Kabel Deutschland

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Kabel Deutschland Holding AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000KD88880
Gründung 2003
Sitz Unterföhring, Deutschland
Leitung Manuel Cubero, Vorstandsvorsitzender
Philipp Humm, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 3.664 (2013/2014)[1]
Umsatz 1,900 Mrd. Euro (2013/2014)[1]
Gewinn − 68,244 Mio. Euro (2013/2014)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Bilanzsumme 2,715 Mrd. Euro (31. März 2014)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Kabelnetzbetreiber
Website www.kabeldeutschland.com

Kabel Deutschland (KD)[2] ist ein börsennotierter Kabelnetzbetreiber in Deutschland und hat ihren Sitz in Unterföhring. Die Vodafone Group ist der größte Aktionär und zudem seit dem 1. April 2014 der Mutterkonzern von Kabel Deutschland.[3]

Das im MDAX notierte Unternehmen betreibt das größte Kabelnetz in Deutschland und versorgt rund 8,3 Millionen Haushalte mit Kabelanschlüssen in allen Bundesländern mit Ausnahme von Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Mit den Kabelfernsehanschlüsse werden Angebote für hochauflösendes (HD) und digitales (SD) sowie analoges Fernsehen vertrieben, sowie Video-on-Demand und Pay-TV-Angebote. Über den Kabelanschluss bietet das Unternehmen Breitband-Internet-Anschlüsse (bis zu 200 Mbit/s), WLAN-Dienste und Festnetz-Telefonanschlüsse über Breitbandkabel (Next Generation Network; NGN) an. Über einen Partner werden auch Mobilfunk-Dienste angeboten.

Geschichte[Bearbeiten]

Detailansicht des Unternehmensgebäudes
Gesamtansicht des Unternehmensgebäudes

Das Breitbandkabelnetz in Deutschland wurde ab Anfang der 1980er-Jahre von der Deutschen Bundespost aufgebaut und betrieben. Zur Vorbereitung eines durch regulatorische Vorgaben erzwungenen späteren Verkaufs gliederte die Deutsche Telekom Ende 1999 den gesamten Bereich Breitbandkabelnetze aus ihrem Unternehmen in die neu geschaffene Gesellschaft Kabel Deutschland GmbH (KDG) aus.

Die KDG übernahm die operative Führung des Kabelgeschäfts. In der Folge wurde das Unternehmen in neun eigenständige Regionalgesellschaften aufgeteilt. Diese Regionalgesellschaften sollten einzeln an Investoren verkauft werden. Die Abwicklung des Verkaufs übernahm der ehemals für das Telekommunikationsgeschäft der Deutschen Bundespost verantwortliche Ministerialdirektor Franz Arnold.

Zuerst verkaufte die Deutsche Telekom im Februar 2000 die Kabelnetze der Kabel Nordrhein-Westfalen GmbH & Co. KG (Kabel NRW) in Nordrhein-Westfalen an den US-amerikanischen Investor Richard Callahan. Kabel NRW wurde eine Tochtergesellschaft der Callahan NRW, die wiederum zu 55 % der Callahan & Associates mit Sitz in Denver, USA und zu 45 % der Telekom-Tochter Kabel Deutschland gehörte. Als zweite Region wurde die Kabel Hessen an eine Investorengruppe unter der Führung von Gary Klesch verkauft. Im September 2001 erwarb die Callahan & Associates auch die Kabelnetze der Kabel BW in Baden-Württemberg. So entstanden die (später so neu benannten) regionalen Kabelgesellschaften ish (NRW), iesy (Hessen) und Kabel BW (Baden-Württemberg). Im Juni 2007 wurden ish und iesy unter der einheitlichen Marke Unitymedia zusammengelegt.

Nachdem im Februar 2002 der Verkauf der verbliebenen sechs Gesellschaften an Liberty Media vom Bundeskartellamt untersagt worden war, erwarb im März 2003 eine Investorengruppe aus Apax Partners, Providence Equity Partners und Goldman Sachs Capital Partners die sechs Regionalgesellschaften und bündelte sie in der Kabel Deutschland Gruppe.

2002 waren rund 2400 Mitarbeiter beschäftigt und erzielten einen Umsatz von rund einer Mrd. Euro bei rund 10 Millionen Kunden.[4]

Im Dezember 2003 startete Kabel Deutschland in Berlin mit „Kabel Internet“ ein Pilotprojekt für den breitbandigen Internetzugang über das Fernsehkabel. Im Jahre 2004 folgten vier weitere Städte: Leipzig, Bayreuth, München und Saarbrücken. Ende 2004 wurde der Regelbetrieb aufgenommen und mit der bundesweiten Bereitstellung von Kabel Internet begonnen.

Im Januar 2004 verlegte Kabel Deutschland seinen Unternehmenssitz von Bonn und Berlin nach Unterföhring. Im April 2004 brachte Kabel Deutschland mit Kabel Digital BASIC und Kabel Digital BASIC Plus zwei digitale Programmpakete für deutschsprachige Abonnenten auf den Markt. Das Startpaket Kabel Digital BASIC enthielt eine Kombination von PREMIERE Start sowie 45 digitalen Radioprogrammen und bietet darüber hinaus Zugang zu den TV-auf-Abruf-Angeboten PREMIERE Direkt und PREMIERE Erotik. Kabel Digital BASIC Plus umfasste sieben Spartensender E! Entertainment Television, Fashion TV, Kinowelt, Meteos TV, Motors TV, Planet und Trace.TV. Kunden konnten den Kabel-Digital-Receiver DC220KKD des britischen Herstellers Pace für 99,00 Euro erwerben. Am 27. Juli 2004 hat zudem die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien (BLM) den elektronischen Programmführer (EPG) von Kabel Deutschland freigegeben.

