KNX-Standard

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KNX ist ein Feldbus zur Gebäudeautomation. Auf dem Markt der Gebäudeautomation ist KNX der Nachfolger der Feldbusse EIB, BatiBus und EHS. Technisch ist KNX eine Weiterentwicklung des EIB durch Erweiterung um Konfigurationsmechanismen und Übertragungsmedien, die ursprünglich für BatiBus und EHS entwickelt wurden.[1] KNX ist mit EIB kompatibel.

Geschichte[Bearbeiten]

1996 starteten die drei europäischen Organisationen BatiBUS Club international (BCI), European Installation Bus Association (EIBA) und European Home System Association (EHSA) den Konvergenzprozess, um einen gemeinsamen Standard für die Anwendungen in der Gebäudeautomation in kommerziellem und Wohnbau-Markt zu finden.

Im Jahre 1999 unterzeichneten neun führende europäische Unternehmen aus der elektrotechnischen und Gebäudemanagementindustrie die Statuten der neuen Organisation. Die Gründungsmitglieder der KNX-Association (übergangsweise zunächst als Konnex-Association bezeichnet) sind: Albrecht Jung, Gira, Bosch Telecom, Delta Dore, Électricité de France, Electrolux, Hager Group, Merten, Siemens, Division A&D ET und Siemens Building Technologies, Landis&Staefa Division.

Im Frühjahr 2002 wurde die Spezifikation von KNX veröffentlicht, im Dezember 2003 in die europäische Norm EN 50090 übernommen und im November 2006 diese Norm als internationale Norm ISO/IEC 14543-3 akzeptiert.[2]

Der KNX-Standard ist ein offener Standard, dem sich mittlerweile mehr als 300 Firmen weltweit angeschlossen haben.

Technische Grundlagen[Bearbeiten]

In herkömmlichen Elektroinstallationen sind die Steuerfunktionen mit der Energieverteilung fest verbunden und erfolgen mittels Parallel- oder Reihenschaltung. Nachträgliche Schaltungsänderungen sind daher schwierig umzusetzen. Auch übergeordnete Steuerfunktionen wie ein zentrales Schalten aller Beleuchtungsstromkreise in einem Gebäude können nur mit hohem Aufwand realisiert werden.

KNX trennt die Gerätesteuerung und die Stromversorgung voneinander auf zwei Netze, das Stromnetz zur Stromversorgung mit Wechselspannung und das Steuerungsnetz (=KNX-Bus) mit 30 V Gleichspannung. Beide Netze können unabhängig voneinander beziehungsweise parallel im Haus verlegt werden. Es existiert auch eine Powernet-Variante, bei der die Steuersignale über ein phasengekoppeltes Stromnetz gesendet werden. Powernet-KNX ist überwiegend für die nachträgliche Installation gedacht. Es können gemeinhin alle Geräte über den Bus miteinander verbunden werden und so Daten austauschen. Die Funktion der einzelnen Busteilnehmer wird durch ihre Programmierung bestimmt, die jederzeit verändert und angepasst werden kann.

Die Geräte unterschiedlicher Hersteller können dabei uneingeschränkt miteinander in einem System eingesetzt werden, sofern sie die entsprechende Zertifizierung durch die KNX Association besitzen.

Technik des KNX-Netzes[Bearbeiten]

KNX-Transceiver-Board von Elmos

Zwischen dem Verbraucher (zum Beispiel Elektrogerät, Lampe, Fensteröffner) und der Netzspannung wird ein Steuerungsgerät, „Aktor“ genannt, eingebaut. Der Aktor ist an den KNX-Bus angeschlossen und erhält von diesem Daten in Form von sogenannten Telegrammen. Diese Telegramme stammen entweder direkt von einem Sensor (zum Beispiel Schalter, Helligkeits-, Temperatur- oder CO2-Konzentrations-Sensor) oder aber indirekt von einem Computer, welcher etwa zeitgesteuerte Schaltungen regelt und sonstige Auswertungen von Sensordaten je nach Programmierung übernimmt und Aktoren entsprechend ansteuert.

Erhält ein Aktor den Befehl, dem Verbraucher Spannung zuzuführen, so schaltet er die Netzspannung an das Gerät durch.

