KTM 1190 Adventure

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KTM
KTM 1190 Adventure - HTM 2014.JPG
1190 Adventure auf der HMT 2014
1190 Adventure
Hersteller: KTM
Verkaufsbezeichnung 1190 Adventure
Produktionszeitraum ab 2013
Klasse Motorrad
Bauart Reiseenduro
Motordaten
Flüssigkeitsgekühlter V-Motor mit zwei Zylindern
Hubraum (cm³) 1195
Leistung (kW/PS) 110/150 bei 9500 min-1
Drehmoment (N m) 125 bei 7500 min-1
Höchstgeschwin-
digkeit
 (km/h)
250
Getriebe 6
Antrieb 5/8×5/16" X-Ring-Kette
Bremsen vorn Ø 320 mm Doppelscheibenbremse mit schwimmend gelagerten Bremszangen und Bremsscheiben
hinten Ø 267 mm Einscheibenbremse mit schwimmend gelagerter Bremszange und Bremsscheibe
Radstand (mm) 1560
Maße (L × B × H, mm): 2255 × 840 × 1485
Sitzhöhe (cm) 87,5
Leergewicht (kg) 217
Vorgängermodell KTM 990 Adventure
Adventure R

Die KTM 1190 Adventure [ədˈventʃəʳ] ist ein Motorrad des österreichischen Fahrzeugherstellers KTM. Die Reiseenduro wurde am 3. Oktober 2012 auf der Intermot in Köln der Presse vorgestellt und wird in Mattighofen endmontiert.

Technik[Bearbeiten]

Antrieb[Bearbeiten]

Der Antrieb erfolgt durch einen als RC8 bezeichneten, flüssigkeitsgekühlten Zweizylindermotor mit 1195 cm³ Hubraum, welcher in modifizierter Form bereits im Superbike KTM 1190 RC8 R verwendet wird. Der Zylinderbankwinkel zwischen den zwei Zylindern des V-Motors beträgt 75°. Der Viertaktmotor erzeugt eine Nennleistung von 110 kW (150 PS) und ein maximales Drehmoment von 125 Nm bei einer Drehzahl von 7500 min-1. Die vier Ventile je Zylinderkopf werden von zwei obenliegenden, zahnradgetriebenen Nockenwellen über DLC-beschichtete Schlepphebel angesteuert. Die zwei Zylinder haben eine Bohrung von 105 mm Durchmesser, die Kolben einen Hub von 69 mm bei einem Verdichtungsverhältnis von 12,5:1. Eine Wasserpumpe versorgt den Motor permanent mit Kühlflüssigkeit, drei Rotorpumpen gewährleisten die Druckumlaufschmierung.

Das Motorrad beschleunigt in 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 246 km/h. Die Verzögerung von 100 auf 0 km/h erfolgt mit durchschnittlich 9,5 m/s² über eine Strecke von 40,6 m.[1]

Fahrwerk[Bearbeiten]

Das Fahrwerk baut auf einem selbsttragenden Gitterrahmen auf, der aus pulverbeschichteten Chrom-Molybdän-Oval-Stahlrohren besteht und 9,8 kg wiegt. Der angeschraubte Heckrahmen besteht aus Vierkantrohren aus Aluminium. Das Hinterrad wird von einer Zweiarmschwinge aus Aluminium geführt, das Vorderrad über eine UpsideDown-Teleskopgabel. Die Kraftumwandlung erfolgt durch ein klauengeschaltetes Sechsganggetriebe, die Krafttrennung durch eine Mehrscheiben-Anti-Hopping-Kupplung im Ölbad und der Sekundärantrieb über eine X-Ring-Kette. Die Kupplung wird hydraulisch betätigt.

Am Vorderreifen verzögert eine Doppelscheibenbremse mit 320 mm Durchmesser von Brembo mit schwimmend gelagerten Bremszangen, hinten eine Scheibenbremse mit Zweikolben-Festsattel. Das Bremssystem wird von einer dreistufigen Traktionskontrolle (eng. Motorcycle Traction Control, MTC) und einem abschaltbaren, kombinierten Zweikreis-Antiblockiersystem (C-ABS) von Bosch unterstützt.

Als weltweit erstes Serienmotorrad wurde die KTM 1190 Adventure ab Modelljahr 2014 mit der Motorcycle Stability Control (MSC) ausgestattet, einer elektronischen Stabilitätskontrolle der Robert Bosch GmbH. Dieses System ist für das Modelljahr 2013 nachrüstbar.

Die maximale Zuladung beträgt 205 kg.