Im September 2004 startete Kabel Deutschland das Programmpaket Kabel Digital HOME mit anfangs zunächst 20 zusätzlichen Programmen, darunter 13th Street Universal und Sci Fi Channel

Im Februar 2006 übernahm die Investmentgesellschaft Providence Equity Partners die Anteile der bisherigen Mitgesellschafter Apax und Goldman Sachs Capital Partners und hielt danach mehr als 95 Prozent der Anteile. Im März 2010 erfolgte der Börsengang in Frankfurt, insgesamt wurden etwa 34,5 Mio. Aktien ausgegeben und dadurch rund 760 Mio. € eingespielt.[5] Am 21. Juni 2010 wurde Kabel Deutschland in den MDAX aufgenommen.[6]

Im Mai 2012 bestätigte Kabel Deutschland, den Kabelanbieter Tele Columbus für 603 Millionen Euro übernehmen zu wollen. Tele Columbus mit Sitz in Berlin hat rund 1,7 Millionen Kunden. Das Bundeskartellamt stellte aber zu hohe Auflagen, weshalb die Übernahme im Februar 2013 abgesagt wurde.[7]

Zum 30. Juni 2012 stieg die Zahl der Abonnenten des Unternehmens auf rund 13,7 Millionen, darunter machten ein Drittel der Abos die Kombidienste aus Kabelfernsehen, Internet und Telefon aus.[8]

Im Juni 2013 gab der britische Vodafone-Konzern bekannt, dass er den Aktionären von Kabel Deutschland ein Übernahmeangebot vorlegen wolle. Das Vorhaben fand die notwendige Resonanz von 75 Prozent und wurde im September 2013 von der EU-Kommission genehmigt. Vodafone gab am 14. Oktober 2013 offiziell bekannt, dass man 76,6 Prozent des Aktienkapitals erworben habe. Der Kaufpreis habe 10,7 Milliarden Euro betragen.

Seit dem 1. April 2014 besteht zwischen Vodafone und der Kabel Deutschland ein Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag. Kabel Deutschland verliert somit die Unabhängigkeit und ist nun eine Tochter von Vodafone geworden. Beide Marken und Unternehmen bleiben zunächst unabhängig voneinander bestehen und werden vorerst weitergeführt. Laut einer gemeinsamen Internetseite werden bald die Produkte des jeweils anderen Unternehmens in dessen eigenen Shops verfügbar sein und die Netze allmählich Stück für Stück zusammenwachsen, um Synergieeffekte zu schaffen.[9] Vodafone kündigte an, die Marke Kabel Deutschland langfristig nicht mehr gegenüber Endkunden zu verwenden.[10]

Vorstand[Bearbeiten]

Der Vorstand besteht aus Manuel Cubero (seit April 2014 Vorsitzender), Erik Adams, Gerhard Mack und Andreas Siemen.

Aufsichtsrat[Bearbeiten]

Mitglieder des Aufsichtsrats von Kabel Deutschland sind folgende Personen: Philipp Humm (seit 2013 Vorsitzender), Joachim Pütz (Stellvertretender Vorsitzender), Susanne Aichinger (Vorsitzende des Konzernbetriebsrats), Annet Aris, Dirk Barnard, Petra Ganser, Irena Gruhne (Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats KDK), Ronald Hofschläger, Florian Landgraf, Thomas Nowak, Karsten Pradel und Jens Schulte-Bockum (Vorsitzender der Geschäftsführung von Vodafone Deutschland).

Kennzahlen[Bearbeiten]

Der Umsatz der KD lag im Geschäftsjahr 2013/2014 (zum 31. März 2014) nach IFRS bei 1.900,2 Millionen Euro (Vorjahr 1.829,9). Der Verlust betrug in diesem Zeitraum 68,2 Millionen Euro (gegenüber 246,9 Mio. Euro Gewinn im Vorjahr) und der durchschnittliche Umsatz pro Kunde (ARPU) betrug 17,11 Euro im Monat (Vorjahr 15,87). Die KD versorgte zum Stichtag 8,344 Millionen angeschlossene Haushalte (Vorjahr: 8,473). Davon waren 2,302 Millionen Premium-TV-Abonnements (Vj.: 2,070) und 4,309 Millionen Internet- und Telefon-Kunden (Vj.: 3,661).[1]

Kabelnetz[Bearbeiten]

Flächendeckung[Bearbeiten]

Die KD ist mit ihren sechs Regionen in insgesamt 13 Bundesländern als Anbieter von Produkten über das Kabelnetz vertreten. Von den 15,3 Millionen anschließbaren Haushalten (Homes passed) sind gegenwärtig 8,7 Millionen angeschlossen (Homes connected).[11] Von diesen Kunden werden nur rund ein Drittel direkt versorgt, die anderen zwei Drittel der Kunden werden über andere Netzebene-4-Betreiber und Wohnungswirtschaftsunternehmen versorgt.

Das Netz der KD ist im Gegensatz zu Unitymedia Kabel BW kein zusammenhängendes Netz, sondern besteht aus vielen kleineren Kabelinseln. Das TV-Signal wurde zum Stichtag 31. März 2011 an 882 Stellen, den sogenannten Kabelkopfstellen, in das Netz eingespeist.[11]

Allerdings wird an einem zusammenhängenden Netz gearbeitet, an welches der Großteil der Kopfstellen angeschlossen wird. Damit wird es möglich sein, die Satelliten-Zuführung weitestgehend einzustellen und alle Programme über das zusammenhängende Glasfasernetz zu verbreiten.

Das Ziel von Kabel Deutschland ist es nach eigenen Angaben, ein möglichst deutschlandweit flächendeckendes Netz zu betreiben. Das Bundeskartellamt verhinderte jedoch die Aufkäufe von Konkurrenten der Netzebene 3 und somit ein bundesweites Angebot der KD in diesem Segment. Die Übernahme-Verbote wurden am 7. Oktober 2004 für ish (Dienstleister für Nordrhein-Westfalen), iesy (Dienstleister für Hessen) und Kabel BW (Dienstleister für Baden-Württemberg) ausgesprochen. Kabel Deutschland hatte für diese Aufkäufe insgesamt 2,7 Milliarden Euro eingeplant, nach erfolgreichem Kauf wären 17 Millionen von insgesamt 22 Millionen direkten Kabelanschlüssen in Deutschland versorgt worden. Zurzeit versucht die KD durch Aufkäufe in der Netzebene 4, die Anzahl der von ihr versorgten Wohnungen zu erhöhen und einen direkten Zugang zum Endkunden zu erhalten.

Infrastruktur von Kabel Deutschland
Einrichtung Anzahl
August 2007
Anzahl
März 2014
Playoutcenter 2
Breitband-Zugangsserver (Point of Presence) 24
Master-Kopfstationen 52
Kopfstationen mit CMTS 738
TV-PoP (in den Kopfstationen) 116
PoP (Internet % Telefon) 289
Hubs 2000 1900
Verstärker 134.000 135.000
Splitter und Abzweiger 2.200.000 2.200.000
Hausübergabepunkte 4.200.000 4.300.000
Kabellänge 261.000 km 266.000 km
Kabelrohre 31.400 km 31.400 km

Produkte[Bearbeiten]

Technische Voraussetzungen[Bearbeiten]

Beispiel einer Multimediadose

Das Unternehmen stellt hierzu folgende Komponenten zur Verfügung:

  • eine Multimediadose (MMD) mit drei Anschlüssen für Fernsehen, Radio und Datenkommunikation oder einen entsprechenden Adapter.
  • für Internet & Telefon: ein spezielles Kabelmodem (bspw. FRITZ!Box 6490 Cable), das die Verbindung vom Computer zu Kabelnetz und Internet herstellt sowie ggf. einen MTA (Multimedia Terminal Adapter), der das Telefonieren über das Fernsehkabel ermöglicht. Dieser ist bereits heute in einem Kabelmodem integriert.
  • für Digitalfernsehen (DVB-C) je nach Produkt (bspw. für HD-Programmangebote): entweder ein Video-on-Demand-fähiger HD-Receiver, ein kabeltauglicher Digitaler HD-Video-Recorder (HD-DVR), ein CI+ Modul oder ein kabeltauglicher Digitalreceiver (ggf. im Fernsehgerät bereits integriert) sowie eine Smartcard zum Entschlüsseln der digitalen Signale der privaten Programme sowie Pay-TV-Angeboten der Fernsehstationen.

Fernsehen und Radio[Bearbeiten]

Analoges Kabelfernsehen[Bearbeiten]

Kabel Deutschland (KD) bietet Fernsehübertragung über PAL und DVB-C an (Antennenkabel). Das neue für Triple Play an einer einzigen Dose geeignete DVB-IPTV wird nicht unterstützt.

Der analoge Kabelanschluss von Kabel Deutschland bietet bis zu 34 Free-TV-Sender und bis zu 36 frei empfangbare analoge Radiosender an. Diese sind im Fernsehanschlusspreis bereits enthalten und unverschlüsselt empfangbar. Die Programme werden meist durch Werbung oder Rundfunkgebühren finanziert.

Digitales Kabelfernsehen[Bearbeiten]

Der erste seit 2004 von Kabel Deutschland angebotene Kabel-Digital-Receiver DC220KKD des britischen Herstellers Pace
Die Rückseite des Kabel-Digital-Receivers DC220KKD mit erkennbaren Anschlüssen
Von 2007 bis 2010 wurde der Receiver Humax DVR-9900C eingesetzt
Der HD-DVR (mit integriertem HD-Receiver) RCI88-320 KDG von Sagemcom Broadband SAS

Neben der Versorgung der Kabelkunden mit analogen TV-Programmen betreibt Kabel Deutschland die technische Plattform für das digitale Fernsehen über DVB-C. Der SD-Empfang von Standard Definition Television (SDTV) umfasst bis zu 100 TV-Programme und bis zu 70 digitale Radioprogramme. Die drei öffentlich-rechtlichen HD-Programme Das Erste HD, ZDF HD und ARTE HD sowie die Shopping-Sender QVC HD, HSE24 HD sind auch bei einem vorhandenen HD-Receiver auch ohne HD-Paket frei empfangbar.

Kabel Deutschland bietet zudem acht zubuchbare Fremdsprachenpakete mit aktuellen Nachrichten, Sport, Filmen, Serien sowie Shows und Unterhaltung an. Die Pakete sind als Zusatzoption zu allen bestehenden Programmpaketen in den Sprachen Englisch, Türkisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch erhältlich.

Hochauflösendes Kabelfernsehen[Bearbeiten]

Neben dem Digitalfernsehen in Standardauflösung (SDTV) wird auch der HD-Empfang von hochauflösenden TV-Programmen (High Definition Television; HDTV) angeboten. In vier verschiedenen TV-Paketen (Kabel Digital HD, Kabel Komfort HD, Kabel Premium HD und Kabel Premium Komfort HD sind HD-Programme buchbar. Für Neukunden von Kabelanschlüssen sind zudem weitere drei TV-Pakete ((Kabelanschluss HD, Kabelanschluss Komfort HD und Kabelanschluss Komfort Premium HD) inklusive einem Kabelanschluss erhältlich.

Für den Empfang können vorhandene Endgeräte zum Empfang genutzt werden oder zusätzlich ein Digitaler HD-Receiver, ein Digitalen HD-Video-Recorder (HD-DVR) oder ein CI+ (CI Plus)-Modul für geeignete HDTV-Fernseher zur Nutzung hinzugebucht oder gekauft werden. Ein HD-Video-Recorder (HD-DVR) ist nur über eines der Komfort-Pakete erhältlich. Der HD-DVR ist ausgerüstet mit einer 320 GB oder 1000 GB-Festplatte für zeitversetztes Fernsehen (Time-Shift) und Parallel-Aufnahmen von bis zu drei Programmen sowie ein optionaler Zugang zum Angebot Select Video. Der digitale HD-Videorecorder ist über die seit Mai 2012 in den Tarifen enthaltene Software des Kabel Deutschland Programm Managers jederzeit aus dem Internet oder über eine Smartphone-App online programmierbar.