Die Busleitung (Bezeichnung beispielsweise J-Y (St) Y 2x2x0,8 EIB oder YCYM 2x2x0,8) besteht in der Regel aus zwei Adernpaaren (rot-schwarz und weiß-gelb), wovon jedoch nur rot-schwarz verwendet wird. Die Busleitung muss wenigstens IEC 189-2 oder der äquivalenten nationalen Bestimmung entsprechen. Die Leitungen mit den zuvor genannten Bezeichnungen werden diesbezüglich empfohlen. Allerdings sind ebenso weitere Leitungen wie JH(St)H 2x2x0,8 bzw. A-2Y(L)2Y 2x2x0,8 zulässig. Der Leitungsdurchmesser ist im Allgemeinen 0,8 mm und darf maximal 1 mm betragen. Bei allen Leitungen sind die Verlegevorschriften einzuhalten, wobei die sogenannte zertifizierte EIB- (KNX-) Leitung (YCYM) auch direkt neben Starkstromleitungen verlegt werden darf.

Die KNX-Anlage wird von einer Spannungsquelle mit 30 V Gleichspannung versorgt. Diese Spannung versorgt die Busankoppler, über die jedes KNX- Gerät mit den anderen vernetzten KNX-Geräten kommuniziert. Durch das CSMA/CA-Prinzip wird Telegrammverlusten im Falle von Bus-Kollisionen vermieden. Der KNX-Bus kommuniziert mit einer Übertragungsrate von 9,6 kBit/s, was bei korrekter Programmierung auch für mehrere 10.000 Geräte ausreichend ist. Durch die Verbreitung von Ethernets wurden zeitnah IP-KNX Koppler entwickelt, welche übergeordnete Linien (Bereichslinien) auch über deutlich schnellere Ethernetverbindungen kommunizieren lässt und der Bus somit die höheren Übertragungsgeschwindigkeiten nutzen kann. Dadurch wurde auch die vorher maximale Größe von 15 Bereichslinien mit 15 Linien und bis zu 256 Bus-Teilnehmern (Aktoren, Sensoren) erweitert.

Vorteile von KNX-Netzen[Bearbeiten]

Mit der KNX-Technik kann jede Art von elektrischem Verbraucher einfach und zeitnah bedient werden. Durch Neuprogrammierung kann jeder Anschluss umdefiniert werden. So kann etwa ein Schalter, der vorher noch zum Anschalten einer Deckenleuchte bestimmt war, innerhalb kurzer Zeit zum Einschalten der Gartenbewässerung umprogrammiert werden. Ebenso kann jede KNX-Installation verschiedene Sensordaten abfragen. Beispielsweise können die Daten des Windmessers genutzt werden, um Jalousien oder Markisen einzufahren oder Fenster und Türen bei einer bestimmten Windstärke automatisch zu schließen. Welche Aktionen erfolgen sollen, lässt sich dabei durch Programmierung der Anlage flexibel festlegen. Dabei können auch verschiedene Gewerke miteinander verbunden werden. Heizung, Belüftung, Alarmanlage, Haussprechanlage, Beleuchtung und Wetterstation können so über ein einheitliches Netz kommunizieren und selbständig auf sich veränderte Umweltbedingungen reagieren.

Nachteile von KNX[Bearbeiten]

Im Vergleich zur herkömmlichen Elektroinstallation ergeben sich höhere Anschaffungskosten durch einen vergrößerten Verkabelungsbedarf, welcher mehr Platz in den Installationszonen beansprucht. Daneben sind größere Verteiler notwendig, um die Koppler bzw. die Stromversorgung des Busses aufzunehmen. Ebenso müssen die Aktoren und Sensoren platziert und in der Regel auch verdeckt werden. Es können sich Kostenvorteile ergeben, wenn verschiedene Gewerke (Heizung, Lüftung Sanitär, Elektro usw.) miteinander kombiniert werden, da auf andere Regelungen verzichtet werden kann. Im Idealfall hat jeder Raum nur eine Zu- und Busleitung, wobei dann erst im Raum auf einzelne Verbraucher verteilt wird.

Einer möglichen Energieeinsparung durch die zentrale Steuerung steht der eigene Stromverbrauch des KNX-Busses gegenüber. Pro Aktor oder Sensor ist mit 5 bis 8 mA Strombedarf zu rechnen. Daher sollten Aktoren und Sensoren mit möglichst hoher Portdichte verwendet werden. Damit wird der anteilige Stromverbrauch pro geschalteter oder überwachter Funktion gesenkt. Gleichzeitig sind bei großer Portdichte die anteiligen Kosten am Businterface niedriger, der Preis pro Port also geringer.