Elektrisches System[Bearbeiten]

Das Motorrad verfügt über ein elektrisches Ride-by-Wire-System, welches die Gasgriffbefehle elektronisch über verschiedene Leistungs-Mappings (Street, Sport, Rain, Off-Road) in die entsprechende Drosselklappenstellung umsetzt. Eine Starterbatterie mit einer Kapazität von 11,2 Ah versorgt den elektrischen Anlasser. Die Lichtmaschine erzeugt eine elektrische Leistung von 450 Watt.

Kraftstoffversorgung[Bearbeiten]

Die Gemischbildung erfolgt durch als elektronisch gesteuerte Kraftstoffeinspritzung. Zwei unterschiedlich großen Zündkerzen je Zylinder zünden das Kraftstoffgemisch. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch beträgt 6,3 l auf 100 km bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h. Der bruchsichere Kraftstofftank aus Kunststoff hat ein Volumen von 23 Liter und ermöglicht eine theoretische Reichweite von 365 km. Der Hersteller empfiehlt die Verwendung von bleifreiem Motorenbenzin mit einer Klopffestigkeit von mindestens 95 Oktan. E-10 Treibstoff kann getankt werden.

Abgasanlage[Bearbeiten]

Die Abgasnachbehandlung erfolgt durch einen geregelten Katalysator mit Sekundärluftsystem und unterschreitet die Grenzwerte der Abgasnorm Euro-3. Die zwei Abgaskrümmer münden am Heck auf der rechten Fahrzeugseite in einen Endschalldämpfer aus Edelstahl.

Marktpositionierung[Bearbeiten]

Die KTM 1190 Adventure war zum Zeitpunkt der Markteinführung die leistungsstärkste Reiseenduro mit über einem Liter Hubraum, auch das Leistungsgewicht von 1,84 kg/kW wird nur von der Ducati Multistrada unterboten.

Hersteller Name Motor Hubraum kW PS Nm
KTM 1190 Adventure V2 1195 110 150 125
Ducati Multistrada 1200 V2 1198 110 150 119
Triumph Tiger Explorer R3 1215 101 137 121
Honda VFR 1200 X Crosstourer V4 1237 95 129 126
Aprilia ETV 1200 Caponord V2 1197 94 128 116
Benelli TreK 1130 R3 1131 92 125 112
BMW R 1200 GS (K50) B2 1170 92 125 125
Kawasaki KLE 1000 Versys R4 1043 87 118 102
Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré R2 1199 81 110 114
Moto Guzzi Stelvio 1200 V2 1151 77 105 113

Kritiken[Bearbeiten]

„Vollgepackt mit technologischen Innovationen, einem bärenstarken Vau-Zwo-Motor und einem in jeglicher Hinsicht tadellosen Fahrwerk geht die 1190er Adventure viel weniger Kompromisse beim Fahrspaß ein, als man ihr bei der angekündigten Vielseitigkeit zugetraut hätte. Im Gegenteil: Ihre ausgesprochene Agilität verbunden mit hoher Sicherheit, bester Serienausstattung und der nach wie vor guten Geländeeignung machen die EDS-Version für 14.795 Euro zu einem mehr als preiswürdigen Angebot.“

Thilo Kozik: bikerszene.de[2]

„KTM hat das Ohr auf den Asphalt gelegt und gut zugehört, die Modelle Adventure und Adventure R deutlicher von einander getrennt. Bremsen, Getriebe und Traktion sind die Highlights, auch die Ergonomie, die Gabel könnte straffer sein. Performance wie die Superbikes vor nicht allzu langer Zeit. Trotzdem: Wo die Straße schlechter wird, ist die Adventure garantiert nicht zu biegen, völlig unmöglich.“

Christoph Lentsch: 1000ps.de[3]

„Die Mattighofenerin fühlt sich nicht nach dicker Reise-Enduro an, weil sie schlichtweg die Leichteste ist. Unsere Testmaschine brachte mit vollem 23-Liter-Tank, reichhaltigem Bordwerkzeug und dem elektronisch einstellbaren Fahrwerk EDS 235 Kilo auf die Waage. Insofern überrascht das überzeugende Handling wenig.“

Guido Salinger: Motorradfahrer[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: KTM Adventure – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Guido Salinger: Erlebniswelten – mit oder ohne Elektronik. In: Motorradfahrer. Ausgabe Juni 2013, S. 32.
  2. Thilo Kozik: Schweizer Multitool aus Österreich. In: bikerszene.de. 1. März 2009, abgerufen am 1. April 2013.
  3. Christoph Lentsch: KTM 1190 Adventure. In: 1000ps.de. 12. Februar 2012, abgerufen am 1. April 2013.