Pay-TV-Angebot von Sky Deutschland[Bearbeiten]

Neben dem eigenen Pay-TV-Angebot von Kabel Deutschland ist auch ein eingeschränktes Angebot von Sky Deutschland verfügbar. Die Pay-TV-Angebote von Kabel Deutschland und Sky Deutschland sowie die digital übertragenen Privatsender werden nur verschlüsselt eingespeist, es wird pro Endgerät eine kostenpflichtige, registrierte Smartcard benötigt.

Pay-per-View (bis 2011)[Bearbeiten]
Ehemaliges Logo von Select Kino

Der Pay-per-View-Dienst („Film auf Abruf“) Select Kino und redXclub bot Filmtitel zum Bestellen per Internet, Telefon und SMS an. Ein Abonnement war nicht erforderlich. redXclub bot mit den Diensten redXclub Movies und redXclub Special Erotikfilme auf Abruf an. Jeder Film kostete sechs Euro und es bestand auch hier kein Abonnement. Select-Kino-Kanäle waren nach der Kanalumbelegung, im Zuge des Einspeisens des flächendeckenden öffentlich-rechtlichen HD-Fernsehens, nur noch in ausgebauten Hausnetzen über 470 MHz empfangbar. Beide Dienste Select Kino und redXclub wurden zum 31. August 2011 eingestellt bzw. in das Nachfolgeangebot Select Video eingebunden.

Video-on-Demand (seit 2011)[Bearbeiten]

Seit März 2011 wird das Video-on-Demand-Angebot Select Video schrittweise eingeführt. Filme, Serien und TV-Sendungen und diverse Gratisinhalte (engl: „CatchUps“) verschiedener Free- und Pay-TV-Sender[12] können unabhängig von einer Sendezeit abgerufen werden. Im Juni 2012 war das Angebot für Kabelkunden in Berlin, Hamburg, München, Rostock und Wismar erhältlich. Für die Nutzung des Dienstes ist ein digitaler HD-Receiver oder ein HD-Video-Recorder mit WLAN-Adapter und ein Internetanschluss (IP) mit mindestens 6.000 KBit/s Empfangsdatenrate nötig. Über das Internet wird aber nur die Anzeige des Filmkatalogs und Befehle wie Vor- und Zurückspulen realisiert. Die Übertragung erfolgt wie beim normalen Fernsehprogramm über das Kabelnetz (DVB-C). Rund die Hälfte aller Spielfilme können bei Select Video wahlweise auch in der Originalversion angeschaut werden. Inhalte kosten zwischen 0,99 Euro bis zu 6 Euro und werden über die Kabelabrechnung beglichen. 2011 waren rund 2.500 Stunden Programm auf Abruf wählbar, davon standen rund 60 Prozent der verfügbaren Inhalte auch einer HD-Auflösung zur Verfügung.

Radio[Bearbeiten]

Viele Hörfunk-Programme sind im Kabelanschluss enthalten, ohne dass weitere Kosten entstehen. Dabei ist zwischen zwei Empfangswegen zu unterscheiden: Zum einen werden je nach Region verschiedene Radiosender als analoges UKW-Signal in das Kabel gespeist (VHF-Band II). Diese können mit jedem UKW-Radiotuner mit Antennenanschluss empfangen werden. Darüber hinaus werden mittels DVB-C, bis auf NDR Blue, alle ARD-Hörfunk-Programme sowie Programme von Deutschlandradio (und in Berlin zusätzlich: der Deutschen Welle) unverschlüsselt im Kabelnetz übertragen. NDR Blue wird wegen des Streits zwischen Kabel Deutschland, ARD/ZDF und Deutschlandradio von Kabel Deutschland bis auf Weiteres aktiv blockiert.[13] Weitere verschlüsselte Radioprogramme werden durch die diversen TV-Programmpakete freigeschaltet.

Grundverschlüsselung[Bearbeiten]

Kabel Deutschland hat für die digital ausgestrahlten Programme ursprünglich eine Verschlüsselung eingerichtet, bei der sämtliche Sender – auch rein werbefinanzierte – verschlüsselt werden und nur durch eine wiederkehrend kostenpflichtige Smartcard für jedes einzelne Empfangsgerät empfangen werden können. Bezeichnet wird das Ganze als Grundverschlüsselung, wobei es sich jedoch eigentlich um ein System handelt, bei dem per Satellit ausgestrahlte Programme aufgrund von Senderechten nur in einzelnen Ländern empfangbar sein sollen – hierbei werden entsprechende Smartcards gegen einmalige Kosten abgegeben.

Bereits seit der Anfangszeit wurde dieses System jedoch dadurch geschwächt, dass sämtliche öffentlich-rechtlichen Sender ohne eine solche Einschränkung eingespeist werden müssen. Ende 2012 verpflichteten sich darüber hinaus im Zuge einer Entscheidung des Bundeskartellamtes die beiden großen Medienkonzerne RTL Group und ProSiebenSat.1 Media AG, ihre Programme in SD-Qualität mindestens 10 Jahre lang unverschlüsselt verfügbar zu machen. Verbraucherschützer übten zudem massive Kritik an der Grundverschlüsselung für private Digitalsender, die Kabel Deutschland als einziger Kabelnetzbetreiber bis zum 3. April 2013 aufrechterhalten hat, obwohl das Bundeskartellamt freie Empfangbarkeit für die digitalen SD-Programme von ProSiebenSat1 und RTL forderte.[14][15][16] Aufgrund dessen wurde am 3. April 2013 die Grundverschlüsselung für die SD-Versionen der Sender RTL, RTL II, Super RTL, VOX, RTL Nitro, n-tv (alle RTL Group), Sat.1, ProSieben, kabel eins (alle ProSiebenSat.1 Media AG) sowie den unabhängigen Privatsender Sport 1 aufgehoben.[17] Die zu diesem Zeitpunkt frei empfangbaren Sender (inklusive der öffentlich-rechtlichen) vereinen einen gemeinsamen Marktanteil von über 90 Prozent; keiner der noch fehlenden erreicht einen von mehr als 1 Prozent.

