Kabinett Merkel I

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Das Kabinett Merkel I war die vom 22. November 2005 bis zum 28. Oktober 2009 amtierende deutsche Bundesregierung in der 16. Legislaturperiode. Grundlage für die Arbeit dieser Regierung war der KoalitionsvertragGemeinsam für Deutschland. Mit Mut und Menschlichkeit.

Kabinett[Bearbeiten]

Kabinett Merkel I – 22. November 2005 bis 28. Oktober 2009.
Amt Foto Name Partei Parlamentarischer Staatssekretär
bzw. Staatsminister
Partei
Bundeskanzlerin
Angela Merkel Juli 2010 - 3zu4.jpg
Angela Merkel CDU Maria Böhmer
Bernd Neumann
Hildegard Müller
bis 30. September 2008
Hermann Gröhe
ab 1. Oktober 2008
CDU
Stellvertreter der Bundeskanzlerin
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Franz Müntefering
bis 21. November 2007
SPD
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Frank-Walter Steinmeier
ab 21. November 2007
SPD
Auswärtiges
Frank-Walter Steinmeier 24.jpg
Frank-Walter Steinmeier SPD Gernot Erler
Günter Gloser
SPD
Inneres
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Wolfgang Schäuble CDU Peter Altmaier
Christoph Bergner
CDU
Justiz
Brigitte Zypries mrmcd0x8h.jpg
Brigitte Zypries SPD Alfred Hartenbach SPD
Finanzen
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Peer Steinbrück SPD Karl Diller
Barbara Hendricks
bis 16. November 2007
Nicolette Kressl
ab 17. November 2007
SPD
Wirtschaft und Technologie
Michael Glos 2012.jpg
Michael Glos
bis 10. Februar 2009
CSU Peter Hintze
Hartmut Schauerte
Dagmar Wöhrl
CDU
CDU
CSU
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Karl-Theodor zu Guttenberg
ab 10. Februar 2009
CSU
Arbeit und Soziales
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Franz Müntefering
bis 21. November 2007
SPD Franz Thönnes
Gerd Andres
bis 21. November 2007
Klaus Brandner
ab 21. November 2007
SPD
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Olaf Scholz
ab 21. November 2007
SPD
Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Seehofer.JPG
Horst Seehofer
bis 27. Oktober 2008
CSU Gerd Müller
bis 27. Oktober 2008
ab 1. November 2008
Peter Paziorek
bis 1. September 2007
Ursula Heinen
ab 7. September 2007
bis 27. Oktober 2008
ab 1. November 2008
CSU


CDU

CDU
Ilse Aigner.jpg
Ilse Aigner
ab 31. Oktober 2008
CSU
Verteidigung
Dr franz josef jung 02.jpg
Franz Josef Jung CDU Christian Schmidt
Friedbert Pflüger
bis 27. Oktober 2006
Thomas Kossendey
ab 27. Oktober 2006
CSU
CDU

CDU
Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Von der Leyen 2010.jpg
Ursula von der Leyen CDU Hermann Kues CDU
Gesundheit
SPD Bundesparteitag Leipzig 2013 by Moritz Kosinsky 003.jpg
Ulla Schmidt SPD Marion Caspers-Merk
Rolf Schwanitz
SPD
Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Wolfgang Tiefensee Berlin 2008-06-17 (03).jpg
Wolfgang Tiefensee SPD Achim Großmann
Ulrich Kasparick
Karin Roth
SPD
Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Sigmar Gabriel 2008.jpg
Sigmar Gabriel SPD Astrid Klug
Michael Müller
SPD
Bildung und Forschung
Schavan 2010.jpg
Annette Schavan CDU Thomas Rachel
Andreas Storm
CDU
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Heidemarie Wieczorek-Zeul (2009).jpg
Heidemarie Wieczorek-Zeul SPD Karin Kortmann SPD
Bundesminister für besondere Aufgaben
und Chef des Bundeskanzleramtes
Maiziere 2010.jpg
Thomas de Maizière CDU

Personalfindungsprozess vor Beginn der Legislaturperiode[Bearbeiten]

