KZ Buchenwald

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Modell des Lagers
Tor zum Lager im KZ Buchenwald
Eingangstor mit dem Spruch „Jedem das Seine“ – eine Schrift im von den Nazis verfemten Bauhausstil, gestaltet durch den Häftling Franz Ehrlich
Luftbild Buchenwald 2008
Torgebäude („Bunker“)
Die letzte, durch glückliche Umstände erhaltene originale Lagerbaracke

Das Konzentrationslager Buchenwald, in der Folge KZ Buchenwald genannt, war eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Es wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar als Arbeitslager betrieben. Insgesamt waren in diesem Zeitraum etwa 250.000 Menschen aus allen Ländern Europas im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Die Zahl der Todesopfer wird auf etwa 56.000 geschätzt, darunter 11.800 Juden.[1] Durch einen Aufstand bei Annäherung der 3. US-Armee übernahmen am 11. April 1945 die Häftlinge die Leitung des Lagers von der abziehenden SS, nahmen 125 der Bewacher fest, öffneten die Tore und hissten die weiße Fahne. Bereits seit dem 8. April hatten viele Häftlinge durch Boykott und Sabotage ihre von den Nazis so genannte Evakuierung verhindert und die US-Armee per Funk um Hilfe gerufen.[2][3] Nach Abzug der US-Truppen wurden Teile des Geländes von der sowjetischen Besatzungsmacht als Speziallager Nr. 2 genutzt. Es existierte bis 1950 und forderte 7000 Todesopfer. Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers ließ die Regierung der DDR 1958 die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald eröffnen. Heute finden sich in der ab 1991 neugestalteten Gedenkstätte Buchenwald viele Ausstellungen zur Geschichte des Konzentrationslagers.

Überblick

Häftlingsbrief aus dem KZ Ettersberg, korrigiert in Buchenwald

Im Juli 1937 begannen Häftlinge aus den Konzentrationslagern Sachsenhausen (Ankunft des ersten Häftlingstransports am 15. Juli[4]), Sachsenburg und Lichtenburg mit der Errichtung des Konzentrationslagers Buchenwald. Bei der Namensgebung hatten die Verantwortlichen der Konzentrationslager um Inspekteur Theodor Eicke ein Problem, da es sich in unmittelbarer Nähe zu Schloss und Park Ettersburg auf dem Ettersberg befand. Das Schloss ist mit Goethe und damit der Weimarer Klassik verbunden. Goethe wurde von den Nationalsozialisten politisch als die Verkörperung des „Deutschen Geistes“ instrumentalisiert. Daher war die Benennung „Konzentrationslager Ettersberg” von vornherein nicht opportun, zumal Einspruch gegen diese Namensgebung durch die Nationalsozialistische Kulturgesellschaft in Weimar erhoben wurde. Eine Zuordnung zum benachbarten Hottelstedt schied aus, weil sich dann die SS-Lagermannschaft, obwohl im Umkreis von Weimar liegend, mit einer geringeren Besoldung als ortsüblich hätte zufriedengeben müssen. Der Vorschlag Eickes „K.L. Hochwald, Post Weimar“, wurde auf Veranlassung Heinrich Himmlers in „K.L. Buchenwald, Post Weimar“ abgeändert. Somit war einerseits der Name offiziell nicht mit dem Ort verbunden, andererseits bekam die Mannschaft ihr Gehalt nach der Ortslage von Weimar. Zum ersten Lagerkommandant wurde Karl Otto Koch ernannt. Bis zum Jahresende war das Lager mit 2561 Gefangenen belegt. Schon 1937 forderte das Lager 48 Menschenleben.[1]

Zunächst war das Lager für politische Gegner des Naziregimes, vorbestrafte Kriminelle und so genannte Asoziale sowie Juden, Zeugen Jehovas und Homosexuelle bestimmt. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden zunehmend Menschen aus anderen Ländern interniert. Bei der Befreiung im April 1945 waren 95 Prozent der Häftlinge keine Deutschen. Vor allem nach 1943 wurden im KZ Buchenwald und in seinen insgesamt 136 Außenkommandos KZ-Häftlinge rücksichtslos für die Rüstungsindustrie ausgebeutet. Daher war Buchenwald kein Vernichtungslager mit industrieller Vernichtung und Verwertung wie die großen Konzentrationslager in Polen. Dennoch wurden viele Gefangene von der SS ermordet oder starben an den unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen. Manche Häftlingsgruppen wurden gar zur sofortigen Ermordung in der Genickschussanlage ausselektiert, wie etwa sowjetische Kriegsgefangene.

Anfang 1945 wurde das Lager zur Endstation für Todesmärsche aus Auschwitz und Groß-Rosen. Kurz vor der Befreiung versuchte die SS, das Lager zu räumen und schickte 28.000 Häftlinge[1] auf Todesmärsche. Etwa 21.000 Häftlinge,[1] darunter über 900 Kinder und Jugendliche, blieben im Lager. Am 11. April 1945 erreichten Einheiten der 3. US-Armee den Ettersberg. Die SS floh, Häftlinge der geheimen Widerstandsorganisation öffneten das Lager von innen.

Nach der Befreiung mussten sich 1947 im Buchenwald-Hauptprozess 31 Personen für die Verbrechen in Buchenwald vor einem US-Militärtribunal verantworten, darunter auch die Witwe des ehemaligen Kommandanten, Ilse Koch. Es wurden 22 Todesurteile ausgesprochen sowie fünf lebenslängliche und vier begrenzte Freiheitsstrafen. Von den Todesurteilen wurden bis 1951 neun vollstreckt. Der ehemalige Lagerkommandant Hermann Pister starb in der Haft. Ilse Koch blieb dort bis zu ihrem Selbstmord 1967. Alle übrigen Verurteilten wurden bis Mitte der 1950er Jahre amnestiert.

Aufbau des Lagers

Der direkte Zugang von der Straße und vom Bahnhof zum Lager führte über den Caracho-Weg (2007) (Blick in Richtung Tankstelle und Garagen sowie Bahnhof)

Das Konzentrationslager Buchenwald war in drei voneinander abgesonderte Bereiche unterteilt und unterhielt bis Kriegsende außerdem mehr als hundert ständige Arbeitskommandos und Nebenlager in Mittel- und Westdeutschland.[5]

„Schutzhaftlager“

Arrestzellen neben dem Haupteingang (Bunker)
Krematorium (2007)
Verbrennungsöfen im Krematorium am 16. April 1945

Das Lager für die so genannte Schutzhaft wurde terrassenförmig in nördlicher Hanglage des Ettersberges errichtet, um eine bessere Überwachung zu ermöglichen. Vom Haupttor aus gab es einen vollständigen Überblick über das ganze Lager. Es war von einem 3 km langen und 3 m hohen Stacheldrahtzaun, einem Elektrozaun mit einer Spannung von 220/ 380 Volt und von 22 mit Maschinengewehren ausgerüsteten dreistöckigen Wachtürmen umgeben. Die Häftlinge waren in 34 Holzbaracken und 16 zweistöckigen Steinbaracken untergebracht. Das Häftlingslager erstreckte sich zuletzt über eine Fläche von 40 Hektar. Zum „Schutzhaftlager“ gehörten neben einem etwa 15.000 m² großen Appellplatz[6] mehrere Gebäude und Lager. Das Torgebäude mit Arrestzellen („Bunker“) war eine Mord- und Folterstätte des Lagers. Der Kommandant ließ hier Häftlinge (aber auch SS-Soldaten) arrestieren, um sie zu bestrafen oder Informationen und Geständnisse zu erpressen. Es wurde die KZ-Lagerordnung angewandt. Das Lagertor trägt die Inschrift „Jedem das Seine“, welche vom Appellplatz aus zu lesen ist. Diese auf den ersten Blick widersinnige Inschrift war gezielt gewählt. Sie sollte die Inhaftierten täglich im negativen Sinne daran erinnern, dass sie nur das bekommen, was sie verdienen. Buchenwald war das einzige Konzentrationslager, das diese Inschrift trug. Sie wurde vom Bauhaus-Architekten Franz Ehrlich, der bis 1943 selbst in Buchenwald inhaftiert war, auf Befehl der Nationalsozialisten entworfen. Ehrlich wählte hierfür eine als entartet eingestufte Schriftart des Bauhauses, was jedoch der Lagerleitung nie auffiel.[7]

Das 1940 fertiggestellte Krematorium hatte, neben dem Verbrennungsraum im Keller, einen Sezierraum und eine Pathologie zum Herausbrechen von Goldzähnen. Die ersten Verbrennungsöfen lieferte die Erfurter Firma Topf & Söhne bereits im Dezember 1939. Bis zum Frühjahr 1941 wurden weitere Öfen von der Firma angeliefert und eingebaut.[8] An im Keller des Krematoriums befindlichen Wandhaken wurden viele Häftlinge hingerichtet. Als eines der prominentesten Opfer wurde hier in der Nacht vom 17. auf den 18. August 1944 der Reichstagsabgeordnete und KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann am Eingang zum Ofenraum auf direkten Befehl Adolf Hitlers erschossen.[9]

Das Judenlager war ein abgetrenntes Lager innerhalb des Schutzhaftlagers' Es wurde nach der Masseneinlieferung im Zuge der Pogrome der Reichspogromnacht errichtet. Die Lebensbedingungen waren hier besonders schlecht. Ein weiteres „kleines Lager“ wurde 1938 errichtet, um bei Überbelegung des Lagers genutzt zu werden. Es bestand aus fensterlosen Wehrmachtspferdeställen. Es wurde vor allem für die Unterbringung arbeitsunfähiger Häftlinge und als Quarantänelager verwendet. Ab 1943 war es ständig belegt. Die Lebensbedingungen waren katastrophal, die Sterblichkeit hoch. Die ehemaligen Pferdeställe wurden für 50 Pferde gebaut und nun mit bis zu 1.960 Häftlingen belegt.

