Kahleberg

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Dieser Artikel beschreibt den Berg im Erzgebirge; zu anderen Bedeutungen siehe Kahleberg (Begriffsklärung).
Kahleberg
Blick vom Geisingberg auf den Kahleberg mit der markanten Blockhalde unterhalb des Gipfels, im Vordergrund ist die Altenberger Pinge zu sehen

Blick vom Geisingberg auf den Kahleberg mit der markanten Blockhalde unterhalb des Gipfels, im Vordergrund ist die Altenberger Pinge zu sehen

Höhe 905 m
Lage Sachsen (Deutschland)
Gebirge Erzgebirge
Dominanz 5,3 km → Pramenáč (Bornhauberg) 909m
Schartenhöhe 129 mfd2
Koordinaten 50° 44′ 59″ N, 13° 43′ 57″ O50.74972222222213.7325905Koordinaten: 50° 44′ 59″ N, 13° 43′ 57″ O
Kahleberg (Sachsen)
Kahleberg
Typ Bergrücken
Gestein Teplitzer Quarzporphyr, Granit

Der Kahleberg, 905 m ü. NN, ist die dritthöchste Erhebung im Osterzgebirge und zugleich der höchste Berg im sächsischen Teil dieses Gebirgsteiles.

Lage und Umgebung[Bearbeiten]

Der Kahleberg liegt zwei Kilometer südwestlich der Bergbaustadt Altenberg/Erzgeb. nahe der Grenze zu Tschechien. Auf dem Gipfel steht die Kleine Kahlebergbaude (Schutzhütte). Direkt südlich des Berges befinden sich das Bundesleistungszentrum für Biathlon, heute: Biathlon-Sparkassenarena, nördlich liegen die Rehaklinik Raupennest sowie die ursprünglich für den Bergbau angelegten Teiche des Kleinen und Großen Galgenteichs sowie der Speicher Altenberg.

Geologie und Morphologie[Bearbeiten]

Der Kahleberg ist ein bewaldeter Quarzporphyr-Höhenrücken, der einen Seitenkamm des Erzgebirgskamms bildet. Im Landschaftsbild bricht der Berg mit einer markanten Stufe nach Norden und Westen hin ab. Die Abbruchflanken sind von wertvollen Blockhalden bedeckt, die ein 3 Hektar großes Flächennaturdenkmal bilden.

Geschichte[Bearbeiten]

Feuerwachturm auf dem Kahleberg (1954–1966)
Bergbaude auf dem Kahleberg (2008)

Als Station Nr. 9 Kahleberg war der Gipfel in den 1860er Jahren eine Station 1. Ordnung der königlich-sächsischen Triangulation. Aus diesem Grund ist auf dem Gipfel eine Vermessungssäule errichtet worden. Daneben gab es auch einen etwa fünf Meter hohen Steinturm, der seit Ende des 19. Jahrhunderts auch als Aussichtsturm genutzt wurde. Er wurde 1976 wegen Baufälligkeit abgerissen. Von 1954 bis 1966 stand auf dem Gipfel auch ein 25 Meter hoher hölzerner Feuerwachturm.

Entstehung des Namens[Bearbeiten]

Ursprünglich war der Kahleberg dicht bewaldet. Der in Altenberg um 1440 einsetzende intensive Zinnbergbau führte aber wahrscheinlich bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu kompletten Abholzung großer Waldflächen, die als Grubenholz, zum Feuersetzen und für die Erzverhüttung (Holzkohle) benötigt wurden. Der fehlende Wald prägte den Namen des kahlen Berges.

Waldschäden[Bearbeiten]

Die ersten Waldschäden riefen die Altenberger Zinnhütten bereits im 16. Jahrhundert hervor. Ihre schwefelreichen Abgase verhinderten über lange Zeit eine natürliche Wiederbewaldung des abgeholzten Berges. Die seit dem 19. Jahrhundert angepflanzten Fichten wurden seit den 1970er Jahren vor allen durch den Schadstoffausstoß der nordböhmischen Braunkohlekraftwerke vernichtet. Den Schadstoffen fielen auch die bekannten Wetterfichten weitgehend zum Opfer. In den 1990er Jahren hat sich die Luftqualität deutlich verbessert, die heutigen Bestände werden durch verschiedene angepflanzte Nadelgehölze, Latschenkiefern und auch Ebereschen und Birken, gebildet.

Naturschutz[Bearbeiten]

Der Kahleberg ist der einzige Bereich im sächsischen Osterzgebirge, an der unter natürlichen Bedingungen buchenfreie Fichtenwälder wachsen können. Diese naturnahen Forste wurden seit 1961 in einem 63 Hektar großen Naturschutzgebiet geschützt. Die Schutzstellung konnte allerdings die Zerstörung infolge Waldschäden nicht verhindern, so dass das Naturschutzgebiet 1983 aufgelöst wurde.

Im Bereich der Blockhalde (Flächennaturdenkmal) finden sich zahlreiche schützenswerte Flechten, darunter die Landkartenflechte, Nabel- und Schüsselflechten sowie Strauchflechten wie die Rentierflechte und das Isländisch Moos.

Etwa 22 Hektar des Berges stehen als FFH-Gebiet Kahleberg bei Altenberg unter Schutz.

Aussicht[Bearbeiten]

Blick vom Kahleberg auf Altenberg, die Galgenteiche und den Geisingberg

Der Blick reicht im Norden über weite Teile des Osterzgebirges bis hinab zum Elbtal nach Dresden. Bei außergewöhnlich guter Sicht schweift der Blick im Osten bis zum Kamm des Isergebirges. Auch die über 100 km entfernte Schneekoppe im Riesengebirge ist unter guten Bedingungen zu sehen. Eine Metalltafel gibt die markantesten Ziele an. Sie enthält jedoch einen Fehler. Die Nordrichtung und die Ostrichtung stehen nicht in einem Winkel von 90°, sondern in einem spitzen Winkel zueinander.

Wege zum Gipfel[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kahleberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien