Kaiserlich Russische Marine

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Russische Seekriegsflagge
Russische Gösch

Die Kaiserlich Russische Marine (russisch Российский императорский флот) waren die Seestreitkräfte des Russischen Kaiserreichs. Diese bestand ausgehend von ihren Vorgängern im 17. Jahrhundert bis zur Oktoberrevolution im Jahr 1917.

Geschichte[Bearbeiten]

Unter der Regierungszeit Peters I.[Bearbeiten]

Die Aufstellung der regulären russischen Marine erfolgte während der Regentschaft von Peter I. durch François Le Fort. Peters Ziele lagen darin, Russland auf die technologische Höhe Westeuropas zu bringen. Dies ging nur, wenn dazu ein hoher technologischer, kultureller und wirtschaftlicher Austausch stattfand. Er war entschlossen dafür die Kommunikation mit Europa über den Seehandel zu intensivieren. Er selbst befasste sich intensiv mit dem Schiffbau und erlernte das Handwerk im Rahmen einer viermonatige Ausbildung in einer holländischen Schiffswerft während seiner Großen Gesandtschaft. Russland war zum Ende des 17. Jahrhunderts nahezu vollständig abgekoppelt von den Weltmeeren und hatte nur einen internationalen Seehafen in Archangelsk. Russland galt zu dem Zeitpunkt daher als klassische Landmacht und hatte keinerlei Seefahrertradition. Dafür verfügte Russland über alle Materialien und Rohstoffe, die für den Schiffbau erforderlich waren: Holz und Planken und Bohle, Masten und Rahen. Hanf sowie Pech und Teer. Die Herstellung von Schiffen im Lande kam weit billiger als in den Niederlanden und England. Dies wussten auch schon die Vorgänger Peters. So hatte Zar Alexei I. 1662 im Ausland sondieren lassen, in welchem Maße es dort möglich wäre, Schiffe zu kaufen und Seehandelsplätze für russische Kaufleute in Pacht zu nehmen. Was gelang war die Anwerbung holländischer Werftarbeiter, die in russische Dienste traten. Sie erhielten den Befehl, für den Seedienst auf dem Kaspischen Meer ein großes Schiff zu bauen, die Orjol, die 1669 in Astrachan von Stapel gelassen wurde.[1]

