KSB Aktiengesellschaft

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KSB AG
KSB-Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006292030
Gründung 1871
Sitz Frankenthal, Deutschland

Leitung

  • Peter Buthmann
  • Werner Stegmüller
Mitarbeiter 2013: 16.546[veraltet][1]
Umsatz 2013: 2.247 Mio. EUR[veraltet][2]
Branche Maschinenbau
Produkte Pumpen, Armaturen und zugehörige Serviceleistungen für die Industrie- und Gebäudetechnik, die Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie die Energietechnik und den Bergbau.Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.ksb.com

Die KSB Aktiengesellschaft gehört mit einem Weltmarktanteil von 7 Prozent zu den weltweit führenden Anbietern von Pumpen, Armaturen und zugehörigen Serviceleistungen mit Sitz in Frankenthal (Pfalz). Der Konzern ist mit eigenen Vertriebsgesellschaften, Fertigungsstätten und Servicebetrieben auf allen Kontinenten vertreten. Mehr als 16.500 Mitarbeiter erzielen im Konzern einen Jahresumsatz von über zwei Milliarden Euro.

Gründung und Entwicklung bis 1945 [3][Bearbeiten]

Der Maschinenbauingenieur Johannes Klein erhält 1871 ein Patent für seine Erfindung des "Kesselspeiseautomaten" und gründet noch im selben Jahr mit der Unterstützung von Friedrich Schanzlin und Jakob Becker die Firma „Frankenthaler Maschinen- & Armatur-Fabrik Klein, Schanzlin & Becker“. Seit 1887 firmiert das Unternehmen als Aktiengesellschaft unter der Leitung von Johannes Klein.

Die erste Auslandsgesellschaft entsteht 1896 in Großbritannien und wurde von Jacob Klein, dem jüngeren Bruder von Johannes Klein, geleitet.[4] Zwischen 1924 und 1934 akquiriert die KSB weitere Werke in Deutschland und gründet Tochtergesellschaften in Europa. Die KSB Compañía Sudamericana de Bombas in Argentinien nimmt als erste KSB-Gesellschaft auf dem amerikanischen Kontinent 1941 ihre Arbeit auf.

Entwicklung nach 1945[Bearbeiten]

Mit der Gründung eines Tochterunternehmens in Pakistan im Jahre 1953 ist KSB erstmals im asiatisch-pazifischen Markt vertreten. Die Pumpen AG in Homburg, die Kleinschanzlin-Bestenbostel in Bremen und die AMAG-Hilpert-Pegnitzhütte AG mit den Werken Nürnberg und Pegnitz gehen 1959 in der Klein, Schanzlin und Becker AG auf.

1960 wird die gemeinnützige KSB-Stiftung gegründet, die der Förderung der Naturwissenschaften sowie der Ausbildung wissenschaftlicher Nachwuchstalente auf den Gebieten der Technik, Natur- und Wirtschaftswissenschaften dient. Dr. Otto Klein-Kühborth übereignet 1964 eine qualifizierte Mehrheit des KSB-Aktienkapitals der KSB-Stiftung.

1986 übernimmt KSB den führenden französischen Pumpenhersteller Pompes Guinard S. A., Paris und erwirbt 1989 den zweitgrößten Klappenhersteller weltweit, Amri S.A., Paris. Im Jahr 1988 tritt KSB mit der Akquisition des US-Unternehmens GIW Industries Inc. in Grovetown in den Markt der Feststoffpumpen ein. Die „Halleschen Pumpenwerke GmbH“ wird 1990 in die KSB AG eingegliedert. Mit dem 1994 gegründeten Joint Venture KSB Shanghai Pumps Co. Ltd. verstärkt KSB das Engagement im chinesischen Markt. Drei Jahre später wird das KSB-Programm durch den Kauf der MIL Controls Ltd., Mala (Kerala) um ANSI-Armaturen und Regelventile erweitert.

Im Jahr 2003 übernimmt KSB den niederländischen Pumpenhersteller DP industries B.V. Damit erweitert KSB sein Produktprogramm um Pumpen aus tiefgezogenen Edelstahlblechen für die Gebäude- und Industrietechnik. Außerdem erwirbt KSB die Mehrheit an der in Zarautz/ Spanien ansässigen Bombas ITUR, S.A. Deren gut ausgebautes Vertriebsnetz in der Industrie- und Gebäudetechnik sowie in der Marinetechnik eröffnet neue geschäftliche Perspektiven. In der chinesischen Freihandelszone Dalian gründet KSB 2004 die Dalian KSB AMRI Valves Co. Ltd. Dort werden Klappen für die Industrie- und Gebäudetechnik gefertigt und montiert. Ein Jahr später erwirbt KSB das Armaturengeschäft der brasilianischen IVC S/A Indùstria de Válvulas e Controles. Die Produkte kommen hauptsächlich in der Öl- und Gasindustrie, der Kraftwerkstechnik, der Papierindustrie und anderen industriellen Anwendungen zum Einsatz.

