Kaisa Mäkäräinen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kaisa Mäkäräinen Biathlon
Kaisa Mäkäräinen
Voller Name Kaisa Leena Mäkäräinen
Verband FinnlandFinnland Finnland
Geburtstag 11. Januar 1983
Geburtsort Ristijärvi
Karriere
Verein Kontiolahden Urheilijat
Trainer Jarmo Punkkinen
Aufnahme in den
Nationalkader
2004
Debüt im Europacup/IBU-Cup 2003
Debüt im Weltcup 2005
Weltcupsiege 15
Status aktiv
Medaillenspiegel
WM-Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 2 × Bronze
NFM-Medaillen 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
SWM-Medaillen 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
IBU Biathlon-Weltmeisterschaften
Gold 2011 Chanty-Mansijsk Verfolgung
Silber 2011 Chanty-Mansijsk Sprint
Bronze 2012 Ruhpolding Massenstart
Bronze 2015 Kontiolahti Einzel
Nationale Finnische MeisterschaftVorlage:Medaillen_Wintersport/Wartung/unerkannt
Gold 2011 Kontiolahti Sprint
IBU Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften
Gold 2007 Otepää Sprint
Gold 2007 Otepää Verfolgung
Weltcup-Bilanz
Gesamtweltcup 1. (2010/11, 2013/14)
2. (2014/15)
Einzelweltcup 1. (2014/15)
Sprintweltcup 1. (2013/14)
Verfolgungsweltcup 1. (2010/11, 2013/14,
     2014/15)
Massenstartweltcup 3. (2013/14)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
Einzel 2 2 1
Sprint 5 10 6
Verfolgung 7 7 6
Massenstart 1 2 3
letzte Änderung: 20. März 2015

Kaisa Leena Mäkäräinen (* 11. Januar 1983 in Ristijärvi) ist eine finnische Biathletin.

Karriere[Bearbeiten]

Anfänge im Biathlon[Bearbeiten]

Die Studentin Kaisa Mäkäräinen begann 2003 mit dem Biathlonsport, nachdem sie vorher bereits im Langlauf aktiv war. Sie startet für Kontiolahden Urheilijat (Kontiolahti Sport Club) und wird von Tomi Kuutti trainiert. Ende Januar 2004 bestritt sie mit den Juniorenweltmeisterschaften in Haute Maurienne, wo ein 23. Platz im Einzelwettkampf ihr bestes Resultat war, ihre ersten internationalen Rennen und gehört seit 2004 zum finnischen Nationalteam. Im März 2005 nahm Mäkäräinen in Hochfilzen erstmals bei Biathlon-Weltmeisterschaften teil und erreichte dort als bestes Ergebnis Rang 49 - wiederum im Einzelwettkampf. Seit der Saison 2005/06 startet die Finnin im Weltcup. Nachdem sie in Östersund mit der Staffel Rang 14 belegt und im Sprint als 94. die Qualifikation für das Verfolgung deutlich verpasst hatte, errang sie eine Woche später in Hochfilzen als 29. des Sprints ihre ersten Weltcuppunkte. Am Ende der Saison belegte sie im Gesamtweltcup Rang 62. Im folgenden Winter klassierte sich Mäkäräinen im Weltcup regelmäßig unter den besten 30 und kam Ende Januar 2007 als Siebte des Massenstarts von Pokljuka erstmals unter die besten zehn. Dieses Ergebnis konnte sie bei den Weltmeisterschaften in Antholz bestätigen, als sie Achte im Einzel und Siebte im Massenstart wurde. Im Gesamtweltcup konnte sie sich auf den 27. Platz verbessern.

Erste Erfolge im Weltcup[Bearbeiten]

Die Weltmeisterschaften im Sommerbiathlon 2007 in Otepää beendete die Finnin als Doppelweltmeisterin im Sprint und in der Verfolgung auf Skirollern. Im Winter 2007/08 gelang ihr kurz vor Weihnachten als Zweite im Sprint von Pokljuka erstmals der Sprung unter die besten drei in einem Weltcuprennen. Bei den Weltmeisterschaften in Östersund war ein 15. Platz im Massenstart ihr bestes Ergebnis. Im Gesamtweltcup gelang ihr nach einem weiteren Podestplatz (3. beim Verfolgungsrennen in Ruhpolding) und einigen Platzierungen unter den besten zehn eine weitere Steigerung auf Platz 13. 2008/09 konnte sie dieses Niveau halten, erreichte zwei weitere Podestplätze im Weltcup und wurde 14. im Gesamtweltcup. Bei den Weltmeisterschaften 2009 in Pyeongchang unterlag sie in der Verfolgung der Russin Olga Saizewa im Zielsprint und wurde Vierte. Zum Abschluss der Saison gewann sie den Sprint-Titel bei den Finnischen Meisterschaften. Im folgenden Winter stagnierten ihre Leistungen nach gutem Beginn (3. Platz im Sprint von Östersund), sodass sie die Gesamtweltcupwertung in diesem Winter nur auf Rang 22 abschloss. Auch ihren ersten Olympischen Winterspiele in Vancouver im Februar 2010 verliefen für die Finnin wenig erfolgreich: als bestes Resultat erreichte sie Rang 45 in der Verfolgung.