Im Häftlingskrankenbau wurden Häftlinge von Häftlingen behandelt. Ausgebildeten Ärzten allerdings war das Praktizieren verboten. Der Krankenbau war der zentrale Ort des Mordes mit Giftspritzen durch SS-Ärzte. Er war aber auch Ort des internen Lagerwiderstandes, zu dem auch die Arbeitsstatistik gehörte. Diese war Teil der Lagerverwaltung und wurde von den Häftlingen besorgt. Hier war es für den Widerstand möglich, die Listen für Arbeitseinsätze und Transporte in die Vernichtungslager abzuändern.

In der Kinobaracke konnten 1941 bis 1943 Häftlinge gegen Zahlung abgelaufene UFA-Filme sehen sowie kleinere, von der SS genehmigte Sport- oder Kulturveranstaltungen abhalten. Die SS nutzte dieses Gebäude allerdings auch zur Bestrafung und Folterung von Gefangenen. Ab 1943 gab es innerhalb des Schutzhaftlagers zudem ein Lagerbordell für Häftlinge als „Antriebsmittel für höhere Leistungen“. Zu diesem Zweck wurden im Juli 1943 16 weibliche Häftlinge aus dem KZ Ravensbrück nach Buchenwald verbracht und zur Prostitution gezwungen. Darüber hinaus befanden sich auf dem Gelände Magazinbaracken, eine Küche, ein Kartoffelkeller, eine Wäscherei, eine Effekten-, eine Bekleidungs- und eine Gerätekammer, eine Gärtnerei, eine Häftlingskantine und eine Bücherei.

SS-Bereich

Vorderer Teil der getarnten Genickschussanlage
Hinterer Teil der Genickschussanlage
Relikt des SS-Zoos (Bärenzwinger) (2007)
Hauptartikel: Personal im KZ Buchenwald

Der SS-Bereich befand sich südlich des „Schutzhaftlagers“ und bestand aus mehreren Unterbereichen. In der Nähe des Tores zum Schutzhaftlager befand sich die Lagerverwaltung. Dort war die Lagerkommandantur mit dem Büro des Kommandanten, der Adjutantur, der Gestapo sowie Einrichtungen des Truppenstabes und der politischen Abteilung untergebracht.

Südlich davon folgte eine SS-Kaserne mit 16 Gebäuden. Diese waren im Halbrund angeordnete Hundertschaftsgebäude der SS-Totenkopfstandarte „Thüringen“ mit Kasinos, Waffenkammern, einem Truppenlazarett, Schieß- und Exerzierplätzen, Großgaragen und zwei Tankstellen. Es waren Kapazitäten für mehr als ein Regiment vorhanden. Dies war einer der großen Stützpunkte und Ausbildungsstätten der Waffen-SS.

In der Mitte des SS-Bereiches war das Sonderlager Fichtenhain installiert. Außerhalb des eigentlichen eingezäunten Lagers entstand 1942/43 eine Gruppe von Isolierbaracken für prominente Insassen. Inhaftiert waren hier unter anderem Rudolf Breitscheid, Mafalda von Savoyen und Fritz Thyssen. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurden hier auch beteiligte Offiziere und Politiker sowie deren Familien eingesperrt. Ein anderer Ort für die Arrestierung von prominenten Häftlingen war das SS-Falknerhaus. Hier waren der frühere Ministerpräsident der französischen Volksfrontregierung Léon Blum sowie andere Regierungsmitglieder untergebracht, darunter Édouard Daladier und Paul Reynaud.

Auf Befehl des Lagerkommandanten Koch wurde 1940 zuerst eine Reithalle nordwestlich der Kaserne erbaut. Dort hatten Koch und seine Frau Ilse das alleinige Nutzungsrecht. Gegenüber der Reithalle entstand ein 55 m langer Pferdestall. Auf Kommissarbefehl des Wehrmacht-Oberkommandos wurde er nach dem Eintreffen der ersten sowjetischen Gefangenen 1941 umgebaut und mit einer Genickschussanlage versehen. Unter dem Vorwand einer medizinischen Untersuchung wurden hier zwischen 1941 und 1945 zahlreiche Häftlinge und über 8000 der insgesamt 8483[10] ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen durch das berüchtigte Kommando 99 hingerichtet.[11]

Zur Unterhaltung der SS und deren Familien wurde unweit des Zaunes des Schutzhaftlagers der SS-Zoo errichtet. 1940 wurden innerhalb des SS-Lagers ein Falkenhof und ein Wildgehege eröffnet, die auch der Bevölkerung offen standen.

Im Jahr 1944 richtete die SS ein Bordell für „fremdvölkische“ Wachmänner ein. Den im KZ Buchenwald zum Wachdienst eingesetzten ukrainischen SS-Männern war der Umgang mit deutschen Frauen verboten. Die SS selektierte für dieses Bordell polnische Frauen aus dem KZ Ravensbrück und zwang sie zur Prostitution.[12]

Drei Kilometer östlich des KL entstand eine Wohnsiedlung mit Einfamilienhäusern für Angehörige der SS (die heutige Ettersbergsiedlung).

Produktionsbereich

Westlich der SS-Kaserne war ein Steinbruch angelegt. Die Arbeit dort galt als die härteste und wurde meist von Strafkompanien ausgeführt. Häufig wurden hier Häftlinge von der SS „auf der Flucht erschossen“.

Der Rüstungsbetrieb Gustloff-Werk II des Weimarer Fritz-Sauckel-Werks wurde 1943 eröffnet und war Arbeitsstätte für etwa 4.500 Häftlinge. Sie wurden von der SS-Lagerleitung an den Betrieb vermietet. Bei dem alliierten Bombenangriff am 24. August 1944 wurde der Betrieb fast völlig zerstört.

Die Deutschen Ausrüstungswerke (DAW) waren eine 1940 gegründete, innerhalb des Schutzhaftlagers befindliche Produktionsstätte für bis 1.400 Häftlinge. Hier wurde für den Kriegsbedarf der Waffen-SS produziert und, bevor der Pferdestall zu diesen Zwecken umgebaut worden war, eine Vielzahl sowjetischer Kriegsgefangener exekutiert.

Außenlager

Bis zum Kriegsende unterhielt das KZ Buchenwald bis zu 136 Außenlager und Außenkommandos. Diese wurden hauptsächlich zur Rüstungsproduktion und anderen Fabrikationen genutzt. Sie gelten daher mehr als Arbeits- denn als Vernichtungslager. Auch in den Außenlagern wurden Menschen hingerichtet oder starben an den vorherrschenden Bedingungen. Einige Außenlager wurden im Verlauf des Krieges zu Konzentrationslagern umfunktioniert, beispielsweise das KZ Dora-Mittelbau bei Nordhausen.

KZ-Geschichte

Gefangene im KZ Buchenwald, 1945
Gefangene im KZ Buchenwald, 1945

1938 bis 1941

Nach Errichtung des Lagers ab Juli 1937 wurde ab Februar 1938 der „Bunker“ (Zellenbau des Torgebäudes) belegt. Er war die Folter- und Mordstätte des Lagers unter SS-Aufseher Martin Sommer. Im April erfolgte eine Massenverhaftung und Einweisung so genannter „Arbeitsscheuer“. Die erste öffentliche Hinrichtung eines Häftlings durch den Strang fand im Juni 1938 statt. Ebenfalls im Juni 1938 wurde für die Angehörigen der SS der Zoo eingerichtet.

Im Sommer 1938 begann auch der Ausbau der Zufahrtsstraße zum Konzentrationslager. Die schmale Waldchaussee wurde zu einer acht Meter breiten Betonstraße ausgebaut. 200 Häftlinge waren direkt an dem Straßenbau tätig. Weitere hunderte Häftlinge schlugen und transportierten in und aus den umliegenden Steinbrüchen des Lagers das Baumaterial. Der Ausbau endete im November 1939. Die Straße bekam den Namen Blutstraße, den sie heute noch führt.

Ab September 1938 kamen zahlreiche Häftlinge aus dem Gebiet Österreichs in das Konzentrationslager. Österreich war im März an das Reich angeschlossen worden. Nach der Reichspogromnacht wurden 9.845 so genannte Aktionsjuden inhaftiert.[1] Bis Jahresende zählte das Lager 11.028 Häftlinge. Es starben bereits 771 Menschen.[1] Im Februar 1939 brach wegen schlechtester hygienischer Bedingungen im Lager Typhus aus. Das Lager wurde daraufhin unter Quarantäne gestellt. Im April nahm das Sonderstandesamt Weimar II im Lager seine Arbeit auf. Es hatte fast ausschließlich die Aufgabe der Registrierung der Toten. Zu Hitlers 50. Geburtstag kam es zu Lagerentlassungen durch eine „Gnadenaktion“. Im September 1939 wurden die Lebensmittelrationen für Juden drastisch herabgesetzt und ein Sonderlager auf dem Appellplatz errichtet.

