Kai aus der Kiste (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Kai aus der Kiste
Originaltitel Kai aus der Kiste
Produktionsland DDR
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1988
Länge 93 Minuten
Altersfreigabe FSK frei ohne Altersbeschränkung
Stab
Regie Günter Meyer
Drehbuch Günter Meyer
Produktion Oscar Ludmann
Musik Johannes Schlecht
Kamera Wolfgang Braumann
Schnitt Helga Wardeck
Besetzung

Kai aus der Kiste ist ein deutscher Kinderfilm von Regisseur Günter Meyer nach dem gleichnamigen Roman von Wolf Durian. Gedreht wurde der Fernsehfilm 1988 in der DDR. Er spielt im Berlin des Jahres 1923.

Handlung[Bearbeiten]

Kai lebt mit seiner Mutter und seinen beiden Geschwistern in Berlin. Das soziale und gesellschaftliche Leben ist von Armut und rasanter Inflation geprägt. Von seinem Freund, einem Hotelpagen, erfährt er, dass ein derzeitiger Hotelgast, der Amerikaner Mac Allen, einen „Reklamekönig“ für die Vermarktung seiner Kaugummiprodukte in Deutschland sucht. Daraufhin lässt Kai sich in einer Kiste versteckt auf das Hotelzimmer des Amerikaners transportieren, um sich für den Posten zu bewerben. Mac Allen möchte sich zunächst überzeugen, ob Kai überhaupt fähig ist, Aufmerksamkeit zu erregen. Kai wettet um seine Zwille, dass er es schafft, das Markenzeichen seiner Bande, „die schwarze Hand“, über Nacht so bekannt zu machen, dass Mac Allen am nächsten Tag von mindestens fünf Personen darauf angesprochen wird. Er trommelt gleich darauf die Jungs aus der Nachbarschaft in dem geheimen Treffpunkt der Bande in der Kanalisation zusammen. Diese helfen ihm, die ganze Stadt mit schwarzen Händen zu bedrucken, woraufhin er am nächsten Tag die Wette und hundert Dollar gewinnt, die er mit seinen Helfern teilt. Außerdem darf er bei einem Wettbewerb gegen den Werbefachmann Alexander Kubalski antreten, wobei jeder der beiden innerhalb von drei Tagen eine Kaugummimarke bewerben und dabei bis zu hundert Punkte sammeln muss. Kai soll die Marke „Bäng“ und Kubalski die Marke „Bong“ bewerben. Dem Gewinner verspricht Mac Allen mündlich den Job als „Reklamekönig für Deutschland“ und großen Reichtum. Gemeinsam mit seinen Freunden schafft es Kai, kurz vor Ablauf der Frist – mit zahlreichen Einfällen und Sabotageaktionen gegen seinen Kontrahenten – ganz Berlin so intensiv mit Werbung zu überfluten, dass jegliche Promotionaktionen der beiden Kaugummimarken sogar polizeilich verboten werden. Nachdem Kai als Gewinner des Wettkampfes hervorgeht, muss er jedoch feststellen, dass Mac Allen ihn belogen hat und seine Abmachung nicht einhält, da seine Produkte bereits ausreichend Aufmerksamkeit durch den Wettkampf erzielt haben.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Wolf Durian aus dem Jahr 1926. Kai verkörpert einen frechen und aufgeweckten Lausbuben, der den sozialen Aufstieg inmitten der damaligen Wirtschaftskrise schafft. Die DDR-Verfilmung verändert Durians Geschichte aus parteiideologischen Gründen unter anderem dahingehend, dass Kai dieser soziale Aufstieg nicht vergönnt ist. Daher kommt es, insbesondere zum Ende des Films, zu erheblichen Unterschieden zwischen Buch und Film:

Wo in Durians Buch ein pfiffiger Junge mit Hilfe eines amerikanischen „Zigaretten-Königs“ den Aufstieg „vom Straßenjungen zum Millionär“ schafft, also eine „American Dream-Story“ deutscher Prägung im Stile Horatio Algers beschworen wird, entpuppt sich der scheinbar joviale „Kaugummi-König“ in der Verfilmung letztlich als Aufschneider und Betrüger ohne die Absicht, den ausgelobten Preis in Form einer Anstellung als „Reklamekönig von Deutschland“ je zu vergeben. Kai wird zum Opfer ohne die Möglichkeit, sich zu wehren.

Kritiken[Bearbeiten]

„Fürs DDR-Fernsehen entstandenes, schwungvolles Kinder-Musical, das – zuweilen sehr komisch, dann wieder einfühlsam – ein authentisches Bild der Zeit zeichnet.“

Lexikon des internationalen Films[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kai aus der Kiste (Film) im Lexikon des Internationalen Films