Kahleberg

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Dieser Artikel beschreibt den Berg im Erzgebirge; zu anderen Bedeutungen siehe Kahleberg (Begriffsklärung).
Kahleberg
Blick vom Geisingberg auf den Kahleberg mit der markanten Blockhalde unterhalb des Gipfels, im Vordergrund ist die Altenberger Pinge zu sehen

Blick vom Geisingberg auf den Kahleberg mit der markanten Blockhalde unterhalb des Gipfels, im Vordergrund ist die Altenberger Pinge zu sehen

Höhe 905 m
Lage Sachsen (Deutschland)
Gebirge Erzgebirge
Dominanz 5,3 km → Pramenáč (Bornhauberg) 909m
Schartenhöhe 129 mfd2
Koordinaten 50° 44′ 59″ N, 13° 43′ 57″ O50.74972222222213.7325905Koordinaten: 50° 44′ 59″ N, 13° 43′ 57″ O
Kahleberg (Sachsen)
Kahleberg
Typ Bergrücken
Gestein Teplitzer Quarzporphyr, Granit

Der Kahleberg, 905 m ü. NN, ist die dritthöchste Erhebung im Osterzgebirge und zugleich der höchste Berg im sächsischen Teil dieses Gebirgszuges.

Lage und Umgebung[Bearbeiten]

Der Kahleberg liegt zwei Kilometer südwestlich der Bergbaustadt Altenberg/Erzgeb. nahe der Grenze zu Tschechien. Auf dem Gipfel steht die Kleine Kahlebergbaude (Schutzhütte). Direkt südlich des Berges befinden sich das Bundesleistungszentrum für Biathlon, seit 2004 Biathlon-Sparkassenarena[1], nördlich liegen die Rehaklinik Raupennest[2] – im Jahr 1991 vom Bäderkönig Zwick für ca. 100 Mio DM errichtet – , die ursprünglich für den Bergbau angelegten Teiche des Kleinen und Großen Galgenteichs sowie der Speicher Altenberg.

Geologie und Morphologie[Bearbeiten]

Der Kahleberg ist ein bewaldeter Quarzporphyr-Höhenrücken, der einen Seitenkamm des Erzgebirgskamms bildet. Im Landschaftsbild bricht der Berg mit einer markanten Stufe nach Norden und Westen hin ab. Die Abbruchflanken sind von Blockhalden bedeckt, die ein drei Hektar großes Flächennaturdenkmal bilden.

Geschichte[Bearbeiten]

Bedeutung in der Landvermessung[Bearbeiten]

Bergbaude auf dem Kahleberg (2008)

Als Station Nr. 9 Kahleberg war der Gipfel in den 1860er Jahren ein Punkt Erster Ordnung der königlich-sächsischen Triangulation. Aus diesem Grund ist auf dem Gipfel eine Vermessungssäule errichtet worden. Daneben gab es einen etwa fünf Meter hohen Steinturm, der seit Ende des 19. Jahrhunderts als Aussichtsturm genutzt wurde. Er wurde 1976 wegen Baufälligkeit abgerissen.

Feuerwachturm auf dem Kahleberg (1954–1966)

Von 1954 bis 1966 stand auf dem Gipfel außerdem ein 25 Meter hoher hölzerner Feuerwachturm.

Entstehung des Namens[Bearbeiten]

Ursprünglich war der Kahleberg dicht bewaldet. Der in Altenberg um 1440 einsetzende intensive Zinnbergbau führte aber wahrscheinlich bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zur kompletten Abholzung großer Waldflächen, die als Grubenholz, zum Feuersetzen und für die Erzverhüttung (Holzkohle) benötigt wurden. Der fehlende Wald prägte den Namen des kahlen Berges.

Waldschäden und Naturschutz[Bearbeiten]

Die ersten Waldschäden entstadne durch die Altenberger Zinnhütten bereits im 16. Jahrhundert. Ihre schwefelreichen Abgase verhinderten über lange Zeit eine natürliche Wiederbewaldung des abgeholzten Berges. Die im 19. Jahrhundert angepflanzten Fichten wurden seit den 1970er Jahren vor allen durch den Schadstoffausstoß der nordböhmischen Braunkohlekraftwerke vernichtet. Den Schadstoffen fielen auch die Wetterfichten weitgehend zum Opfer. Zu Beginn der 1980er Jahre ließ die Kreisverwaltung mithilfe von Gastarbeitern aus Moçambique bereits Wideraufforstungsarbeiten ausführen.[3] Doch erst infolge der Wende und der damit einhergehenden Stilllegung von großen Industriebetrieben hat sich seit den 1990er Jahren die Luftqualität deutlich verbessert. Neue resistente Nadelgehölze, Latschenkiefern, Ebereschen und Birken wurden angepflanzt.

Der Kahleberg ist der einzige Bereich im sächsischen Osterzgebirge, in dem unter natürlichen Bedingungen buchenfreie Fichtenwälder wachsen können. Im Jahr 1961 erklärten die Forstverwaltungen eine 63 Hektar große zusammenhängende Fläche zum Naturschutzgebiet. Trotzdem schritten auch hier die Waldschäden fort, so dass das Naturschutzgebiet 1983 aufgelöst wurde.

Im 21. Jahrhundert stehen wieder etwa 22 Hektar des Berges als FFH-Gebiet Kahleberg bei Altenberg unter Schutz. Im Bereich der Blockhalde (Flächennaturdenkmal) finden sich zahlreiche schützenswerte Flechten, darunter die Landkartenflechte, Nabel- und Schüsselflechten sowie Strauchflechten wie die Rentierflechte und das Isländische Moos. Botaniker halten die Lebensräume der Silikatschutthalden und Trockenen Heiden für besonders bemerkenswert.[4]

Aussicht[Bearbeiten]

Blick vom Kahleberg auf Altenberg, die Galgenteiche und den Geisingberg

Der Blick reicht im Norden über weite Teile des Osterzgebirges bis hinab zum Elbtal nach Dresden. Bei außergewöhnlich guter Sicht schweift der Blick im Osten bis zum Kamm des Isergebirges. Auch die über 100 km entfernte Schneekoppe im Riesengebirge ist unter guten Bedingungen zu sehen. Eine Metalltafel auf der Kuppe gibt die markantesten Ziele an. Sie enthält jedoch einen Fehler: die Nordrichtung und die Ostrichtung stehen nicht im rechten Winkel sondern spitzwinklig zueinander.

Wege zum Gipfel[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kahleberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Info zur Biathlon-Arena auf altenberg.de
  2. Homepage Raupennest
  3. Information von Siegfried Neumann, geprüfter Fremdenführer im Osterzgebirge; November 2011.
  4. Kurzinfo zum FFH-Gebiet Kahleberg bei Altenberg
  5. Drei-Berge-Tour zum Kahleberg auf altenberg.de