Kabelleger

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Kabellegeeinrichtung auf der Great Eastern
Kabelleger Teliri (Hecksicht)
Arbeiten im Küstenbereich zum Anschluss eines Seekabels

Ein Kabelleger ist ein Arbeitsschiff, das Seekabel durch ein Gewässer verlegen kann.

Ablauf des Legens eines Seekabels[Bearbeiten]

Vor dem Einsatz des Kabellegers fahren mit Sonaranlagen zur Erkundung der Beschaffenheit des Meeresbodens ausgestattete Vermessungsschiffe in geringer Geschwindigkeit (ca. fünf km pro Stunde) eine mögliche Trasse ab. Ziel ist es, eine geeignete Route mit möglichst geringen Schwankungen im Bodenprofil zu finden, um unnötigen Kabelverbrauch durch Steigungen und Senken zu verhindern.

Die Verladung und Unterbringung des Kabels auf dem Schiff dauert etwa zwei Wochen. Das Kabel wird Schicht für Schicht und mit hoher Präzision auf große Spulen im Inneren des Kabellegers gewickelt.

Während des Einsatzes muss die Geschwindigkeit des Kabellegers genau auf die Beschaffenheit des Meeresgrundes abgestimmt sein, um immer die passende Länge auszulegen. Wenn die Tiefe des Meeresbodens schwankt und sich somit die benötigte Kabellänge durch Steigungen und Senkungen vergrößert, muss langsamer gefahren werden, da auch mehr Kabel abgewickelt werden muss. Die Geschwindigkeit der Kabelrollen bleibt dabei stets gleich, da der Zug, der auf das Kabel wirkt, begrenzt wird. Die Überwachung der Geschwindigkeit wird durch an Bord befindliche GPS-Empfänger ermöglicht.

Das vom Kabellegeschiff verlegte Seekabel wird insbesondere in Küstennähe vom nachgezogenen Kabelverlegepflug in den Meeresboden eingepflügt oder eingespült. So ist das Seekabel besser vor Beschädigungen durch Anker, Schleppnetze und anderes geschützt.

Bedeutende Kabelleger[Bearbeiten]

Einer der bekanntesten Kabelleger war die Great Eastern, ein sehr glückloses Schiff. Als Passagierdampfer sehr erfolglos, als Kabelleger nur provisorisch zu gebrauchen. Das erste als Kabelleger konzipierte und erfolgreich eingesetzte Schiff war die 1872 bei Burmeister & Wain in Kopenhagen gebaute H. C. Oerstedt der Store Nordiske Telegraph Selskab. Zwei Jahre darauf folgte die deutlich modernere Faraday. Das 1874 in Dienst gestellte Schiff vereinigte erstmals alle typischen Merkmale eines Kabelleger und prägte damit alle folgenden Entwürfe.

Einer der größten gebauten Kabelleger ist die 1962 getaufte und der Transocean Cable Ship Company gehörende Long Lines. Sie wurde von Gibbs & Cox in New York konstruiert und bei der Schlieker-Werft in Hamburg gebaut. Sie hat zwei durchgehende Decks und zwölf wasserdichte Schotten. Am Bug sind die Kabelablaufrollen und die Bojenracks, etwas weiter hinten die beiden Bojenkrane und der Kabelmotor. Wegen der notwendigen Manövrierbarkeit ist das Schiff turboelektrisch angetrieben. Jede der Dampfturbinen treibt über ein Getriebe einen Fahrgenerator, einen Generator für die allgemeine Stromversorgung und einen für den Kabelmotor. Die elektrischen Fahrmotoren leisten bei 131/min je 2830 kW (3850 PS). In zwei Kesseln wird der Dampf mit einem Druck von 42 bar erzeugt. Das Schiff hat ein Bugstrahlruder mit einer Leistung von 750 PS. Die Long Lines kann etwa 3700 km Seekabel laden, die sie normalerweise über Heck mit 8 kn Fahrt auslegt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Vierus, Dieter: Kabelleger aus aller Welt. 1. Auflage. transpress, Berlin 1989, ISBN 3-344-00394-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kabelleger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Kingfisher Cable Awareness Chart, North Sea Central" (PDF; 1,0 MB) archivierte Version vom 16. August 2006