Kachin-Staat

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2697.333333333333Koordinaten: 26° N, 97° O

ကချင်ပြည်နယ်
Kachin-Staat
Flag of Kachin State.svg
Hauptstadt Myitkyina
Fläche 89.041 km²
Bevölkerung 1.200.000 (1999)
Ethnien Kachin, Bamar,
Shan
Kachin-Staat Sagaing-Division Mandalay-Division Chin-Staat Magwe-Division Rakhaing-Staat Kayah-Staat Bago-Division Yangon-Division Irawadi-Division Mon-Staat Kayin-Staat Tanintharyi-Division Shan-Staat Laos China China Bangladesch Indien Indien ThailandKachin State in Myanmar.svg
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Der Kachin-Staat (birmanisch ကချင်ပြည်နယ်, BGN/PCGN: kagyinbyinè) ist eine der vierzehn Verwaltungseinheiten und der nördlichste Staat von Myanmar (Birma).

Geographie[Bearbeiten]

Der Kachin-Staat liegt zwischen 23° 27' und 28° 25' nördlicher Breite und 96° 0' und 98° 44' östlicher Länge. Er grenzt im Norden und Osten an China, im Süden an den birmanischen Shan-Staat, im Westen an die birmanische Sagaing-Division sowie im äußersten Nordwesten an den indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh.

Das Gebiet umfasst etwa 89.041 km² und ist damit nach dem Shan-Staat und der Sagaing-Division die drittgrößte Verwaltungseinheit in Myanmar. Die Einwohnerzahl liegt bei etwa 1,4 Millionen. Bezogen auf die Bevölkerungsdichte liegt der Kachin-Staat damit mit 16 Einwohnern pro Quadratkilometer vor dem Chin-Staat an vorletzter Stelle.

Die Hauptstadt Myitkyina sowie die Stadt Bhamo, beide am Oberlauf des Irrawaddy gelegen, sind die wichtigsten Städte. Größere Städte sind Putao im gebirgigen Hochland im Nordwesten und Shinbwiyang im äußersten Westen am Fuße der Naga-Berge.

Im nördlichsten Zipfel des Kachin-Staats liegt der mit 5889 m höchste Berg Myanmars, der Hkakabo Razi, an der südlichen Randlage des Himalaja. Etwa 100 km westlich der gedachten Verbindungslinie von Myitkyina nach Bhamo liegt auf halbem Weg zwischen diesen beiden Städten der größte See Myanmars, der Indawgyi.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Mehrheit der Bevölkerung besteht aus ursprünglichen Kachin (birmanisch Jingpo). Daneben gibt es weitere 13 ethnische Gruppen, unter ihnen die Birmanen Bamar, Rawang, Lisu, Zaiwa, Maru, Yaywin, Lawngwaw, Lachyit und Shan.

Seit mehr als 100 Jahren fand hier keine Volkszählung statt. Offizielle Regierungsangaben besagen, dass 57,8 % Buddhisten und 36,4 % Christen sind. Die meisten Menschen sprechen Kachin.

Klima[Bearbeiten]

Der Kachin-Staat liegt nördlich des nördlichen Wendekreises und verfügt durchweg über feuchtes Klima, im Süden gemäßigt warm mit Durchschnittstemperaturen zwischen 27 °C im Sommer und 15 °C im Winter.

Verwaltung[Bearbeiten]

Der Kachin-Staat ist aufgeteilt in die Distrikte Puta-o im Norden, Myitkyina in der Mitte und Bhamo im Süden. Sie sind weiter organisiert in 18 Gemeinden und 709 Gemeindebezirke.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaftsstruktur ist vorwiegend agrarisch. Hauptprodukte sind Reis und Zuckerrohr. In den Bergen wird neben Gold auch Jade gefunden.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kachin-Staat wurde 1948 aus den Zivildistrikten Bhamo und Myitkyina zusammen mit dem größeren Norddistrikt Puta-o gebildet. In den bergigen Bereichen leben überwiegend die Kachin, während in den tiefer liegenden Tälern des Südens und entlang des dichter besiedelten Eisenbahnkorridors die Shan und Bamar wohnen.

Die nördliche Grenze war bis in die 1960er-Jahre nicht markiert, was zu Grenzstreitigkeiten mit dem Nachbarn China führte, der seit dem 18. Jahrhundert Anspruch auf das gesamte Gebiet des Kachin-Staats erhebt.

Kachin-Truppen bildeten früher einen bedeutenden Teil der birmanischen Armee. Nachdem 1962 die Verfassung der Union von Birma durch General Ne Win einseitig außer Kraft gesetzt worden war, zogen sich die Kachin aus der Armee zurück und bildeten die Kachin Independent Army (KIA) unter der Kachin Independence Organization (KIO).

Der Kachin-Staat war seit Mitte der 1960er-Jahre bis 1994 praktisch unabhängig, mit der Ausnahme der größeren Städte und des Eisenbahnkorridors. Die Wirtschaft basiert auf Schmuggel und dem Handel mit Jade und Drogen. Als 1994 die birmanische Armee eine Offensive startete und die Jademinen im Kachin-Staat unter ihre Gewalt brachte, wurde eine Friedensvereinbarung abgeschlossen. Sie erlaubt der KIO die Kontrolle des Staats unter der Oberhoheit der Militärjunta von Myanmar. Zahlreiche Splittergruppen der KIO, die diesen Vereinbarungen nicht zustimmen, sorgen für eine weitgehend instabile Lage.

Literatur[Bearbeiten]

  • U Min Thu: Glimpses of Kachin Traditions and Customs, Selbstverlag (300 Exemplare), Mytkyina, Myanmar 2002.