Russlands Konkurrenten Schweden und das Osmanische Reich versuchten allerdings Russland vom Zugang zu den Meeren abzuschneiden. Die Notwendigkeit des Baus einer eigenen Kriegsflotte ergab sich für den jungen Zaren Peter schon nach seinem ersten militärischen Misserfolg im Kampf um Asow 1695, als deutlich wurde, dass die Osmanen mit ihrer kampfstarken Flotte in einem bloßen Landkrieg nicht zu schlagen waren. Vor der Festungsstadt Asow mündete der Don in das Asowsche Meer. Damit sollte der Zugang zum Schwarzen Meer gewährleistet werden und das Tor zum Mittelmeer aufgestoßen werden. Für die Durchführung der zweiten Asow-Kampagne von 1696 gegen die Türken, ließ Peter die erste Flotte der russischen Geschichte bauen, bestehend aus zwei Schlachtschiffen, vier Brander, 23 Galeeren und 1300 als Strug bezeichnete Kanonenruderboote mit Hilfssegeln, die auf den Werften in und um Woronesch gebaut worden waren. Diese nahmen als Unterstützung der Armee erfolgreich an der Belagerung und Eroberung von Asow teil. Der langfristige Plan sah vor noch mehr Festungen am Schwarzen Meer zu erobern, daher legte der Zar eine Aufstellung von Umlageregelungen zur Beschaffung der zum Flottenbau benötigten Mittel seiner Bojarenduma vor, die daraufhin am 20. Oktober 1696 einen Beschluss zum Aufbau einer Marine fasste. Dieses Datum gilt als offizieller Geburtstag der regulären russischen Marine. (Siehe Petrinische Reformen) Russland hatte zwar mit der zweiten Asowkampagne einen Zugang zum Schwarzen Meer erkämpft, hatte aber immer noch keinen Zugang zu den Weltmeeren, da hierfür der unter osmanischer Kontrolle stehende Bosporus den Zugang verhinderte und eine Weiterführung des Krieges gegen die Türken durch die Ereignisse im Norden nicht mehr ermöglichte. Im Nordwesten führte der Finnische Meerbusen in die Ostsee. Dies war aber seit 1617 mit dem Frieden von Stolbowo Hoheitsgebiet des Schwedischen Reiches. 1700 brach der Große Nordische Krieg aus. Zunächst musste das Newaumland von den Schweden erobert und militärisch gesichert werden um einen Zugang zur Ostsee zu erhalten. In diesen Kämpfen wurden auch Flussboote auf dem Ladogasee, Onegasee und dem Peipussee gebaut und eingesetzt. Es folgten die Belagerung von Nyenschanz und die Belagerung von Nöteborg. Zur Sicherung der neu eroberten Gebiete wurde die Peter und Paulsfestung angelegt. Jetzt hatte Peter sein Fenster zum Westen und einen Marinestützpunkt an der Ostsee. Die Konstruktion der geruderten Flotte fand in den Jahren 1702–1704 auf Werften (im Delta der Flüsse Sjas, Luga und Olonka) statt. Daraus entwickelte sich nach und nach die Baltische Flotte. Um die eroberte Küstenlinie verteidigen und die feindlichen Seeverbindungen in der Ostsee angreifen zu können, schufen die Russen eine Flotte unter Segeln aus russischen und importierten Schiffen. Bei der Erbauung der Flotte kamen Tausende russische Bauern zum Einsatz, angeleitet von hunderten Schiffsbauern und Offizieren die Peter aus Westeuropa zum Dienst anwarb. Westliche Mathematiker, Schiffsbauer und Wissenschaftler schufen die Grundlage für die Seefahrtausbildung und Schiffsbautechnik in Russland. Zunächst war der Wladimirskij Prikas (Владимирский приказ) für den Schiffbau zuständig, später der Admiraltejskij Prikas (Адмиралтейский приказ). Die Marineoffiziere kamen aus dem Adel und die gemeinen Seeleute aus den Reihen der normalen Rekruten der Armee. Der Dienst in der Flotte war lebenslang. Im Jahre 1701 wurde die „Schule für mathematische und navigatorische Wissenschaften“ eingerichtet, an der ausländische Lehrer wirkten (Prof. Farwharson aus Aberdeen); an ihr stellten allerdings Kinder adliger Familien eine Minderheit dar. Die Schüler wurden häufig ins Ausland geschickt, um den Dienst in fremden Flotten zu lernen.

Die Shtandart vor der polnischen Küste (2007), ist eine Replik einer Fregatte des 18. Jahrhunderts. Das Original, auch bekannt unter den Übersetzungen des Namens Standart bzw. Standard, war die erste auf der Olonez-Werft unter Peter dem Großen gebaute Fregatte und das erste als Fregatte für die Baltische Flotte in Dienst gestellte Schiff.

Nachdem man sich in St. Petersburg etabliert hatte und die Angriffe der Schweden abgewehrt hatte, wurde ein Hafen in wärmeren Gefilden ein neues strategisches Ziel für die russische Marine, denn im Hafen von St. Petersburg kam es schnell zu Eisbildung. Dadurch war kein Seeverkehr möglich in dieser Zeit. Dennoch blieb St. Petersburg der Hauptstützpunkt und ließ die Seefestung Kronstadt erbauen. In St. Petersburg wurde auch die erste Marineakademie des Landes gegründet. Weitere Stützpunkte wurden in Wyborg, Helsinki, Reval und Åbo geschaffen. Erster Oberkommandierender der Baltischen Flotte wurde Cornelius Cruys. 1718 wurde die oberste Marinebehörde Russlands geschaffen: das Admiralitätskollegium (Адмиралтейств-коллегия).

Die junge russische Marine bestand in der Seeschlacht von Hanko im Juli 1714 eine wichtige Schlüsselprobe gegen die schwedische Marine. Bis zu dem Zeitpunkt hatte Schweden die Herrschaft in der Ostsee. Nunmehr konnte die russische Marine bis Dänemark vorstoßen.