2006 erhält KSB einen Armaturenauftrag in Höhe von etwa 17 Millionen Euro, den größten der bisherigen Firmengeschichte. Im Dezember des Jahres lief die 60.000ste Eta-Pumpe vom Band, was den bisherigen Rekord in der Geschichte der KSB -Standardpumpenproduktion darstellt.

Der Aufsichtsrat genehmigt 2007 die bisher größte Einzelinvestition der jüngeren Geschichte von KSB. Diese umfasst Hallenneubauten sowie eine moderne Fertigungs- und Prüftechnik an den Standorten Frankenthal und Halle. Die KSB-Innovation "Microchem" ist die weltweit erste Kreiselpumpe zur Förderung von Kleinstmengen in der Mikroverfahrenstechnik.

KSB gründet 2008 mit zwei asiatischen Unternehmen Joint Ventures: Die deutsch-japanische Kooperation Nikkiso-KSB GmbH entwickelt und vertreibt Spaltrohrmotorpumpen für die Märkte in Europa und den Mittleren Osten. Beim deutsch-chinesischen Gemeinschaftsunternehmen Shanghai Electric-KSB Nuclear Pumps and Valves Co. werden sicherheitsrelevante Pumpen und Armaturen für den Kraftwerksmarkt in China produziert.

Das deutsch-chinesische Joint Venture SEC-KSB Nuclear Pumps & Valves feiert 2009 den ersten Spatenstich für sein Werk in Lingang bei Shanghai. Dort produzieren 125 Mitarbeiter Pumpen, später Armaturen, für die chinesische Kerntechnik.

Im Jahr 2010 erwirbt KSB 80 Prozent der Anteile am italienischen Antriebsspezialisten ITACO s.r.l. Diese Akquisition sichert den Zugang zu einer neuen Art von Energiesparmotoren, die heute schon die höchsten Anforderungen der EU-Richtlinien für Hocheffizienzmotoren übertreffen. Durch den Erwerb der südkoreanischen Seil Seres Co. Ltd. 2011 wird das KSB-Armaturen-Portfolio um wichtige Produkte für den Marine-Sektor ergänzt. Somit kann KSB nun als Anbieter von Paket- und Systemlösungen im ostasiatischen Markt agieren.

Forschung und Entwicklung bei KSB[Bearbeiten]

Innovative Produkte und Geschäftsideen sind das Ergebnis weltweiter Forschung und Entwicklung der KSB-Gruppe. Die technologischen Stärken von KSB liegen auf Hydraulik, Werkstofftechnik und Automatisierung. KSB steht ein internationales Netzwerk konzerneigener Forschungs- und Entwicklungs-Einrichtungen zur Verfügung. Darüber hinaus kooperiert KSB mit Hochschulen, Forschungs-Instituten und Partnerfirmen, um neue Geschäftsideen zügig in Produkte umzusetzen. So entstehen leistungsstarke und effiziente Komponenten und Systeme zum Flüssigkeitstransport.

Technische Meilensteine[Bearbeiten]

