Kabelwerke Brugg

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Kabelwerke Brugg AG Holding
Logo Brugg Holding
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1896
Sitz Brugg, Schweiz
Leitung Urs Schnell
(CEO)
Otto H. Suhner
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 1’925 (2008)
Umsatz 753,2 Mio. CHF (2008)
Branche Industrie
Produkte Kabel-, Seil- und RohrsystemeVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.brugg.com

Die Kabelwerke Brugg AG Holding ist ein auf Kabelsysteme, Seiltechnik, Rohrsysteme und Prozessleittechnik spezialisierter Schweizer Industriekonzern mit Sitz in Brugg. Die in 16 Ländern tätige Unternehmensgruppe beschäftigt 1'925 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von 753 Millionen Schweizer Franken. Die Kabelwerke Brugg AG Holding befindet sich mehrheitlich im Besitz der Familien Merker, Suhner und Wartmann.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1896 als Filiale der 1864 gegründeten Herisauer Einzelfirma Gottlieb Suhner beim Bahnhof Brugg gegründet. Bis 1908 gehörte die Brugger Filiale Otto Suhner sen., ältester Sohn des Firmengründers, wurde dann aber in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und der Aktionärskreis erweitert.

Unter der Leitung von Walter Dübi entwickelte sich die Kabelwerke Brugg zwischen 1911 und 1945 zu einem Industrieunternehmen, die Mitarbeiterzahl wuchs von 60 auf 500. Das Unternehmen stellte hauptsächlich Drahtseile und Kunststoffkabel für Energieverteilung, Nachrichtenübermittlung und Bergbahnen her.

Ab den 1970er Jahren entwickelte sich das Unternehmen mit der Übernahme verschiedener Firmen und der Ausweitung der Aktivitäten auf Prozessleittechnik und Rohrsystemen zu einer international tätigen Gruppe.

Am 2. April 2014 hat die Europäische Kommission in einem Verfahren wegen eines Kartells für Hochspannungs-Energiekabel (Erdkabel und Unterwasserkabel) 11 Hersteller mit Geldbußen von insgesamt knapp 302 Mio. Euro belegt. Brugg erhielt eine Geldbuße von rund 8,49 Millionen Euro.[1]

Tätigkeitsgebiet[Bearbeiten]

Die Aktivitäten der Kabelwerke Brugg umfassen die vier Geschäftsbereiche Kabelsysteme, Seiltechnik, Rohrsysteme und Prozessleittechnik. Darüber hinaus ist das Unternehmen mit einer eigenen Immobiliengesellschaft auch im Immobilienbereich tätig.

Kabelsysteme[Bearbeiten]

Der Geschäftsbereich Kabelsysteme, der unter dem Namen Brugg Cables auftritt, entwickelt, produziert und vertreibt Kabel und Kabelsysteme für unterschiedliche Anwendungen in den Bereichen Telekommunikation, Industrie, Sensorik, Sicherheit und Verteidigung sowie Stromverteilung. Hierzu zählen:

  • Telekommunikation: metallische Seile mit Glasfasern sowie ganze Systemlösungen, Sensorkabel für die maritime Ölsuche und faseroptische Seile zu Land, zu Wasser und in der Luft
  • Industrie: kombinierte Energie- und Steuerkabel für die Maschinen- und die Bauindustrie, Polyurethankabel für den Berg- und Tunnelbau sowie Kabel für Lachsfarmen
  • faseroptische Sensorik: Glasfaser-Sensorkabel und ganze Systemlösungen für die faseroptische Temperaturmessung
  • Sicherheit und Verteidigung: Lichtwellenleiter basierte Kabellösungen sowie Kabel und Stecker für militärische Anwendungen
  • Stromverteilung: Komplettlösungen für Hochspannungsanlagen, Hochspannungszubehör, Nieder- und Mittelspannungskabel sowie Zubehör für Energieversorgungsnetze

Seiltechnik[Bearbeiten]

Im Bereich der Seiltechnik hat sich das Unternehmen mit ihren Tochtergesellschaften Geobrugg AG, Fatzer AG, Brugg Drahtseil AG und Fortatech AG auf die Marktsegmente Seilbahnen und Skiliftanlagen, Aufzugsanlagen, Schutzverbauungen, Seilbauwerke, Architekturseilsysteme und Microcables spezialisiert.

Rohrsysteme[Bearbeiten]

Der Geschäftsbereich Rohrsysteme umfasst Lösungen für Nah- und Fernwärme, Industrie, Tankstellen sowie Systempakete im Bereich der erneuerbare Energien.

Prozessleitsysteme[Bearbeiten]

Mit der Tochtergesellschaft Rittmeyer AG ist das Unternehmen auf Anlagen der Mess- und Leittechnik sowie auf Messsysteme spezialisiert. Diese werden in der Umwelt-, Sicherheits- und Automatisierungstechnik eingesetzt, unter anderem in der Produktion von Trinkwasser, Gas und Elektrizität sowie beim Betrieb von Kläranlagen und Kanalisationssystemen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Europäische Kommission: IP/14/358 Pressemitteilung vom 2. April 2014