1722 hatte die Kaiserliche Russische Marine 130 Segelschiffe, darunter 36 Linienschiffe, 9 Fregatten, 3 Schnauen (шнява < ndl. snauw) (ein leichter Zweimaster, der Aufklärungs- und Verbindungszwecken diente), 5 Bombardierschiffe und 77 Hilfsschiffe. Die geruderte Flotte bestand aus 396 Schiffen, darunter 253 Galeeren und Halbgaleeren (sogenannte skampawei (скампавея); modifizierte dreimastige Brigantine) und 143 Brigantinen. Die Schiffe wurden in 24 Werften auf Stapel gelegt, darunter die in Woronesch, Kasan, Perejaslaw, Archangelsk, Olonez, Sankt Petersburg und Astrachan.

Die organisatorischen Prinzipien der Kaiserlichen Russischen Marine, erzieherische und Übungsmethoden zur Vorbereitung des zukünftigen Kaders, sowie Methoden der Durchführung militärischer Aktionen wurden in Anlehnung an Dienstvorschriften und seerechtliche Bestimmungen flottenführender Staaten im „Seereglement“ (Устав Морской, 1720) zusammengefasst. Peter der Große, Fjodor Apraxin, Akim Senjawin, Naum Senjawin, Michail Golizyn und andere werden allgemein als besonders wichtig für die Entwicklung russischer Kriegführung zur See betrachtet. Die Hauptprinzipien der Seekriegführung wurden ferner von Grigori Spiridow, Fjodor Uschakow und Dmitri Senjawin entwickelt.

im 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Nach dem Tod Peters steuerte die mühsam aufgebaute Seestreitmacht ihrem Niedergang entgegen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts strebte Russland nach der Vorherrschaft im Schwarzen Meer und führte die Russisch-Türkischen Kriege. Zur Verstärkung der russischen Flotte setzte Kaiserin Katharina im Jahre 1770 den englischen Admiral Sir Charles Knowles als Generalintendant der russischen Admiralität ein, der den Ausbau der russischen Marine stark vorantrieb und im Jahre 1774 auf eigenen Wunsch im Alter von 70 Jahren in den Ruhestand entlassen wurde. Zum ersten Mal sandte Russland nun seine Geschwader von der Ostsee zu den entfernten Kriegsschauplätzen. Admiral Spiridows Geschwader errang die Vorherrschaft in der Ägäis durch Vernichtung der türkischen Flotte in der Seeschlacht von Çeşme 1770. Im Jahr 1771 eroberte die russische Armee die Küsten der Straße von Kertsch und die Festungen von Kertsch und Yenikale (gehört heute zu Kertsch). Nachdem sie die Donau erreicht hatten, stellten die Russen die Donau-Militärflottille auf, um die Donaumündung zu bewachen. 1773 segelten die Schiffe der Asow-Flottille (1771 neuaufgestellt) ins Schwarze Meer. Der Russisch-Türkische Krieg von 1768–1774 endete für Russland siegreich: es erhielt die Küsten des Asowschen Meeres und einen Teil der Schwarzmeerküste zwischen den Flüssen Bug und Dnister. Die Krim wurde zunächst unter russischem Protektorat für unabhängig erklärt, aber schon 1783 von Russlands annektiert. 1778 gründeten die Russen den Hafen von Chersones. In dieser Stadt wurde das erste Schlachtschiff der Schwarzmeerflotte 1783 in Dienst gestellt. Ein Jahr später gab es schon ein Geschwader.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts/ frühen 19. Jahrhundert hatte die Kaiserliche Russische Marine die nach Großbritannien und Frankreich drittgrößte Flotte der Welt. Die Schwarzmeerflotte besaß fünf Schlachtschiffe und 19 Fregatten (1787), die Baltische Flotte 23 Schlachtschiffe und 130 Fregatten (1788).

Im 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im frühen 19. Jahrhundert bestand die russische Marine aus der Baltischen und der Schwarzmeerflotte, der Kaspischen Flottille, der Weißmeerflottille und Ochotsk-Flottille. 1802 wurde das Ministerium der Marinestreitkräfte eingerichtet (1815 in Marineministerium umbenannt).