Nachdem sich bei den Sondierungsgesprächen zwischen CDU/CSU und SPD nach der Bundestagswahl 2005 abgezeichnet hatte, dass beide Seiten einer großen Koalition den Vorrang vor allen anderen Optionen gaben, gab die SPD am Donnerstag, 13. Oktober 2005, bekannt, welche Politiker sie für die ihr zustehenden acht Ministerien vorsah. Die Vorschlagsliste für die von den Unionsparteien zu besetzenden sieben Ministerien wurde am Montag, 17. Oktober 2005, veröffentlicht. Am selben Tag begannen die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD, die auf eine Dauer von vier Wochen angesetzt waren.

Am 31. Oktober 2005 kündigte Franz Müntefering seinen Rückzug vom Parteivorsitz der SPD an; sein Eintritt in das geplante Kabinett wurde jedoch davon nicht berührt. Einen Tag darauf verkündete Edmund Stoiber seinen Verbleib als Ministerpräsident in Bayern, da durch den Rücktritt des SPD-Vorsitzenden die „Geschäftsgrundlage“ geändert worden und nicht ausreichend auf seine Forderungen zur Übernahme von Kompetenzen aus dem Wissenschafts- und Forschungsministerium eingegangen worden sei. Stattdessen wurde Michael Glos als Wirtschaftsminister benannt.

Am 11. November 2005 einigten sich CDU, CSU und SPD auf einen Koalitionsvertrag, der die politischen Ziele und Inhalte der schwarz-roten Koalition beschreibt. Dieser wurde auf Parteitagen von CDU, CSU und SPD am 14. November 2005 mit jeweils großer Mehrheit angenommen und am 18. November 2005 in einer schlichten Zeremonie im Paul-Löbe-Haus unterschrieben. Nachdem Angela Merkel am Vormittag des 22. November 2005 im Bundestag mit 397 Stimmen zur Bundeskanzlerin gewählt worden war, wurden die Minister ihrer Bundesregierung am Nachmittag desselben Tages vereidigt.

Veränderungen[Bearbeiten]

Am 27. Oktober 2006 wurde Thomas Kossendey zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung berufen. In diesem Amt folgte er Friedbert Pflüger nach, der als Oppositionsführer in die Berliner Landespolitik gewechselt war.

Der vormalige parlamentarische Staatssekretär Peter Paziorek gab seinen Posten auf, um das Amt des Regierungspräsidenten der Bezirksregierung Münster zu übernehmen.

Am 13. November 2007 gab Franz Müntefering überraschend seinen Rücktritt als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung sowie als Vizekanzler bekannt.[1] Nachfolger als Arbeitsminister wurde am 21. November 2007 Olaf Scholz, Vizekanzler wurde Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

Am 7. Oktober 2008 wurde Bundesverbraucherschutzminister Seehofer für das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten nominiert. Am 27. Oktober 2008 wurde er im bayerischen Landtag zum Bayerischen Ministerpräsidenten gewählt, nachdem er als Bundesminister zurückgetreten war. Am 31. Oktober 2008 wurde Ilse Aigner als Seehofers Nachfolgerin vom Bundespräsidenten ernannt.

Nachdem Michael Glos am 7. Februar 2009 seinen Rückzug als Bundeswirtschaftsminister angekündigt hatte, lehnten dies der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer sowie die Bundeskanzlerin Angela Merkel zunächst ab. Erst am darauf folgenden Tag stimmten Seehofer und Merkel dem sofortigen Rücktritt zu. Am 10. Februar wurde Karl-Theodor zu Guttenberg vom Bundespräsidenten zum neuen Bundesminister für Wirtschaft und Technologie ernannt und am 12. Februar vereidigt. Mit der Zusammenkunft des neu gewählten Bundestags am 27. Oktober 2009 erhielten die Minister von Bundespräsident Horst Köhler ihre Entlassungsurkunden überreicht, wurden aber mit der Weiterführung der Amtsgeschäfte bis zur Bildung einer neuen Bundesregierung beauftragt. Diese erfolgte einen Tag später am 28. Oktober.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. spiegel.de 13. November 2007: Müntefering schockt Koalition und Partei