Nach Kriegsbeginn wurden im Oktober 1939 8.500 Männer aus der Tschechoslowakei, Polen und Österreich ins Lager eingewiesen.[1] Im November musste das Lager erneut unter Quarantäne gestellt werden, da die Ruhr ausgebrochen war. Am Ende des Jahres waren 11.807 Menschen inhaftiert und weitere 1.235 Häftlinge gestorben.[1] Zu Beginn des Jahres 1940 wurde das Krematorium errichtet, da das städtische Krematorium die große Anzahl an Toten nicht bewältigen konnte. Im Februar wurde das Sonderlager auf dem Appellplatz aufgelöst, fast die Hälfte der Insassen war gestorben. Zum Jahresende war das Lager mit 7.440 Gefangenen belegt. 1.772 Tote wurden in diesem Jahr registriert.[1]

Nach dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 wurden tausende sowjetische Kriegsgefangene eingewiesen und in den folgenden Jahren durch einen Genickschuss gezielt getötet. Schätzungsweise 8.000 Insassen fielen dem zum Opfer.[1] Am Jahresende 1941 zählte das Lager 9.814 Häftlinge. 1.522 Menschen starben 1941 im Konzentrationslager.[1] Der Lagerkommandant Koch wurde wegen Korruptionsvorwürfen nach Lublin versetzt. Sein Nachfolger wurde im Januar 1942 Hermann Pister.

1942 bis 1945

Luftbild nach der Bombardierung
Gedenktafel mit der Route eines Todesmarsches
Kombinierte Kopf- und Seitenladerampe der Buchenwaldbahn im Bahnhof Buchenwald

Unter dem neuen Lagerkommandanten Pister wurden die ersten medizinischen Versuche an Häftlingen durchgeführt. An den Folgen starben die meisten qualvoll, beispielsweise wurden sie mit Fleckfieber infiziert, um Impfstoffe zu testen (Salzwasserversuche). Das gleiche geschah mit TBC-Erregern. Außerdem wurden Häftlingen Brandbombenverletzungen zugefügt. Da die Häftlinge auf engstem Raum zusammenlebten, breiteten sich Krankheiten schnell aus, und es kam zu Epidemien, die jedoch nicht behandelt wurden. Die meisten Versuche wurden in den Blöcken 46 und 8 durchgeführt.

Im Februar 1942 entstand in den Weimarer Gustloff-Werken das erste Außenkommando des Konzentrationslagers Buchenwald. Im Juli wurde außerdem mit dem Bau einer Gewehrfabrik der Wilhelm-Gustloff-Werke neben dem Lager begonnen. Außerdem entstanden 1942 ein Desinfektionsgebäude und das kleine Lager, das als Quarantänelager genutzt wurde. Ende des Jahres 1942 war Buchenwald mit 9517 Häftlingen belegt. 2.898 Tote wurden in diesem Jahr vermerkt.[1]

Im März 1943 wurde das Gustloff-Werk II fertiggestellt. Außerdem begann man mit dem Bau einer Bahnstrecke nach Weimar. Die 14,5 Kilometer lange „Buchenwaldbahn“ wurde in knapp drei Monaten von den Häftlingen ohne schweres Gerät provisorisch fertiggestellt. Die Strecke diente erst der Versorgung der Rüstungsbetriebe. Ungefähr seit Jahresbeginn 1944 vollzog sich über diese Schienen auch der Häftlingsan- und abtransport. Vor der Fertigstellung mussten die Häftlinge über die so genannte „Blutstraße“ in und aus dem Lager marschieren.

Im August 1943 entstand bei Nordhausen das Außenlager „Dora“ für die Raketenproduktion. Dort starben in den ersten sechs Monaten 2900 Häftlinge.[1] Zum Jahresende war Buchenwald durch Masseneinweisungen aus den von der Wehrmacht besetzten Gebieten mit 37.319 Häftlingen völlig überbelegt. 3.516 Tote wurden in diesem Jahr registriert.[1]

Im März 1944 erhöhte sich die Anzahl der Außenlager auf 22. Zu diesem Zeitpunkt waren 81 Prozent der Häftlinge des Hauptlagers unterernährt, jeder Zehnte litt an Tuberkulose.[1] Am 24. August 1944 griffen Bomber der Alliierten die Rüstungsbetriebe beim Stammlager an und zerstörten diese zu großen Teilen. Auch Häftlinge wurden verletzt und getötet. Ende des Jahres 1944 war das Lager samt seinen Außenlagern mit 87.000 Häftlingen[1] belegt. Diese Zahl wurde hauptsächlich durch die „Evakuierung“ der inzwischen frontnahen Konzentrationslager im Osten erreicht. Auf Todesmärschen kamen tausende Häftlinge nach Buchenwald. In diesem Jahr starben offiziell 8644 Häftlinge.[1] Im Januar 1945 trafen weitere Todesmärsche, vor allem aus den Vernichtungslagern in Polen, ein. Im Februar war Buchenwald das größte noch bestehende KZ. Es waren in Haupt- und Außenlagern 112.000 Häftlinge interniert.[1]

Befreiung 1945

Vor der Befreiung am 11. April 1945 wurde das KZ Buchenwald Stück für Stück unkontrollierbar. Die interne Widerstandsbewegung, die sich organisiert hatte, versuchte, die SS in die Irre zu führen und Chaos zu stiften. Sie versteckte verfolgte Häftlinge, Befehlen widersetzte man sich offen. Sie rief die Häftlinge zur Geschlossenheit auf. Bereits während des Bombenangriffs auf das KZ im August 1944 war es dem illegalen Lagerkomitee gelungen, an Waffen aus einem der SS-Lager zu kommen. Diese wurden in den Blocks versteckt, vergraben oder eingemauert.[13]

Als sich Anfang April 1945 die 3. US-Army dem Lager näherte, versuchte die SS auf Weisung Himmlers, das Lager zu evakuieren. Etwa 47.500 Menschen waren am 6. April 1945 im Konzentrationslager inhaftiert, 22.900 davon im Hauptlager, 18.000 in den Pferdeställen des Kleinen Lagers. 6600 Juden waren schon am 5. April auf dem Gelände der Deutschen Ausrüstungswerke zusammengetrieben worden.[1] Vom 7. bis 10. April 1945 verließen auf etwa 60 Routen 28.000 Menschen des Stammlagers und mindestens 10.000 Häftlinge der Außenlager das Konzentrationslager Buchenwald in Richtung der KZ Dachau, KZ Flossenbürg und KZ Theresienstadt. Auf diesen Todesmärschen und Evakuierungszügen starben zwischen 12.000 und 15.000 Menschen.[1]

Die Widerstandsgruppe bemühte sich, die Evakuierung zu verzögern, um möglichst vielen Häftlingen die Befreiung durch die Amerikaner zu ermöglichen. Man verfügte zwar über die von der SS entwendeten Waffen, an deren Einsatz war jedoch erst beim Herannahen der Amerikaner zu denken, da sie nichts gegen die Übermacht der Wachmannschaften hätten ausrichten können. Die illegale Lagerleitung setzte am 8. April 1945 über einen heimlich installierten Sender einen Hilferuf an die herannahenden amerikanischen Truppen ab. Die Amerikaner rieten zur Ruhe bis zur Befreiung. Am 11. April 1945 kam es zu Frontkämpfen in unmittelbarer Nähe des Lagers.

Gegen 11 Uhr begann die Ausgabe der Waffen an ausgewählte Widerständler, die sich auf eine bewaffnete Auseinandersetzung einrichteten. Um 12 Uhr begannen die noch verbliebenen Wachmannschaften, den Lagerbereich zu verlassen und Stellung im SS-Bereich oder im umgebenden Wald zu beziehen. Um etwa 14.30 Uhr erreichte eine Vortruppe der 6. Panzerdivision der 3. US-Armee den SS-Bereich des Konzentrationslagers. Die Häftlinge begannen daraufhin den Kampf am Torgebäude und den benachbarten Wachtürmen, wobei es ihnen gelang, einige nicht geflüchtete Angehörige des SS-Wachpersonals zu entwaffnen und das Lagertor zu öffnen. Um 16 Uhr waren das Lager und mit ihm etwa 21.000 Häftlinge befreit. Ein amerikanischer Lagerkommandant wurde am 13. April berufen.[14] Das Kriegstagebuch des Hauptquartiers der 4. Gepanzerten Division, auch G-2 Journal genannt, bestätigt folgendes mit Datum vom 13. April 1945: „Vor unserer Ankunft waren die Wachtürme erobert und 125 SS-Männer gefangengenommen worden, die noch im Gewahrsam des Lagers sind.“[15] Die Selbstbefreiung der Gefangenen, die nur vor dem sicheren Eintreffen der US-Armee stattfinden konnte, wurde im Anschluss herausgestellt, wie z. B. im Roman Nackt unter Wölfen, dessen Autor Bruno Apitz selbst acht Jahre in Buchenwald inhaftiert wurde. Apitz schildert darin neben dem alltäglichen menschenverachtenden Aufenthalt im KZ als zentrale Figur die real stattgefundene Rettung des dreijährigen Kindes Stefan Jerzy Zweig (dem bekannten Buchenwaldkind – neben ihm wurden noch weitere Kinder gerettet) durch die Häftlinge. Das Buch endet im Focus auf die Selbstbefreiung, ohne dabei geschichtsverfälschend zu sein. Auch im Buch wurde herausgestellt, dass die Anzahl der heimlich im Lager befindlichen und z. T. selbstgebauten Waffen mit etwa 70[13] erbeuteten Waffen zu gering und die physische Verfassung aufgrund der Unterernährung der Häftlinge viel zu angegriffen war, als dass ein effektiver Widerstand gegen das vollzählige SS-Wachpersonal ohne Anrücken der amerikanischen Truppen möglich gewesen wäre.[13] Das Widerstandskommando handelte in Verantwortung der verbliebenen rund 21.000 Häftlinge, um nicht in letzter Minute durch die SS zusammengeschossen oder als menschlicher Schutzschild in Kriegsauseinandersetzungen hineingezogen zu werden. Bruno Apitz wurde mit diesem in 30 Sprachen übersetzten Roman weltberühmt. 1963 wurde er durch die DEFA mit Hauptdarstellern wie Armin Mueller-Stahl, Erwin Geschonneck und Fred Delmare verfilmt.

Die Vorstellung von einer entscheidend-selbstständigen Befreiung des Lagers durch die Häftlinge wurde durch die DDR-Regierung forciert, da sie im Zeichen des Kalten Krieges gut in den sozialistisch-antifaschistischen Gründungsmythos passte und eine Unterstützung durch den US-amerikanischen Klassenfeind als nicht opportun galt. Daher blieben zunächst auch die geehrten Widerständler unter den nichtkommunistischen Häftlingen bis auf Ausnahmen wie Pfarrer Paul Schneider oder der SPD-Politiker Rudolf Breitscheid häufig unerwähnt. Das änderte sich erst in den 1980er Jahren, wo christliche Verfolgte, wie z. B. Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, verfolgte Minderheiten oder weitere Mitglieder anderer Parteien öffentlich erwähnt wurden.

Nach der Befreiung konfrontierten die Amerikaner etwa 1.000 Einwohner der Stadt Weimar mit den Leichenbergen im KZ.[1] Die Mehrheit dieser Bürger behauptete, nichts oder zumindest nichts Näheres von den Vorgängen im Lager gewusst zu haben.

1945 bis 1950

Nach der Befreiung des Konzentrationslagers übernahm die Sowjetische Militäradministration das Lager und nutzte es von 1945 bis 1950 unter dem Namen „Speziallager Nr. 2“ als Internierungslager. In diesem Zeitraum starben über 7000 Menschen.

Widerstand

Schwur von Buchenwald
Hauptartikel: Widerstand im KZ Buchenwald

In den Konzentrationslagern übertrug die SS die interne Organisation so genannten Funktionshäftlingen. Nach der Errichtung des Lagers wurden diese Aufgaben zunächst „kriminellen Häftlingen“ zugewiesen (vgl. Kapo). Bereits ab 1939 gelang es den „politischen Häftlingen“ schrittweise, die von der SS bis dahin bevorzugten „Kriminellen“ aus diesen Funktionen zu verdrängen. Bis zur Befreiung übernahmen politische Häftlinge wichtige Posten unter den Funktionshäftlingen. Sie konnten innerhalb der engen Grenzen des Lageralltags manches für einzelne Mithäftlinge bewirken.

In der zentralen Arbeitsstatistik wurde von der SS der Arbeitseinsatz der Häftlinge geplant. Dort erstellten dann Häftlinge in deren Auftrag Listen, welche Häftlinge in welches Außenlager kommen sollten. So konnten dort zum Beispiel gezielt zuverlässige Widerständler in das berüchtigtste Außenlager Dora-Mittelbau eingeschleust werden. Schließlich schafften es Häftlinge, dort eine Widerstandsorganisation aufzubauen, die gezielte Sabotage an den V2-Raketen verübte.[16] Etwa 19 Prozent der fertiggestellten Raketen hatten diesbezüglich Mängel.[17]

Im Häftlingskrankenbau konnten Häftlinge kurzfristig vor der SS versteckt werden. Das Internationale Lagerkomitee Buchenwald war ein konspiratives Organ von Häftlingen des Konzentrationslagers Buchenwald. Unter ihrer Leitung wurde auch eine Internationale Militärorganisation (IMO) gebildet. Im Konzentrationslager Buchenwald bauten Antifaschisten eine parteiübergreifende Einheitsfront auf. 1944 gelang es, ein illegales deutsches Volksfrontkomitee zu schaffen. Die illegale KPD im KZ zählte bei der Befreiung 1945 629 Mitglieder in 22 Bezirksverbänden. Hinzu kamen 111 Kandidaten und 59 Häftlinge, bei denen die Mitgliedschaft wegen Nichterfüllung der Parteipflichten nicht anerkannt wurde.

Nach der Befreiung des KZ am 11. April 1945 wurden von verschiedenen Gefangenengruppen Resolutionen und Erklärungen erarbeitet:

Zur Trauerkundgebung des Internationalen Lagerkomitees legten 21.000 Überlebende für die Toten von Buchenwald am 19. April 1945 den Schwur von Buchenwald ab. Darüber hinaus wurden unter anderem mit dem Entwurf von schulpolitischen Sofortmaßnahmen Planungen für ein Nachkriegsdeutschland schon während der Naziherrschaft getroffen.

Nachkriegsprozesse

Ilse Koch (Witwe des ehemaligen Lagerkommandanten) vor dem US-Militärtribunal in Dachau
Hauptartikel: Buchenwald-Hauptprozess

Nach der Befreiung des Lagers wurde das Kommandanturpersonal des Lagers verhaftet. Unter ihnen war der Kommandant Pister, der Lagerarzt Hans Eisele sowie Ilse Koch. Auch Funktionshäftlinge wie der Kapo Hans Wolf wurden verhaftet. Die US-amerikanische Armee vernahm danach etwa 450 Zeugen zu den Geschehnissen im Lager und ihren Verantwortlichen. Beim Truppenabzug am 1. Juli 1945 wurden etwa 3 Tonnen angefertigte Unterlagen mitgenommen. Nach Sichtung der Lagerunterlagen wurde der Sowjetunion ein Angebot übermittelt, dass diese die weiteren Untersuchungen vornehmen und den Buchenwaldprozess leiten sollte. Die Sowjetunion ließ dieses Angebot ungenutzt, da sie selbst befürchten musste, dass gegen sie ein Prozess angestrengt würde, da sie das Lager nach der Übernahme selbst als Speziallager Nr. 2 weiter unterhielt.[19]

Die in Buchenwald begangenen Verbrechen wurden nun durch ein US-amerikanisches Militärgericht im Buchenwald-Hauptprozess und seinen Nebenprozessen gerichtlich verfolgt. Die an den medizinischen Versuchen beteiligten Ärzte wurden im Nürnberger Ärzteprozess (1946/1947) angeklagt. Angeklagte waren unter anderem der Abteilungsleiter für Tropenmedizin am Robert-Koch-Institut in Berlin, Gerhard Rose, für die Fleckfieberversuche an Sinti und Roma in Buchenwald und der SS-Hauptsturmführer Waldemar Hoven, Standortarzt des KZ Buchenwald. Bekanntheit erlangte auch der Lagerarzt Hans Eisele, der in den Dachauer Prozessen verurteilt wurde.

Dokumentiert sind die Experimente in Buchenwald im Stationstagebuch von SS-Hauptsturmführer Erwin Ding-Schuler, in Aussagen von europäischen Medizinern, die im Konzentrationslager inhaftiert waren, sowie durch Berichte von ehemaligen Häftlingen wie dem österreichischen Soziologen und Philosophen Eugen Kogon, der 1946 unter dem Titel Der SS-Staat über das Leben in Buchenwald berichtete.

Gedenkstätten, Mahnmale und Ausstellungen

Geschichte

Gedenkstätte Buchenwald, 1983

Im Juli 1949 empfahl die Informationsabteilung der Sowjetischen Militäradministration der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), im Lager Buchenwald ein Nationalmuseum einzurichten.

Die VVN entwarf ein „Widerstandsmuseum großen Ausmaßes“. Die ehemaligen Baracken sollten dabei von verschiedenen Nationen für eigene Ausstellungen genutzt werden. Der Entwurf scheiterte aber an den Plänen des SED-Politbüros.

Der Plan sah eine Thälmann-Gedenkstätte vor. Darüber hinaus heißt es in einem Beschluss des ZK der SED vom 9. Oktober 1950, dass das gesamte Lager mit all seinen Baracken abgerissen werden soll. Nur das Krematorium – als Todesort von Ernst Thälmann –, das Torgebäude und der West- und Ostturm sollten erhalten werden. Später wurde außerdem die Aufforstung des Geländes beschlossen. Der vorgesehene Abriss des Lagers folgte einem bestimmten Interpretationskonzept der Geschichte des KZ Buchenwald. Robert Siewert rechtfertigte 1952 den Abriss: „Das Wesen des Konzentrationslagers Buchenwald verkörpert sich nicht in den Baracken oder den massiven Blocks […] Das Wesen war die tiefe Kameradschaft, die gegenseitige Hilfe, verbunden und gestählt durch den Kampf gegen den faschistischen Terror, der organisierte Widerstand und der tiefe Glaube an den Sieg unserer gerechten Sache!“[20] Die endgültige Gestaltung des erhaltenen Teils des Häftlingslagergeländes folgte dem Leitmotiv „durch Sterben und Kämpfen zum Sieg“. Der Aufforstungsbeschluss wurde aufgegeben. Mehr als die Hälfte des Geländes wurde aber der Natur überlassen. An den Standorten einiger ehemaliger Blocks wurden Bruchsteinfelder angelegt, welche die Umrisse markieren. Die Teilung des Areals „sollte einerseits der Eindruck menschenfeindlicher Öde und Unwirtlichkeit hervorgerufen, wie andererseits ‚bewusste[s] Zerschlagen des faschistischen Grauens‘ unter Führung der Gefolgsmänner Ernst Thälmanns zum Ausdruck gebracht werden“.[21]

In den 1950er Jahren wurden auf dem Gelände viele Informationstafeln angebracht. Auf diesen wurde die Geschichte des KZ Buchenwald auf die Darstellung des kommunistischen Widerstandes und der internationalen Solidarität unter Führung der KPD-Mitglieder reduziert.

Spendenmarke der DDR zum Aufbau der KZ–Gedenkstätte
Einweihung der Nationalen Gedenkstätte Buchenwald, Briefmarkenblock der DDR 1958 Auf den Abb. der Vorsitzende der KP Deutschlands Ernst Thälmann, der SPD-Politiker Rudolf Breitscheid und Pfarrer Paul Schneider
30 Jahre Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald, Briefmarke der DDR, 1988

Nach mehrjährigen Planungen, an denen u. a. Ludwig Deiters mitwirkte und Aufbau wurde am 14. September 1958 die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald eingeweiht. Mit dieser sollte der Selbstbefreiung der Häftlinge und der DDR als befreiten Teil Deutschlands gedacht werden. „Der Identifikation mit der DDR und dem Ostblock sollte die Ablehnung Westdeutschlands und der westlichen Allianz als potentiellen Nachfolgern des SS-Staates entsprechen. Gedenken bedeutete weniger Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit als vielmehr Selbstverpflichtung auf den SED-Staat.“[21]

Mitte der 1980er Jahre wurde festgestellt, dass die Gedenkstätte immer weniger Jugendliche erreichte. Daraufhin wurden eine Jugendbegegnungsstätte, eine Geschichtswerkstatt und eine Jugendherberge in einer der SS-Kasernen eingerichtet. In der Vorbereitung zu einer Neufassung der Ausstellung wurden neue Themen, wie das Schicksal jüdischer Häftlinge, Homosexueller oder Sinti und Roma, angesprochen. Diese Neubewertung fand aber nur in Fachgesprächen statt und wurde kaum umgesetzt. Auch die Geschichte des sowjetischen Speziallagers Nr. 2 wurde nicht thematisiert. Die zu Tode gekommenen Häftlinge des Speziallagers und deren Gräber in unmittelbarer Nähe der Gedenkstätte wurden verschwiegen.

Kreuzweg der CFK Thüringen April 1987

Andererseits begannen christliche und kirchliche Gruppen das Gedenkstättenareal für sozial- bzw. friedenspädagogische Arbeit zu nutzen. Die Arbeitsgruppe Thüringen der Christlichen Friedenskonferenz (CFK) lud seit 1982, z.T. zusammen mit der Evangelischen Martinigemeinde Erfurt zu einem sogenannten „Kreuzweg für den Frieden“ ein, bei dem die Teilnehmer an einzelne Opfergruppen des Lagers erinnerten und das Gedenken an sie in den Kontext gegenwärtiger Suche nach Frieden und Völkerverständigung einordneten. Dabei gehörten auch der Gedenkstein an die „Aktionsjuden“ von 1938 neben anderen Erinnerungsstätten für Häftlinge verschiedener Nationen zu den Haltepunkten. Im „Bunker“ wurde an das Schicksal der Pfarrer Paul Schneider und Otto Neururer erinnert und am Krematorium an die dort ermordeten Häftlinge einschließlich des KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann. Diese Kreuzwege fanden teilweise mehrmals jährlich eineinhalb Jahrzehnte hindurch statt. Auch die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Weimar, dazu später die Landeskirche luden zu Gedenkgottesdiensten für den christlichen Märtyrer Paul Schneider ein.

Nach der Wende wurden im September 1991 von einer durch das Thüringer Wissenschaftsministerium eingesetzten Historiker-Kommission Leitlinien für eine Neukonzeption der Gedenkstätte vorgelegt. Diese beinhalteten unter anderem das Gedenken und die Erinnerung an das Konzentrationslager und an das sowjetische Speziallager Nr. 2, wobei der Schwerpunkt auf dem Konzentrationslager liegen sollte. Die Erinnerungsstätten sollten dabei räumlich getrennt sein. Die Dauerausstellung sollte nach neuem Forschungsstand konzipiert und gestaltet werden. Darüber hinaus empfahl die Kommission die Geschichte der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald in der DDR in einer Dokumentation zu veranschaulichen und den Namen in Gedenkstätte Buchenwald zu ändern. Am 5. Juni 2009 wurde Buchenwald vom US-Präsidenten Barack Obama zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Überlebenden der Shoa und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel besucht.

Ausstellungen

Entlehnkarte „Häftlingsbücherei K.L. Buchenwald“, Karl Fischer, Häftlings-Nr. 76999, Block 42D

Im Rahmen der Gestaltung der Gedenkstätte Buchenwald wurde 1995 die Dauerausstellung „Konzentrationslager Buchenwald 1937–1945“ im größten Gebäude des „Schutzhaftlagers“, der Effektenkammer, eröffnet. Die Effektenkammer diente zur Aufbewahrung aller beweglichen Dinge und erfüllte somit die Funktion eines Magazins. Diese Tatsache floss bei der Gestaltung der Ausstellung mit ein. In stählernen Schränken und Regalen werden Fundstücke, Bilder, Dokumente und Biografien von Opfern und Tätern ausgestellt.

Gegenüber dem Gräberfeld des Speziallagers wurde ein neues Gebäude errichtet. Dort öffnete 1997 die Ausstellung „Sowjetisches Speziallager Nr.2 1945–1950“ und zeigt Fotos, Erinnerungsberichte und Fundstücke zum Thema. Die Ausstellungskonzeption hatte sich von Beginn an mit der Problematik zu beschäftigen, dass „sich unter den Insassen des Speziallager Nr. 2 zahlreiche NS-Aktivisten befanden“.[22]

1998 wurde die Kunstausstellung „Überlebensmittel – Zeugnis – Kunstwerk – Bildgedächtnis“ im ehemaligen Desinfektionsgebäude eröffnet. Hier werden künstlerische Arbeiten ausgestellt, die von ehemaligen Häftlingen bis 1945 oder von Überlebenden angefertigt wurden.

Die historische Entwicklung der Gedenkstätte und die Erinnerungsbildung nach 1945 ist Thema der 1999 eröffneten Ausstellung „Geschichte der Gedenkstätte Buchenwald“ innerhalb eines Gebäudes in der Nähe des Mahnmals.

Neben diesen ständigen Ausstellungen werden regelmäßig unterschiedliche Wanderausstellungen gezeigt.

Neben der Kritik an der Ausstellung zum Speziallager Nr.2 gibt es zudem kritische Betrachtungen zu Häftlingsbordellen im Konzentrationslager. Dabei wird kritisiert, dass bis heute keine offiziellen Hinweise auf Lagerplänen oder in Ausstellungen für die Existenz solcher Bordelle gegeben werden.[23]

Mahnmal und Glockenturm

Stelenweg und Ringgrab, 1958

Das Mahnmal wurde in der Zeit von 1954 bis 1958 gebaut. Der Konzeption liegt das Motto „Durch Sterben und Kämpfen zum Sieg“ zu Grunde. Der Besucher soll dabei weg vom Tod ins Leben gewiesen werden. Die gesamte monumentale Anlage ist in der Form dem Sozialistischen Realismus zuzuordnen. Vom Eingangstor führt eine Treppe hangabwärts. Die Treppe wird von sieben Stelen flankiert, die symbolisch für die sieben Existenzjahre des Konzentrationslager stehen. Die Stelen wurden von den Bildhauern René Graetz, Waldemar Grzimek und Hans Kies entworfen und erstellt. Auf der Rückseite der Stelen stehen Texte von Johannes R. Becher. Am Ende der Treppe befinden sich Grabtrichter. In diesen Erdsenken ließ die SS kurz vor der Befreiung des Konzentrationslagers 1945 etwa 3000 Tote verscharren. Von den Grabtrichtern wurden drei in Form von Ringgräbern zum Bestandteil der Gedenkstätte.

Die Ringgräber sind durch Die Straße der Nationen verbunden. Die Straße der Nationen ist von gemauerten Pylonen mit den Namen von 18 Nationen flankiert, welche im KZ Buchenwald inhaftiert waren. Nach oben bilden den Abschluss der Pylone geschmiedete Feuerschalen. Die Symbolik greift den am 19. April 1945 durch Überlebende auf dem ehemaligen Appellplatz errichteten Obelisken mit einer hölzernen Feuerschale und eingeritzter, mahnender Gravur auf.

Eine breite gepflasterte Treppe führt zum Glockenturm Turm der Freiheit. Im Inneren des Turmes befindet sich eine Bronzeplatte, unter der Erde und Asche aus anderen Konzentrationslagern liegen. Die Glocke im Turmaufsatz stammt von Waldemar Grzimek. Die Bekrönung des Turmes ist ein Werk der Schmiedekunst und wurde von Fritz Kühn gestaltet. Vor dem Glockenturm steht eine von Fritz Cremer entworfene Figurengruppe zu Ehren des Widerstandskampfes im Lager. Sie wurde 1957–1958 in der Kunstgießerei Lauchhammer in Bronze gegossen[24] und 2002–2005 restauriert.

Denkmale und Erinnerungsstätten

„Warmes Mahnmal“ – Gedenktafel auf dem Appellplatz, die ganzjährig beheizt wird. Denkmal an ein Denkmal von Horst Hoheisel und Andreas Knitz

Neben den Ausstellungen und dem Mahnmal mit Glockenturm gibt es im ehemaligen Konzentrationslager weitere Denkmale, Gedenksteine und Erinnerungsstätten.