Beispiele für die Verwendung von KNX[Bearbeiten]

Beispiel „Einschalten einer Deckenleuchte“[Bearbeiten]

KNX Glastaster

In der Regel wird der Befehl, die Deckenleuchte einzuschalten, durch einen „normalen“ Lichtschalter erteilt. Eine Person drückt den Schalter, und das Licht geht an. Der Anschalt-Befehl kann jedoch auch kumulativ über Sensoren erfolgen. Ein Lichtsensor misst zum Beispiel bei Abenddämmerung, dass die Lichtintensität im Raum abnimmt. Daher erteilt er den Befehl an die Deckenleuchte zum Einschalten. Ebenso könnte er jedoch in der Dämmerung kontinuierlich die Deckenleuchte immer heller werden lassen. Wenn die Sonne vollständig untergegangen ist, leuchtet die Leuchte mit maximaler Helligkeit. Mit dieser kontinuierlichen Dimmung wird das Zimmer dann konstant hell gehalten. Befinden sich mehrere Deckenleuchten im Raum, so können verschiedene Beleuchtungsszenarien programmiert werden, sofern jede einzelne Deckenleuchte separat über Aktoren angeschlossen wurde. Auch diese können dann über einen regulären Schalter eingeschaltet werden. Über einen Zentral-Computer lassen sich auf diesen Schalter im Raum beliebige Beleuchtungsarten programmieren, da sich dann jede einzelne Leuchte ansteuern lässt.

Beispiel „Öffnen/Schließen von Fenstern“[Bearbeiten]

In einem Raum befinden sich drei Fenster. Diese haben einen automatischen Öffnen/Schließen-Mechanismus. Über einen im Raum montierten Schalter kann jedes beliebige Fenster oder alle gemeinsam auf Tastendruck geöffnet werden. Zusätzlich kann in dem Raum ein Luftgüte-Sensor installiert werden. Ist in diesem Raum schlechte/stickige Luft, so wird eines oder alle Fenster automatisch geöffnet und der Raum wird durchgelüftet. Danach werden die Fenster wieder automatisch geschlossen. Daneben kann dies mit einem Regensensor kombiniert werden. Registriert der Regensensor im Außenbereich Regen, so kann über das EIB-Netz der Befehl erteilt werden, alle Fenster zu schließen.

Unproblematisch können diese Funktionen auch mit anderen Systemen (=Gewerken) kombiniert werden.

Denkbar ist eine Koppelung mit der Schließanlage. Wird die Haustür abgeschlossen, so werden alle noch offenen Fenster in dem Haus automatisch geschlossen.

Denkbar ist auch eine Kombination mit einem Erdgas-Sensor. Tritt Erdgas aus einer Erdgas-Leitung aus und konzentriert sich etwa im Heizraum, so kann dies ein Erdgas-Sensor registrieren. Automatisch werden dann alle relevanten Fenster geöffnet, damit sich das Erdgas verflüchtigt. Damit wird eine Gas-Explosion verhindert. Zusätzlich kann ein elektrischer steuerbarer Verschluss die Erdgas-Hauptleitung verschließen, damit kein weiteres Gas in den Raum nachfließt.

Zusammenfassung[Bearbeiten]

Mittels KNX lassen sich

  • Beleuchtung
  • Beschattung
  • Heizung
  • Klima
  • Lüftung
  • Alarm
  • Information
  • Fernzugriff (über Handy, Smartphone, Telefon, Internet)
  • Zentrales Steuern des Hauses

integriert zusammenschalten.

Struktur des KNX[Bearbeiten]

Physische Struktur (= Netztopologie)[Bearbeiten]

Der KNX ist aufgeteilt in 15 Bereiche mit jeweils 15 Linien und 256 Teilnehmern pro Linie. Benötigte aktive Koppler zählen als Teilnehmer und verringern damit die maximale Teilnehmerzahl. Somit können bis zu (255x16)x15+255 = 61455 Busteilnehmer einzeln gesteuert werden. Damit bezeichnet zum Beispiel die physische Adresse 8.7.233 in Bereich 8, Linie 7, den Teilnehmer 233. Koppler erhalten stets die Teilnehmernummer 0.

