Schläferskopf

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Schläferskopf
Kaiser-Wilhelm-Turm

Kaiser-Wilhelm-Turm

Höhe 454 m ü. NN
Lage Hessen, Deutschland
Gebirge Taunus
Koordinaten 50° 6′ 29″ N, 8° 10′ 1″ O50.1088.167454.0Koordinaten: 50° 6′ 29″ N, 8° 10′ 1″ O
Schläferskopf (Hessen)
Schläferskopf

Der Schläferskopf ist ein 454 m hoher Berg im Taunus, der seinen Namen den dort lebenden Siebenschläfern verdankt.[1]

Lage und Umgebung[Bearbeiten]

Der Schläferskopf befindet sich knapp 5 km nordwestlich von Wiesbaden im Stadtwald unweit der Fasanerie und der ehemaligen Sommerfrische am Chausseehaus. Auf dem Gipfel wurde bereits 1883 ein hölzerner, 10 Meter hoher Aussichtsturm aufgestellt, der 1900 wegen Baufälligkeit abgetragen wurde.[2] Auf Betreiben des Wiesbadener Verschönerungsvereins wurde 1905/06 ein Neubau mit „Schutz- und Erfrischungsraum“ errichtet.[2] Im 1907/08 ergänzten Restaurationsgebäude befindet sich ein Saal mit bemerkenswerten Jugendstil-Fenstern, das Kaiser-Wilhelm-Zimmer ist mit einem Ölbild ausgestattet, das den Kaiser bei einer Jagdszene zeigt.[1] Vom Gipfel des Schläferskopfs hat man einen Ausblick ins Rheintal. Bis 2009 war der Berg direkt an den Nahverkehr in Wiesbaden angeschlossen. Heute liegt die nächste Haltestelle einen einstündigen Fußmarsch entlang des Kaiser-Wilhelm-Weges entfernt an der Eisernen Hand (50.1233618.167681).

Kaiser-Wilhelm-Turm[Bearbeiten]

Der im Juli 1906 fertiggestellte Kaiser-Wilhelm-Turm aus lokalen Bruchsteinen und Basaltlava ahmt zeittypisch einen mittelalterlichen Bergfried nach. Das auf der polygonalen Plattform stehende Warttürmchen verstärkt diesen Eindruck. Ungewöhnlich am 31 m hohen Turm ist dessen doppelläufige Spindeltreppe, die einen getrennten Auf- und Abstieg ermöglicht.[3][1]

Der Turm ist seit vielen Jahren für die Öffentlichkeit gesperrt. Bestrebungen, ihn zu sanieren und wieder begehbar zu machen, gibt es zurzeit nicht. Er war jedoch im Programm des Tags des offenen Denkmals 2013 aufgeführt.[4]

Schläferskopfstollen[Bearbeiten]

Portal des Schläferskopfstollens

In der Nähe des Tier- und Pflanzenparks Fasanerie, etwa 1,5 km östlich des Gipfels, befindet sich das Portal des Schläferskopfstollens50.1068838.181947, der sich unter dem Berg befindet. Der 2,8 km[5] lange Stollen wurde vom Landesgeologen Carl Koch konzipiert und zwischen 1875 und 1910 bergmännisch in den Taunus geschlagen, um das im Taunus-Quarzit vorhandene Quellwasser zu fördern.[6] Im Jahr 1900 wurden die Arbeiten bei einer Länge von 1846 m und einer Überdeckung von 140 m am Stollenende zwischenzeitlich unterbrochen.[7][8] Er durchquert zunächst Gebirgsschutt und verwitterte Schichten, anschließend Stufen bunten Phyllits, Sandsteins mit Glimmer und Taunusquarzits.[8] Heute liefert er jährlich bis zu 2 Millionen Kubikmeter Wasser,[9] zwischen 1902 und 1903 waren es knapp 1 Million.[8] Ein Laufbrunnen in der Nähe des Stollenmundlochs, der allerdings vom nahegelegenen Kreuzstollen versorgt wird[9], wird von Wiesbadener Bürgern zur Wasserversorgung genutzt.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schläferskopf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Sina Schreiner: Der Ausblick als Belohnung. In: Wiesbadener Kurier. 29. Juli 2010. Abgerufen am 24. Juni 2011.
  2. a b Sigrid Russ, Hrsg: Landesamt für Denkmalpflege Hessen; Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Kulturdenkmäler in Hessen, Wiesbaden II – Die Villengebiete; Vieweg 1988; ISBN 3-528-06236-3; Seite 610f
  3. Schläferskopf auf wiesbaden.de, archiviert im Internet Archive
  4. Tag des offenen Denkmals 2013, Programm, abgerufen am 23. Juni 2013.
  5. Andreas Hoppe: Kartierte Städte: Mainz und Wiesbaden im Spannungsfeld von Naturraum und Vergesellschaftung, Band 13 von Interdisziplinäre Stadtforschung, Constanze Bückner (Hrsg.), Campus Verlag, 2012, ISBN 978-35-9-339573-9, Seite 85.
  6. Trinkwasser-Bergwerke auf hessenwasser.de, abgerufen am 23. Juni 2013
  7. Jahrbuch der Kgl. Geol. Landesanstalt für 1901, Bd. XXII, Heft 3, Seiten 341 — 346.
  8. a b c Abhandlungen der Königlich Preußischen Geologischen Landesanstalt und Bergakademie. Heft 41. 1905
  9. a b Brunnen am Schläferskopfstollen spendet Wasser „aus dem Berg“, Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Darmstadt, 30. Juni 2008
  10. Christian Struck: Ein Ritual ähnlich einer Wallfahrt, Wiesbadener Kurier, 20. April 2011