Kaffer

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kaffer (Begriffsklärung) aufgeführt.
Anfang des 20. Jahrhunderts „Kaffern-Kraal“ genannte Siedlung in Südafrika (vor 1909)

Kaffern ist ein vom arabischen Kāfir („Ungläubiger“) abgeleiteter Name, den zuerst die Muslime zwei nichtmuslimischen Völkern beilegten, nämlich den Nuristani (Kafiren) in Zentralasien und den Xhosa im südlichen Afrika.[1]

Begriffsverwendung[Bearbeiten]

Der Name kam auch bei den Christen in Gebrauch. Die europäischen Kolonialisten und Einwanderer verwendeten ihn zunächst nur für die Xhosa. Später schloss er weitere Bantuvölker ein. Ebenso belegt ist die Herkunft vom jiddischen Wort kafer für Bauer, welches in der Gauner- und Studentensprache des Mittelalters als Schimpfwort verwendet wurde.[2] Namensgebungen wie Kaffernbüffel, Kaffernlimette, Britisch-Kaffraria, Kaffrarian Museum oder Kaffir Express (Zeitschrift einer Missionsschule im 19. Jahrhundert) lassen erkennen, dass der Ausdruck anfangs weniger wertend gebraucht wurde. In den Zeiten der Kolonialisierung und der Apartheid dagegen wurde er als Schimpfwort verwendet. Am 3. Juni 1976 stellte der Gerichtspräsident der Provinz Natal fest, dass die Verwendung dieses Begriffes beleidigend sei und verurteilte einen Schwarzen zu einer Geldstrafe in Höhe von 150 Rand, weil dieser das Wort auf den damaligen Polizeiminister und einen Polizeibeamten bezogen hatte.[3]

Der Gebrauch des Wortes ist heute in Südafrika und Namibia als Hate Speech (Hasswort) verboten.[4]

In Sri Lanka hingegen hat der abgeleitete Begriff Kaffir keine diskriminierende Bedeutung.[5] Dort bezeichnet er eine von afrikanischen Sklaven der Portugiesen abstammende Ethnie. Ihr populärer Tanzmusikstil Kaffirinna ist eine in den 1970er Jahren entstandene Variante des afrikanisch-portugiesischen Baila.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Albert Kropf: Das Volk der Xosa-Kaffern im östlichen Südafrika und seine Geschichte, Eigenart, Verfassung und Religion. Evangelische Missions-Gesellschaft, Berlin 1889.
  •  Marlene Bauer, Susan Arndt, Antje Hornscheidt (Hrsg.): Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Unrast, Münster 2004 (2. Auflage 2009), ISBN 3-89771-424-8.
  •  Wilhelm Braun (zeitweilig), Wolfgang Pfeifer (Hrsg.): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Erarbeitet im Zentralinstitut für Sprachwissenschaft, Berlin unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer. Akademischer Verlag, Berlin 1989 Erstausgabe in 3 Bänden, 1993 durchgesehene Neuauflage in 2 Bänden, ISBN 3-05-000626-9 (Bis 1990 erarbeitet im Zentralinstitut für Sprachwissenschaft Berlin, Ost).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838., S. 526f
  2. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. München 1995. S. 607
  3. South African Institute of Race Relations: Survey of Race Relations in South Africa 1976. Johannesburg 1977, S. 34
  4. Act No. 4 of 2000: Promotion of Equality and Prevention of Unfair Discrimination Act. Aktualisiert bis 2008 (PDF; 145 kB), abgerufen 15. Dezember 2011
  5. Where kaffir is no Insult. telegraph.co.uk
Brockhaus Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Brockhaus Konversationslexikon, 14. Auflage von 1893–1897. Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn Du den Artikel so weit überarbeitet oder neu geschrieben hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt und dies mit Quellen belegt ist, wenn der Artikel heutigen sprachlichen Anforderungen genügt und wenn er keine Wertungen enthält, die den Wikipedia-Grundsatz des neutralen Standpunkts verletzen.