Weltmeistertitel und Gesamtweltcupsieg[Bearbeiten]

Für die Weltcupsaison 2010/11 wurde Mäkäräinen durch den Österreicher Josef Obererlacher trainiert. Sie zeigte sich schon beim Einzel in Östersund mit der besten Laufzeit aller Teilnehmerinnen in guter Laufform. Beim folgenden Sprint blieb sie zudem im Schießen ohne Fehlschuss und gewann ihr erstes Weltcup-Rennen vor der ebenfalls fehlerfreien Miriam Gössner, die zwar in der Loipe ein wenig schneller, aber am Schießstand langsamer war. In der anschließenden Verfolgung gelang ihr nach erneut makellosem Schießen der zweite Sieg, wiederum vor Gössner. Ihr bisher größter Erfolg gelang Kaisa Mäkäräinen bei den Weltmeisterschaften 2011 im russischen Chanty-Mansijsk. Nach einem zweiten Platz im Sprint hinter Magdalena Neuner gelang ihr in der anschließenden Verfolgung durch ein fehlerfreies Schießen der Gewinn der Goldmedaille. Mäkäräinen ist damit die erste finnische Biathlonweltmeisterin der Geschichte. Bei den Wettbewerben zum Saisonabschluss am Holmenkollen lief sie zum zwanzigsten Mal während der Saison in die Top-Ten und sicherte sich dank ihrer Konstanz als erste Finnin den Biathlon-Gesamtweltcup. 2011 wurde sie auch zur Sportlerin des Jahres in Finnland gewählt.[1]

Mäkäräinen und Magdalena Neuner in Kontiolahti, 2009

Etablierung in der Weltspitze[Bearbeiten]

Nach einem Trainerwechsel konnte Mäkäräinen in der Weltcupsaison 2011/12 nicht ganz an die Erfolge des Vorjahres anknüpfen. Obwohl sie sich zum Anfang der Saison wieder in phänomenaler Laufform zeigte, konnte sie über den Winter vor allem wegen oft nur mäßiger Schießleistungen mit den dominanten Frauen wie Magdalena Neuner und Darja Domratschawa nicht mithalten. Trotzdem erreichte sie im Weltcup mehrere Podiumsplatzierungen, dabei unter anderem den Gewinn im Einzel in Nové Město na Moravě. Vor heimischen Publikum in Kontiolahti, nur wenige Kilometer von ihrem Wohnort in Joensuu entfernt, sicherte sich die Finnin bei fast -20° C nach einem zweiten Platz im Sprint den ersten Platz in der Verfolgung. Nach enttäuschenden drei Bewerben bei den Biathlon-Weltmeisterschaften 2012 in Ruhpolding, bei denen sie lediglich einmal die Top-20 erreichte, sicherte sie sich im letzten Rennen, dem Massenstart über 12,5 km, die Bronzemedaille hinter Tora Berger und Marie-Laure Brunet. Im Gesamtweltcup belegte sie zum Saisonende hinter Neuner, Domratschawa und Berger Rang 4, im Einzel- und Sprintweltcup erreichte sie jeweils die Top-3. Sie gewann zudem mit dem Schweden Carl Johan Bergman die World Team Challenge in der Arena auf Schalke in Gelsenkirchen.

Zur Vorbereitung auf die Weltcupsaison 2012/13 wurde sie von Juha Hirvi als Schießtrainer unterstützt. Der Finne war sechsmaliger Olympiateilnehmer und gewann bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney die Silbermedaille im Kleinkaliber Dreistellungskampf. Im Weltcup blieb sie in diesem Winter ohne Sieg, stand aber sechs Mal auf dem Podest und belegte Rang fünf im Gesamtweltcup. Bei den Weltmeisterschaften 2013 in Nové Město na Moravě konnte sie allerdings keine Medaille gewinnen.

Zweiter Erfolg im Gesamtweltcup[Bearbeiten]

Nach durchwachsenen Beginn des Weltcupwinters 2013/14 klassierte sich Mäkäräinen Anfang 2014 sieben Mal in Folge unter den besten zehn und erreichte dabei drei Podestplätze, sodass sie als Drittplatzierte im Gesamtweltcup zu den Olympischen Winterspielen ins russische Sotschi reiste. Dort nahm sie an allen vier Einzelwettbewerben teil, bleib allerdings ohne Medaille. Lediglich im Einzel (9.) und im Massenstart (6.) gelang ihr der Sprung unter die besten zehn. Beim anschließenden Weltcup in Pokljuka gewann sie die Verfolgung und erreichte mit zwei Schießfehlern den zweiten Platz im Massenstart. Mit ihren Ergebnissen sicherte sie sich vorerst das gelb-rote Trikot. Im heimischen Kontiolahti erreichte sie ihren ersten Hattrick, indem sie die beiden Sprintrennen sowie das Verfolgungsrennen klar für sich entscheiden konnte. Beim abschließenden Weltcup in Oslo sicherte sie durch ihre Ergebnisse den Sieg des Sprint- und des Verfolgungsweltcups und konnte mit vier Punkten Vorsprung auf Tora Berger zum zweiten Mal in ihrer Karriere den Gesamtweltcup gewinnen.

Folgesaison und Heim-WM[Bearbeiten]

Die Folgesaison begann für Mäkäräinen ähnlich erfolgreich, wie die letzte endete. Nachdem sie sich im ersten Wettkampf noch hinter Darja Domratschawa mit Platz 2 begnügen musste, holte sie sich das gelbe Trikot zurück und bestimmte ab dem Sprint in Östersund vorerst das Geschehen im Weltcup. Bis zur Weihnachtspause stand die Finnin in 8 Einzelrennen 7 mal auf dem Podest - darunter 4 Siege, 2 zweite Plätze und ein dritter Rang. Nach der Pause zeigte sie sich läuferisch weiterhin in Bestform und hielt zusammen mit Domratschawa die schnellsten Laufzeiten. Allerdings unterliefen ihr am Schießstand zu viele Fehler und die Weißrussin konnte den Abstand im Gesamtweltcup verkürzen. Bis zur Heim-Weltmeisterschaft im finnischen Kontiolahti gelangen Mäkäräinen zwar neben dem Sieg im Einzelrennen in Oslo, bei dem sie in allen 4 Schießeinlagen fehlerfrei blieb, 3 weitere Podestplatzierungen, allerdings verlor sie das gelbe Trikot an ihre weißrussische Konkurrentin.

Neben Domratschawa und Vítková galt Kaisa Mäkäräinen als die große Favoritin auf ihren Heimstrecken. Allerdings kamen die genannten Athletinnen nur schwer mit den Bedingungen am Schießstand zurecht. Einzig die Finnin sicherte sich durch eine überragende Laufleistung die Bronzemedaille im Einzel und gleichzeitig entschied sie die Einzelweltcupwertung für sich.

Beim abschließenden Weltcup in Chanty-Mansijsk machte Mäkäräinen den Kampf um den Gesamtweltcup noch einmal spannend, indem sie nach ihrem Sprintsieg den Abstand auf die Weltcupführung auf 9 Punkte verkürzte. In der anschließenden Verfolgung erreichte sie den 4. Platz und gewann nach der kleinen Kristallkugel im Einzel auch den Verfolgungsweltcup. Beim abschließenden Massenstart blieb sie mit 5 Schießfehlern hinter Domratschawa und erreichte somit im Gesamtweltcup den 2. Platz.

Persönliches[Bearbeiten]

Kaisa Mäkäräinen ist verlobt und wohnt in Joensuu, nur wenige Kilometer von Kontiolahti entfernt. Sie startet für den Kontiolahden Urheilijat und nutzt unter anderem die Biathlon-Anlagen in Kontiolahti für die Vorbereitung auf die Wettkämpfe. Wenn sie neben dem Training und den Wettkämpfen Zeit findet, studiert sie an der Universität in Joensuu Mathematik und Physik auf Lehramt. In der Vergangenheit hat sie als Sportreporter für die Lokalzeitung Karjalainen gearbeitet.

Biathlon-Weltcup-Platzierungen[Bearbeiten]

Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn (einschließlich Podium)
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge (einschließlich Podium und Top 10)
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Staffel: inklusive Mixed-Staffel
Platzierung Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Gesamt
1. Platz 2 5 7 1 15
2. Platz 2 10 7 2 21
3. Platz 1 6 6 3 16
Top 10 14 45 34 20 12 125
Punkteränge 23 81 58 42 46 250
Starts 30 95 66 43 46 280
Stand: 22. März 2015

Weltcupsiege in Einzelrennen[Bearbeiten]

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 03. Dez. 2010 SchwedenSchweden Östersund Sprint
2. 05. Dez. 2010 SchwedenSchweden Östersund Verfolgung
3. 06. Mär. 2011 RusslandRussland Chanty-Mansijsk(ws1) Verfolgung
4. 11. Jan. 2012 TschechienTschechien Nové Město Einzel
5. 12. Feb. 2012 FinnlandFinnland Kontiolahti Verfolgung
6. 08. Mär. 2014 SlowenienSlowenien Pokljuka Verfolgung
7. 13. Mär. 2014 FinnlandFinnland Kontiolahti Sprint
8. 15. Mär. 2014 FinnlandFinnland Kontiolahti Sprint
9. 16. Mär. 2014 FinnlandFinnland Kontiolahti Verfolgung
10. 07. Dez. 2014 SchwedenSchweden Östersund Verfolgung
11. 12. Dez. 2014 OsterreichÖsterreich Hochfilzen Sprint
12. 14. Dez. 2014 OsterreichÖsterreich Hochfilzen Verfolgung
13. 21. Dez. 2014 SlowenienSlowenien Pokljuka Massenstart
14. 12. Feb. 2015 NorwegenNorwegen Oslo Einzel
15. 20. Mär. 2015 RusslandRussland Chanty-Mansijsk Sprint
(ws1) Biathlon-Weltmeisterschaften 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaisa Mäkäräinen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kaisa Mäkäräinen on Vuoden urheilija