KZ Chaidari

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Das KZ Chaidari war ein Konzentrationslager, das während der deutschen Besatzung Griechenlands in der Nähe der griechischen Hauptstadt Athen betrieben wurde.

Es wurde unter der deutschen Besatzung im Oktober 1943 auf einem Militärgelände in Chaidari nordwestlich von Athen eingerichtet und etwa ein Jahr lang betrieben. Es diente vor allem der Aufnahme der zahlreichen Gefangenen, die bei den häufigen Razzien in verschiedenen Teilen Athens zur Unterbindung des Widerstands verhaftet wurden.

Diese Gefangenen wurden von den verschiedenen Dienststellen der Besatzungsmacht, unter anderem vom Gefängnis der Gestapo in der Merlinstraße im Zentrum Athens, nach Chaidari verbracht. Neben Widerstandskämpfern wurden willkürlich zu Geiseln Genommene inhaftiert, ferner war Chaidari Durchgangsstation für Juden, die in die Vernichtungslager in Polen deportiert wurden.[1]

Die durchschnittliche Zahl der Gefangenen belief sich auf 2.000. Insgesamt waren während des etwa ein Jahr währenden Betriebs im Lager 20.000 Gefangene untergebracht. Viele davon wurden nach Deutschland deportiert, 1.900 am Schießstand von Kesariani oder in Dafni hingerichtet.

Viele Athener Juden, aber auch Juden aus anderen Teilen Griechenlands – so etwa allein aus Rhodos fast 1.700 Menschen[2] – wurden von Chaidari aus in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert.

Im Lager Chaidari waren Unterernährung, Zwangsarbeit und Folterungen an der Tagesordnung.[3]

Das Lager wurde von der SS geführt. Lagerkommandant war der SS-Sturmbannführer Paul Radomski, ein sogar in seinen SS-Personalakten als „primitiv, […] einer der alten Schläger“ aus der Kampfzeit der NSDAP beschriebener früher Weggefährte Reinhard Heydrichs,[4] der zuvor bereits im Konzentrationslager Syrez ein Schreckensregiment geführt hatte.

Legendär waren die Bewohner des Saals 1, 260 überwiegend kommunistische politische Gefangene. 200 dieser Männer wurden am 1. Mai 1944 am Schießstand von Kesariani als Repressalie wegen eines Attentats auf den deutschen General Franz Krech bei Molai in Lakonien erschossen[5].

Einzelangaben[Bearbeiten]

  1.  Themos Kournaros: Vor den Toren Athens: Chaidari. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Dachauer Hefte 5 – Die vergessenen Lager. Dachau 1989, ISBN 3-423-04634-1, S. 214ff.
  2.  Wolfgang Benz: Dimension des Völkermords. Die Zahl der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. 1996, S. 267.
  3.  Manolis Glezos et al. (Hrsg.): Schwarzbuch der Besatzung. Athen 2006, S. 92 (http://www.scribd.com/doc/2115345/).
  4.  Hagen Fleischer: Im Kreuzschatten der Mächte, Griechenland 1941–1944. Frankfurt am Main 1986, S. 548.
  5. Hermann Frank Meyer: Sühnemaßnahmen auf der Peloponnes.

38.01666666666723.65Koordinaten: 38° 1′ 0″ N, 23° 39′ 0″ O