K2 Black Panther

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K2 Black Panther
K2 Black Panther
Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 3 (Kommandant, Fahrer, Richtschütze)
Länge 7,5 m;
10,8 m (Länge mit Geschütz in 12-Uhr-Stellung)[1]
Breite 3,60 m[1]
Höhe 2,40 m[1]
Masse 55,0 Tonnen
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung Verbundpanzerung, Reaktivpanzerung
Hauptbewaffnung 1 × Rheinmetall 120-mm-Glattrohrkanone L/55 (40 Schuss)[1]
Sekundärbewaffnung 1 × 12,7-mm-K6-Maschinengewehr (Deckaufbau) und
1 × 7,62-mm-Maschinengewehr (koaxial)
Beweglichkeit
Antrieb wassergekühlter 12-Zylinder-MTU-Dieselmotor MB-883 Ka500
1103 kW (1500 PS)
Federung hydropneumatisch
Höchstgeschwindigkeit 70 km/h (Straße)
50 km/h (Gelände)[1]
Leistung/Gewicht 20,1 kW/t (27,3 PS/t)
Reichweite 430 km

Der K2 Black Panther, während der Erprobungs- und Entwicklungsphase als eXperimental K2 (XK2) bezeichnet, ist ein Kampfpanzer der südkoreanischen Streitkräfte. Er gilt als einer der fortschrittlichsten Kampfpanzer der Welt. Bei einem Stückpreis von 8,5 Millionen US-Dollar ist er im Guinness-Buch der Rekorde als teuerster Panzer der Welt eingetragen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Fahrzeug wurde mit einem Auftragsbudget von 230 Millionen US-Dollar von der südkoreanischen Agency for Defense Development (ADD, deutsch Amt für Verteidigungsentwicklung) entwickelt, um den Kampfpanzer K1 Typ 88 abzulösen. Die Forschungsarbeiten begannen bereits im Jahr 1995 und dauern bis heute an. Als die ADD mit der Entwicklung eines modernen Kampfpanzers beauftragt wurde, wurden Rüstungsbetriebe wie GIAT Industries und Diehl BGT Defence GmbH in den Entwicklungsprozess eingebunden, um verschiedene Systeme und Bestandteile des Panzers mitzuentwickeln. Trotzdem wurden etwa 90 Prozent des K2 Black Panther von südkoreanischen Unternehmen entworfen. Hergestellt wird das Fahrzeug von Hyundai Rotem, wobei auch die Firmen Samsung Techwin und World Industries Ace Corporation an der Produktion beteiligt sind.

Einen zusätzlichen Entwicklungsimpuls brachten russische Panzermodelle, da Russland zur Tilgung von Schulden T-80U-Panzer lieferte und zudem ein T-72 aus einem ungenannten Ostblock-Land angekauft wurde. Die Erfahrungen aus diesen Kampfpanzern flossen in die Entwicklung des K2 ein. Das südkoreanische Heer plante ursprünglich, etwa 680 K2 Black Panther zu beschaffen, aber aus finanziellen Gründen wurde bereits mehrfach vor dem Beginn der Serienproduktion eine Reduzierung der Stückzahl erwogen. Der Stückpreis je Panzer soll bei 8,5 Millionen US-Dollar (USD) liegen (vgl. Puma mit sieben Millionen Euro pro Stück).

Schutz[Bearbeiten]