Pro Linie können 64 Busteilnehmer (TLN) angeschlossen werden. Diese Anzahl ist durch die Spannungsversorgung vorgegeben. Um eine Linie zu erweitern, können maximal drei Linienverstärker verbaut werden. Es entstehen damit drei zusätzliche Liniensegmente mit wiederum bis zu 64 TLN. Der Koppler und die Verstärker zählen dabei als Teilnehmer und verringern damit die Anzahl der möglichen Endgeräte auf je 63 TLN. Jedes Segment benötigt eine Spannungsversorgung.

Um die Linien in ihrer Struktur zu erweitern, werden sie über eine sogenannte Hauptlinie miteinander verbunden. Hierzu werden die Linien über Linienkoppler mit der Hauptlinie verbunden. Die Hauptlinie selbst benötigt wiederum mindestens eine Spannungsversorgung und kann maximal 255 Busteilnehmer beinhalten. Eine Hauptlinie verbindet maximal 15 Linien miteinander und bildet einen Bereich.

Über eine Bereichsline oder auch Backbone können maximal 15 Bereiche miteinander verbunden werden. Auch die Bereichsline benötigt mindestens eine eigene Spannungsversorgung. Es können maximal 255 Teilnehmer pro Bereich, inklusive der 15 Linien, eingebunden werden.

Auf den übergeordneten Linien, Hauptlinie und Bereichslinie, werden meist Geräte, die Zentralfunktionen bieten, eingebunden. Dies sind z. B. physikalische Sensoren, eine Visualisierung, Logikkomponenten und Aktoren in Verteilern, die Schaltausgänge für Sensoren aus verschiedenen Linien zur Verfügung stellen.

Logische Struktur (frei programmierbar)[Bearbeiten]

Zusammengehörige Aktoren und Sensoren werden mit einer sogenannten Gruppenadresse verbunden, die einfach einprogrammiert werden kann. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die Zusammengehörigkeit von zum Beispiel Schaltern und Lampen jederzeit zu ändern, ohne neue Leitungen verlegen zu müssen.

Die Kommunikation der Geräte erfolgt mit standardisierten Befehlen. So ist sichergestellt, dass Geräte verschiedener Hersteller zusammenarbeiten. Damit wurde erstmals ein einheitlicher Standard geschaffen, der offen ist für alle Hersteller von Elektrogeräten bzw. Steuerkomponenten. Mittlerweile wurden weltweit mehrere hunderttausend Gebäude mit einer KNX-Anlage ausgestattet. Entsprechend groß ist auch die Vielfalt der Steuergeräte der verschiedenen Hersteller.

KNX ist ein offener Standard, d. h. jeder Hersteller/ Entwickler hat vollen Zugriff auf alle notwendigen technischen Informationen, die er für die Weiterentwicklung benötigt. Allerdings erfordert dies die beitragspflichtige Mitgliedschaft in der offenen Vereinigung KNX Association. Daher wird kritisiert, dass dies kein wirklich offener Standard sei, da durch die Mitgliedschaft grundsätzlich Kosten entstehen. Erst wenn diese Mitgliedschaft auch kostenfrei ist, könne von einem „offenen Standard“ die Rede sein. Hierbei wird aber verkannt, dass dies ein üblicher und gerade für kleinere Unternehmen sehr günstiger Weg ist, die notwendigen Patentrechte zu erhalten.

Steuerung und Programmierung[Bearbeiten]

Die Programmierung der Teilnehmer und das Zuweisen der Gruppenadressen erfolgt mit einer speziellen, jedoch ebenfalls standardisierten Software, der Engineering-Tool-Software (ETS). Die ETS wird von der Dachorganisation KNX Association bereitgestellt und sichert die problemlose Zusammenarbeit von Komponenten verschiedener Hersteller (mittlerweile über 348 Hersteller weltweit).

Der KNX-Standard wurde mittlerweile auch von den USA und vielen asiatischen Ländern für den Hausbau übernommen.

Alle größeren Hersteller für Elektroinstallationsprodukte sowie Heizungsausrüster bieten mittlerweile KNX-kompatible Geräte an.

Als Nachfolger für EIB wurde der KNX-Standard im Jahre 2002 von der Konnex Association (heute: KNX Association) nach der Norm EN50090 weiter entwickelt. KNX ist abwärtskompatibel zum EIB, sodass bestehende EIB-Anlagen mit KNX-Feldmodulen erweiterbar sind.

