]
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1634 | 1'064 |
| 1799 | 1'512 |
| 1850 | 2'486 |
| 1900 | 3'391 |
| 1950 | 8'920 |
| 2000 | 12'484 |
| 2007 | 13'026 |
- Ausländeranteil: 19 % (2007).
- Religion: 48 % reformiert, 27 % römisch-katholisch (2002).
Wirtschaft [Bearbeiten]
Küsnacht ist mit einer Steuerkraft von rund 11'780 Franken, das heisst jährlichen Steuereinnahmen von rund 150 Millionen Franken, eine der reichsten Gemeinden der Schweiz, und muss entsprechend zum Finanzausgleich im Kanton Zürich beitragen. Während 47 Jahren war Küsnacht Standort der Privatklinik St. Raphael, auf dessen Areal die Villa Nager steht.
Geschichte [Bearbeiten]
Die ersten Spuren einer Besiedlung stammen von Seeufersiedlungen aus der Jungsteinzeit (4500 bis 2300 v. Chr.) im Heslibacher «Hörnli». Im Küsnachter Tobel beim Hügel der Ruine Wulp fand man Überreste aus der späteren Bronzezeit (2300 bis 800 v. Chr.).
1978 stiess man auf der Küsnachter Allmend auf ausgedehnte Reste eines Gutshofs, dessen lateinischer Name fundus Cossiniacus die Grundlage des heutigen Ortsnamens sein dürfte. Später schliff sich die Bezeichnung in Chussenacho ab und wurde in dieser Form erstmals 1188 in einer päpstlichen Urkunde schriftlich festgehalten.
Im Hochmittelalter (950 bis 1250 n.Chr.) wurden die Herrschaftsrechte von den Freiherren von Regensberg ausgeübt, deren Dienstleute ihren Sitz auf der Burg Wulp hatten. Im 14. Jahrhundert verkauften die Regensberger die Herrschaft Küsnacht an das Rittergeschlecht der Mülner, die als Dienstleute der Fraumünsterabtei in den Adelsstand aufgestiegen waren.
Ebenfalls im 14. Jahrhundert errichtete der Ritterorden der Johanniter bei der St. Georgskirche ihren Verwaltungsbezirk, die Komturei Küsnacht. Der letzte Komtur Konrad Schmid fiel 1531 als Gefährte von Ulrich Zwingli in der Schlacht bei Kappel.
1384 verkaufte Ritter Götz III. Mülner die Vogtei über Küsnacht und Goldbach für 400 Gulden an die Stadt Zürich.Damit wurde Küsnacht Teil der Obervogtei Küsnacht, die durch zwei dem Zürcher Rat angehörende Obervögte verwaltet wurde. Diese Zugehörigkeit bestand bis 1798.
Küsnachter Überschwemmung 1778: In den Abendstunden des 8. Juli 1778 ging ein heftiges Gewitter über Küsnacht nieder. Aus dem Küsnachter Tobel ergossen sich gewaltige Wassermassen über den Ort. Die Flut zerstörte zahlreiche Gebäude und Brücken. 63 Menschen kamen ums Leben.
1830 entstand das «Küsnachter Memorial», eine liberale Streitschrift, in der eine neue Kantonsverfassung mit gleichen Rechten für Stadt und Land gefordert wurde. Zu den Autoren gehörten der deutsche Pädagoge Ludwig Snell sowie die Küsnachter Bürger Heinrich Streuli und Rudolf Brunner.
Nicht zuletzt aufgrund dieser liberalen Gesinnung wurde 1832 mit dem Zürcher Lehrerseminar das erste staatliche Lehrerseminar der Schweiz unter Ignaz Thomas Scherr im Seehof (heute C.G. Jung-Institut) eröffnet. Der erste zweijährige Ausbildungskurs wurde von 35 angehenden Lehrern besucht. Aus dem Küsnachter Lehrerseminar sind Schweizer Dichter wie Ernst Kappeler, Jakob Bosshart und Albin Zollinger hervorgegangen. Heute beherbergt die Gemeinde anstelle des Lehrerseminars die Kantonsschule Küsnacht. Während der Industrialisierung siedelten sich verschiedene Industriebetriebe in Küsnacht an, zu den bedeutendsten zählte die Terlinden & Co.