1826 bauten die Russen ihr erstes bewaffnetes Dampfschiff Ischora (Ижора, 73,6 kW/100 PS), ausgestattet mit acht Kanonen. 1836 konstruierten sie die erste Raddampferfregatte der russischen Marine, die Bogatyr (Богатырь, Verdrängung: 1340 t, Antrieb: 177 kW/240 PS, Bewaffnung: 28 Kanonen). Zwischen 1803 und 1855 unternahmen russische Seeleute über 40 Weltreisen und Fernreisen, die eine wichtige Rolle bei der Entdeckung des Fernen Ostens und verschiedener Ozeane spielte.

Das erste russische U-Boot Delphin (Postkarte von 1904)

Russlands langsame technische und wirtschaftliche Entwicklung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte dazu, dass es bei der Konstruktion von Dampfschiffen hinter die anderen europäischen Länder zurückfiel. Bei Ausbruch des Krimkrieges 1853 verfügte Russland über die Baltische und die Schwarzmeerflotte, die Archangelsk-Flottille, die Kaspische Flottille und die Sibirische Flottille (zusammen 40 Linienschiffe, 15 Fregatten, 24 Korvetten und Briggs, 16 Dampffregatten etc.). Die Gesamtzahl des Personals betrug 91.000 Mann. Dennoch hatte das reaktionäre System einen fortschrittlichen Effekt auf die Entwicklung der russischen Marine. Dies traf besonders auf die Baltische Flotte zu, die bekannt war für ihren strengen militärischen Drill. Dank der Admiräle Michail Petrowitsch Lasarew, Pawel Nachimow, Wladimir Kornilow und Wladimir Istomin wurden die Seeleute der Schwarzmeerflotte in der Kunst der Kriegführung und der Aufrechterhaltung militärischer Traditionen unterwiesen, die zur Zeit des Admirals Fjodor Uschakow geformt worden waren. In der Schlacht von Sinope 1853 vernichtete die überlegene Schwarzmeerflotte (6 Linienschiffe, 2 Fregatten – 720 Kanonen) unter Admiral Nachimow das türkische Geschwader (7 Fregatten, 3 Korvetten, 2 Dampfer, 2 Briggen, 2 Transportschiffe – insgesamt 510 Kanonen). Infolge dieser türkischen Niederlage traten die mit der Türkei verbündeten Westmächte (Großbritannien und Frankreich) in den Krimkrieg ein. Während der Belagerung von Sewastopol 1854–1855 wurden die meisten Schiffe der Flotte in Küstengebieten versenkt, um damit den Weg für die Schiffe der Gegner zu versperren. Der Frieden von Paris beschränkte Russlands Schwarzmeerflotte auf die Größe der türkischen Flotte im Schwarzen Meer (1871 aufgehoben).

Seit 1860 verlor die russische Segelflotte ihre Bedeutung und wurde langsam mit Dampfschiffen ersetzt. Nach dem Krimkrieg begann Russland mit der Konstruktion von dampfgetriebenen Panzerschiffen, Monitoren und seegestützten Batterien. Diese Schiffe verfügten über schwere Artillerie und Panzerung, aber hatten weder gute Seetüchtigkeit noch Geschwindigkeit und große Reichweite. 1861 bauten die Russen ihr erstes stahlgepanzertes Kanonenboot Opyt (Опыт). 1869 begannen sie mit dem Bau eines der ersten seegängigen Ironclads Pjotr Weliki (Пётр Великий).

1895 setzte sich die Flotte folgendermaßen zusammen:

  • Baltische Flotte: 5 Geschwaderpanzerschiffe; 10 gepanzerte Kreuzer 1. Klasse; Kreuzer 2. Klasse: 1 gedeckter Kreuzer, 2 ungepanzerte, 2 Schulschiffe; 9 ungepanzerte Kreuzer 3. Klasse, 1 Schulschiff; 1 gepanzertes Fahrzeug zur Küstenverteidigung; 3 Kanonenboote 1. Klasse, 10 2. Klasse; 5 Torpedokreuzer; 19 Hochseetorpedoboote; 4 Küstentorpedoboote; 88 Hafentorpedoboote; 6 Transportschiffe; außerdem kaiserl. Yachten (3), Hafenfahrzeuge, Zollflottille und Dampfbarkassen.
  • Schwarzmeerflotte: 4 Geschwaderpanzerschiffe; 1 ungepanzerter Kreuzer 2. Klasse; 6 ungepanzerte Kreuzer 3. Klasse; 2 Küstenpanzer (Popowken); 3 Torpedokreuzer; 11 Hochseetorpedoboote; 5 Küstentorpedoboote; 9 Hafentorpedoboote; 9 Transportschiffe. Außerdem die Freiwillige Flotte, die im Frieden hauptsächlich die Transporte von Soldaten und Arrestanten zum Amurgebiet übernahm, deren Schiffe im Kriegsfall aber als Hilfskreuzer verwendet werden sollten: 9 Dampfschiffe
  • Flottille des Kaspischen Meeres: 2 Kanonenboote, mehrere Dampfer und Hafenfahrzeuge.
  • Sibirische Flotte: 2 Kreuzer 2. Klasse; 2 Kanonenboote 1. Klasse; Küsten- und Hafentorpedoboote je 5; 1 Hafenfahrzeuge; 2 Transportschiffe; außerdem noch mehrere kleine Dampfer, Schoner und Barkassen.
  • Amudarja-Flottille: 1 Dampfschiff, 2 Barkschiffe und mehrere kleinere Fahrzeuge.

Nach dem Japanisch-Chinesischem Krieg von 1894/1895 entschloss sich die Kaiserlich Russische Marine zu einem Ausbau ihres Pazifischen Geschwaders. Das Bauprogramm von 1898 sah den Bau von Linienschiffen, Kreuzern und Zerstörern für diese Station vor. Ein Teil dieser Schiffe sollte im Ausland gebaut werden, da die russischen Ostseewerften ausgelastet und nicht hinreichend leistungsfähig waren. So wurden die Linienschiffe Retwisan in den Vereinigten Staaten und Zessarewitsch in Frankreich bestellt und gebaut. Letztere hatte fünf russischen Nachbauten der Borodino-Klasse. Gleichzeitig wurden der Panzerkreuzer Bajan in Frankreich, die Geschützten Kreuzer Warjag in den USA, die Askold und die Bogatyr in Deutschland, sowie die kleineren Kreuzer Nowik und Bojarin in Deutschland bzw. Dänemark bestellt. Dazu kamen noch Zerstörer aus Frankreich und Deutschland. Auch diese Kreuzer und Boote wurden zum Teil in Russland nachgebaut.

Im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Kreuzer Aurora

Im Russisch-Japanischen Krieg 1904 bis 1905 wurden große Teile der sibirischen Flotte (Seeschlacht im Gelben Meer) und auch der zu Hilfe eilenden Ostsee-Flotte (Seeschlacht bei Tsushima) vernichtet. Die russische Marine als vormals weltweit drittgrößte Flotte fiel auf den sechsten Platz zurück. Der Fokus der russischen Flottenaktivitäten verlagerte sich vom Fernen Osten zurück zur Ostsee. Das erste russische U-Boot, die von Iwan Bubnow konzipierte Дельфин (Delfin) lief 1902 vom Stapel. Obwohl zahlenmäßig überlegen, trat die Baltische Flotte jedoch im Ersten Weltkrieg entgegen den Vorstellungen ihres ersten Befehlshabers, Admiral Nikolai von Essen, nie zur Offensive an, sondern wurde von deutschen Kräften unter Prinz Heinrich von Preußen bis zum Kriegsende weitgehend blockiert und blieb untätig.

An der Oktoberrevolution 1917 waren Matrosen insbesondere der Baltischen Flotte maßgeblich beteiligt. Den Startschuss feuerte am 25. Oktober der Kreuzer Aurora, der noch heute als Museumsschiff in Sankt Petersburg liegt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cracraft, James: The Revolution of Peter the Great, 2003
  • Cross, Anthony Glenn: By the banks of the Neva: chapters from the lives and careers of the British in Eighteenth-century Russia, Glasgow 1997
  • Phillips, Edward J.: The Founding of Russias Navy. Peter the Great and the Azov Fleet, 1688–1714. Westport 1995
  • Pinl, Harald: Der Kriegsschiffbau Russlands zwischen 1725 und 1762. Langenhagen 2003
  • Stoelzel, Heinz: Die russische Marine in der Zarenzeit. Vortrag bei der 11. Historisch-Taktischen Tagung der Flotte am 30. November 1967, 1967

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erich Donnert: Peter der Große, Koehler & Amelang, Leipzig, S. 130