Paket-Struktur[Bearbeiten]

Octet 0 1 2 3 4 5 6 7 8 ... N-1 N<=22
Kontrollbyte Quelladresse Zieladresse DRL TPCI APCI Daten / APCI Daten Checksumme

Das Kontrollbyte bestimmt die Paket-Priorität und unterscheidet zwischen einem Standard- und einem erweiterten Paket:

7 6 5 4 3 2 1 0
1 0 R 1 p1 p0 0 0

Das Wiederholungsbit R ist beim erstmaligem Senden des Paketes 1, bei einer Wiederholung 0, so dass Teilnehmer, die das Paket bereits korrekt empfangen haben, die Wiederholung ignorieren können.

Die Prioritäts-Level sind auf die Bits aufgeteilt:

p1 p0 Bedeutung
0 0 Systemfunktion
1 0 Alarmfunktion
0 1 hohe Priorität
1 1 normale Priorität

Die Quelladresse (typische Schreibweise <Bereich>.<Linie>.<Teilnehmer>) besteht aus zwei Byte, wobei zuerst das MSB übertragen wird:

7 6 5 4 3 2 1 0 7 6 5 4 3 2 1 0
B3 B2 B1 B0 L3 L2 L1 L0 T7 T6 T5 T4 T3 T2 T1 T0
Bereich Linie Teilnehmer

Die Zieladresse adressiert entweder einen individuellen Empfänger (uni-cast) oder eine Gruppe (multi-cast; typische Schreibweise: <Hauptgruppe>/<Mittelgruppe>/<Untergruppe>); der Typ der Ziel-Adresse wird im DRL-Byte gesetzt. Bei einer physikalischen Adresse entspricht die Kodierung der Quelladresse. Eine Gruppenadresse wird anders kodiert:

7 6 5 4 3 2 1 0 7 6 5 4 3 2 1 0
0 H3 H2 H1 H0 M2 M1 M0 U7 U6 U5 U4 U3 U2 U1 U0
Hauptgruppe Mittelgruppe Untergruppe

Der Aufbau des DRL-Bytes (von Destination-adress-flag, Routing-counter, Length) ist

7 6 5 4 3 2 1 0
D R2 R1 R0 L3 L2 L1 L0
D Zieladresse
0 physikalische Adresse
1 Gruppenadresse

Der Routing-Zähler R0..R2 wird mit 6 initialisiert und von jedem Linien- und Bereichskoppler dekrementiert. Ein Paket mit dem Wert 0 wird verworfen. Ein Wert von 7 verhindert eine Dekrementierung und lässt das Paket beliebig oft weiterleiten. Die Bits L0..L3 geben die Länge der folgenden Nutzdaten minus zwei an, d.h. eine Länge=0 entspricht 2 Bytes, Länge=15 entspricht 17 Bytes.

Die Transport Layer Protocol Control Information (TPCI) beschreibt die Kommunikation auf dem Transport Layer, z.B. um eine Point-to-Point-Verbindung aufzubauen. Die Application Layer Protocol Control Information (APCI) sind für die Application Layer Services (Lesen, Schreiben, Antwort, ...) zuständig. Eine mögliche Variante der Nutzdaten ist die standardisierte Kommunikation nach EIS (EIB Interworking Standard). Hierbei gibt es 15 verschiedene EIS-Formate:

EIS 1 Schalten
EIS 2 Dimmen
EIS 3 Uhrzeit
EIS 4 Datum
EIS 5 Wert, Gleitkommazahl 16 Bit, proprietäres Format
EIS 6 Relativwert, 0 ... 100 %
EIS 7 Antriebssteuerung
EIS 8 Zwangssteuerung
EIS 9 Gleitkommazahl, 32 Bit, IEEE 754 single
EIS 10 16-Bit-Wert
EIS 11 32-Bit-Wert
EIS 12 Zugangskontrolle
EIS 13 ASCII-Zeichen
EIS 14 8-Bit-Wert
EIS 15 Zeichenkette

Die Checksumme ist eine invertierte, bitweise XOR-Verknüpfung aller vorher gesendeter Bytes des Paketes.

Bei einem Long Frame sind sogar N>255 Octets möglich.