Bei der ersten Gedenkfeier am 19. April 1945, wenige Tage nach der Befreiung am 11. April 1945 errichteten einige Überlebende auf dem Appellplatz einen Obelisken aus Holz mit einer hölzernen symbolischen Feuerschale darauf. In dieses Denkmal ritzten sie die Zeichen „K.L.B“, die Zahl 51.000 und einen Kranz ein.[20] Der Obelisk sollte an die Geschehnisse erinnern, die den Häftlingen widerfahren sind. Der Obelisk existiert heute nicht mehr. 1995 wurde das DENKMAL AN EIN DENKMAL von den Künstlern Horst Hoheisel und Andreas Knitz erstellt. Es ist eine Metallplatte, in die im Mittelteil in alphabetischer Reihenfolge die Namen von über 50 Nationen eingraviert sind. Die gesamte Platte ist das ganze Jahr über auf 37 °C beheizt und strahlt Wärme an diesem Ort der menschlichen Kälte aus.[25]


Blick auf das Krematorium und Portal, 2012
Zelle im Bunker

Dort, wo der jüdische Block 22 stand, wurde am 9. November 1993 das „Jüdische Mahnmal“ geweiht. Es ist aus Steinen des Buchenwalder Steinbruchs erbaut und trägt den Psalm 78,6 EU in deutscher, englischer und hebräischer Übersetzung als Inschrift.

„Auf daß erkenne das künftige Geschlecht, die Kinder, die geboren werden, daß sie aufstehen und erzählen ihren Kindern.“

Ein Teil der alten Bahnstrecke wurde seit 2007 durch den „Gedenkweg Buchenwaldbahn“ wieder sichtbar. Dieser beginnt kurz nach der „Blutstraße“ und endet an der Verladerampe des Konzentrationslagers, neben den ehemaligen Gustloff-Werken. Er hat eine Länge von 3,3 Kilometern.

Die Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer, Friedrich von Rabenau und Ludwig Gehre wurden in einem SS-Arrestkeller in der Nähe des Steinbruchs von Anfang 1945 gefangengehalten und anschließend in Flossenbürg ermordet. 1999 entstand deshalb im freigelegten Keller die Erinnerungsstätte für Dietrich Bonhoeffer, Friedrich von Rabenau und Ludwig Gehre.

Im Bereich des kleinen Lagers wurde mit Spenden aus den USA und Deutschland das Denkmal „Kleines Lager“ errichtet, Es entstand zwischen 2001 und 2002. Der Entwurf geht auf den New Yorker Architekten Stephen Jacobs zurück, der als Kind mit seinem Vater und Bruder zu Beginn des Jahres 1945 von Auschwitz nach Buchenwald ins kleine Lager verlegt wurde.

Der Gedenkstein erinnert an das jüdische Sonderlager, das sich in den Jahren 1938 und 1939 auf dem Appellplatz befand. Nach den Pogromen im November 1938 wurden 10.000 Juden durch die SS nach Buchenwald gebracht und in Holzbaracken im westlichen Teil des Appellplatzes untergebracht, wo sie misshandelt wurden.

Von November 1944 bis März 1945 wurden zahlreiche verurteilte Kriegsdienstverweigerer und Deserteure der Wehrmacht in das Konzentrationslager überführt. Am ehemaligen Block 45 erinnert der Gedenkstein an die Kriegsdienstverweigerer und Deserteure der Wehrmacht an diese Menschen.

2002 entstand der Gedenkstein zur Erinnerung an die Zeugen Jehovas ebenfalls am ehemaligen Block 45 zur Erinnerung an die inhaftierten Zeugen Jehovas, die im Konzentrationslager Buchenwald Opfer wurden. Ebenfalls am ehemaligen Block 45 erinnert der Gedenkstein für die „Rosa-Winkel-Häftlinge“ an die 650 inhaftierten „Rosa-Winkel-Häftlinge“, von denen jeder dritte ums Leben kam.

Mit dem Gedenkstein zur Erinnerung an Frauen und Mädchen am ehemaligen Block 5 soll an die über 26.000 Frauen und Mädchen erinnert werden, die für die deutsche Rüstungsindustrie in den Außenlagern arbeiten mussten. Der Gedenkstein wurde 2003 eingeweiht und enthält einen Text der polnischen Schriftstellerin Danuta Brzosko-Medryk. Das Rudolf-Breitscheid-Denkmal erinnert an den SPD-Politiker Rudolf Breitscheid. Breitscheid war im Sonderlager Fichtenhain interniert und starb bei einem Luftangriff der Alliierten im August 1944.

Gedenktafel für Ernst Thälmann am Krematorium

Die Gedenktafel an die Ermordung Ernst Thälmanns befindet sich an dem ehemaligen Krematorium des Lagers, angebracht an der Außenwand, die zum Hof des Gebäudes zeigt. An dieser Stelle wurde Thälmann von SS-Männern erschossen. Die Tafel wurde zu Zeiten der DDR, 1953, als erste Gedenktafel im Lagerbereich angebracht.

Buchenwaldlied

Zur Unterhaltung der SS war es in den Konzentrationslagern üblich, dass Häftlinge volkstümliche Lieder oder Marschlieder singen mussten. In Buchenwald wurde bei der SS das Lied „Steht ein Dörflein mitten im Walde“ nach dem Gedicht „So einer war auch er“ von Arno Holz beliebt und war Bestandteil des täglichen Appellablaufes.

Der „Schutzhaftlager“-Führer Arthur Rödl forderte Ende 1938 Häftlinge auf, für das Lager in Buchenwald ein Lied zu schreiben. In kürzester Zeit schrieben und komponierten die österreichischen Häftlinge Fritz Löhner-Beda und Hermann Leopoldi das Buchenwaldlied. Es bestand aus drei Strophen. Zufrieden mit dem Ergebnis ließ Rödl das Lied mit Nachdruck einüben. Es wurde Standard beim Appell und anderen Gelegenheiten. So wurde es auch als Marschlied gespielt, wenn die Arbeitskolonnen ein- und auszogen. Weil der Massengesang nicht immer sofort funktionierte, bekam Rödl regelmäßig Wutanfälle und exerzierte Massen- oder Einzelbestrafungen. Die Häftlinge organisierten es deshalb so, dass die in der Nähe von Rödl stehenden Blocks mit doppelter Stärke sangen und die weiter entfernten Häftlinge nur die Lippen bewegten.[26]

Ab 1942 gehörte das Lied nicht mehr zum offiziellen Programm, da im Konzentrationslager Buchenwald immer mehr ausländische Häftlinge interniert wurden. „Umso mehr Bedeutung erlangte es aber für einzelne Häftlingsgruppen, die es zu ihrer Selbstvergewisserung immer wieder sangen. Besonders der letzte Vers des Refrains ‚… denn einmal kommt der Tag: Dann sind wir frei!‘ gab ihnen die Vision eines Lebens in Freiheit, für die es sich lohnt, allen Mut und alle Kraft einzusetzen.“[27]

Heute ist das Buchenwaldlied fester Bestandteil von Gedenkfeiern zur Befreiung.

Personen

Häftlinge

Schätzungsweise 250.000 Häftlinge waren in Buchenwald inhaftiert. Darunter auch viele öffentlich bekannte Personen, wie Politiker, Schriftsteller oder Geistliche. Des Weiteren wurden alliierte Soldaten nach ihrer Gefangennahme im Konzentrationslager interniert. Unter diesen waren auch 26 Soldaten der kanadischen Luftwaffe und 142 britische, amerikanische, australische und neuseeländische Luftwaffenpiloten, die an den Fronten abgeschossen wurden. Sie nahmen Kontakt mit dem französischen Widerstand auf und verkleideten sich als Zivilisten, wurden aber aus den Reihen der Widerstandskämpfer verraten und nach Buchenwald transportiert. Indem sie dort als Spione behandelt wurden, konnten die Genfer Konventionen umgangen werden.[28]

Lagerkommandanten

Der erste Lagerkommandant war von Juli 1937 bis November 1941 SS-Standartenführer Karl Otto Koch. Er wurde wegen Unterschlagungen im großen Stile und wegen Schwarzmarkthandel zuerst nach Lublin versetzt, wo er die Errichtung des KZ Majdanek leitete. Dann wurde er jedoch von Heinrich Himmler fallen gelassen und exemplarisch für alle anderen korrupten KZ-Kommandanten wegen Mordes an drei Häftlingen und Korruption angeklagt. Er wurde zum Tode verurteilt und am 5. April 1945 im KZ Buchenwald hingerichtet. Seine Ehefrau Ilse Koch, später auch als „Hexe von Buchenwald“ bezeichnet, war von den Häftlingen aufgrund ihrer Meldungen gefürchtet. Nach dem Krieg wurde sie deswegen im Buchenwald-Hauptprozess angeklagt und zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Kochs Nachfolger wurde SS-Oberführer Hermann Pister. Er leitete das Lager von Dezember 1941 bis zum April 1945 und baute es zu einem funktionierenden KZ-Wirtschaftsbetrieb um. Unter seiner Kommandantur erfolgte die Errichtung einer Waffenfabrik der Wilhelm-Gustloff-Stiftung beim Konzentrationslager. Nach Kriegsende wurde er verhaftet und von einem US-Militärgericht im Buchenwald-Hauptprozess zum Tode verurteilt. Er starb Ende September 1948 in der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech an einer Herzmuskellähmung.[29]

Todeszahlen

Im Konzentrationslager Buchenwald starben schätzungsweise 56.000 Menschen, darunter etwa 15.000 Sowjetbürger, 7.000 Polen, 6.000 Ungarn, 3.000 Franzosen und weitere 5.000 Menschen aus 26 Nationen.[19] Unter den Todesopfern waren etwa 11.800 Juden[30] sowie eine hohe Zahl politisch Verfolgter (vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten), andere religiös Verfolgte wie etwa Zeugen Jehovas sowie Homosexuelle und Roma. Bislang konnten insgesamt 36.000 der Opfer namentlich zugeordnet werden.[31]

Listen

Medien

Digitales Totenbuch

Am 9. April 2010 wurde das digitale Totenbuch KZ Buchenwald mit über 38.000 Namen online veröffentlicht.[32] Das Totenbuch ist den Opfern des Konzentrationslagers Buchenwald und ihren Angehörigen gewidmet. Es trägt den Titel Die Toten 1937–1945 Konzentrationslager Buchenwald. Es enthält auch eine Statistik über die offiziell registrierten Toten und geschätzte Zahlen weiterer namentlich unbekannter Opfer und über die „Lagerstärke“ in diesen Jahren.

