Kīlauea

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Kīlauea
Lage des Kīlauea, schematischer Überblick mit Caldera und Riftzonen

Lage des Kīlauea, schematischer Überblick mit Caldera und Riftzonen

Höhe 1247 m
Lage Big Island
Gebirge Hawaii
Koordinaten 19° 25′ 16″ N, 155° 17′ 12″ W19.4211-155.286761111111247Koordinaten: 19° 25′ 16″ N, 155° 17′ 12″ W
Kīlauea (Hawaii)
Kīlauea
Typ Schildvulkan
Gestein Basalt
Letzte Eruption 1983 bis 2014, anhaltend
Besonderheiten aktivster Vulkan der Erde
Location Kilauea.svg
Schnittzeichnung von der Caldera des Kīlauea über die östliche Riftzone mit dem Puʻu ʻŌʻō und durch die Pūlama Pali

Der Kīlauea (deutsch Kilauea) ist ein aktiver Schildvulkan auf der zu Hawaii gehörenden Insel Big Island. In der hawaiischen Sprache bedeutet kīlauea „spucken“ oder „viel verbreiten“.[1] In der derzeit erstarrten Caldera des Kīlauea liegt der aktive Lavasee des Halemaʻumaʻu-Kraters.

Geographie[Bearbeiten]

Der Kīlauea ist Teil einer Kette von Vulkanen, der Hawaii-Emperor-Inselkette, welche sich vom Nordost-Pazifik bis nach Hawaii erstreckt. Während sich der ozeanische Meeresgrund über einen örtlich festliegenden Hot-Spot im Erdmantel bewegte, schuf er in Jahrmillionen diese lange Inselkette, von der heute nur noch wenige Inseln an der Oberfläche zu sehen sind. Die nördlichste ist die Insel Midway.

Auf Big Island befinden sich neben dem Kīlauea noch zwei weitere aktive Vulkane, der Mauna Loa und der Hualālai sowie zwei vermutlich inaktive Vulkane, der Mauna Kea und der Kohala.

Vulkanische Aktivität[Bearbeiten]

Der Kīlauea ist derzeit einer der aktivsten Vulkane der Erde.[2] Wie bei den meisten Vulkanen, die über Hotspots liegen, sind die Ausbrüche effusiv: Lava quillt aus dem Erdinneren nach oben und fließt in kontinuierlichen Lavaströmen ab.[3] Obwohl der weit überwiegende Teil der Eruptionen somit keinen explosiven Charakter hat, gibt es Ausnahmen. Zum Beispiel ereigneten sich vom 11. bis 27. Mai 1924 eine Reihe starker Explosionen im Halemaʻumaʻu-Krater, bei denen tonnenschwere Gesteinsbrocken mehrere Kilometer weit aus dem Krater geschleudert wurden.[4] Verursacht wurde dieses damals durch große Mengen einströmendes Grundwasser, das bei seinem Kontakt mit Magma schlagartig verdampfte. Durch die Volumenzunahme wurde das darüber liegende Gestein weggesprengt.
Die überwiegende Zahl der Ausbrüche verläuft jedoch friedlicher, da die Lava hawaiischer Vulkane eine sehr geringe Viskosität besitzt. In der dünnflüssigen Lava können eingeschlossene Gase vor einem Ausbruch leichter entweichen und keinen hohen Druck aufbauen, anders als beispielsweise beim Ausbruch des Mount St. Helens 1980. Die Viskosität von Lava wird von mehreren Faktoren beeinflusst: ihrer Temperatur, der chemischen Zusammensetzung und ihrem Gasgehalt.

Der jüngste Ausbruch des Kīlauea dauert seit Januar 1983 an.[5] Er findet nicht im Hauptkrater, sondern im ca. 15 km davon entfernten Puʻu-ʻŌʻō-Krater statt. Die Lavaströme fließen von dort mitunter bis in den Pazifik, wo sie auf spektakuläre Weise durch das Meerwasser schlagartig erkalten. Dabei fließt die Lava nicht die gesamte Strecke oberirdisch, sondern häufig in Lavaröhren. Solche Tunnel bilden sich auf natürlichem Wege und führen wegen der thermischen Isolationswirkung dazu, dass die Lavaströme vor ihrem Erstarren sehr viel längere Strecken zurücklegen.
In der Gipfelcaldera selbst befindet sich der aktive Lavasee Halemaʻumaʻu.[6]

Tourismus[Bearbeiten]

Der Kīlauea mit seinen Nebenkratern ist Teil des Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalparks auf Big Island und ist einer der am häufigsten von Touristen besuchten aktiven Vulkane.

Mythologie[Bearbeiten]

In der hawaiischen Religion gilt der Halemaʻumaʻu-Krater in der Caldera des Kīlauea als Sitz der Vulkangöttin Pele.[7]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fotos und Videos[Bearbeiten]

 Commons: Kategorie Kīlauea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Geologisches Kartenmaterial[Bearbeiten]

Wissenschaftliche Beiträge[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kīlauea in Place Names of Hawaiʻi
  2. Summary of Historical Eruptions, 1750 - Present
  3. Bild einer Lavafontäne
  4. The 1924 explosions of Kilauea
  5. USGS, Hawaiian Volcano Observatory: Kīlauea -- Perhaps the World's Most Active Volcano (englisch)
  6. http://hvo.wr.usgs.gov/cams/region_kism.php HVO, Webcams; abgerufen am 30. September 2012
  7. W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes, S. 174