Software-Frameworks[Bearbeiten]

Plattformübergreifend[Bearbeiten]

  • OSGi – Middleware-Standard (Java-Framework) für die Einbindung von EHS/CHAIN, EIB, Konnex, LON, etc. in Service-Gateways
  • openHAB - Java/OSGi-basierte Integrationsplattform zur Nutzung und Vernetzung von KNX mit anderen Protokollen wie HomeMatic, 1-Wire, etc. [3]
  • MisterHouse - Perl-basierendes Framework zur Heimautomatisierung (EIB, X10, etc.) [4]

Windows[Bearbeiten]

In den 1990er Jahren wurde OPC (OLE for Process Control) als standardisierte Software-Schnittstelle für die Windows-Plattform entwickelt, um die Integration verschiedener, bis dahin meist Hersteller-abhängiger und somit proprietärer Automatisierungsbusse in einem System zu erleichtern. Ursprünglich in der industriellen Automatisierung beheimatet, zeichnete sich rasch die Möglichkeit ab, durch OPC interdisziplinär mit anderen Bereichen – wie eben zum Beispiel der Gebäude-Automatisierung – wirken zu können.

Mit dem OPC-Server kam 1998 folgerichtig das Software-Werkzeug auf den Markt, durch das die Einbindung des EIB (KNX) in hybride Automatisierungssysteme stark vereinfacht wurde. So lassen sich heute Softwarelösungen erstellen, die klassische Gebäudefunktionen z. B. der Heizungs- und Beleuchtungssteuerung einer Produktionsstätte mittels EIB sowie die Visualisierung und Automation des industriellen Produktionsprozesses über andere Bussysteme homogen zusammenführen. Auch die Koppelung verschiedener Gebäudebusse, z. B. EIB und LON, zu einem integrierten Managementsystem ist durch die vorhandenen OPC-Server für KNX und LON leicht möglich.

Linux[Bearbeiten]

Der KNX-Daemon eibd bietet eine Schnittstelle zum EIB/KNX-Bus unter Linux.[5]

Varianten von KNX-Netzen[Bearbeiten]

  • Kabelgeführtes KNX (Architektur bedingt vergleichbar mit einem Ethernet.)
  • Typ TP-0: Übertragung mit 2400 Baud. Diese Variante entstammt dem BatiBUS Standard.
  • Typ TP-1: Übertragung mit 9600 Baud. Diese Variante entstammt dem EIB Standard.
  • Powerline, auch Powernet genannt (Die phasengekoppelten Stromleitungen dienen als Netzmedium, somit sind keine separaten Busleitungen nötig.)
  • Typ PL-110: Übertragung mit 1200 Baud auf 110 kHz. Diese Variante entstammt dem EIB Standard.
  • Typ PL-132: Übertragung mit 2400 Baud auf 132 kHz. Diese Variante entstammt dem EHS Standard.
  • KNX-RF, Funkübertragung auf 868MHz (Hierbei werden die Komponenten über Funk angesteuert).
  • KNXnet (neueste Entwicklung: Verschmelzung der Netze KNX und LAN. Die gesamte Gebäudeautomation wird über ein Computernetz (Ethernet) gesteuert.)

Vernetzte Hausgeräte[Bearbeiten]

Die Renaissance der KNX-Ansätze reflektiert auch den Trend bei der Weißen Ware in Richtung „vernetzte Hausgeräte“. Dieser führt derzeit meist über Powerline-Lösungen, wo sich das vom europäischen Dachverband der Haushaltsgerätehersteller CECED favorisierte EHS klar als herstellerübergreifender Standard durchgesetzt hat.

Im Hinblick auf EHS liegt der Fokus weniger auf der Sensor-/Aktor-Technik, als auf den spezifizierten Protokoll-Frames („Objekten“) mit denen die Ansteuerung der einzelnen Funktionen von Hausgeräten realisiert wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. KNX – der weltweit einzige offene Standard für die Haus- und Gebäudesystemtechnik (PDF; 1,5 MB) KNX Deutschland im ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.. 3. Oktober 2007. Abgerufen am 18. Juni 2009.
  2. Standardisation. KNX-Association. Abgerufen am 19. Juni 2009.
  3. http://www.openHAB.org
  4. http://misterhouse.sourceforge.net/
  5. http://www.auto.tuwien.ac.at/~mkoegler/index.php/eibd EIB-Daemon (englisch)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]