Kadesch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Stadt Kadesch/Qadeš in Syrien. Für weitere Bedeutungen siehe Qadeš.
Kadesch in Hieroglyphen
Aa28 D46
N33
N37 G43

Qedeschu
Qdšw
Qadeš/Kadesch
Syria2mil.JPG
Übersichtskarte

34.5578136.5196Koordinaten: 34° 33′ 28″ N, 36° 31′ 11″ O

Karte: Syrien
marker
Kadesch
Magnify-clip.png
Syrien

Kadesch, auch Qadeš, Qadesch, Kinza, heute Tell Nebi Mend, war eine im Altertum bedeutsame Stadt am Fluss Orontes in Syrien.

Lage[Bearbeiten]

Der Grabungshügel (Tell) liegt etwa 25 km südwestlich der Stadt Homs und südwestlich von Katna. Eine Festung bot den Stadtbewohnern und Durchreisenden Schutz. Kadesch war als Festung nicht der ausschlaggebende Machtfaktor. Nur die besondere Lage am Nordrand des Libanongebirges hob Kadesch in die Klasse der wichtigen Orte. Erst von hier konnte man bequem das Mittelmeer erreichen. Ebenso kreuzten sich hier die Handelswege von Damaskus nach Aleppo und von Amurru nach Palmyra, im weiteren Verlauf nach Mesopotamien. Durch diese zentrale Lage kontrollierte Kadesch den Handel.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name der Stadt verbindet sich vor allem mit jener Schlacht bei Kadesch 1274 v. Chr., in welcher der Hethiter-König Muwatalli II. einen Feldzug des Pharao Ramses II. zurückschlug. Einige Zeit davor hatte König Bentešina von Amurru, in dessen Gebiet Kadesch lag, den Vasallenvertrag mit den Hethitern ignoriert und war zur anderen Großmacht Ägypten übergelaufen. Amurru erstreckte sich über Teile des heutigen Syrien und des heutigen Nordlibanon und grenzte an das ägyptisch beherrschte Palästina an. Das kleine Königreich bildete einen Puffer zwischen den Nordprovinzen des Pharaos und dem Hethiter-Reich. Nach der Schlacht blieb Kadesch in der Hand der Hethiter.

Könige von Kadesch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Bonnet: Kadesch. In: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Hamburg 2000, ISBN 3-937872-08-6, S. 362f
  • Wolfgang Helck, Eberhard Otto: Qadesch. In: Kleines Lexikon der Ägyptologie. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1999, ISBN 3-447-04027-0, S. 240
  • Alexander Ahrens: Eine Stadt zwischen den Fronten. Der Tell Nebi Mend - Kadesch (Syrien): Eine Siedlung im Grenzbereich der Großmächte Vorderasiens. Antike Welt 3/2005, S. 62–64.
  • Alan Millard: The Cuneiform Tablets from Tell Nebi Mend. In: Levant – Journal of the Council for British Research in the Levant 42 (2010), S. 226–236.

Weblinks[Bearbeiten]