CD-ROM

Willy Schmidt, Christoph Leclaire, Andrea Meschede, Ulrich Schneider: Buchenwald – Ein Konzentrationslager. Hrsg. von der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora. Pahl-Rugenstein, Bonn 2002. ISBN 3-89144-335-8. (Print: siehe Literatur „Lagergemeinschaft“)

Filme

  • Und jeder hatte einen Namen
  • Nackt unter Wölfen (Film); 1963
  • KZ Buchenwald/Post Weimar. Dokumentarfilm von Margit Eschenbach. Eine Produktion von Chronos-Film im Auftrag der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora; 1999
  • Thomas Geve. Nichts als das Leben. Ein Film von Wilhelm Rösing mit Thomas Geve und Josua Rösing; 1997
  • Überleben im Terror. Ernst Federns Geschichte. Ein Film von Wilhelm Rösing und Marita Barthel-Rösing; 1995
  • Briefe aus der Deportation. Dokumentarfilm von Pierre Dietz; 2012

Siehe auch

  • Die Stiftung Ettersberg zur vergleichenden Erforschung europäischer Diktaturen des 20. Jahrhunderts nimmt Bezug auf die Nutzung des Lagers durch Nationalsozialisten und die Sowjetunion.
  • In Häftlingsvereinigungen organisierten sich die Gefangenen nach der Befreiung und Auflösung der Konzentrationslager.

Literatur

Erfahrungsberichte

  • Jean Améry: Jenseits von Schuld und Sühne. Bewältigungsversuche eines Überwältigten. Klett-Cotta, Stuttgart 2000, ISBN 3-608-93416-2.
  • Robert Antelme: Das Menschengeschlecht. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt a. M. 2001. ISBN 3-596-14875-8 (aus dem Franz.)
  • Bruno Bettelheim: Erziehung zum Leben – Gespräch mit Ingo Hermann in der Reihe „Zeugen des Jahrhunderts.“ Lamuv, Göttingen 2003, ISBN 3-88977-343-5.
  • Emil Carlebach: Tote auf Urlaub. ISBN 3-89144-275-0.
  • Emil Carlebach, Willy Schmidt, Ulrich Schneider: Buchenwald – ein Konzentrationslager. Berichte – Bilder – Dokumente. Pahl-Rugenstein, Bonn 2000. ISBN 3-89144-271-8. Auch als CD-ROM: Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora (Hrsg.): Buchenwald. Ein KZ. Bonn 2002. ISBN 3-89144-335-8
  • Pierre Dietz: Briefe aus der Deportation – Französischer Widerstand und der Weg nach Auschwitz. Verlag Edition AV, Lich 2010, ISBN 978-3-86841-042-6.
  • Ernst Federn, Roland Kaufhold (Hrsg.): Versuche zur Psychologie des Terrors. Material zum Leben und Werk von Ernst Federn. Psychosozial-Verlag, Gießen 1998. ISBN 3-932133-47-1.
  • Max Hollweg: Es ist unmöglich von dem zu schweigen, was ich erlebt habe: Zivilcourage im Dritten Reich. Mindt, Bielefeld: 20003; ISBN 3-00-002694-0.
  • Bruno Heilig: Men Crucified. Eyre & Spottiswood, London 1941. dt.: Menschen am Kreuz. Dachau – Buchenwald. Bibliothek der Provinz, Weitra 1989. ISBN 3-85252-454-7.
  • Ivan Ivanji: Der Aschenmensch von Buchenwald – Roman. Picus-Verlag, Wien 1999, ISBN 3-85452-429-3.
  • Gisela Karau: Der gute Stern des Janusz K. Eine Jugend in Buchenwald. Pahl-Rugenstein, Bonn 2003. ISBN 3-89144-346-3.
  • Felicja Karay: Wir lebten zwischen Granaten und Gedichten. Das Frauenlager der Rüstungsfabrik HASAG im Dritten Reich. Jerusalem 1997 und Köln 2001. über das Buchenwalder Außenlager Leipzig-Schönefeld
  • Benedikt Kautsky: Teufel und Verdammte. Erfahrungen und Erkenntnisse aus sieben Jahren in deutschen Konzentrationslagern. Verlag der Wiener Volksbuchhandlung, Wien 1961
  • Imre Kertesz: Roman eines Schicksallosen. Frankfurt a. M. 1999. ISBN 3-499-22576-X.
  • Imre Kertesz: Der Spurensucher – Erzählung. Suhrkamp, Frankfurt 2002; ISBN 3-518-22357-7.
  • Wladyslaw Kozdon: … ich kann dich nicht vergessen. Erinnerungen an Buchenwald. Herausgegeben von Rohnstock Biografien, Wallstein Verlag, Göttingen 2007. ISBN 978-3-8353-0210-5.
  • Rolf Kralovitz: ZehnNullNeunzig in Buchenwald. Ein jüdischer Häftling erzählt. Walter-Meckauer-Kreis, Köln 1996, ISBN 3-923622-10-4.
  • Max Liebster: Hoffnungsstrahl im Nazisturm. Geschichte eines Holocaustüberlebenden. Esch-sur-Alzette 2003. ISBN 2879539900
  • Marcel Lorin : Schönebeck un kommando de Buchenwald. Du sabotage des avions nazis à l'épouvante d'une marche de la mort. Amicale des anciens déportés de Schönebeck, 1989.
  • Jacques Lusseyran: Das wiedergefundene Licht. Klett-Cotta, Stuttgart 2001; ISBN 3-608-93556-8.
  • MachWerk (Hrsg.): Der Kampf des Menschen gegen die Macht ist der Kampf der Erinnerung gegen das Vergessen. Leseheft. Frankfurt am Main 1995.
  • Henri Pieck: Zeichnungen aus Buchenwald. Röderberg, Frankfurt am Main 1982?. ISBN 3-87682-767-1.
  • Josef Plojhar: Buchenwald mahnt. Union, Berlin 1975.
  • Walter Poller: Arztschreiber in Buchenwald. Verlag Das Segel, Offenbach a. M. 1960.
  • Jorge Semprun: Was für ein schöner Sonntag!.Süddeutsche Zeitung GmbH, München 2004, ISBN 3-937793-16-X.
  • Jorge Semprun: Schreiben oder Leben.Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-39227-1.
  • Jorge Semprun: Der Tote mit meinem Namen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-45549-4.
  • Jorge Semprun, Elie Wiesel: Schweigen ist unmöglich. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-12012-3.
  • Jorge Semprun: Die große Reise. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-518-37244-0.
  • André Verdet: Anthologie des poèmes de Buchenwald, 1945.
    • dt.: Der gefesselte Wald: Gedichte aus Buchenwald. Hrsg. der zweisprachigen Ausgabe Wulf Kirsten und Annette Seemann, aus dem Französischen übersetzt von Annette Seemann. Wallstein, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8353-1220-3.
  • Heinrich Vogel: Der Prediger von Buchenwald.
  • Ernst Wiechert: Der Totenwald. Ein Bericht. Tagebuchnotizen und Briefe. Union, Berlin 1977 (häufige Aufl., zuletzt Suhrkamp 2008 ISBN 978-3-518-22425-0)
  • Elie Wiesel: Die Nacht zu begraben, Elischa. LangenMüller, München 2005, ISBN 3-7844-3024-4.