Die Panzerung setzt sich aus Verbundpanzerung und Reaktivpanzerung zusammen. Die Stärke der Panzerung entspricht in etwa der des M1A2 Abrams, im Gegensatz zu dessen fast 62 Tonnen ist der K2 aber mit einem Gewicht von 55 Tonnen leichter. Die Reaktivpanzerung wird an den eher schwächer gepanzerten Seiten und auf dem Dach eingesetzt, während die Verbundpanzerung an der Fahrzeugfront am stärksten ist. Unter anderem erhöht sich so die Gefechtsfeldmobilität und der Kraftstoffverbrauch des Fahrzeuges wird gesenkt. Zusätzlich ist der K2 Black Panther mit abstandsaktiven Schutzmaßnahmen ausgestattet. Sie umfassen in der Anfangsphase ein Softkillsystem vom Typ VIRSS, bei der späteren Version K2 Black Panther PIP (Product Improvement Programm) soll auch ein Hardkillsystem eingebaut werden, das sich momentan noch in der Entwicklung befindet.[3] Der Panzer verfügt über ein Radar- und Laserwarnsystem (ESM), um die Besatzung bei einer Entdeckung und Anpeilung des Panzers zu warnen und die Signale zu stören (ECM). Zusätzlich verfügt der K2 über ein 360°-Millimeterwellenradar, mit dem anfliegende Projektile und in der Nähe fliegende Hubschrauber und Flugzeuge aufgefasst werden können. Die so gewonnenen Zieldaten können zu einer schnellen Bekämpfung direkt an das Feuerleitsystem weitergegeben werden.

Ein IFF- (Identification friend or foe) und SIF-System (Selective identification feature) nach STANAG 4579 ist ebenfalls vorhanden.

Bewaffnung[Bearbeiten]

Die ursprünglich geforderte Hauptbewaffnung für den K2 war eine 140-mm-Glattrohrkanone, die sich gerade bei Rheinmetall in der Entwicklung befand. Von der 140-mm-Kanone wurde Abstand genommen, als Rheinmetall die Entwicklung einstellte. Der Grund für den Entwicklungsstopp war die Erkenntnis, dass die Einführung bei bestehenden Kampfpanzern den kostspieligen Austausch der Panzertürme bedeuten würde und die parallel Weiterentwicklung in Form 120-mm-L/55-Kanone genügend Potential brachte, um bestehende und in der Entwicklung befindende Kampfpanzer zu bekämpfen. Das Fahrzeug kann aber mit nur geringen Änderungen auf die 140-mm-Kanone umgerüstet werden.

So ist der K2 Black Panther, wie viele moderne Kampfpanzer, mit der 120-mm-Glattrohrkanone von Rheinmetall bewaffnet, die in der gewählten Variante L/55 auch beim Leopard 2A6 eingebaut wird. Sie wird im Gegensatz zum Leopard 2 automatisch nachgeladen und erreicht eine Feuergeschwindigkeit von 15 Schuss pro Minute. Im Vergleich dazu werden beim Leopard 2 mit einem sehr guten Ladeschützen neun Schuss pro Minute erreicht. Der im K2 verwendete Autolader ist dem des Leclerc sehr ähnlich. Auch verfügt der K2 über ein modernes Feuerleitsystem, das die Bekämpfung von tief fliegenden Hubschraubern ermöglicht.[4] Es wird eine maximale Reichweite von zehn Kilometern erreicht. Zudem erlaubt die Feuerleitung das automatische Ausmachen und die Verfolgung fahrzeuggroßer Ziele ohne das Eingreifen des Richtschützen. Ein besonderes Detail des K2 Black Panther ist sein computerüberwachter Feuervorgang. Andere Panzer wie der Leclerc können ein Ziel mit ihrer Hauptwaffe verfehlen, wenn sie während des Schussvorgangs in eine Bodenwelle fahren. Das moderne Feuerleitsystem des K2 löst den Schuss automatisch erst dann aus, wenn die Kanone wieder exakt auf das Ziel gerichtet ist.

Für die 120-mm-L/55-Kanone stehen unter anderem folgende Munitionsarten zur Verfügung:

  • Wuchtgeschosse ähnlich der DM63-Munition (mit sehr hoher Durchschlagsleistung)
  • Mehrzweckgeschosse ähnlich dem amerikanischen M830A1 HEAT MP-T
  • KSTAM (Korean Smart Top-Attack Munition). Wird von Diehl auf Basis der SMArt-155-Munition entwickelt. Das Geschoss wird aus der Kanone verschossen, faltet Stabilisierungsflügel aus und fliegt auf einer ballistische Flugbahn ins Zielgebiet. Im Zielgebiet wird ein Fallschirm geöffnet, die Munition schwebt zu Boden und sucht das Zielgebiet mit Millimeterwellenradar, Infrarot- und ESM-Sensoren ab. Ist ein Ziel gefunden, wird ein EFP (Explosively formed penetrator) von oben auf das Ziel abgefeuert. Damit kann der K2 Black Panther entdeckte Ziele bekämpfen, die außerhalb seiner normalen Sicht- und Reichweite liegen. Die Munition ist vom Fire & Forget-Typ, allerdings ist ein Datenlink zum Panzer vorhanden. Die minimale Entfernung zum Ziel beträgt zwei Kilometer, die Maximalentfernung acht Kilometer. Die Zieldaten können mittels Datenübertragung von anderen Einheiten zum Panzer gesendet werden.

Die Sekundärbewaffnung besteht aus einem 12,7-mm-K6-Maschinengewehr und einem achsparallel zur Hauptkanone installierten 7,62-mm-Maschinengewehr. Für das 12,7-mm-MG werden 3.200 Patronen und für das 7,62-mm-MG 12.000 Patronen mitgeführt. Zudem verfügt das K6-Maschinengewehr über ein Freund-Feind-Erkennungssystem.

Der Turm wird mit Elektromotoren gedreht.

Mobilität[Bearbeiten]

Der K2 Black Panther wird von einem in Lizenz produzierten MTU MB-883-Ka500-Motor angetrieben, der eine Leistung von 1500 PS erzeugt und den Panzer auf etwa 70 Kilometer pro Stunde beschleunigt. Zudem ist eine zusätzliche Gasturbine eingebaut, die 400 PS erzeugt. Sie ist für die Stromversorgung der Elektronik sowie der Radar- und Belüftungsanlagen zuständig, wenn der Hauptmotor abgestellt ist.

Der K2 Black Panther ist mit einer hydropneumatischen Federung ausgestattet. Jede Laufrolle kann individuell gesteuert werden, was dem Panzer erlaubt, sich in fast jede Richtung zu neigen. Diese Fähigkeit gibt dem Panzer hervorragende Eigenschaften bei der Fahrt im Gelände. Durch einen mitgeführten faltbaren Tiefwatschacht ist der K2 bis 2,25 Meter tiefwatfähig; durch einen längeren Unterwasserfahrschacht ist er bis zu 4,2 Meter Wassertiefe fahrfähig, wobei er komplett unter Wasser verschwindet.

Nutzerstaaten[Bearbeiten]

Südkorea[Bearbeiten]

Nach der Produktion von drei Prototypen wurde 2012 mit der Serienfertigung begonnen. Insgesamt sind 397 Stück geplant.

Türkei[Bearbeiten]

Die Türkei testete den französischen Leclerc, den deutschen Leopard 2 und den K2 Black Panther, wobei der K2 als Sieger aus dem Vergleich hervorging.[5] 2007 wurden Verhandlungen über ein Waffengeschäft zwischen der Türkei und Südkorea abgeschlossen: Der türkische Fahrzeugbauer Otokar wird demnach mit dem Altay eine modifizierte Variante des K2 Black Panthers in Lizenz produzieren.[6][7] Insgesamt handelte es sich um ein finanzielles Volumen von etwa 540 Millionen US-Dollar. Bis 2012 sollen von Otokar vier Prototypen hergestellt werden. Der Motor wird von MTU Friedrichshafen geliefert. Damit ist der K2 neben dem K9 Thunder das zweite südkoreanische gepanzerte Großgerät, das in der Türkei in Lizenz produziert wird.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c d e Hyundai Rotem Broschüre (PDF; 1,5 MB)
  2. Teuerster Panzer der Welt im Guinness-Buch der Rekorde
  3. Defense-Update.com Active Protection for the South Korean K-2 Main Battle Tank
  4. ... but low-flying helicopters as well. auf military-today.com
  5. South Korea To Resume Production Of Tank, Infantry Fighting Vehicle, defensenews.com, 31. Januar 2011
  6. Quelle:Informationen auf www.chosun.com
  7. Army-technology.com: Altay Main Battle Tank, Turkey