  • 1871 Johannes Klein erhält ein Patent für seine Erfindung des „Kesselspeiseautomaten“.
  • 1890 Die „UNA-Pumpe“ geht in Produktion. Die dampf- oder riemenangetriebene, doppeltwirkende Tauchkolbenpumpe mit nur einer (lat. „una“ = dt. „eine“) Stopfbuchse zeichnet sich durch hohe Funktionstüchtigkeit und lange Lebensdauer aus.
  • 1903 KSB erweitert sein Fertigungsprogramm schrittweise um Kreiselpumpen. Dazu gehören Hoch- und Niederdruckpumpen zur Kesselspeisung, Wasserhaltung sowie zur Förderung von Ölen und Kohlenwasserstoffen.
  • 1914 Gliederpumpen nach dem Baukastenprinzip erzielen einen hohen Wirkungsgrad. Durch das Aneinanderreihen von Stufengehäusen lassen sich Pumpen für verschiedene Enddrücke herstellen.
  • 1936 Unter dem Namen „ETA-Pumpen“ führt KSB energiesparende, einstufige Spiralgehäusepumpen für die Industrie in den Markt ein.
  • 1937 Unter dem Namen BOA bringt KSB das weltweit erste in großen Stückzahlen gefertigte strömungsgünstige Ventil auf den Markt.
  • 1954 KSB fertigt die erste Kesselspeisepumpe mit Mantelgehäuse für das Dampfkraftwerk der Chemischen Werke Hüls. Das Aggregat erreicht einen Enddruck von 409 bar.
  • 1955 Die ersten automatischen Fertigungsstraßen unterstützen die Monteure dabei, Ventile, Schieber und später „ETA-Pumpen“ herzustellen.
  • 1964 Zusammen mit deutschen Chemieunternehmen entwickelt KSB die Chemienormpumpen-Baureihe "CPK" in Anlehnung an die gerade entstandene Norm.
  • 1968 Einsatz der ersten Kesselumwälzpumpe mit einem Förderstrom von mehr als 1.000 Kubikmeter pro Stunde. Sie hat einen Wirkungsgrad von über 84 Prozent.
  • 1971 KSB-Ingenieure entwickeln eine NC-Vertikaldrehmaschine zur mehrseitigen Bearbeitung von Pumpengehäusen in einer Aufspannung.
  • 1972 Bau eines Großpumpenprüffeldes in Frankenthal mit 15 MW- Leistung, um Hauptkühlmittel-Umwälzpumpen für Kernkraftwerke unter realen Betriebsbedingungen (bei 300 °C) zu testen.
  • 1973 Markteinführung des "BOA-H-Ventils", das erste wartungsfreie Serienventil aus Gusseisen.
  • 1973 Die erste Unterwassermotorpumpe mit 10 kV-Antrieb kommt in den Rheinischen-Braunkohle-Werken Köln zum Einsatz.
  • 1975 In Frankenthal entwickeln Ingenieure im neuen Akustikzentrum geräuscharme KSB-Pumpen.
  • 1977 Die Nori-Werkstoffe von KSB erhöhen die Langlebigkeit und Einsatzbreite der KSB-Produkte.
  • 1978 KSB führt das "BOA-W-Ventil" in den Armaturenmarkt ein. Es ist das erste weichdichtende und damit schmutzunempfindliche Serienventil.
  • 1980 Fertigstellung des Forschungszentrums in Frankenthal.
  • 1982 Mit der „Etanorm“-Baureihe kommen Pumpen nach Normraster auf dem Markt.
  • 1987 Marktpremiere einer Normpumpe aus Chromnickel-Walzstahl, der„Etachrom“.
  • 1988 KSB bringt die „Exachem“ auf den Markt, eine hermetisch gekapselte Chemiepumpe mit Spaltrohrmotor in Ex-Schutz-Ausführung.
  • 1989 Mit "BOA-Compact" führt KSB ein Absperrventil kurzer Baulänge ein.
  • 1998 KSB entwickelt die Kompaktventiltechnik weiter und stellt dem Markt mit dem BOA-SuperCompact ein weichdichtendes Ventil mit Schrägsitzhydraulik zur Verfügung.
  • 1999 Das Strangregulierventil BOA-Control IMS arbeitet nach dem kalorimetrischen Prinzip, dem Messen von Wärmemengen.
  • 1999 KSB bietet in der Gebäudetechnik die steckerfertige Regenwasser-Nutzungsanlage Hya-Rain mit integrierter Trinkwassernachspeisung an.
  • 2000 Der Elektromotor Hya-Drive mit integriertem Frequenzumrichter regelt die Pumpendrehzahl stufenlos.
  • 2001 KSB präsentiert die erste „intelligente“ Tauchmotorpumpe Ama-Porter ICS, die mit Sensorsteuerung ohne Schwimmerschalter funktioniert.
  • 2001 Das Braunkohlekraftwerk Niederaußem bei Köln nimmt die größte KSB-Kesselspeisepumpe mit 40 MW-Antriebsleistung in Betrieb.
  • 2004 KSB stellt ein neues System für den Einsatz in der Umkehr-Osmose-Entsalzung vor. Das „SalTec“ genannte System ermöglicht es durch hydraulische Kraftübertragung Energiekosten gegenüber herkömmlichen Turbinenlösungen zu reduzieren.
  • 2010 KSB stellt eine Flussturbine vor, die in der Lage ist, Strömungsenergie (siehe auch Druck (Physik)) aus offenen Gewässern zu gewinnen. Im Gegensatz zu Speicherkraftwerken sind hierfür keine Querverbauungen erforderlich, jedoch ist die Energieausbeute aus gleichem Grunde wesentlich geringer.[5]
  • 2012 Ende März 2012 läuft bei der KSB Aktiengesellschaft im Werk Halle an der Saale die Serienproduktion der hocheffizienten Elektromotoren-Baureihe SuPremE an. Dabei handelt es sich um den weltweit ersten serienmäßig hergestellten Synchron-Reluktanzmotor. Der bereits im Jahr 2009 als Prototyp auf der Hannover-Messe präsentierte Antrieb erreicht das Effizienzniveau IE4 der IEC/CD 60034-30 Ed. 2 ohne die Verwendung von Magnetwerkstoffen.[6]
  • 2013 Mit der neuen Etanorm kommt die siebte Generation an Wassernormpumpen auf den Markt. Die erste Eta-Generation wurde 1963 vorgestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gert von Klaas: Die Goldene Mitte. Roman einer Wirklichkeit. Frankenthal 1971.
  • Otto H. Schiele: Die Goldene Mitte II. Frankenthal 1996.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschäftsbericht 2013: Mitarbeiter. Abgerufen am 1. November 2013.
  2. Geschäftsverlauf und Ereignisse. Abgerufen am 17. Dezember 2013.
  3. KSB Historie. Abgerufen am 27. Juni 2014.
  4. Otto H. Schiele (Hrsg.): Die Goldene Mitte II. Frankenthal,1996, ISBN 3-00-001026-2.
  5. Bericht der FAZ
  6. Pressemeldung zur Achema 2012