Zum 2. Mai 2013 folgten praktisch alle weiteren deutschsprachigen SD-Sender sowie der internationale Nachrichtensender CNN International. Aus der „Grundverschlüsselung“ ist dabei ein Basispaket des Bezahlfernsehens bestehend aus wenigen sehr kleinen deutschsprachigen Sendern (AstroTV, ERF Eins, Das Vierte, Eurosport 2), diversen internationalen Nachrichtensendern und (seit April 2013 damit zusammengelegt) den HD-Versionen von etwa einem Dutzend deutschsprachiger Sender geworden.[18] Auch von diesen sind diverse per Astra-Satellit frei empfangbar.

Kabel Deutschland hat Revision gegen die Entscheidung des Kartellamtes beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt.[19][20] Zudem wurde kritisiert, dass der Konzern die neuen digitalen HD-Programme der öffentlich-rechtlichen Sender (z. B. 3sat HD, BR HD, ZDFneo HD usw.) nicht in ihre Netze eingespeist hat. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sah in beiden Fällen eine massive Benachteiligung der Kabel-Deutschland-Kunden und riet, falls möglich, auf Satellitenempfang oder IPTV umzusteigen.[21] Mittlerweile hat Kabel Deutschland angekündigt, einen Großteil der fehlenden öffentlich-rechtlichen HD-Sender ab 4. April 2014 unverschlüsselt ins Netz einzuspeisen. [22]

Im Laufe des Jahres 2013 wurde die bisherige Grundverschlüsselung weitgehend abgeschafft und so ein aus etwa 60 (mit leichten regionalen Unterschieden) Programmen bestehendes für alle Kabelkunden empfangbares Angebot geschaffen. Hierzu gehören auch einige englischsprachige Nachrichtensender und die HD-Versionen von Das Erste, ZDF und Arte. Dazu kommen sämtliche (65) öffentlich-rechtlichen Radiosender.

Internet und Telefonie[Bearbeiten]

Die Kabel Deutschland Holding AG (KD) bietet auch Breitband-Internet-Anschlüsse und Telefonverbindungen (Voice over Cable) über das Kabelnetz an. Bei Vorhandensein eines Kabelanschlusses, der beispielsweise bereits über die Mietnebenkosten oder das Hausgeld bezahlt wird, ist es möglich breitbandiges Internet und Telefonie über Kabel zu erhalten. Seit Juni 2007 bestand in einem Teil der versorgten Gebäude die Möglichkeit, Internet und Telefon auch ohne bezahlten TV-Kabelanschluss zu erhalten. Die beiden zunächst angebotenen Produkte nannten sich „Kabel Internet“ und „Kabel Phone“. Heute werden häufig Kombi-Angebote aus Internet und Telefon angeboten.

Im Unterschied zu einem DSL-Anschluss erfolgt die Internet-Verbindung über den Kabelanschluss und ein Kabelmodem. Voraussetzung ist zudem ein rückkanalfähiger Hausverstärker, der heute in den meisten Kabelhaushalten vorhanden ist. Die notwendige Aufrüstung der Hausinstallation und die Installation des Modems erfolgt bei Kabel Deutschland kostenfrei durch einen Techniker vor Ort beim Kunden.

Internet & Telefon[Bearbeiten]

Mit Internet & Telefon sind die Kombitarife gemeint, die einen Internetanschluss mit Internet-Flatrate und einen Telefonanschluss mit Festnetz-Flatrate beinhalten. Sie unterscheiden sich überwiegend bei der angebotenen Leistung der maximalen Download- und Uploadgeschwindigkeit: Der Einstiegstarif Internet & Telefon 10 bis 10 Mbit/s im Download und bis zu 0,6 Mbit/s im Upload, Internet & Telefon 25 bis 25 Mbit/s im Download und bis zu 1 Mbit/s im Upload, Internet & Telefon 50 bis 50 Mbit/s im Download und bis zu 2 Mbit/s im Upload und Internet & Telefon 100 bis 100 Mbit/s und im Upload bis zu 6 Mbit/s und Internet & Telefon 200 mit Downloadgeschwindigkeiten bis maximal 200 Mbit/s und im Upload bis zu 16 Mbit/s, soweit ein modernisiertes Hausnetz vorhanden ist. Alle Tarife sind mit weiteren Optionen zum Beispiel für Mobilfunk- oder Auslandsgespräche kombinierbar.

Ein WLAN-Kabelmodem für den LAN-Anschluss und den WLAN-Betrieb gibt es bei allen Tarifen dazu. Das WLAN-Kabelmodem ist Kabelmodem und WLAN-Kabelrouter in einem Gerät. Für den WLAN-Betrieb wird ein monatlicher Aufpreis verlangt. Er kann auf Wunsch abgeschaltet werden. Auch der Routerbetrieb des WLAN-Kabelmodems kann auf Wunsch abgeschaltet werden.

Alternativ kann die aktuell angebotene HomeBox FRITZ!Box 6360 mit Anschlussmöglichkeit für ISDN- und DECT-Telefone gemietet werden.