Sekundärliteratur

  • David A. Hackett (Hrsg.): Der Buchenwald-Report: Bericht über das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar. München 2002. ISBN 3-406-47598-1
  • Pierre Durand: Les Français à Buchenwald et à Dora. Les armes de l’espoir. Messidor/Éditions Sociales, Paris 1982. ISBN 2-209-05235-1
  • Katrin Greiser: „Sie starben allein und ruhig, ohne zu schreien oder jemand zu rufen“. Das „Kleine Lager“ im Konzentrationslager Buchenwald. In: Dachauer Hefte 14 (1998) S. 102 ff.
  • Katrin Greiser: Thüringen 1945 – Todesmärsche aus Buchenwald. Überblick. Namen. Orte. Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Weimar 2001. ISBN 978-3-935598-04-0.
  • Katrin Greiser: Die Todesmärsche von Buchenwald. Räumung, Befreiung und Spuren der Erinnerung. Wallstein, Göttingen 2008. ISBN 978-3-8353-0353-9
  • Katrin Greiser: Sie starben keinen Opfertod. Wie das „Kleine Lager“ von Buchenwald aus der Erinnerung verschwand. In: Annette Leo, Peter Reif-Spirek (Hgg.): Vielstimmiges Schweigen. Neue Studien zum DDR-Antifaschismus. Metropol, Berlin 2001. ISBN 3-932482-78-6; S. 109ff.
  • Katrin Greiser: Die Masse von ihnen stellte kein kampffähiges Element dar. Deutsche Kommunisten zur Evakuierung von Buchenwald. In: Ulrich Fritz, Silvija Kavčič, Nicole Warmbold (Hgg.): Tatort KZ. Neue Beiträge zur Geschichte der Konzentrationslager. Klemm und Oelschläger, Ulm 2003. ISBN 3-932577-46-9 ; S. 138ff.
  • Katrin Greiser: Die Auflösung des Lagerkomplexes Buchenwald als Voraussetzung für die Todesmärsche aus den Außenlagern in Rheinland und Westfalen im März und April 1945. In: Jan Erik Schulte (Hg.): Konzentrationslager im Rheinland und in Westfalen 1933-1945. Zentrale Steuerung und Regionale Initiative. Schöningh, Paderborn München Wien Zürich: 2005. ISBN 978-3-506-71743-6; S. 281ff.
  • Katrin Greiser: Prozesse zum KZ Buchenwald; in: Ludwig Eiber, Robert Sigel (Hgg.): „Dachauer Prozesse“. NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945-1948. Verfahren, Ergebnisse, Nachwirkungen. Dachauer Symposien zur Zeitgeschichte 7; Wallstein, Göttingen:2007. ISBN 978-3-8353-0167-2
  • Hans-Joachim Hartung: Signale durch den Todeszaun. Verlag Technik, Berlin 1974 (Bericht über die Geschichte des illegal gebauten Senders)
  • Peter Hochmuth, Gerhard Hoffmann: Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen. Lebensbilder. Texte der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Band 35. Dietz, Berlin 2007. ISBN 3-320-02100-1.
  • Götz Hütt: Das Außenkommando des KZ Buchenwald in Duderstadt. GWD, Duderstadt 2005. ISBN 3-8334-2646-2.
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  • Annette Seemann: Weimar: ein Reisebegleiter. Insel, Frankfurt am Main.
  • Harry Stein: Konzentrationslager Buchenwald 1937-1945. Begleitband zur ständigen historischen Ausstellung. Herausgegeben von der Gedenkstätte Buchenwald. Wallstein, Göttingen 1999. ISBN 3-89244-222-3.
  • Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) (Hrsg.): Sehen, Verstehen und Verarbeiten. KZ Buchenwald 1937-1945. KZ Mittelbau-Dora 1943-1945. Materialien für die Vorbereitung von Besuchen in den Gedenkstätten. In: ThILLM Heft 43. ThILLM, Bad Berka 2000. ISSN|0944-8691
  • Volkhard Knigge, Thomas A. Seidel (Hrsg.): Versteinertes Gedenken. Das Buchenwalder Mahnmal von 1958. 2 Bände. Pietsch, Spröda 1997. ISBN 3-00-001065-3.
  • Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors: Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 3: Sachsenhausen, Buchenwald. Beck, München 2006. ISBN 978-3-406-52963-4.
  • Konzentrationslager Buchenwald Post Weimar/Thür.. Katalog zu der Ausstellung aus der DDR im Martin-Gropius-Bau Berlin (West) 1990. Herausgegeben von der Nationalen Mahn-und Gedenkstätte Buchenwald
  • Udo Wohlfeld: Oh, Buchenwald. Ein philatelistischer Exkurs. Geschichtswerkstatt Weimar/Apolda, Weimar.
  • Udo Wohlfeld: … und unweigerlich führt der Weg nach Buchenwald. Der Geist von Weimar hinter Gittern. Eine Dokumentation über die Ursachen, die Weimar zu einer exponierten Stadt im nazistischen Deutschland machten, und die Folgen für Hunderttausende Menschen Europas. Geschichtswerkstatt Weimar/Apolda, Weimar 1999.
  • Bill Niven: Das Buchenwaldkind. Wahrheit, Fiktion und Propaganda. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2008. ISBN 978-3-898-12566-6

Weblinks

 Commons: Konzentrationslager Buchenwald – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatChronik des Konzentrationslagers Buchenwald. Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, abgerufen am 6. Februar 2008.
  2. Udo Dietmar: Häftling X … in der Hölle auf Erden. Herausgegeben vom Land Thüringen, Landesamt für Arbeit und Sozialfürsorge, Thüringer Volksverlag, 1945; s. a. (Online).
  3. Beatrix Hasse: Die Befreiung des KZ Buchenwald. kriegsende.ARD.de, archiviert im Internet Archive, abgerufen am 3. Oktober 2012.
  4. Baudokumentationsfoto vom 15. Juli 1937 aus dem Archiv der Gedenkstätte Buchenwald
  5. Laurenz Demps, Christiaan Frederik Rüter: DDR-Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung ostdeutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen. S. 334.
  6. Emil Carlebach, Willy Schmidt, Ulrich Schneider: Buchenwald – ein Konzentrationslager; Köln: Röderberg-Verlag, 19882; ISBN 3-87682-786-8; S. 17
  7. Bericht im Thüringen-Journal des MDR vom 7. Januar 2009
  8. Aus Begleitband zur Ausstellung Techniker der „Endlösung“. Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz, Aufruf: 2. Juni 2013 (pdf)
  9. Notizzettel von Heinrich Himmler, Reichsführer SS, von einer Besprechung mit Adolf Hitler in der Wolfsschanze, 14. August 1944 im Ausstellungskasten 4/31 in der ehemaligen Effektenkammer des KZ Buchenwaldes: „12. Thälmann ist zu exekutieren“.
  10. Christiane Roßberg: Arzt ohne Examen; Militärverlag der DDR, TB Nr. 243, 1982, S. 38
  11. Details zum Aufbau des Lagers, Aufruf: 2. Juni 2013
  12. Christa Paul, Robert Sommer: SS-Bordelle und Oral History. Problematische Quellen und die Existenz von Bordellen für die SS in Konzentrationslagern; in: BIOS 19 (2006), Heft 1
  13. a b c Die Befreiung des KZ Buchenwald, Aufruf: 6. Februar 2008
  14. Details und Zeitangaben nach Walter Vielhauer, Mitglied des illegalen Internationalen Lagerkomitees, in: Susanne Stickel-Pieper (Bearb.): Trau! Schau! Wem? Dokumente zur Geschichte der Arbeiterbewegung im Raum Heilbronn/Neckarsulm 1844–1949. Distel-Verlag, Heilbronn 1994, ISBN 3-929348-09-8, im Buch ISBN 3-923348-09-8 (formal falsche ISBN), Dokument 62.
  15. Modern Military Archives, Washington, 4. armoured division, 604-2.2-daily reports, June 1944-May 1945
  16. Niklas Reinke: Geschichte der deutschen Raumfahrtpolitik. Konzepte, Einflussfaktoren und Interdependenzen 1923-2002; Oldenburg, 2004; S.32; ISBN 3-486-56842-6
  17. Bernd Ruland: Wernher von Braun. Mein Leben für die Raumfahrt; Offenburg: Burda, 1969; S. 235
  18. http://www.marxismus-online.eu/archiv/getrobe/buchenwald.html
  19. a b Manfred Overesch: Buchenwald und die DDR: Oder die Suche nach Selbstlegitimation; Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1995; S. 207ff, ISBN 3-52501-3-566
  20. a b Detlef Hoffmann (Hg.): Das Gedächtnis der Dinge: KZ-Relikte und KZ-Denkmäler 1945–1995; Wissenschaftliche Reihe des Fritz-Bauer-Instituts, 4; Frankfurt/Main, New York: Campus, 1997; ISBN 3-593-35445-4; S. 119
  21. a b Geschichte der Gedenkstätte, Absatz 8, Aufruf: 2. Juni 2013
  22. Annette Kaminsky / Bundeszentrale für Politische Bildung (Hg.): Orte des Erinnerns: Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, Ch. Links, Berlin 2. A. 2007, S. 497-500, hier 500. (online einsehbar in der Google-Buchsuche)
  23. Robert Sommer: Der Sonderbau. Die Errichtung von Bordellen in nationalsozialistischen Konzentrationslagern,2006, S. 7ff, ISBN 1-84728-8-448
  24. Referenzliste Kunstgießerei Lauchhammer, hier: 1957/58; abgerufen am 29. Oktober 2009
  25. Andacht zum Gedenken der Befreiung des KZ Buchenwald, Antoniterkirche am 11. April 2005, Aufruf: 4. April 2008
  26. Walter Poller: Arztschreiber in Buchenwald, Hamburg 1946, S. 129.
  27. Das Buchenwaldlied auf mdr.de, abgerufen am 14. März 2010
  28. Canadians in Buchenwald Concentration Camp, engl., Aufruf: 7. April 2008
  29. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2007. ISBN 978-3-596-16048-8, S. 323f., 463
  30. 1945 – Nach der Befreiung. Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Abgerufen am 5. Dezember 2013.
  31. Mitteilung: Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora am 24. April 2010
  32. http://www.buchenwald.de/totenbuch/

51.02214311.249046Koordinaten: 51° 1′ 20″ N, 11° 14′ 57″ O

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Dieser Artikel wurde am 14. April 2008 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.