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Küsnacht auf dem Gygerplan von 1667
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Küsnacht vor 1778, Stich von Heinrich Brupbacher
Am 3. und 4. Juni 1878 wurde das Dorf wieder von einer Überschwemmung heimgesucht, 100 Jahre nach der letzten.
1909, nach dem Bau der Seestrasse und der rechtsufrigen Bahnlinie, wurde die Bauzone beinahe auf das gesamte Hanggebiet ausgedehnt. Dies hatte zur Folge, dass innerhalb weniger Jahrzehnte fast das gesamte Rebgelände überbaut wurde: 1886 betrug die Rebfläche noch 148 Hektar, 1950 waren es noch deren 3. Die alten Siedlungskeren Dorf, Heslibach und Kusen wuchsen zusammen und auch die Grenzen zu den Nachbargemeinden Zollikon und Erlenbach wurden verwischt.
Politik [Bearbeiten]
Gemeindepräsident ist Max Baumgartner (FDP) (Stand 2010).
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Wehrmännerdenkmal im Ortsteil Forch
- Höchhus Küsnacht
- alte und neue Gebäude der Kantonsschule Küsnacht
- Küsnachter Tobel mit der Drachenhöhle, dem Findling Alexanderstein und der Burgruine Wulp
- Ortsmuseum am Ausgang des Tobels [2]
- Rumensee und Schübelweiher
- Haus Seehof, ehemaliger Wohnsitz von Conrad Ferdinand Meyer und Sitz des C.G. Jung-Instituts
- Zehntentrotte
- Reformierte Kirche Küsnacht
- Katholische Kirche St. Georg (Küsnacht)
Freizeitaktivitäten [Bearbeiten]
Neben verschiedenen Bade- und Wassersportmöglichkeiten am und auf dem Zürichsee bietet sich von Küsnacht aus ein ausgedehntes Netz von Wanderwegen und Mountainbike-Touren durch das Tobel bis hinauf zum Pfannenstiel an.
Oberhalb von Küsnacht liegt die Kunsteisbahn KEK. Sie umfasst eine Eishalle, ein offenes Eisfeld und eine Curlinghalle.[3]
Bilder [Bearbeiten]
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Rumensee zwischen Itschnach und Zollikon
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Berühmte Einwohner von Küsnacht waren bzw. sind unter anderem Tina Turner, Thomas Mann, August Bebel, Conrad Ferdinand Meyer, Gustav Knuth, Klaus Knuth, Hermann Haller, Carl Gustav Jung, Walter Haefner, Ursula Gut-Winterberger und Horst Petermann.
Töchter und Söhne [Bearbeiten]
- Carl Abegg-Arter, Rohseidenhändler und Bankier
- Emil Abegg, Indologe
- Johann Jakob Abegg, Politiker und Unternehmer
- Bert Campbell, Musiker
- Ulrich Saxer, Medien- und Kommunikationswissenschaftler.
Literatur [Bearbeiten]
- Küsnacht am Zürichsee, Schweizerische Kunstführer Nr. 606/607, Bern 1997
- Hans Schnider: Kleine Chronik von Kirche und Kirchgemeinde Küsnacht, Reformierte Kirchgemeinde Küsnacht, Stäfa 1988
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Website der Gemeinde Küsnacht ZH
- Statistische Daten des Kantons zur Gemeinde Küsnacht ZH
- Küsnacht (Vogtei) im Historischen Lexikon der Schweiz
- Küsnacht (ZH) im Historischen Lexikon der Schweiz
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter
- ↑ [1]
- ↑ KEK
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