Für Geschäftskunden werden die Tarife Internet & Telefon Business 50 und Internet & Telefon Business 100 angeboten mit den gleichen maximalen Downloadgeschwindigkeiten wie bei den privaten Internet & Telefon-Tarifen sowie 2 Mbit/s bzw. 12 Mbit/s im Upload.[23] Darüber hinaus ist die FRITZ!Box 6360 („HomeBox“) inklusiv enthalten. Alle Business-Tarife können auch durch verschiedene Zusatzoptionen für Gespräche ins deutsche Mobilfunknetz und in andere Länder individuell angepasst und ergänzt werden. Zudem besteht die Möglichkeit Anbieter eines WLAN-Hotspots zu werden.

Seit Februar 2010 bietet Kabel Deutschland in Hamburg Verträge mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/s Downstream.[24] Am 29. April 2010 kam München und Hannover dazu.[25] Berlin und Saarbrücken folgten am 30. November 2010,[26] in Dresden, Potsdam und Würzburg ist diese Geschwindigkeit seit dem 10. Januar 2011 verfügbar.[27] Möglich wird diese Datenrate durch Verwendung des Kabelmodem-Standards EuroDocsis 3.0.

Welches Potential dieser Standard für die nächsten Jahre bietet, zeigte ein Feldversuch im November 2010 in Hamburg. Im Rahmen dieses Tests wurde weltweit erstmals eine Übertragungsrate von mehr als 1 Gbit/s (Testergebnis: 1.170 Mbit/s) im Downstream erreicht. „Der Feldversuch wurde an Testanschlüssen in einem Mehrfamilienhaus im Hamburger Kabelnetz von Kabel Deutschland durchgeführt. Die Bandbreiten wurden sowohl auf einem einzelnen Computer als auch im Zuge einer Multiroom-Lösung auf mehreren Rechnern realisiert, die eher der tatsächlichen Nutzung in einem Mehrpersonenhaushalt entspricht.“[28]

Internetanschluss (ohne Telefonie)[Bearbeiten]

Der Einstiegstarif Internetanschluss 20 umfasst für Privatkunden nur einen Breitband-Internetzugang mit Pauschaltarif („Flatrate“) mit bis zu 20 Mbit/s Empfangs- und bis zu 1 Mbit/s Sende-Datenrate inklusive einem Kabelmodem. Optional kann ein WLAN-Kabelmodem und weitere Zusatzoptionen wie Virenschutz-Software, Homepage-Startpaket und Online-Backup (Datensicherung) zugebucht werden. Es ist der einzige reine Internetanschlusstarif bei Kabel Deutschland ohne Bündelung mit einem Telefontarif.

Für Geschäftskunden werden noch zwei weitere Tarife angeboten: Internetanschluss Business 32 und Internetanschluss Business 100, die sich in der angebotenen Sende- und Empfangsdatenrate unterscheiden und inklusive WLAN-Kabelmodem angeboten werden.

Telefonanschluss (ohne Internet)[Bearbeiten]

Der Tarif „Festnetz-Telefonanschluss“ umfasst nur die Telefonie ohne Internetzugang. Angeboten wird ein der Festnetztelefonie vergleichbarer NGN-Anschluss mit zwei Telefonleitungen und einer Telefon-Flatrate ins deutsche Festnetz, in der die ersten 3 Monate gratis sind und ab dem 4. Monat 9,90 Euro monatlich oder ohne Flatrate 0,029 Euro/Min. kostet. Das erforderliche Kabelmodem wird während der Vertragslaufzeit ohne Aufpreis zur Verfügung gestellt. Verschiedene Zusatzoptionen für Gespräche ins deutsche Mobilfunknetz und in andere Länder können individuell zugebucht werden. Für die Nutzung eines analogen Telefons muss dieses dabei mit einem Analog-Telefon-Adapter verbunden werden. Dieser Adapter ist in dem Kabelmodem bereits integriert, welches an der Kabelfernsehdose angeschlossen wird. Die bisherigen Telefonnummern (bis zu zehn) können mitgenommen (portiert) werden. Die angewandte Technik ist VoC mit einem vom H.323-Audiocodec abgeleiteten Protokoll. Damit bietet KD eine mit herkömmlichen Analog- oder ISDN-Anschlüssen vergleichbare Dienstgüte an, die beispielsweise Telefaxverbindungen ermöglicht, ohne das T.38-Faxprotokoll (Fax over IP) unterstützen zu müssen. Kunden, denen das Kabelmodem Thomson THG540 K in Verbindung mit der Homebox (Fritz!Box 7270) oder die Homebox (Fritz!Box 6360) von Kabel Deutschland zur Verfügung gestellt wird, telefonieren dagegen über SIP mit unkomprimiertem G.711-Codec, das ebenfalls ohne T.38-Unterstützung Faxübertragung ermöglicht.[29]

Mobile Phone & Internet[Bearbeiten]

Seit Mitte 2009 wurde das Angebot auf den Mobilfunkmarkt ausgeweitet. In Zusammenarbeit mit O2 bot Kabel Deutschland Kunden nun auch einen Mobilfunkvertrag ohne Grundgebühr an. Die Tarife deckten im Basis-Tarif die Gespräche zu Telefon- und Mobilfunkanschlüssen von Kabel Deutschland über eine Festnetz-Flat bis zum Tarif Fair-Flat ab mit Gesprächen zu Telefon- und Mobilfunkanschlüssen von Kabel Deutschland, inklusive 150 Minuten in die deutschen Mobilfunknetze und bis zu 150 SMS in die deutschen Mobilfunknetze, ab der 151. Minute/SMS zum Minutenpreis/Stückpreis von 0,15 Euro je Minute/SMS. Weiterhin gab es als Zusatzoption das Angebot Handy Surf-Flat für Smartphones für den Internetzugang und zum Surfen. Im Tarif Komplett-Flat war eine Festnetz-Flatrate, eine Mobilfunk-Flatrate sowie eine Internet-Flatrate mit einer Downloadgeschwindigkeit bis maximal 7 Mbit/s bei einem Datenvolumen bis 300 MB. Alle Mobilfunktarife hatten keine Mindestvertragslaufzeit mit Ausnahme von Bundle-Angeboten mit überlassenen Smartphones.

Mobile Internettarife ohne Mobilfunk-Telefonie gab es in zwei Tarifen: als Tages-Flat oder Monats-Flat mit bis zu 3.600 Kbit/s Empfangs-Datenrate via „Mobile Internet Stick“ mit SIM-Karte ohne monatlicher Grundgebühr und Mindestumsatz. Ab einer Datennutzung von über 1 GB Datenvolumen innerhalb eines Kalendertags oder von über 5 GB Datenvolumen innerhalb eines Kalendermonats wurde die Übertragungsgeschwindigkeit auf maximal 64 Kbit/s in Sende- und Empfangsrichtung gedrosselt.

Aufgrund der Übernahme von Kabel Deutschland durch die Vodafone Group wurde das Mobilfunkangebot sowie die Zusammenarbeit mit O2 inzwischen eingestellt.

Flächendeckendes WLAN (Hotspots)[Bearbeiten]

Im September 2012 kündigte Kabel Deutschland den Aufbau eines flächendeckenden WLAN an. Zunächst sollen Flughäfen und Bahnhöfe mit entsprechenden Basis-Stationen ausgestattet werden, später soll die Abdeckung auch auf dem Land gewährleistet werden. Um eine möglichst hohe Zahl an Zugangspunkten bereitstellen zu können, sollen unter Umständen auch die WLAN-Router der Kunden in einen öffentlichen Zugangspunkt umgewandelt werden, wie es bereits bei FON der Fall ist. Als einer der ersten Netzbetreiber erwägt Kabel Deutschland, den Zugang zum WLAN jedem Nutzer ohne besondere Beschränkungen oder eine Registrierung zu ermöglichen.[30]

Kritik[Bearbeiten]

Preispolitik[Bearbeiten]

Im März 2007 verlangte Kabel Deutschland von allen Kabelanschluss-Kunden, den Preis für das Paket „digitaler Kabelanschluss“ von 16,90 Euro zu zahlen, auch wenn Kabel Digital Free nicht enthalten war und obwohl der Vertrag dazu keine rechtliche Grundlage bot. Gleichzeitig wurde im Rahmen eines „Treue-Angebotes“ das Paket „digitaler Kabelanschluss“ mit Kabel Digital Free (und einem Monat Kabel Digital Home) zum selben Preis angeboten. Der Preiserhöhung musste schriftlich widersprochen werden, und Kabel Deutschland drohte bei Widerspruch mit Kündigung. Verbraucherschützer befanden, dass der Brief zur Preiserhöhung irreführend und nicht verbraucherfreundlich sei.[31][32]

Netzneutralität[Bearbeiten]

Kabel Deutschland hat nach anfänglicher Kritik und Beobachtungen seitens der Kunden eingeräumt, in den IP-Verkehr der Kunden einzugreifen.[33] Dies führte zu negativen Reaktionen bei Nutzern des Internetangebots von Kabel Deutschland.[34] Spekuliert wurde im März 2008, dass die damaligen Kapazitäten des Netzes von Kabel Deutschland der Nutzerzahl nicht gewachsen gewesen seien, da beobachtet worden sei, dass der Eingriff insbesondere in BitTorrent-Datenströme regional und zeitlich unterschiedlich ist.[35]

Weitergabe von Kundendaten[Bearbeiten]

Im März 2009 wurde öffentlich, dass Kabel Deutschland über „Telefonverkäufer“ wie die Condor Media AG Kundendatensätze an externe Call-Center weitergegeben hat, um diese für die neuen Angebote Kabel Deutschlands werben zu lassen. Die Weitergabe erfolgte über unverschlüsselte, per E-Mail versandte Excel-Tabellen.[36][37]

Das Unternehmen hatte neben dem eigenen auch externe Call-Center beauftragt, alle 9,1 Millionen Kabelnetzkunden anzurufen und für einen Internet- und Telefondienst per Kabel zu gewinnen. Der Auftrag war so groß, dass einige Call-Center weitere Subunternehmen beauftragten. Die Kundendaten kursierten inzwischen im In- und Ausland, sodass die Kunden von Kabel Deutschland immer wieder von Werbern angerufen wurden.[38] Als Reaktion auf den Skandal wurden die Verträge mit „auffälligen Callcentern“ gekündigt und das Telefonmarketing stark eingeschränkt.

Auch heute werden Kundendaten noch immer per E-Mail an externe Partner übermittelt, jedoch setzt KD bei der Übermittlung von Auftragsdaten an die ausführenden Unternehmen sowie deren Zwischen- und Rückmeldungen Verschlüsselungen ein.

Kundenbetreuung im Außendienst[Bearbeiten]

Der Außendienst von Kabel Deutschland besteht aus freien Handelsvertretern, den „Medienberatern“. Die Medienberater arbeiten auf Provisionsbasis und stehen in dem Ruf, mit teilweise unlauteren Methoden Vertragserweiterungen und Zusatzangebote zum Kabelanschluss verkaufen zu wollen. Regelmäßig wird von Vertragsabschlüssen unter dem Vorwand, der vorhandene Kabelanschluss müsse sonst abgeschaltet werden, berichtet. Zeitweise wurden im Rahmen von Vertriebsaktionen Medienberater wie Techniker mit Werkzeugkoffer und Pegeltestgeräten ausgestattet. Unter dem Vorwand, Signalmessungen durchführen zu wollen, wurde in der Wohnung der Kunden eine Gelegenheit zum Verkauf von Kabel Deutschland Telefonie- und Internetprodukten herbeigeführt.[39][40]

Vertrieb[Bearbeiten]

Der Vertrieb der o.g. Produkte an Endkunden erfolgt bei Kabel Deutschland über verschiedene Vertriebswege.

  • Außendienst Endkundenvertrieb (Selbständige Vertriebspartner, Medienberater)
  • Außendienst Wohnungswirtschaft (in der Regel über Angestellte bzw. leitende Angestellte der KDG)
  • Fernabsatz (Telefon und Internet)
  • Handel (Fachgeschäfte, Elektronikmärkte, Shops von Kabel Deutschland selbst und Partnershops)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kabel Deutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Jahresfinanzbericht nach IFRS für das Geschäftsjahr zum 31. März 2014. Kabel Deutschland Holding AG Unterföhring, abgerufen am 29. Mai 2014 (PDF, deutsch).
  2. kabeldeutschland.com: Pressemitteilung. 7. Juni 2010
  3. Kabel Deutschland ein Vodafone Unternehmen.
  4. kabelanschluss.com: Das Unternehmen auf einen Blick. (Archivseite vom 13. Oktober 2004)
  5. heise online: Kaum Nachfrage nach KDG-Aktie 22. März 2010
  6. Wirtschaftswoche: Dax-Neuordnung: Teure Einkäufe für Indexfonds. 21. Juni 2010
  7. abendblatt.de: Kabel Deutschland scheitert bei Übernahme von Tele Columbus. 19. Februar 2013
  8. focus.de: Kabel Deutschland verbucht Gewinnsprung. 15. August 2012
  9. Vodafone und Kabel Deutschland wachsen zusammen. In: NochmehrNetz.de. 1. April 2014, abgerufen am 30. April 2014.
  10. Hans-Georg Kluge: Vodafone: Marke Kabel Deutschland wird verschwinden. In: Teltarif.de. 30. April 2014, abgerufen am 30. April 2014.
  11. a b kabeldeutschland.com: Kabel Deutschland – Infrastruktur
  12. digitalfernsehen.de: Kabel Deutschland schaltet Select Kino und redXclub ab. 9. Juni 2011
  13. kdgforum.de: Streit mit ARD und ZDF.
  14. heise.de: Ende der TV-Grundverschlüsselung: Kabel Deutschland zieht nicht einfach mit.
  15. chip.de: Kabel Deutschland: Grundverschlüsselung beendet. 3. April 2013
  16. http://www.bundeskartellamt.de/wDeutsch/aktuelles/presse/2012_12_28.php
  17. chip.de: Kabel Deutschland: Grundverschlüsselung beendet 3. April 2013
  18. https://www.diekabelhelden.de/questions/wie-sieht-die-zukunft-der-grundverschlusselung-bei-kabel-deutschland-aus
  19. digitalfernsehen.de: Kabel Deutschland: Aufhebung der SD-Verschlüsselung im April? 4. Februar 2013
  20. heise online: Ende der TV-Grundverschlüsselung: Kabel Deutschland zieht nicht einfach mit. 28. Dezember 2012
  21. digitalfernsehen.de: Verbraucherzentrale rät Kabel-TV-Kunden zu Satellit oder IPTV. 27. November 2012
  22. dwdl.de: Kabel Deutschland speist 15 neue HD-Sender ein. 27. März 2014
  23. Kabel Deutschland verdoppelt Upload-Geschwindigkeit für Geschäftskunden. kabeldeutschlandshop.de, 29. Januar 2014
  24. kabeldeutschland.com: Pressemitteilung von Kabel Deutschland zur Aufrüstung auf DOCSIS 3.0. 8. Februar 2010
  25. zdnet.de: Kabel Deutschland bietet Internet mit 100 MBit/s in Hannover und München. 29. April 2010
  26. kabeldeutschland.com: Pressemitteilung von Kabel Deutschland zum Turbo-Internet für Berlin und Saarbrücken. 30. November 2010
  27. kabeldeutschland.com: Pressemitteilung von Kabel Deutschland zum Hochgeschwindigkeits-Internet für Dresden, Potsdam und Würzburg. 10. Januar 2011
  28. kabeldeutschland.com: Pressemitteilung von Kabel Deutschland zum erfolgreichen Feldtest von Geschwindigkeiten > 1.000 Mbit/s. 12. November 2010
  29. Urs Mansmann: Fax trotz VoIP. c't 21/09
  30. Moritz Stückler: Kabel Deutschland plant bundesweites WLAN-Netz. t3n Magazin, 5. September 2012, abgerufen am 27. Februar 2013.
  31. heise online: Preiserhöhung bei Kabel Deutschland: „Kabel Deutschland erhöht zum 1. März 2007 für Altkunden den Preis des Kabel-TV-Anschlusses für Einfamilienhäuser von 14,13 auf 16,90 Euro monatlich.“
  32. Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Niedersachsen: Preiserhöhung bei Kabel Deutschland: Verbraucherzentrale kritisiert verwirrendes Schreiben.
  33. heise online: Kabel Deutschland bremst Tauschbörsennutzer. 7. März 2008
  34. heise online News-Forum: Kabel Deutschland bremst Tauschbörsennutzer. 7. März 2008
  35. Sebastian: Bestätigung der Drosselung von BitTorrent im Kabel Deutschland Netz. kabel-blog.de, 7. März 2008
  36. wiwo.de: Kabel Deutschland: Daten von Hunderttausenden von Kunden an dubiose Callcenter weitergeleitet.
  37. heise online: Zeitung: Datenskandal bei Kabel Deutschland.
  38. Werben & Verkaufen Online: Datenskandal: Kabel Deutschland trennt sich von Call-Centern. 30. März 2009
  39. wiwo.de: Kabel Deutschland: Neue Masche für Drückerkolonnen.
  40. mainpost.de: Kabel Deutschland: Besuch vom Techniker mit der „Lizenz zum Verkaufen.“ 4. November 2011 (kostenpflichtig)